06.11.2016

WEC: Porsche ist erneut Weltmeister

Der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen hat sich mit dem innovativen Le-Mans-Prototyp Porsche 919 Hybrid bereits ein Rennen vor Saisonende den Herstellertitel in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) gesichert.

Die Plätze eins und vier der Fahrertrios Timo Bernhard (DE)/Brendon Hartley (NZ)/Mark Webber (AU) und Romain Dumas (FR)/Neel Jani (CH)/Marc Lieb (DE) bescherten Porsche beim Sechsstundenrennen in Shanghai 38 Punkte. Mit nun insgesamt 301 Zählern ist Porsche beim Finale in Bahrain (19. November) uneinholbar für Audi (222) und Toyota (207).

Porsche feiert damit den sechsten Saisonsieg und die erfolgreiche Verteidigung des Herstellertitels in Shanghai. Den vorletzten von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gewannen Timo Bernhard (DE), Brendon Hartley (NZ) und Mark Webber (AU) von der Poleposition aus. Das Trio mit dem zweiten Porsche 919 Hybrid, die Tabellenführer Romain Dumas (FR), Neel Jani (CH) und Marc Lieb (DE), erreichte von Startplatz sechs aus Rang vier. Die schnellste Rennrunde auf dem 5,451 Kilometer langen Shanghai International Circuit fuhr Brendon Hartley in 1.45,935 Minuten. Das Sechsstundenrennen fand bei konstant trockener Witterung und Temperaturen um 23 Grad Celsius statt.

Michael Steiner, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG, erlebte den Titelgewinn vor Ort mit und sagte: „Der zweite WM-Titel für Porsche bestätigt erneut das mutige Konzept des 919 Hybrid. Der in Weissach entwickelte Prototyp reiht sich damit ein in die Liste bedeutsamer Porsche-Rennwagen. Ob 718 RS, 904, 917 oder 956, sie alle waren ihrer Zeit voraus. Sie haben dadurch Rennsportgeschichte geschrieben und vor allem die Serienentwicklung beflügelt. Und dies gilt auch für den 919 Hybrid. Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft.“ 

Mission Titelverteidigung geglückt

Fritz Enzinger, Leiter LMP1, ergänzte: „Dieser große Erfolg war nur durch eine große Teamleistung möglich. Mechaniker, Ingenieure und Fahrer sowie viele weitere Menschen hinter den Kulissen haben hart dafür gekämpft und wurden jetzt zum zweiten Mal nach 2015 dafür belohnt. Das zeigt nicht nur das Potenzial des 919 Hybrid auf, sondern das der kompletten Mannschaft. Dafür möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken.“

Damit schreibt der zukunftsweisende Porsche 919 Hybrid seine Erfolgsstory fort. Der Le-Mans-Prototyp der Klasse 1 (LMP1) debütierte 2014 mit seinem einzigartigen Antriebskonzept. Seither hat Porsche mit diesem Rennwagen zwei Mal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen (2015 und 2016) – es wurden die Gesamtsiege 17 und 18 für das Unternehmen. Bereits 2015, im zweiten Einsatzjahr, holte Porsche den Titel in der Weltmeisterschaft für Hersteller. Die Fahrer-WM des Vorjahres gewannen Bernhard/Hartley/Webber in einem Nerven zerreißenden Finale in Bahrain. Die aktuellen Tabellenführer sind ein Rennen vor dem Finale die diesjährigen Le-Mans-Sieger Dumas/Jani/Lieb. In Summe stehen 13 Rennsiege und 15 Polepositions aus 24 Rennen für den Porsche 919 Hybrid zu Buche.

Porsche Team: Weltmeister 2016 FIA WEC

Während das Porsche Team auf der Rennstrecke feiert, werden die bedeutendsten Erfolge im Porsche Entwicklungszentrum Weissach erzielt. Der dort im Austausch mit der Serienentwicklung entstandene 919 Hybrid bringt es auf eine Systemleistung von gut 662 kW. Sein Verbrennungsmotor ist ein wegweisendes Downsizing-Triebwerk: Als kompakter Zweiliter-Vierzylinder treibt der aufgeladene Benziner die Hinterachse mit knapp 368 kW an. Zwei unterschiedliche Energierückgewinnungssysteme – Bremsenergie von der Vorderachse und Abgasenergie – speisen über eine Lithium-Ionen-Batterie einen Elektromotor, der auf Abruf die Vorderachse mit zusätzlich über 294 kW antreibt. 

Mit der Auslegung der Hybridsysteme für den 919 leistete die Rennabteilung Pionierarbeit. Gerade hinsichtlich der Hochvolttechnik fungiert der 919 als Versuchslabor für das Spannungsniveau künftiger elektrifizierter Straßensportwagen. So erlaubten die Erkenntnisse von der Rennstrecke den Kollegen der Serienentwicklung, die viertürige Konzeptstudie Mission E mit 800-Volt-Technik vorzustellen. Der erste rein elektrisch fahrende Straßensportwagen von Porsche wird noch in diesem Jahrzehnt in Serie gehen. 

So lief das Rennen in den GT-Klassen

Die Erfolgsserie der Porsche-Kundenteams in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC geht weiter: Beim Sechsstundenrennen in Shanghai fuhren Porsche-Werkspilot Wolf Henzler (Nürtingen), Christian Ried (Schönebürg) und Joel Camathias (Schweiz) im Porsche 911 RSR nach einer sehenswerten Aufholjagd zum vierten Mal in Folge aufs Podium. Mit dem vom Team KCMG eingesetzten Erfolgsrenner aus Weissach, der auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basiert, belegten sie auf dem Shanghai International Circuit den zweiten Platz in der Klasse GTE-Am. Zuvor kamen sie dank einer konstant starken Performance in der zweiten Saisonhälfte bereits in Austin als Zweite ins Ziel, in Mexico City und in Fuji holten sie jeweils den dritten Platz.

Das vorletzte Saisonrennen auf dem 5,541 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs vor den Toren der chinesischen Wirtschaftsmetropole war in der Klasse GTE-Am spannend bis zum Schluss. Dafür sorgte Wolf Henzler, der den vor ihm auf dem zweiten Platz fahrenden Ferrari in der Schlussphase des Rennens immer stärker unter Druck setzte. Als in der letzten Runde beide Autos von einem Prototypen in eine Kollision verwickelt wurden, konnte das der Porsche-Werksfahrer zu seinen Gunsten nutzten und sich den zweiten Platz sichern. Für Abu Dhabi Racing, das in Mexico City den ersten Saisonsieg feierte, belegten Porsche-Werksfahrer Patrick Long (USA), Khaled Al Qubaisi (Abu Dhabi) und David Heinemeier Hansson (Dänemark) den vierten Platz. Der 911 RSR von Gulf Racing fuhr mit den Briten Ben Barker, Adam Carroll und Michael Wainwright als Sechster über die Ziellinie.

In der Klasse GTE-Pro belegte Richard Lietz (Österreich), der erfolgreichste WEC-GT-Pilot 2015, zusammen mit Michael Christensen (Dänemark) den sechsten Platz. Der 911 RSR der Porsche-Werksfahrer wird in dieser Saison vom Kundenteam Dempsey Proton Racing eingesetzt.

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