13.06.2017

Auf den Spuren von Le Mans

Von Nord nach Süd, quer durch Europa: Ausgewählte Journalisten aus aller Welt hatten vor den 24 Stunden von Le Mans die Gelegenheit, einen besonderen Vorgeschmack auf den Langstrecken-Klassiker zu bekommen.

Vor genau zwölf Monaten lieferten Marc Lieb, Romain Dumas und Neel Jani beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in ihrem Porsche 919 Hybrid ein rasantes Rennen. Dabei legten sie in 384 Runden mit Vollgas 5.233 km zurück und gewannen für Porsche zum 18. Mal das härteste Rennen der Welt – ein neuer Rekord.

Jeder, der das 24-Stunden-Rennen von Le Mans beendet, beweist höchste Ausdauer. Es ist schon eine phänomenale Leistung, die Strecke überhaupt zu schaffen. Würde man die Entfernung, die der Porsche 919 Hybrid letztes Jahr in Le Mans zurückgelegt hat, von der Rennstrecke auf die Landkarte bringen, wäre er vom norwegischen Bodø, fünf Stunden nördlich des Polarkreises, bis zum südlichsten Punkt Europas, dem spanischen Tarifa, gefahren. Für Porsche war das der Anlass, Journalisten aus aller Welt zu einem Roadtrip auf genau dieser Strecke einzuladen und dabei Modelle aus allen Baureihen mitzunehmen.

Le Mans Unravalled – From Bodø to Tarifa


Bei Temperaturen von unter null Grad starteten ein 718 Cayman S, ein 718 Boxster S, ein 911 Turbo S, ein Macan GTS, ein Cayenne E-Hybrid, ein Panamera 4S Executive und ein 918 Spyder in der Küstenstadt Bodø. Von Norwegen aus fuhren sie über Schweden, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Belgien und Frankreich bis nach Spanien. Die Fahrer – Journalisten aus China, Japan, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Großbritannien – wurden nur in der Nacht abgelöst, sodass sie in speziellen Bussen, die Teil des Konvois waren, schlafen konnten. Wie bei dem Rennen von Le Mans hielten die Autos nur zum Tanken und für den Fahrerwechsel – ein Ausdauertest nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Fahrzeuge.

Während sich der Porsche-Konvoi seinen Weg quer durch Europa bahnte, absolvierte das LMP1-Team in Aragón einen 36-Stunden-Dauertest. Bei einem Fahrerwechsel in Nordspanien hatten die Journalisten somit die Möglichkeit, sich mit dem Porsche-Team auszutauschen.

Nick Tandy: „Das ganze Team muss Leistung zeigen"

Für die Fahrer war der Besuch eine zusätzliche Motivation. Nick Tandy, einer der Gewinner von 2015, ist begeistert von der Idee: „Zwar fahren die Journalisten langsamer und auf Straßen, aber trotzdem ist es eine große Herausforderung und vergleichbar mit dem, was wir durchgemacht haben. So weite Strecken sollte man nicht unterschätzen – man hat mit Müdigkeit zu kämpfen und trägt eine große Verantwortung für das ganze Team. Du kannst nicht den Egoisten spielen und so tun, als würdest du es alleine schaffen – weder bei einem Ausdauerrennen noch bei dem, was die Journalisten machen. Das ganze Team muss Leistung zeigen und zusammenarbeiten. Außerdem sind Ausdauer, Fleiß und Konzentration wichtig. Und natürlich Autos, die so konstruiert wurden, dass sie robust aber trotzdem schnell sind. Um ehrlich zu sein, bin ich überrascht, wie fit die Fahrer alle noch aussehen – aber die Straßenfahrzeuge bieten auch viel Komfort.“

André Lotterer, der 2017 zum ersten Mal für Porsche an den Start gehen wird, betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Teamzusammenhalts: „Zwischen diesen beiden Tests liegen zwar immer noch Welten, aber die Journalisten haben jetzt einen guten Eindruck davon gewonnen, worum es bei dem Rennen von Le Mans geht. Die Autos haben volle Überzeugungsarbeit geleistet. Der Ehrgeiz, mit dem wir uns zu der 36-Stunden-Testfahrt und die Journalisten sich zu einer durchgehenden Fahrt durch acht Länder entschlossen haben, ist Sinnbild für Porsche. Egal ob auf der Straße oder auf der Rennstrecke. Wenn man in die lächelnden Gesichter von allen blickt, sieht man die Freude und den Stolz in ihren Augen und weiß: Ohne Teamwork wären sie niemals so weit gekommen. Bravo! Jetzt kann das richtige Rennen kommen.“

André Lotterer (l) geht zum ersten Mal für Porsche in Le Mans an den Start

Insgesamt hat der Porsche-Konvoi acht Länder passiert und von Schnee und Minustemperaturen bis hin zu 30 Grad und Sanddünen alles erlebt. Die Wagen haben Eis, Graupel, Schnee, Hagel, Regenschauern und der sengenden Sonne standgehalten. Obwohl die Modelle das erste Mal eine so weite Strecke in solcher Zeit zurückgelegt haben, beliefen sich die einzigen technischen Schwierigkeiten auf zwei Reifenpannen und einen Riss in einer der Windschutzscheiben.

66 Stunden, 5.406 km und acht Länder später erreichen alle sieben Autos das im Vergleich zum Ausgangspunkt knapp 35 Grad wärmere Tarifa und damit den südlichsten Punkt Europas mit Blick auf die Nordspitze Afrikas. Genau wie bei dem Test des Porsche LMP1-Teams sind auch die sieben Autos dreckiger als vor der Reise, aber ansonsten voll in Schuss. Bei ihrer Ankunft waren die Journalisten zwar müde, aber trotzdem begeistert von dem Roadtrip. Sie erlebten Le Mans einmal anders – auf spektakuläre Art und Weise.

Verbrauchsangaben

718 Cayman S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 l/100 km; CO2-Emission 184 g/km

718 Boxster S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 l/100 km; CO2-Emission 184 g/km

911 Turbo S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,1 l/100 km, CO2-Emission 212 g/km

Macan GTS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,2 – 8,8 l/100 km; CO2-Emission 215 – 207 g/km

Cayenne S E-Hybrid: Kraftstoffverbrauch kombiniert 3,4 l/100 km; CO2-Emission 79 g/km; Stromverbrauch kombiniert: 20,8 kWh/100 km

Panamera 4S Executive: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,3 – 8,2 l/100 km; CO2-Emission 189 – 187 g/km

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