Für Markus Günthardt ist der Besuch des WTA-1000-Turniers in seiner Wahlheimat Madrid ein Pflichttermin. In diesem Jahr waren die Gespräche, die er dabei mit Veranstalterkollegen und Spielerinnen führte, besonders angenehm. Das lag an den vielen positiven Reaktionen auf die erfolgreiche Durchführung des 44. Porsche Tennis Grand Prix. Die Stuttgarter Traditionsveranstaltung in Zeiten der Pandemie hat Eindruck hinterlassen in der Szene. „Es kamen viele Leute auf mich zu und gratulierten mir zu unserem erfolgreichen Turnier“, sagt der Schweizer im Interview. „Die Leute haben sehr genau beobachtet, wie das bei uns in Stuttgart gelaufen ist. Wir haben offensichtlich sehr viel richtig gemacht.“

Markus Günthardt, Turnierdirektor des Porsche Tennis Grand Prix, 2021, Porsche AG
Markus Günthardt

Herr Günthardt, am 30. Mai beginnen die French Open, und Sie werden immer noch auf den Porsche Tennis Grand Prix angesprochen. Ist das normal?

Markus Günthardt: „Gelegentlich passiert das schon, aber nicht so häufig wie in diesem Jahr. Unser Finale ist ja schon einige Wochen her. Doch das war ein sehr spezielles Turnier mitten in der Pandemie. In den Gesprächen mit Spielerinnen, Turnierdirektoren und Vertretern der WTA war und ist auch jetzt noch zu spüren, wie froh alle darüber sind, dass unser Konzept in Stuttgart so gut funktioniert hat. Das wird von allen als positives Signal dafür gesehen, dass auf der Tour langsam wieder die Normalität einkehrt und findet auch über den Sport hinaus Beachtung. Wir haben da zweifellos Maßstäbe gesetzt.“

Wie haben Sie persönlich das Turnier erlebt?

Günthardt: „Auf der einen Seite war der Aufwand nicht ganz so groß, weil wir keine Zuschauer hatten und keinen VIP-Bereich. Doch die Pandemie sorgte für einen permanenten Druck, den wir so bisher nicht kannten. Passt das Hygienekonzept? Stimmen die Laufwege? Klappt das Testen? Diese Themen sorgten für große Anspannung. Trotz der Erleichterung, dass alles gutgegangen ist,  habe ich mich hinterher doch ziemlich müde gefühlt.“

Mussten Sie im Verlauf des Turniers irgendwann mal eingreifen, weil etwas nicht nach Plan lief?

Günthardt: „Die Abläufe haben alle gestimmt. Größere Korrekturen waren nicht nötig. Die Voraussetzungen dafür haben wir durch die sehr gute Zusammenarbeit mit der WTA, dem Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart, den Hallenbetreibern und natürlich der Porsche AG geschaffen. Wir hatten ein wirklich sehr gutes Basiskonzept. Auch das Testen hat hervorragend funktioniert. Rund um das Turnier haben wir 2661 PCR-Tests und 1585 Schnelltests durchgeführt. Bei den Spielerinnen, ihrem Umfeld und in der Organisation waren glücklicherweise alle Tests negativ.“

Normalerweise ist der Porsche Tennis Grand Prix das Lieblingsturnier vieler Spielerinnen. Wie waren diesmal die Reaktionen?

Günthardt: „Die Spielerinnen waren durchweg der Meinung, dass unsere Bubble die beste war, die sie bisher erlebt haben, auch die angenehmste. Wir haben aber auch alles dafür getan, eine gute Atmosphäre zu schaffen und dem Turnier trotz Corona und der damit verbundenen Einschränkungen jenen Wohlfühlcharakter zu geben, den die Spielerinnen in Stuttgart so lieben. Das ist uns offenbar gelungen. In Madrid wurde ich von Coaches und Hitting-Partnern einiger Spielerinnen angesprochen, die genau das bestätigt haben. Auch Ashleigh Barty hat mir gesagt, dass sie sich in Stuttgart sehr wohl gefühlt hat. Ich gehe stark davon aus, dass sie im nächsten Jahr zurückkehren wird, um ihren Titel zu verteidigen.“

Haben Sie bei diesem Porsche Tennis Grand Prix etwas gelernt, das sie mitnehmen können in künftige Turniere?

Günthardt: „Auf jeden Fall. Ich kann mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, dass gewisse Elemente des sehr strikten Hygienekonzepts von der WTA für die Zukunft übernommen werden. Auch wenn die Pandemie unser Leben irgendwann nicht mehr so bestimmt wie jetzt gerade, halte ich es für möglich, dass gewisse Vorsichtsmaßnahmen beibehalten werden, ganz einfach, um die Gesundheit der Spielerinnen auch in normalen Zeiten noch besser zu schützen.

Porsche Tennis Grand Prix, 2021, Porsche AG
Fan-Reaktionen beim Porsche Tennis Grand Prix 2021

Die Fans, die wegen Corona nicht in die Halle kommen konnten, erlebten das Turnier als multimediale Erlebniswelt mit vielen interaktiven Angeboten. Was wird davon bleiben?

Günthardt: „Wir haben da eine Basis geschaffen, auf der wir für die Zukunft aufbauen können. Ich denke da vor allem an das Livestreaming der Matches auf unserer Homepage, was sehr positiv angenommen wurde. Auch die zusätzlichen Kamerapositionen sowie die Möglichkeit für Fans, die Spielerinnen mit Emojis zu unterstützen, kamen sehr gut an. Insgesamt gingen auf diesem Weg mehr als 360.000 digitale Fan-Reaktionen bei uns ein. Diese virtuelle und digitale Komponente war uns schon immer sehr wichtig. Durch Corona sind wir da, wenn auch nicht ganz freiwillig, einen großen Schritt weiter.“

Lassen Sie uns über die French Open sprechen. Viele Spielerinnen starten ihre Vorbereitung auf Paris beim Porsche Tennis Grand Prix. Ein Vorteil?

Günthardt: „Aus meiner Sicht auf jeden Fall. Nicht umsonst entscheiden sich jedes Jahr so viele Topspielerinnen dafür, die europäische Sandplatzsaison bei uns zu beginnen. Sie kommen von den Hartplatz-Turnieren in den USA. Wenn sie dann zuerst bei uns in der Halle spielen, frei von allen Witterungseinflüssen, gewöhnen sie sich fraglos leichter an Sand, als wenn sie in ihre Vorbereitung auf Paris erst eine Woche später in Madrid einsteigen.“

Maria Sharapova, Porsche Tennis Grand Prix, 2014, Porsche AG
Im Jahr 2014 gewann Maria Sharapova zunächst den Porsche Tennis Grand Prix...
Maria Sharapova, French Open, 2014, Porsche AG
...und daraufhin die French Open.
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Wie machen Sie den Spielerinnen die Entscheidung für Stuttgart schmackhaft?

Günthardt: „Wenn die Spielerinnen zu uns kommen, haben sie die French Open im Blick, ganz klar. Also müssen wir ihnen Bedingungen bieten, unter denen sie ihre besten Leistungen abrufen und sich gleichzeitig schon auf Roland Garros einstimmen können. So unterscheidet sich der Sandplatz in der Porsche-Arena nur in Nuancen von den Plätzen, auf denen in Paris gespielt wird, was in erster Linie an den klimatischen Verhältnissen in der Halle liegt sowie an den 212 Metern Höhenunterschied. Stuttgart liegt 247 Meter hoch, Paris nur 35. Doch wir verwenden dieselben Bälle wie bei den French Open, und wir haben uns ganz bewusst für einen großen Centre-Court entschieden, der dem in Roland Garros ähnlich ist – bis auf die Tribünen natürlich.“

Einige Stuttgart-Siegerinnen haben anschließend auch die French Open gewonnen. Wer fällt Ihnen da spontan ein?

Günthardt: „Maria Sharapova. Ich habe jahrelang versucht, sie nach Stuttgart zu holen. Als sie dann 2012 endlich kam, hat sie erst in der Porsche-Arena und dann auch in Roland Garros den Titel geholt. Das hat sie überzeugt. 2014 ist ihr das erneut gelungen. Die erste Spielerin, die das geschafft hat, war übrigens Svetlana Kuznetsova. Das war 2009, als beim Porsche Tennis Grand Prix zum ersten Mal auf Sand gespielt wurde.“

Porsche Tennis Grand Prix, 2021, Porsche AG
Finale des Porsche Tennis Grand Prix 2021
Ashleigh Barty, Porsche Tennis Grand Prix, 2021, Porsche AG
Siegerin Ashleigh Barty
Aryna Sabalenka, Porsche Tennis Grand Prix, 2021, Porsche AG
Finalistin Aryna Sabalenka
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Diesmal hat Ashleigh Barty das Finale gegen Aryna Sabalenka gewonnen. Was trauen Sie ihnen für die French Open zu?

Günthardt: „Für mich gehören sie zu den großen Favoritinnen. Dass sie auch in Madrid im Finale standen, zeigt, dass ihnen Stuttgart offensichtlich gutgetan hat. Ich wünsche mir, dass eine von ihnen jetzt auch die French Open gewinnt“. 

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