Erneuter Sieg: Perfektes Wochenende für Ammermüller in Zandvoort

Zweimal Pole-Position und beide Läufe gewonnen – besser hätte das Rennwochenende im Porsche Carrera Cup Deutschland für Michael Ammermüller nicht laufen können. 

Nach Platz eins am Samstag feierte der Deutsche am Sonntag auf dem niederländischen Circuit Zandvoort im Porsche 911 GT3 Cup seinen vierten Saisonsieg. Aufs Podium schaffte es bei seinem Heimrennen zudem der Niederländer Jaap van Lagen (Förch Racing). Dylan Pereira (L/Lechner Racing Team) machte die Top Drei komplett. „Durch den Regen am Morgen waren einige Streckenabschnitte noch etwas feucht. Das hat die ersten Runden zu einer großen Herausforderung gemacht. Daher bin ich etwas vorsichtiger gefahren. Jaap van Lagen ist da einen Tick mehr Risiko gegangen, ich habe mich aber gut verteidigt“, sagte Ammermüller. 

Das Rennen an der Nordseeküste der Niederlande war bei bewölktem Himmel und 20 Grad Celsius von zwei Unterbrechungen geprägt. Ammermüller blieb nach dem Start an der Spitze. Sein direkter Verfolger hieß van Lagen, der in der ersten Kurve an Porsche-Junior Julien Andlauer (F/BWT Lechner Racing) vorbeizog. In der dritten Runde musste das Rennen für die Bergung eines Fahrzeugs unterbrochen werden. Der Re-Start erfolgte hinter dem Safety-Car. Ammermüller verteidigte die Führung, doch van Lagen lauerte direkt hinter dem Lechner-Piloten auf eine Überholmöglichkeit. In der zehnten Runde musste das Safety-Car allerdings erneut auf die Strecke. Nach elf Runden überquerte Ammermüller hinter dem Sicherungsfahrzeug als Führender die Ziellinie. „Mein Start war richtig gut. Im Duell mit Michael Ammermüller gab es für mich nur eine realistische Überholmöglichkeit. Allerdings war mir das Risiko dafür zu hoch. Beim Heimrennen auf dem Podium zu stehen, ist einfach ein super Gefühl“, sagte der in Ede wohnende van Lagen.

Michael Ammermüller, Porsche Carrera Cup Deutschland, Zandvoort, Lauf 10, 2019, Porsche AG
Michael Ammermüller feierte in Zandvoort seinen vierten Saisonsieg

Als Dritter sah Larry ten Voorde (NL/Overdrive Racing by Huber) auf dem 4,307 Kilometer langen Kurs die Zielflagge. Der 22-Jährige erhielt nach einer Kollision beim Überholmanöver gegen Andlauer allerdings nachträglich eine Zeitstrafe über 30 Sekunden. Daher belegte Pereira den dritten Platz. Hinter dem Luxemburger folgten Igor Walilko (PL/Overdrive Racing by Huber), Jean-Baptiste Simmenauer (F/Lechner Racing Team) und Porsche-Junior Andlauer. „Es war zu Beginn schwierig, die Reifen auf dem teilweise feuchten Asphalt auf die richtige Temperatur zu bekommen. Die Unterbrechungen haben das Problem auch noch verstärkt. Beim Duell mit Larry ten Voorde hat mein Fahrzeug an der Front etwas Schaden erlitten, dadurch bin ich leider bis auf den sechsten Platz zurückgefallen“, sagte Andlauer.

Platz sieben sicherte sich Luca Rettenbacher (A/MSG/HRT Motorsport). Porsche-Junior Jaxon Evans (NZ/Team Project 1 – JBR) erreichte auf der Strecke in den niederländischen Dünen Rang acht. „Ich konnte in der ersten Runde direkt zwei Fahrer überholen, danach ging leider nicht mehr viel. Durch die zwei Phasen hinter dem Safety-Car gab es kaum Möglichkeiten, Positionen gut zu machen“, sagte Evans. In der Amateur-Klasse heißt der Sieger Stefan Rehkopf (Huber Racing). Der Deutsche gewann in seiner Klasse vor Matthias Jeserich (D/CARTECH Motorsport by Nigrin) und Andreas Sczepansky (D/QA Racing by Kurt Ecke Motorsport).

Nur elf von 17 Runden gefahren

Da lediglich elf der angesetzten 17 Runden gefahren wurden, erhielten die Fahrer nur die halbe Punktzahl. Somit bleibt Porsche-Junior Andlauer mit 143,5 Punkten Tabellenführer. Durch seinen Sieg ist Teamkollege Ammermüller neuer Zweiter und steht bei 138 Zählern. Ten Voorde belegt vier Punkte hinter Ammermüller den dritten Rang in der Meisterschaft.

Bei der Qualifikation für das Finale des Porsche Esports Carrera Cup Deutschland hatte an diesem Wochenende Louis Henkefend (Team Allied-Racing) die Nase vorn. Am Simulator in der Porsche-Hospitality umrundete der Deutsche den Circuit Zandvoort virtuell mit der Wochenend-Bestzeit von 1:39,934 Minuten. Sowohl in Zandvoort als auch am Nürburgring (16.-18. August) können sich die Fahrer des Porsche Carrera Cup Deutschland für das Esports-Finale des nationalen Markenpokals qualifizieren. Die schnellsten sechs Piloten treten beim Finallauf der virtuellen Meisterschaft am 30. August auf der ADAC SimRacing Expo am Nürburgring gegen sechs Online-Spieler an. Diese haben aktuell weltweit die Möglichkeit, sich über die Rennsimulation Assetto Corsa zu qualifizieren.

Rennergebnis 10. Lauf

1. Michael Ammermüller (D/BWT Lechner Racing)
2. Jaap van Lagen (NL/Förch Racing)
3. Dylan Pereira (L/Lechner Racing Team)
4. Igor Walilko (PL/Overdrive Racing by Huber)
5. Jean-Baptiste Simmenauer (F/Lechner Racing Team)
6. Julien Andlauer (F/BWT Lechner Racing)
7. Luca Rettenbacher (A/MSG/HRT Motorsport)
8. Jaxon Evans (NZ/Team Project 1 – JBR)
9. Berkay Besler (TR/Car Collection Motorsport)
10. David Kolkmann (D/Black Falcon)

Punktestände nach 10 von 16 Läufen

Fahrer-Wertung
1. Julien Andlauer (F/BWT Lechner Racing), 143,5 Punkte
2. Michael Ammermüller (D/BWT Lechner Racing), 138 Punkte
3. Larry ten Voorde (NL/Overdrive Racing by Huber), 134 Punkte

9. Lauf

An der niederländischen Nordseeküste gelang Michael Ammermüller im Porsche Carrera Cup Deutschland ein Start-Ziel-Sieg. Der Deutsche gewann in seinem  Porsche 911 GT3 Cup am Samstag den neunten Saisonlauf auf dem Circuit Zandvoort. „Das war ehrlich gesagt einer meiner schwierigsten Siege von der Pole-Position aus. Der Sand wehte über die Strecke und der Grip war anfangs nicht wirklich da. Dadurch musste ich zu Beginn etwas Tempo rausnehmen, um keinen Fehler zu machen. Sonntag starte ich wieder von Platz eins und möchte den nächsten Sieg einfahren“, sagte Ammermüller. Den zweiten Platz erreiche Porsche-Junior Julien Andlauer (F/BWT Lechner Racing), der dadurch neuer Führender in der Gesamtwertung ist. Das Podium komplettierte Dylan Pereira (L/Lechner Racing Team).

Beim Rennen auf dem Dünenkurs verteidigte Ammermüller nach dem Start die Führung, doch Jaap van Lagen (NL/Förch Racing) rückte dicht hinter den Lechner-Piloten. In der zweiten Runde zog der Lokalmatador aus dem niederländischen Ede am Ende der Start-Ziel-Geraden an Ammermüller vorbei. Allerdings verbremste sich van Lagen und rutsche ins Kiesbett. Somit lag Ammermüller wieder an der Spitze, gefolgt von Teamkollege Andlauer und Larry ten Voorde (NL/Overdrive Racing by Huber). Die beiden Youngster boten den Fans rund um die Strecke ein packendes Duell um den zweiten Platz: Ten Voorde überholte in der siebten Runde Andlauer, doch der Franzose zeigte sich kämpferisch und konterte in der letzten von 17 gefahrenen Runden. Somit machten Ammermüller und Andlauer den Doppelsieg für BWT Lechner Racing perfekt. „Das Duell mit Larry ten Voorde war sportlich absolut fair. Ich habe kurz vor Schluss noch die Chance gesehen und wurde belohnt“, sagte Andlauer.

Wegen eines Fehlstarts erhielt ten Voorde nach dem Rennen eine fünfsekündige Zeitstrafe und rutschte auf die vierte Position. Über Platz drei freute sich somit Pereira. „Das Ergebnis ist super, mit meinem Rennen bin ich aber nicht so zufrieden. Ich konnte leider nicht das Tempo mit der Spitze mitgehen. Das muss am Sonntag besser werden“, sagte der Luxemburger. Für Pereira ist es die vierte Podiumsplatzierung der Saison. Als bester Fahrer des Talent Pools, dem Förderprogramm des deutschen Carrera Cup, belegte Leon Köhler (D/MSG/HRT Motorsport) den fünften Rang.

David Kolkmann (D/Black Falcon) sicherte sich vor seinem deutschen Teamkollegen Tim Zimmermann den sechsten Platz. Rudy van Buren (NL/Black Falcon Team Textar) erreichte auf der 4,307 Kilometer langen Strecke als Achter das Ziel. Der 27-Jährige aus Lelystad hat an diesem Wochenende genauso ein Heimspiel wie ten Voorde (Enschede) und Förch-Pilot Jaap van Lagen (Ede). 

Info

Auch am Simulator in der Porsche-Hospitality sind die Fahrer an diesem Wochenende auf Zeitenjagd. Für das Finale des Porsche Esports Carrera Cup Deutschland läuft in Zandvoort und am Nürburgring (16.-18. August) die Qualifikationsphase. Die schnellsten sechs Piloten sichern sich ihr Ticket für das Finalrennen, das am 30. August auf der ADAC SimRacing Expo am Nürburgring stattfindet. Das Besondere: Dabei treffen die Fahrer des Porsche Carrera Cup Deutschland auf sechs SimRacer, die sich dafür aktuell online qualifizieren können. Plattform für das Debüt der Meisterschaft ist die etablierte Rennsimulation Assetto Corsa.

Bereits am nächsten Wochenende (16.-18. August) trägt der Porsche Carrera Cup Deutschland die Rennen elf und zwölf aus. Die Läufe finden auf dem traditionsreichen Nürburgring im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters statt.

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