05.06.2016

Erfolgreicher Test für Le Mans

Der Countdown läuft: Mit dem offiziellen Vortest hat Porsche am Sonntag die heiße Vorbereitungsphase für die 24 Stunden von Le Mans eingeläutet.

Le Mans 2016 hat begonnen: Das Porsche Team nutzte den offiziellen Vortest für Abstimmungsarbeiten an den beiden Porsche 919 Hybrid für das 24-Stunden-Rennen am 18./19. Juni. Der heutige Sonntag bot den Teams die einzige Gelegenheit, auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit de la Sarthe zu testen. 9,2 Kilometer der Strecke sind normalerweise öffentliche Landstraßen. Dazu gehört die berühmte Hunaudières-Gerade, auf der die gut 900 PS starken Le-Mans-Prototypen von Porsche deutlich über 320 km/h erreichen.

Die schnellste Runde im 919 Hybrid fuhr Mark Webber am frühen Nachmittag in 3.22,270 Minuten. Der Australier teilt sich den Porsche mit Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ). Als amtierende Titelverteidiger starten die drei mit der Nummer 1. Mit einer Runde in 3.22,334 Minuten lag Neel Jani im Schwesterauto mit der Startnummer 2 praktisch gleichauf. Der Schweizer führt gemeinsam mit seinen Partnern Romain Dumas (FR) und Marc Lieb (DE) in der Fahrerwertung der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, deren Saisonhöhepunkt das 24-Stunden-Rennen bildet.

Technologieträger aus Weissach

Vor allem zu Beginn des Testtages bot die Strecke wenig Haftung, blieb aber beim diesjährigen Vortest trocken. Insgesamt legten die Fahrer mit den beiden Technologieträgern aus Weissach innerhalb von siebeneinhalb Stunden 173 Runden und eine Distanz von 2.357,8 Kilometern zurück. Der Testtag wurde um 17:30 Uhr, eine halbe Stunde vor dem geplanten Ende, wegen starker Leitplankenbeschädigung durch den Unfall eines anderen Teilnehmers abgebrochen. Die Tagesbestzeit ging an den Audi mit der Startnummer 8 in 3.21,375 Minuten.

Porsche 911 RSR in Le Mans

Das Werksteam Porsche Motorsport wird bei der 84. Auflage des prestigeträchtigen Langstreckenklassikers zwei 911 RSR mit den Le-Mans-Gesamtsiegern Earl Bamber (Neuseeland) und Nick Tandy (Großbritannien) in der Klasse GTE-Pro einsetzen. Den Test hat die Mannschaft genutzt, um den 470 PS starken Erfolgsrenner aus Weissach für das wichtigste Rennen des Jahres abzustimmen. Dabei spielten auch die Reifen eine wichtige Rolle. Beim Saisonhöhepunkt der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC werden am 18./19. Juni 60 Autos und 180 Fahrer auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit des 24 Heures am Start sein.

Alle Werksfahrer im Einsatz

Bei wolkenverhangenem Himmel und anfangs eher kühlen Temperaturen um die 15 Grad Celsius verfolgten mehr als 22.000 Zuschauer den Test. In den zwei auf jeweils vier Stunden angesetzten Trainingssitzungen (die zweite wurde 30 Minuten vor dem Ende nach einem Unfall abgebrochen) kamen alle Werksfahrer zum Einsatz, die das Rennen für das Team Porsche Motorsport bestreiten werden. Der 911 RSR mit der Startnummer 91, mit dem Nick Tandy und die Franzosen Patrick Pilet und Kévin Estre über weite Strecken an der Spitze des GTE-Pro-Feldes lagen, bevor für sie am Ende die zweitschnellste Zeit notiert wurde, legte dabei insgesamt 823 Kilometer zurück.

Im zweiten 911 RSR mit der Startnummer 92 spulte Earl Bamber zusammen mit Frédéric Makowiecki (Frankreich) und Jörg Bergmeister (Langenfeld) ebenso problemlos 944 Testkilometer ab. Auch sie behaupteten lange die Testbestzeit, um schließlich Dritter zu werden. Jörg Bergmeister war am Samstag mit dem Porsche 911 GT3 R beim Rennen der IMSA SportsCar Championship in Detroit Zweiter in der Klasse GTD geworden und nach einem Nachtflug erst kurz vor Trainingsbeginn auf dem Flugplatz neben der Strecke gelandet. Mit bisher 14 Starts ist er der Porsche-GT-Pilot mit der größten Le-Mans-Erfahrung.

Startnummer 77 im Blickpunkt

Auch die vier Porsche-Kundenteams, die das Rennen mit dem auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basierenden 911 RSR bestreiten werden, haben den Schwerpunkt bei diesem Testtag vor allem auf Abstimmungsarbeiten gelegt. Besonders im Blickpunkt stand dabei der Elfer mit der Startnummer 77 von Dempsey Proton Racing, in dem sich der Österreicher Richard Lietz, 2015 als bester GT-Pilot der WEC Gewinner der FIA World Endurance Trophy, und sein Werksfahrerkollege Michael Christensen (Dänemark) abwechselten.

Als dritter Fahrer unterstützt sie Le-Mans-Neuling Philipp Eng (Österreich), 2015 Gewinner des Porsche Mobil 1 Supercup und des Porsche Carrera Cup Deutschland. Auch sie starten in der Klasse GTE-Pro und brachten es beim Test auf 810 Kilometer. In der Klasse GTE-Am testeten vier weitere Kundenteams mit dem 911 RSR und zwei Porsche-Werksfahrern für das Rennen: Abu Dhabi Proton Racing mit Patrick Long (USA) und KCMG mit Wolf Henzler (Nürtingen), dazu Gulf Racing und Proton Competition. Der Circuit des 24 Heures stellt mit seiner seltenen Mischung aus Rennstrecke und normalen Landstraßen ganz besondere Anforderungen an Fahrer und Autos.

Stimmen zum Vortest

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Erstmals seit unserem Erfolg im Vorjahr zurück in Le Mans zu sein, ist für uns ein besonderer Moment. Ebenso wie unser letzter Dauerlauf in Aragon ging auch der heutige Testtag ohne Zwischenfälle über die Bühne. Das Ergebnis lässt uns mit großer Spannung auf das Rennwochenende blicken. Wenn die schnellsten Vier auf einer Strecke von 13,6 Kilometern innerhalb von 1,2 Sekunden liegen, unterstreicht dies, was wir seit Beginn des Jahres sagen: Es geht in dieser Saison nochmals enger zu – und das gilt für Le Mans erst recht.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Nach diesem erfolgreichen Auftakt sehen wir der Rennwoche zuversichtlich entgegen. Beide Autos liefen einwandfrei, wir konnten unser komplettes Testprogramm ohne Probleme und bei trockenen Bedingungen absolvieren. Am Vormittag haben wir uns auf die Abstimmungsarbeit konzentriert, am Nachmittag auf die Reifen-Longruns. Zugleich war es wichtig, zusammen mit der Rennleitung die Le-Mans-spezifischen Prozeduren wie Safety-Car-Einsatz und, Slow Zones‘ zu trainieren. Wir fühlen uns als Team für die Rennwoche gut vorbereitet.“

Info

Die 24 Stunden von Le Mans starten am Samstag, 18. Juni, um 15.00 Uhr MESZ. Auf Eurosport 1 und Eurosport 2 ist das komplette Rennen live zu sehen. Auch das Freie Training sowie die drei Qualifyings werden direkt übertragen. Dazu gibt es die ganze Woche über das Magazin „24 Minuten von Le Mans“ mit aktuellen Meldungen und Interviews.

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