Porsche fährt beim WEC-Saisonfinale mit dem 911 RSR zum Doppelsieg

Das Porsche GT Team hat die Saison 2019/2020 der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC mit einem Doppelsieg in der GTE-Pro-Kategorie beendet. Kévin Estre und Michael Christensen fuhren beim Achtstundenrennen auf dem Bahrain International Circuit von der Pole-Position aus auf Rang eins.

Das Rennen

Ihre Teamkollegen Richard Lietz (Österreich) und Gianmaria Bruni (Italien) kämpften sich vom vierten Startplatz bis auf die zweite Position nach vorne. Für den Sportwagenhersteller ist es der dritte Erfolg im achten WEC-Rennen mit dem neu entwickelten 911 RSR. Porsche hatte vor über 14 Monaten bereits den Saisonauftakt im britischen Silverstone gewonnen – damals überquerten Lietz/Bruni die Ziellinie vor Estre/Christensen. Das französisch-dänische Duo hatte sich schon im August mit dem Sieg beim Sechsstundenlauf in Spa-Francorchamps revanchiert.

„Wir konnten die erste Saison unseres aktuellen 911 RSR so beenden, wie wir sie vor einer gefühlten Ewigkeit in Silverstone begonnen haben: mit einem Doppelsieg in der FIA Langstrecken-WM“, betont Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport. „Mit insgesamt drei Siegen in der Debütsaison haben wir das Potenzial dieses Rennwagens klar aufgezeigt. Hierfür gilt mein großer Dank allen Beteiligten an der Strecke in Bahrain ebenso wie in unserem Workshop daheim in Weissach.“

Beim heutigen Saisonfinale konnte Porsche beide GT-Klassen gewinnen: Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister (Deutschland), Porsche Mobil 1 Supercup-Gewinner Larry ten Vorde (Niederlande) und Egidio Perfetti (Norwegen) siegten für das Kundenteam Project 1 in der GTE-Am-Kategorie.

Ebenso wie die beiden konkurrierenden Werksteams in der GTE Pro-Klasse hatte Porsche die Strategie für die beiden 911 RSR vor dem Saisonfinale gesplittet, da der 5,412 Kilometer lange Grand-Prix-Kurs von Sakhir für seinen aggressiven Asphaltbelag bekannt ist. Estre und Christensen durften im Qualifying ihre Zeitrunden jeweils auf neuen Pneus von Michelin in Angriff nehmen und sicherten sich damit die Pole-Position. Lietz und Bruni hingegen teilten sich einen Satz Reifen. Mit Startplatz vier waren sie die schnellsten unter den drei Fahrzeugen, die auf die selbe Taktik gesetzt hatten. Ihr Vorteil: Im Rennen konnten sie hierdurch auf einen Satz frischer Pneu mehr zurückgreifen.

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In der GTE-Am-Wertung siegte das Kundenteam Project 1

Das Achtstundenrennen war dementsprechend von der Reifenstrategie geprägt. Es begann bei hohen Luft- und Asphalttemperaturen am Tag und führte in die kühlere Nacht. Startfahrer Estre übernahm sofort die Führung. Die Spitzenposition musste der Nummer-92-Porsche nur einmal kurz abgeben: Beim ersten Tankstopp hatte das Schwesterauto nur zwei Reifen gewechselt und stand hierdurch entsprechend kürzer. Der dritte, wegen einer „Full Course Yellow-Situation“ vorgezogene Boxenhalt verlief für die Nummer 91 weniger wunschgemäß: Die Neutralisationsphase wurde schneller als erwartet wieder aufgehoben, der erhoffte Vorteil stellte sich nicht ein. Als zur Halbzeit des an Zwischenfällen armen Saisonfinales das Safety-Car zu seinem einzigen Einsatz auf die Strecke ging, konnte der 911 RSR von Lietz und Bruni wieder zur Spitze aufschließen. Auf abkühlendem Asphalt übernahm das Duo gut drei Stunden vor Rennende die zweite Position hinter Estre und Christensen und brachte den Doppelerfolg sicher ins Ziel.

Porsche manifestiert zweiten Platz in der Herstellerwertung

In der GT-Herstellerwertung der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft hat Porsche mit diesem Ergebnis seinen zweiten Platz manifestiert.

Auch in der GTE-Am-Wertung, in der fünf 911 RSR des Baujahrs 2017 an den Start gingen, standen zwei Porsche-Teams auf dem Podium. Jörg Bergmeister, Larry ten Vorde und Egidio Perfetti siegten. Porsche-Junior Jaxon Evans (Neuseeland), der Deutsche Marco Holzer und Khaled Al Qubaisi (Vereinigte Arabische Emirate) fuhren im 911 RSR von Dempsey Proton Racing auf Klassenrang drei. Außerdem gingen die Plätze fünf, sechs und sieben in der Kategorie GTE-Am an Porsche-Kundenteams.

Stimmen zum Rennen

Alexander Stehlig (Einsatzleiter FIA WEC): „Ein fantastisches Rennen – ,all in‘ für Porsche! Pole-Position, Doppelsieg in der Pro-Wertung und Platz eins in der Am-Klasse, was wollen wir mehr? Die Autos lagen von der Balance her super und anders als bei den anderen traten bei uns keine Probleme auf. Wir hatten ein langes, hartes Jahr mit einigen Rückschlägen. Umso wunderbarer ist es, dass wir mit diesem Erfolg in die Winterpause gehen können. Das war eine ,Summa cum laude‘-Leistung des gesamten Teams. Die Motivation nehmen wir mit jetzt mit und strengen uns an, damit wir im kommenden Jahr beim Saisonauftakt in Sebring an diese Vorstellung anknüpfen können.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Ein sehr wichtiger Doppelsieg für Porsche. Leider konnten wir die Meisterschaft nicht mehr gewinnen, aber das stand schon vor diesem Wochenende fest. Wir haben beim Start Platz eins verteidigt und fast jede einzelne Runde geführt – obwohl wir durch das Safety-Car zur Halbzeit unseren Riesenvorsprung eingebüßt haben. Danach mussten wir richtig arbeiten, um unseren Vorsprung wieder auszubauen. Es gab mehrere Reifenstrategien. Das Schwesterauto hatte sich zu Beginn frische Pneus aufgespart, wir wollten mit den Reifen möglichst konstant durch das Rennen fahren. Am Ende wurde es zwischen uns nochmal spannend. Ich bin sehr sehr stolz auf dieses Team.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Großartig, dass wir die Saison mit einem Doppelsieg ausklingen lassen können. Auch im vergangenen Dezember waren wir hier in Bahrain ziemlich gut, hatten aber ein technisches Problem. Das ist nun die Revanche. Schön, dass dieses Jahr auf diese Weise endet.“

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „Platz eins und zwei – das war für Porsche in tolles Wochenende. Nach den 24 Stunden von Le Mans kommt dieses Resultat genau richtig. Das Team hat ein großartiges Comeback abgeliefert. Unsere Strategie passte gut, Richard ist klasse gefahren und ich hatte auch einige spannende Duelle auf der Strecke, bei der ich mehrere Auto überholen konnte.“

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Ein wunderschönes Rennen, ich bin happy für das Porsche Team. Erster und Zweiter: Wir haben mit einer super Strategie alles richtig gemacht. Ich bin sehr stolz, wie wir das Wochenende angegangen sind. Im Qualifying einen frischen Reifensatz für das Rennen aufzusparen, war für uns der Schlüssel. Dass wir dieses Ergebnis dann im Sinne des Teams nach Hause fahren, ist ok, denn es gehört zum Rennsport dazu.“

Larry ten Voorde (Porsche 911 RSR #56): „Unglaublich – mein zweiter Klassensieg in der WEC und das schon wieder in Bahrain! Danke an Egidio Perfetti und Jörg Bergmeister, dass ich mit ihnen fahren durfte. Ich habe richtig gepusht. Nach einer Berührung beim Überrunden eines anderen Auto wurde es am Ende noch einmal richtig eng für uns. Das schöne Ende einer Mega-Saison.“

Jörg Bergmeister (Porsche 911 RSR #56): „Was soll ich sagen? Ich habe Egidio schon vor dem Rennen versprochen, dass wir hier gewinnen. Er hat ebenso wie Larry einen super Job gemacht. Mein Part in der Mitte des Rennen war eigentlich ziemlich easy. Der Porsche lag gut, perfektes Teamwork – ein verdienter Sieg.“

Jaxon Evans (Porsche 911 RSR #88): „Mir fehlen gerade die Worte. Mein Debüt in der Langstrecken-WM hat richtig Spaß gemacht. Wir wussten nach dem Freien Training, dass wir über ein schnelles Auto verfügen. Im Qualifying haben wir einen Satz frischer Reifen aufgespart. Schön, dass uns der Sprung aufs Podium gelungen ist.“

Ergebnis Rennen

Klasse GTE-Pro
1. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR #92, 235 Runden
2. Lietz/Bruni (A/I), Porsche 911 RSR #91, 235 Runden
3. Rigon/Molina (I/E), Ferrari 488 GTE #71, 235 Runden
4. Westbrook/Martin (GB/B), Aston Martin Vantage #97, + 1 Runde
5. Sörensen/Thiim (DK/DK), Aston Martin Vantage #95, + 2 Runden
6. Calado/Serra (GB/BRA), Ferrari 488 GTE #51, + 4 Runden

Klasse GTE-Am
1. Bergmeister/Perfetti/ten Voorde (D/N/NL), Porsche 911 RSR #56, 232 Runden
2. Perrodo/Collard/Nielsen (F/F/DK), Ferrari 488 GTE Evo #83, 232 Runden
3. Evans/Holzer/Al Qubaisi (NZ/D/UAE), Porsche 911 RSR #88, 232 Runden
5. Wainwright/Barker/Picariello (GB/GB/B), Porsche 911 RSR #86, 232 Runden
6. Keating/Pereira/Bleekemolen (USA/L/NL), Porsche 911 RSR #57, + 1 Runde
7. Ried/Pera/Olsen (D/I/N), Porsche 911 RSR #77, + 1 Runde

Alle Ergebnisse: http://fiawec.alkamelsystems.com

Das Qualifying

Das Porsche GT Team hat sich im Qualifying für das Saisonfinale der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Bahrain eine sehr gute Ausgangsposition verschafft: Die beiden Porsche 911 RSR nehmen das Achtstundenrennen am Samstag von der Pole-Position sowie aus der zweiten Startreihe der GTE Pro-Kategorie in Angriff. Dem Dänen Michael Christensen und Kévin Estre aus Frankreich gelang der Sprung auf den vordersten Startplatz ihrer Klasse mit einer Durchschnittszeit von 1:56,505 Minuten. Sie ergibt sich aus der jeweils schnellsten Runde beider Fahrer. Ihre Teamkollegen Richard Lietz (Österreich) und Gianmaria Bruni (Italien) fuhren im 20-minütigen Abschlusstraining mit 1:57,124 Minuten auf Rang vier.

Porsche hat beide 911 RSR auf unterschiedlichen Strategien ins Qualifying geschickt. Estre und Christensen, den beiden Fahrern der Startnummer 92, stand für ihre Zeitenjagd jeweils ein brandneuer Satz Michelin-Rennreifen zur Verfügung. Bruni und Lietz kamen im Schwesterauto mit nur vier Pneus aus. Entsprechend steht ihnen für das Finalrennen auf dem 5,412 Kilometer langen Bahrain International Circuit, der für seinen besonders aggressiven Asphalt bekannt ist, ein frischer Satz Reifen mehr zur Verfügung. Pro Auto können die Teams in der GTE Pro-Klasse auf 26 Pneus für das gesamte Rennwochenende zugreifen.

In der GTE-Am-Kategorie geht der Bestplatzierte der fünf 911 RSR des Modelljahrs 2017 von der vierten Position ins Rennen. Porsche-Botschafter Jörg Bergmeister (Deutschland) und Egidio Perfetti (Norwegen) legten eine durchschnittliche Rundenzeit von 1:58,896 Minuten vor. Sie teilen sich den Neunelfer, der vom Kundenteam Project 1 eingesetzt wird, mit Larry ten Voorde. Der Niederländer ist amtierender Meister im Porsche Mobil 1 Supercup und Porsche Carrera Cup Deutschland. Startplatz sechs belegt in der GTE Am-Wertung das Schwesterauto von Dylan Pereira (Luxemburg), Ben Keating (USA) und Jeroen Bleekemolen (Niederlande).

Das Achtstundenrennen in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC auf dem Bahrain International Circuit beginnt am Samstag (14. November) um 14:00 Uhr Ortszeit (12:00 MEZ).

Stimmen zum Qualifying

Alexander Stehlig (Einsatzleiter FIA WEC): „Wie erwartet, haben wir hier in Bahrain ein enges Qualifying erlebt. Deswegen freut uns die Pole-Position umso mehr. Da die Strecke sehr aggressiv zu den Reifen ist, haben wir unsere Strategie zwischen beiden Autos gesplittet: Die Nummer 92 war mit zwei neuen Reifensätzen im Qualifying unterwegs, die 91 mit nur einem – darum ist Platz eins und vier für beide Autos ein sehr gutes Resultat.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Unser RSR fuhr sich im Qualifying sehr gut. Leider habe ich auf meiner ersten fliegenden Runde einen kleinen Patzer eingebaut, die zweite war dann besser. Jetzt starten wir von der Pole-Position. Für das Rennen spielt die Reifennutzung eine große Rolle – ich denke, da sind wir gut vorbereitet.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „In meinem ersten Anlauf hatte ich kleinere Fehler, auf dem zweiten lief es runder – das hat uns die Pole-Position gebracht. Wir konnten uns in den ersten beiden Trainingssitzungen gut aufs Rennen vorbereiten, unser Porsche ist ok. Uns steht ein Achtstundenrennen bevor, und um dies zu gewinnen, ist ein konstant schneller Rennwagen der Schlüssel zum Erfolg.“

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „In den freien Trainingssitzungen lag unser Augenmerk vor allem auf der Rennvorbereitung. Ich denke, wir haben in die richtige Richtung gearbeitet. Im Qualifying lief es für uns gut. Mir ist eine sehr saubere Runde gelungen, obwohl ich erstmals mit dem Qualifying-Set-up auf der Strecke war. Wir setzen dabei auf eine andere Strategie als unser Schwesterauto – morgen wird sich zeigen, ob sich dies auszahlt.“

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Wir können die Balance unseres Autos noch ein wenig verbessern, denn wir müssen etwas auf die Hinterreifen aufpassen. Im Qualifying lag das Auto sehr gut. Wir haben uns einen neuen Reifensatz fürs Rennen aufgespart. Das war eine strategische Entscheidung, darum stehen wir jetzt in der Startaufstellung dort, wo wir dementsprechend stehen müssen. Morgen haben wir acht Stunden Zeit, um nach vorne zu kommen.“

Jörg Bergmeister (Porsche 911 RSR #56): „Als bester Amateurfahrer hat Egidio Perfetti mit unserem Porsche einen super Job gemacht. Wir konnten das Auto für ihn nach dem letzten Training noch einmal etwas anpassen, danach lief es für ihn deutlich besser. Ich hoffe, dass es für uns von Platz vier in der GTE Am aus noch weiter nach vorne geht.“

Jaxon Evans (Porsche 911 RSR #88): „Mit frischen Pneus und wenig Benzin an Bord eines Autos wie dem 911 RSR ins Qualifying zu gehen – das war eine tolle Erfahrung für mich. Auch wenn wir von Rang acht starten: Uns steht ein langes Rennen bevor, das nicht in der ersten Kurve entschieden wird. Wir drei Fahrer arbeiten sehr gut zusammen und kommen damit klar.“

Ergebnis Qualifying

Klasse GTE-Pro
1. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR #92, 1.56,505 Minuten
2. Sörensen/Thiim (DK/DK), Aston Martin Vantage #95, + 0,016 Sekunden
3. Calado/Serra (GB/BRA), Ferrari 488 GTE #51, + 0,201 Sekunden
4. Lietz/Bruni (A/I), Porsche 911 RSR #91, + 0,619 Sekunden
5. Rigon/Molina (I/E), Ferrari 488 GTE #71, + 0,712 Sekunden
6. Westbrook/Martin (GB/B), Aston Martin Vantage #97, + 0,871 Sekunden

Klasse GTE-Am
1. Dalla Lana/Lamy/Gunn (CDN/P/GB), Aston Martin Vantage #98, 1:58,356 Minuten
2. Yoluc/Eastwood/Adam (TR/GB/IRL), Aston Martin Vantage #90, + 0,443 Sekunden
3. Grimes/Cozzolino/Noble (GB/J/GB), Ferrari 488 GTE Evo #62, + 0,512 Sekunden
4. Bergmeister/Perfetti/ten Voorde (D/N/NL), Porsche 911 RSR #56, + 0,540 Sekunden
6. Keating/Pereira/Bleekemolen (USA/L/NL), Porsche 911 RSR #57, + 0,683 Sekunden
8. Evans/Holzer/Al Qubaisi (NZ/D/UAE), Porsche 911 RSR #88, + 1,068 Sekunden
9. Wainwright/Barker/Picariello (GB/GB/B), Porsche 911 RSR #86, + 1,197 Sekunden
10. Ried/Pera/Olsen (D/I/N), Porsche 911 RSR #77, + 1,309 Sekunden

Alle Ergebnisse: http://fiawec.alkamelsystems.com

Die Vorschau

Porsche will die erste Saison des neuen Porsche 911 RSR mit einem Sieg abschließen. Beim Achtstundenrennen in Bahrain, dem letzten Lauf der FIA WEC Saison 2019/2020, tritt das Werksteam erneut mit zwei der Fahrzeuge in der GTE-Pro-Klasse an.

In der GTE-Am-Klasse setzen drei Kundenteams insgesamt fünf Porsche 911 RSR der Vorjahresspezifikation ein. Der Lauf auf der Formel-1-Strecke in Sakhir ist bereits der zweite Event der laufenden Saison in Bahrain. Beim Erstaufschlag im Dezember 2019 hatte Porsche mit beiden Autos die erste Startreihe besetzt, das Rennen angeführt, die Früchte der guten Arbeit bei der Zieldurchfahrt schlussendlich aber nicht ernten können.

Seit 2004 ist der Bahrain International Circuit regelmäßig Schauplatz eines Formel-1-Rennens. Die FIA WEC gastierte in ihrem Gründungsjahr 2012 erstmals auf dem 5,412 Kilometer langen Rundkurs nahe der Hauptstadt Manama. Einzig in der „WEC Super Season“ 2018/2019 fand kein Langstreckenrennen in Sakhir statt. Die große Hitze bei Tag, die fallenden Temperaturen bei Einbruch der Nacht sowie der oftmals mit viel Sand belegte Asphalt lassen das Rennen für Teams, Ingenieure und Fahrer zu einer großen Herausforderung werden. Der Reifenverschleiß auf der Grand-Prix-Strecke mit ihren 15 Kurven ist enorm hoch. Ein konstantes Tempo über einen vollen Renn-Stint gilt als entscheidender Erfolgsfaktor.

Die Porsche-Fahrer

Am Steuer des Porsche 911 RSR mit der Startnummer 91 wechseln sich die Werksfahrer Gianmaria Bruni aus Italien und Richard Lietz aus Österreich ab. Das Duo hatte den Saisonauftakt in Silverstone gewonnen und belegt vor dem letzten Rennen des Jahres den fünften Rang in der Fahrerwertung. Im Schwesterauto mit der Startnummer 92 agieren die Spa-Sieger Kévin Estre und Michael Christensen. Die amtierenden GTE-Champions aus Frankreich und Dänemark belegen vor dem finalen Lauf der Saison 2019/2020 den vierten Rang. In der Herstellermeisterschaft rangiert Porsche auf der zweiten Position. Beim Rennen über acht Stunden auf der Formel-1-Strecke in der Wüste Bahrains erhalten die Teilnehmer mehr Zähler als bei einem normalen Sechsstundenlauf der WEC: Da die Punktverteilung mit dem Faktor 1,5 multipliziert und aufgerundet wird, gibt es für einen Sieg 38 statt 25 Zähler.

Intensive Partnerschaft

Porsche Motorsport hat seine Partnerschaft mit TAG Heuer auf die Werkseinsätze in der FIA WEC erweitert. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Schweizer Hersteller von Luxusuhren hat 2019 zum Beginn der sechsten Saison der FIA Formula E mit dem Start des TAG Heuer Porsche Formel-E-Teams begonnen. Diese Kooperation wurde in den vergangenen Monaten ausgebaut auf die nationalen Carrera Cups, das Werksprogramm in der IMSA-Serie und den Bereich E-Sports erweitert.

Die Porsche-Kundenteams

In der GTE-Am-Klasse setzen drei Kundenteams letztmals insgesamt fünf Porsche 911 RSR der Vorjahresspezifikation ein, bevor zur kommenden Saison der Wechsel zum aktuellen Modell erfolgt. In der Startnummer 57 von Project 1 fahren der Amerikaner Ben Keating, Felipe Fraga aus Brasilien und Jeroen Bleekemolen aus den Niederlanden. Das Trio hatte 2019 die GTE-Am-Kategorie in Bahrain gewonnen. Im Schwesterauto mit der Nummer 56 sitzen der Norweger Egidio Perfetti, der neue Porsche-Supercup-Champion Larry ten Voorde aus den Niederlanden und Porsche Markenbotschafter Jörg Bergmeister aus Langenfeld.

Am Steuer der Startnummer 86 von Gulf Racing wechseln sich die beiden Briten Michael Wainwright und Ben Barker mit dem neuen ELMS-Champion Alessio Picariello aus Belgien ab. Bei Dempsey-Proton Racing komplettiert Dennis Olsen das Cockpit der Nummer 77. Teameigner Christian Ried aus Schöneburg teilt sich die Arbeit mit dem Norweger und Riccardo Pera aus Italien. Im Schwesterauto mit der Startnummer 88 fahren Khaled Al Qubaisi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Deutsche Marco Holzer sowie Porsche-Junior Jaxon Evans aus Neuseeland, der zum ersten Mal in der WEC startet.

Stimmen vor dem Rennen

Fritz Enzinger (Leiter Motorsport): „Es wird ein ganz besonderes Rennwochenende für Porsche Motorsport. In der nordamerikanischen IMSA-Serie treten wir beim Zwölfstundenrennen in Sebring letztmals mit unserem Werksteam in der GTLM-Klasse an. In Bahrain wollen wir im finalen Saisonrennen der FIA WEC ein Glanzlicht setzen und gleichzeitig mit unserem Kundenteam Dinamic Motorsport beim letzten Rennen der GT World Challenge Europe im französischen Le Castellet zum Titel fahren. Die Beteiligten geben noch einmal alles, um an drei Schauplätzen gleichzeitig maximalen Erfolg zu ernten. Ich bin sicher, dass sich unsere Teams und Fahrer zum Ende des Jahres noch einmal mit starken Leistungen für die tolle und harte Arbeit belohnen werden.“

Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Werksmotorsport): „Die erste Saison mit dem neuen Porsche 911 RSR geht mit dem Achtstundenrennen in Bahrain zu Ende. Wir haben beim Auftakt in Silverstone gewonnen und zur Saisonmitte in Spa-Francorchamps noch einmal nachgelegt. Da würde ein Erfolg zum Abschluss in Sakhir die perfekte Klammer bilden. Unser Auto war beim vergangenen Lauf auf der Formel-1-Strecke in Bahrain sehr stark, aber der Erfolg im Rennen hat sich leider nicht eingestellt. Das soll sich am kommenden Wochenende ändern. Unsere Ingenieure, das Mechaniker-Team und alle Fahrer haben sich intensiv auf das Finale vorbereitet. Wir sind bestens gerüstet und wollen mit einem positiven Ergebnis in die Winterpause gehen.“

Alexander Stehlig (Einsatzleiter FIA WEC): „Unser Porsche 911 RSR passt sehr gut zu den Besonderheiten der Strecke in Sakhir. Das haben wir im vergangenen Dezember mit den Positionen eins und zwei im Qualifying deutlich gemacht. Wir bereiten uns mit maximaler Akribie auf das letzte Saisonrennen vor, um die Saison mit einem Sieg abzuschließen. Unter anderem haben wir in Vallelunga getestet, um zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen, die uns in Bahrain helfen werden. Ich bin guter Dinge, dass wir das Jahr mit einem Erfolg abschließen werden. Das gesamte Team wirft noch einmal alles in die Waagschale. Danach geht es in die verdiente Winterpause.“

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „Die WEC-Saison hat für uns im September 2019 in Silverstone mit einem Sieg beim allerersten Einsatz des neuen 911 RSR begonnen. Diesen Triumph möchten wir zum Abschluss in Bahrain wiederholen. Es wird unser zweiter Saisonlauf in Sakhir, nachdem wir im Dezember schon einmal dort waren. Damals sind wir mit beiden Fahrzeugen in die erste Startreihe gefahren, konnten das hohe Tempo im Rennen aber nicht lange genug halten. Seither haben wir viele weitere Erfahrungen mit dem Auto gesammelt. Ich bin sicher, dass wir gute Chancen haben.“

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Unser Porsche 911 RSR ist ein absolutes Topauto im Wettbewerb der GTE-Pro-Klasse. Wenn alle im Team strategisch klug agieren, die Mannschaft schnelle Boxenstopps absolviert und wir als Fahrer fehlerlos bleiben, steht einem Erfolg kaum etwas im Wege. Es wäre schön, wenn wir die Saison mit einem weiteren Sieg abschließen könnten.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Ich mag die Strecke in Bahrain sehr. Wir waren dort im Dezember vergangenen Jahres schnell unterwegs, haben den Sieg aber leider nicht einfahren können. Das wollen wir nun unbedingt ändern. Nach den eher negativen Erlebnissen von Le Mans ist es gut, dass wir in dieser Saison eine weitere Chance haben, einen Höhepunkt zu setzen. Mit einem Erfolg im Gepäck lässt sich die folgende Winterpause viel besser genießen. Wir setzen alles daran, im Achtstundenrennen ganz nach vorn zu fahren.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir im kommenden Rennen genauso konkurrenzfähig sein werden wie im Dezember 2019 in Bahrain. Die Voraussetzungen für einen Erfolg zum Saisonabschluss sind gegeben. Wir müssen einfach nur sauber über die acht Stunden kommen, dann wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein Erfolg dabei herausspringen. Leider haben wir in Le Mans zu wenig Punkte eingefahren. Eine Titelverteidigung ist daher nicht mehr möglich. Umso wichtiger ist es, dass wir das Jahr mit einem Glanzlicht abschließen.“

Der Event in TV und Livestreams

www.sport1.de überträgt das letzte Saisonrennen der FIA WEC 2019/2020 in voller Länge. Auch der Pay-TV-Kanal Sport 1+ ist von Start bis Zieldurchfahrt live dabei. Eurosport berichtet in der Schlussphase aus Sakhir. Motorsport.tv bietet ebenso einen Livestream an wie die offizielle FIA WEC App. Dort steht auch ein umfangreiches Livetiming zur Verfügung.

Der Zeitplan (alle Zeiten MEZ)

Donnerstag, 12. November

15:30 – 17:00 Uhr: Freies Training

Freitag, 13. November

07:00 – 08:30 Uhr: Freies Training
11:45 – 12:45 Uhr: Freies Training
16:00 – 16:20 Uhr: Qualifying GTE
16:30 – 16:50 Uhr: Qualifying LMP

Samstag, 14. November

12:00 – 20:00 Uhr: Rennen

911 RSR, FIA WEC, 2019, Porsche AG
Porsche 911 RSR

Info

In der Herstellerwertung der FIA WEC belegt Porsche nach sieben von acht Saisonläufen den zweiten Rang. In der Fahrermeisterschaft rangieren Bruni und Lietz auf Platz fünf, die amtierenden GTE-Weltmeister Christensen und Estre sind auf der vierten Position. Das Saisonfinale der Saison 2019/2020 der Langstrecken-Weltmeisterschaft findet am 14. November in Bahrain statt.

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Verbrauchsangaben

  • 13,2 l/100km
  • 303 g/km

911 GT3 RS

Kraftstoffverbrauch/Emissionen*
Kraftstoffverbrauch* kombiniert 13,2 l/100km
CO2-Emissionen* kombiniert 303 g/km