15.06.2016

Porsche in Le Mans

Kurz vor dem Rennen blicken wir zurück auf die Geschichte der 24 Stunden von Le Mans. Diese beginnt im Jahr 1949. Bereits 1951 wagt sich eine kleine Abordnung der Porsche KG an den Hochgeschwindigkeitskurs.

Der Klassensieg des 356 SL Aluminium Coupé gleich beim ersten Start markiert den Beginn einer der ganz großen Legenden des Motorsports: Porsche und Le Mans. Seit 1951 sind Rennwagen der Marke Porsche jedes Jahr am Start – nur Porsche ist seit nunmehr 65 Jahren dabei. Der Lohn dieser einzigartigen Ausdauer sind eine Reihe von Rekorden, darunter 16 triumphale Gesamtsiege bei 102 Klassensiegen bis 2013. Der sportliche Wettkampf und der Erfolg auf der Top-Ebene des Motorsports in einer der berühmtesten Arenen der Welt gehört zu Porsche wie die Zahlenkombination 911.

Nach etlichen Klassensiegen in den frühen Fünfzigerjahren mit dem 550 gelingt 1958 mit dem 718 RSK erstmals der Sprung auf das Podium der Gesamtwertung: Platz drei. 1968 dreht ein Porsche zum ersten Mal die schnellste Trainingsrunde. Es ist der 908 von Jo Siffert und Hans Herrmann, die im Rennen Dritte werden. 1969 debütiert der mächtige 917 und führt, fällt aber mit Kupplungsschaden aus. 1970 ist es soweit. Hans Herrmann und Richard Attwood gewinnen auf einem 917 Kurzheck. Ein Jahr später wiederholen Gijs van Lennep und Helmut Marko diesen Erfolg. 1976 und 1977 ist der Porsche 936 Spyder auf dem Circuit des 24 Heures mit einem Turbomotor siegreich, wie auch alle weiteren Siege mit Turbo-Technologie errungen werden. Der Erfolg des 935 K3 markiert 1979 den ersten Sieg eines Kundenteams und den einzigen Gesamtsieg eines Heckmotorautos.

Der erste Rennsportwagen von Porsche mit einem Aluminium Monocoque

Nach einem weiteren Erfolg des 936 im Jahr 1981 bringt Porsche 1982 den 956 an den Start. Es ist der erste Rennsportwagen von Porsche mit einem Aluminium Monocoque. Die aerodynamische Auslegung des Unterbodens baut den aus der Formel 1 bekannten ground effect für bislang ungeahnte Kurvengeschwindigkeiten auf. Der 956 und sein Nachfolger 962 C gewinnen das Rennen von 1982 bis 1987 en suite. 1994 kann Porsche mit einer modifizierten Version des 962 noch einmal siegen, bevor 1996 und 1997 der Joest TWR-Porsche WSC Spyder Platz eins erobert. Der bislang jüngste Gesamtsieg gelingt Porsche mit dem 911 GT1 ‘98 im Jahr 1998. Die erfolgreichsten Porsche-Rennfahrer in Le Mans sind Jacky Ickx und Derek Bell mit je vier Siegen, Hurley Haywood und Al Hobert bringen es auf drei Gesamtsiege.

917 KH, Le Mans, 1970, Porsche AG

Mehr als sechs Jahrzehnte in Le Mans bedeuten auch mehr als sechs Jahrzehnte technischer Veränderungen und Pionierleistungen. Denn der veranstaltende Automobile Club de l‘ Ouest (ACO) formuliert traditionell das wohl innovationsfreudigste Reglement des Top-Motorsports. Porsche nutzt immer wieder die Chance, neue Technologien einer Feuerprobe zu unterziehen, wie sie keine Testfahrt darstellen kann. Der 904 beweist 1964 die Haltbarkeit der sehr leichten Metall-Kunststoff-Verbundtechnik. Der erste Elfer mit Turbolader besteht 1974 den Dauertest mit extrem hohem Volllastanteil auf der fast sechs Kilometer langen Geraden problemlos. Wegweisende Lösungen in der Motorelektronik und Aerodynamik helfen ab 1982 dem 956 zu einer unvergleichlichen Siegesserie. Porsche schickt 1986 den bahnbrechenden 959 in einer Rennversion (Typ 961) mit Allradantrieb, Register-Turboaufladung – und dem Seriengetriebe – an den Start.

Intelligent Performance als Weg zum Erfolg in Le Mans

Eine ausgefeilte Aerodynamik für die langen Geraden und superschnellen Kurven, hervorragende Fahrwerke und Bremsen, leichteste und dabei hochfeste Bauweise sowie überlegene Motorleistung sind Ingredienzien des Erfolgs im Motorsport. In Le Mans – und darauf legt der ACO den größten Wert – kommt das Zauberwort „Effizienz“ entscheidend hinzu. Es gehört zur Tradition der 24 Heures, die für den Dauersprint zur Verfügung gestellte Treibstoffmenge regelmäßig zu verknappen und gleichzeitig die Tür für alternative Antriebe zu öffnen. Der Weg zum Erfolg in Le Mans ist deshalb mehr als bei anderen Rennen eine Frage der Intelligent Performance. Nur das clever geschnürte Gesamtpaket aus hoher, dauerhafter Geschwindigkeit und niedrigstem Verbrauch hat die Chance auf den Erfolg. Effizienz siegt.

Der ACO belohnt die beste Effizienz mit prestigereichen Auszeichnungen wie dem Index of Performance oder dem Index of Thermal Efficiency. Auch hier kann Porsche auf unvergleichliche Erfolge stolz sein. Schon 1955 gewann der 550 Spyder die Verbrauchswertung. Sogar der 917 konnte bei den historischen Siegen 1970 und 1971 Effizienzpreise einstreichen. In jüngster Zeit blieb der 911 GT3 von 2007 bis 2011 in seiner Klasse in Sachen Treibstoffeffizienz ungeschlagen und gewann die Michelin Green X Challenge. 2016 setzt Porsche beim Kampf um den Gesamtsieg wieder auf zukunftweisende Technologien, die höchste Leistung auf der Rennstrecke mit höchster Effizienz verbinden.

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