Porsche erreicht nach starker Aufholjagd in Japan das Podest

Intercontinental GT Challenge: Porsche hat das Zehnstundenrennen in Suzuka auf einem Podestplatz beendet. Am Ende einer beeindruckenden Aufholjagd im vierten Saisonlauf der Intercontinental GT Challenge erreichten Dirk Werner, Matt Campbell und Dennis Olsen das Ziel auf dem dritten Platz.

Das Rennen

Die Piloten im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 912 hatten sich mit fahrerisch fehlerfreien Leistungen und einer guten Taktik des Teams Absolute Racing im Rennverlauf konsequent nach vorn gearbeitet. In der Pro-Am-Kategorie feierte das japanische Team LM corsa ebenfalls einen Podestplatz.

Das Siegertrio des Saisonauftakts in Bathurst (Australien) war von Platz zwölf in das Langstreckenrennen auf der japanischen Formel-1-Strecke gestartet. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von rund 30 Grad Celsius machte das Team bereits in der Frühphase zahlreiche Positionen gut. Kurz vor Rennhälfte fuhr das über 500 PS starke GT3-Fahrzeug aus Weissach in die Spitzengruppe vor. Sogar eine unverschuldete Kollision mit einem überrundeten Auto konnte Werner, Campbell und Olsen nicht mehr vom Podestkurs abbringen. Nach zehn Rennstunden betrug der Rückstand auf den zweiten Platz lediglich 3,430 Sekunden.

Die beiden Franzosen Romain Dumas und Mathieu Jaminet sowie Sven Müller (Bingen) machten im Verlauf der zehn Stunden sogar noch mehr Positionen gut als ihre Porsche-Kollegen. Im Porsche 911 GT3 R des Teams Earl Bamber Motorsport (EBM) mit der Startnummer 911 war das Trio von Rang 24 gestartet. Nach einer fehlerfreien Fahrt kam das Fahrzeug des Siegerteams von Bathurst (Australien) auf Rang 13 ins Ziel. Wenige Zwischenfälle und nur zwei Safety-Car-Phasen boten der Mannschaft im Rennen nur begrenzte taktische Möglichkeiten für weitere Positionsverbesserungen. Zudem warf ein Reifenschaden in der ersten Rennhälfte das Auto um eine Runde zurück.

Das Rennen in der Pro-Am-Kategorie

In der Pro-Am-Kategorie erreichte das Team LM corsa durch eine starke Leistung einen Podestplatz. Die Japaner Juichi Waisaka, Kei Nakanishi und Shigekazu Wakisaka fuhren im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 60 auf den dritten Klassenrang (Gesamtplatz 24). Das australische Fahrertrio Andrew MacPherson, Ben Porter und Brad Shiels hatte viel Pech. Bereits in der Frühphase fiel der Porsche 911 GT3 R (997) mit der Nummer 51 aufgrund eines Unfalls und einer einstündigen Reparatur aussichtslos zurück. Am Ende fuhr das Team auf Gesamtrang 31 ins Ziel.

In der Herstellerwertung der Intercontinental GT Challenge liegt Porsche vor dem letzten Saisonlauf am 23. November in Kyalami (Südafrika) weiterhin auf dem zweiten Platz. Die Bathurst-Sieger Dirk Werner, Matt Campbell und Dennis Olsen haben als Vierplatzierte in der Fahrerwertung vor dem finalen Rennen in Südafrika einen Rückstand von zehn Zählern auf die Spitze.

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Der 911 GT3 R No. 911 von Absolute Racing

Stimmen zum Rennen

Sebastian Golz (Projektleiter 911 GT3 R): „In einem echten Herzschlagfinale haben wir noch um Platz zwei gekämpft, aber diesen nur ganz knapp verfehlt. Rang drei ist aber ein gutes Ergebnis. Wir haben in allen vier Saisonrennen auf dem Podium gestanden. Das ist ein starkes Zeugnis für die Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit des Porsche 911 GT3 R. Wir haben heute wichtige Punkte für die Meisterschaft eingefahren und werden im Finale in Kyalami wieder voll angreifen.“

Dirk Werner (Porsche 911 GT3 R #912): „Ich freue mich über unseren Podestplatz in Suzuka. Das ist für uns Fahrer, für Porsche und für das Team Absolute Racing ein tolles Ergebnis. Wir haben den verdienten Lohn für eine starke Leistung im Rennen eingefahren. Im letzten Saisonlauf werden wir alles versuchen, um in der Meisterschaft möglichst weit nach vorn zu kommen. Es wird bestimmt nicht einfach, aber das macht diese hart umkämpfte Serie so attraktiv.“

Dennis Olsen (Porsche 911 GT3 R #912): „Wir haben restlos alles gegeben. Platz drei ist ein tolles Ergebnis. Es war bestes Racing über zehn Stunden mit vielen Zweikämpfen und anstrengenden Stints. Unser Porsche 911 GT3 R lief im Rennen wie ein Uhrwerk. Wir sind für unsere starke Leistung mit einem Podestplatz belohnt worden.“

Matt Campbell (Porsche 911 GT3 R #912): „Wir hatten sicherlich nicht das schnellste Auto, aber dank guter Taktik und ohne den kleinsten Fehler sind wir deutlich nach vorn gekommen. Unser Auto war im Rennen sehr konstant, selbst bei schwierigen Bedingungen mit großer Hitze haben die Reifen gut gehalten. Vom Start bis ins Ziel hatten wir nicht das kleinste technische Problem. Ich habe im letzten Stint noch einmal alles versucht, aber Platz zwei war nicht mehr zu erreichen.“

Romain Dumas (Porsche 911 GT3 R #911): „Leider war unser Qualifying nicht gut. Daher mussten wir von weit hinten ins Rennen gehen. In der Frühphase des Rennens konnten wir bis in die Top 10 nach vorn fahren, aber dann hat uns ein Reifenschaden wieder zurückgeworfen. Für uns war nicht mehr drin. Es ist schön, dass heute wenigstens ein Porsche auf das Podest gefahren ist.“

Sven Müller (Porsche 911 GT3 R #911): „Von Startplatz 24 bis auf Rang 13 nach vorne zu fahren – das ist gut. Leider wurden unsere Chancen durch das enttäuschende Qualifying deutlich geschmälert. Im Verlauf der zehn Stunden wurde unser Auto immer schneller. Insgesamt war es eines der schwierigsten Rennen des Jahres für mich. Dennoch hatte ich Spaß. Es war toll, wieder in Japan zu fahren, wo ich zwei großartige Jahre meiner Karriere verbracht habe. Die Fans waren wie immer sehr enthusiastisch und im Rennen hatten wir ein paar schöne Zweikämpfe.“

Mathieu Jaminet (Porsche 911 GT3 R #911): „Es war ein schwieriges Zehnstundenrennen für uns. Letztlich muss man aber festhalten, dass wir fehlerfrei agiert und das Maximale aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Wir haben im Rennen mehr als zehn Positionen gutgemacht – mehr war nicht drin. Außerdem hatten wir Pech mit einem Reifenschaden. Mit dem Endergebnis können wir leben.“

Ergebnis Rennen

01. D. Vanthoor/van der Linde/Vervisch (B/ZA/B), Audi R8 MS GT3, 275 Runden
02. Marciello/Buhk/Engel (I/D/D), Mercedes AMG GT3, 275 Runden
03. Campbell/Olsen/Werner (AUS/N/), Porsche 911 GT3 R, 275 Runden
13. Dumas/Jaminet/Müller (F/F/D), Porsche 911 GT3 R, 273 Runden
24. Wakisaka/Wakisaka/Nakanishi (J/J/J), Porsche 911 GT3 R, 263 Runden
31. MacPherson/Porter/Shiels (AUS/AUS/AUS), Porsche 911 GT3 R, 227 Runden

Das Qualifying

Das Porsche-Team Absolute Racing wird von Platz elf in den vierten Saisonlauf der Intercontinental GT Challenge starten. Im Pole Shootout auf der Formel-1-Rennstrecke von Suzuka (Japan) fuhr Werksfahrer Dirk Werner (Würzburg) in 2:01.306 Minuten die bis dato schnellste Porsche-Runde des Wochenendes. Der Deutsche teilt sich den Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 912 mit den Porsche Young Professionals Matt Campbell (Australien) und Dennis Olsen (Norwegen). Das Trio hatte den Saisonauftakt in Bathurst (Australien) gewonnen und liegt derzeit in der Fahrerwertung auf Platz drei. Das baugleiche Fahrzeug des Teams Earl Bamber Motorsport (EBM) mit der Nummer 911 erreichte im Qualifying den 24. Rang.

Werner war der einzige Porsche-Pilot, der an der finalen Zeitenjagd der 20 schnellsten Autos teilnehmen durfte. Zuvor hatten die Teamkollegen Olsen und Campbell gemeinsam mit dem deutschen Werksfahrer mit schnellen Runden in den drei Qualifyings die Grundlage zum Einzug in das Pole Shootout gelegt. Großes Pech hatte das Siegerteam des Saisonauftakts in Bathurst (Australien), Earl Bamber Motorsport. Werkspilot Romain Dumas aus Frankreich wurde im ersten Qualifyingabschnitt auf seiner schnellsten Runde von roten Flaggen gestoppt. Anschließend konnte der Franzose auf gebrauchten Reifen keine schnelle Rundenzeit im Porsche 911 GT3 R mehr realisieren. Landsmann Mathieu Jaminet und Porsche-Werksfahrer Sven Müller (Bingen) brachten das Fahrzeug in den verbleibenden Sessions nicht mehr entscheidend nach vorn. Auf die Startnummer 911 wartet von Rang 24 eine zehnstündige Aufholjagd.

Die “Suzuka 10 Hours“ starten am Sonntag, 25. August um 10:00 Uhr Ortszeit

Das in der Pro-Am-Kategorie genannte Fahrzeug des Kundenteams LM corsa (Startnummer 60) mit den Japanern Juichi Wakisaka, Kei Nakanishi und Shigekazu Wakisaka startet als bestes Auto seiner Klasse von Gesamtrang 27 in das Zehnstundenrennen. Der Porsche 911 GT 3 R (Modell 997) des Teams AMAC Motorsport, das in der Silver-Klasse genannt ist, erreichte Rang vier in seiner Kategorie (Platz 34 gesamt). Am Steuer der Startnummer 51 wechseln sich die Australier Andrew MacPherson, Ben Porter und Brad Shiels ab.

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Dirk Werner fuhr die bis dato schnellste Porsche-Runde des Wochenendes

Stimmen zum Qualifying

Sebastian Golz (Projektleiter 911 GT3 R): „Nur ein einziges Auto im Pole Shootout, am Ende das beste Fahrzeug auf Platz elf – damit haben wir unsere Erwartungen nicht erfüllt. Wir müssen anhand der Daten ergründen, woran es lag. Für das Rennen bin ich zuversichtlich, dass beide Porsche 911 GT3 R konkurrenzfähig sein werden. Unsere Stärke ist das konstante Tempo über große Distanzen. Ich sehe daher gute Chancen, dass wir unsere Autos im Rennen über zehn Stunden weit nach vorn bringen werden.“

Dirk Werner (Porsche 911 GT3 R #912): „Es war ein tolles Erlebnis, auf der legendären Suzuka-Strecke das Pole Shootout fahren zu dürfen. Meine Runde war gut, allerdings habe vor der Schikane etwas zu spät gebremst. Vielleicht hätten wir ein oder zwei Positionen weiter vorne stehen können. Wir hatten vor dem Qualifying nur ein Training bei trockenen Bedingungen. Und da bin ich keine einzige Runde gefahren. Vor diesem Hintergrund bin ich wirklich zufrieden. Das Auto war angenehm zu fahren. Mit diesem Setup sind wir auch für das Rennen gut aufgestellt.“

Mathieu Jaminet (Porsche 911 GT3 R #911): „Für uns es war ein schwieriger Tag. Leider haben wir im Qualifying einen Platz unter den besten 20 Fahrzeugen verpasst. Somit durften wir nicht am Pole Shootout teilnehmen. Wir müssen analysieren, was an unserem Auto noch nicht perfekt lief. Das Team gibt alles, um unser Auto für das Rennen deutlich zu verbessern. Wir wollen eine große Aufholjagd starten.“

Ergebnis Qualifying

01. Farfus/Tomczyk/Yelloly (BR/D/GB), BMW M6 GT3
02. Vanthoor/van der Linde/Vervisch (B/ZA/B), Audi R8 LMS GT3
03. Krognes/Catsburg/Jensen (N/NL/DK), BMW M6 GT3
11. Campbell/Olsen/Werner (AUS/N/), Porsche 911 GT3 R
24. Dumas/Jaminet/Müller (F/F/D), Porsche 911 GT3 R 
27. Wakisaka/Wakisaka/Nakanishi (J/J/J), Porsche 911 GT3 R
34. MacPherson/Porter/Shiels (AUS/AUS/AUS), Porsche 911 GT3 R (997)

Die Vorschau

Nach dem Auftakterfolg im australischen Bathurst und dem Doppelsieg beim wichtigsten GT3-Rennen der Welt im belgischen Spa peilt Porsche beim Zehn-Stunden-Rennen in Suzuka (Japan) erneut eine Spitzenposition an. Die beiden Porsche-Teams Earl Bamber Motorsport und Absolute Racing setzen auf dem japanischen Grand-Prix-Kurs je einen Porsche 911 GT3 R in der Pro-Kategorie ein. Am Steuer der beiden Fahrzeuge wechseln sich am 25. August drei Porsche Werksfahrer und drei Porsche Young Professionals ab. Für den vierten Lauf der Intercontinental GT Challenge auf dem 5,807 Kilometer langen Suzuka Circuit sind insgesamt 36 Fahrzeuge gemeldet.

Das Zehn-Stunden-Rennen in Japan ist der vierte von fünf Läufen der Intercontinental GT Challenge 2019. Der Suzuka Circuit gilt als eine der fahrerisch anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt, da sie viele Richtungswechsel und zahlreiche Kurventypen enthält: Langsame, mittelschnelle und schnelle Kurven wechseln sich ab. Zudem ist sie eine der wenigen sich selbst kreuzenden Rennstrecken mit einer Überführung. Sie beschreibt annähernd die Form einer liegenden Acht.

Die Porsche-Teams und -Fahrer

Das Team Earl Bamber Motorsport (EBM) setzt einen Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 911 ein. Am Steuer wechseln sich der französische Porsche Young Professional Mathieu Jaminet und die Werksfahrer Sven Müller (Bingen) und Romain Dumas (Frankreich) ab. Das Cockpit des Porsche 911 GT3 R von Absolute Racing mit der Startnummer 912 teilt sich das Sieger-Trio von Bathurst: Porsche-Werksfahrer Dirk Werner (Würzburg) und die Porsche Young Professionals Matt Campbell (Australien) und Dennis Olsen (Norwegen).

Das Kundenteam LM corsa setzt in der Pro-Am-Kategorie ebenfalls einen Porsche 911 GT3 R der neuesten Generation ein. Am Steuer der Nummer 60 agieren drei japanische Lokalmatadoren. AMAC Motorsport schickt in der Silver-Klasse ein Vorjahresmodell des GT3-Fahrzeuges aus Weissach ins Rennen. Drei australische Amateurfahrer teilen sich die Startnummer 51.

Der Porsche 911 GT3 R

Der Porsche 911 GT3 R wurde für die Saison 2019 neu entwickelt. Dabei flossen die Erkenntnisse aus den weltweiten Einsätzen der Vorgängerversion konsequent in die Optimierung der Bereiche Aerodynamik, Kinematik, Effizienz und Fahrbarkeit ein. Der Sechszylinder-Motor im Heck des GT3-Rennfahrzeugs für den Kundeneinsatz leistet über 368 kW (500 PS). Das erfolgreiche Vorgängerfahrzeug hat Siege in zahlreichen internationalen Rennserien errungen, so in der IMSA SportsCar Championship, der World Challenge, dem ADAC GT Masters sowie beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und dem Zwölf-Stunden-Rennen in Bathurst.

Das ist die Intercontinental GT Challenge

Die Intercontinental GT Challenge 2019 umfasst fünf Langstreckenrennen auf fünf Kontinenten. Während die Teams beim Auftakt in Bathurst (Australien) nur GT3-Autos der Vorjahres-Spezifikation ins Rennen schicken durften, sind bei den Läufen in Laguna Seca (USA), Spa-Francorchamps (Belgien), Suzuka (Japan) und beim Saisonfinale in Kyalami (Südafrika) die neuesten Ausbaustufen erlaubt. Porsche ist in der weltweit ausgetragenen Rennserie für GT3-Fahrzeuge nicht mit einer fixen Werksmannschaft am Start, sondern unterstützt wechselnde Teams bei ihren Einsätzen.

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