Eine Geschichte voller Höhepunkte

Die Premiere im Jahr 2019 steht bereits fest: Porsche wird den neuen Taycan präsentieren. Er verbindet die traditionellen Porsche-Gene mit den Technologien von morgen – und wird auch in Sachen Design, Fahr-Erlebnis und Performance neue Maßstäbe setzen. Zugleich setzt das Fahrzeug die Tradition des Standorts Zuffenhausen fort.

Der erste Porsche, der Typ 356, wird ab 1950 in Zuffenhausen produziert und legt den Grundstein für die einzigartige Erfolgsgeschichte der Marke. Der erste rein elektrisch angetriebene Porsche kommt ebenfalls aus Zuffenhausen.

Seit 80 Jahren ist Porsche mit diesem Standort verbunden und dort groß geworden. Nach wie vor wird das Unternehmen aus dem markanten dreistöckigen Bürogebäude geführt, in dem 1938 alles begann. Die angegliederten Werkhallen gibt es ebenfalls noch. Sie beinhalten heute die Werksabholung und Exclusive Manufaktur. Im passenden Baustil wird das Werk 1 konsequent weiter ausgebaut, bis zum heutigen Karee.

Um dieses historische Ensemble herum ist Porsche erheblich gewachsen: von 176 Mitarbeiter im Jahr 1938 auf aktuell 30.500 Mitarbeiter – rund ein Drittel davon am Standort Zuffenhausen, von einer Jahresproduktion im Jahr 1953 von 1.601 Fahrzeugen auf 255.683 Einheiten im Jahr 2017 – davon mehr als ein Fünftel in Zuffenhausen, von einer Werksfläche in Zuffenhausen in der Größe eines größeren Sportplatzes auf eine heutige Fläche von rund 670.000 Quadratmeter, entsprechend 62 Fußballfeldern. Seit 2002 ergänzt zudem das Werk Leipzig die Produktionskapazität. Dort laufen Macan und Panamera vom Band. In Zuffenhausen werden sämtliche zweitürigen Sportwagen von Porsche – 911, 718 – sowie die Benzinmotoren für das komplette Fahrzeugprogramm hergestellt. Effiziente Elektromotoren mit sportlich ausgelegter Leistungscharakteristik werden künftig ebenfalls hier produziert. Die entsprechenden Fertigungsanlagen für Antriebe des Taycan und mögliche Derivate sind bereits jetzt dort installiert.

Im Stammwerk Zuffenhausen nutzt Porsche jeden Quadratmeter effizient aus. Eine Herausforderung in dem gewachsenen Gewerbegebiet, das von einer Bahntrasse sowie einer stark befahrenen öffentlichen Straße durchtrennt ist. Doch seit der Gründung des Konstruktionsbüros im Jahr 1931 gehört Porsche nach Stuttgart, und der Stadtteil Zuffenhausen wird dann ab 1938 zur Heimat des Unternehmens. In jeder Ära nutzt es die Möglichkeiten in Zuffenhausen optimal aus. Auch jetzt wieder bei den Produktionsvorbereitungen des Taycan: Sicherlich sind die Baumaßnahmen sehr aufwendig – bei laufendem Produktionsbetrieb und inmitten der vorhandenen Werkhallen werden die neuen Gebäude platziert und über eine zweite Förderbrücke über der Schwieberdinger Straße miteinander vernetzt. Denn der Standort bietet die nötige Kapazität, damit der erste rein elektrisch angetriebene Porsche aus dem Traditionswerk kommt. Daraus spricht das klare Bekenntnis: Porsche ist Zuffenhausen.

Produktion am Traditionsstandort

Die ersten Porsche 356 entstehen ab 1950 in Zuffenhausen in einer vom Karosseriewerk Reutter angemieteten Halle noch weitgehend in Manufakturfertigung. Das ist die ideale Methode angesichts der zunächst noch vergleichsweise geringen Stückzahl – die die Planungen des jungen Fahrzeugherstellers dennoch übertrifft. Denn der 356 wird der erste Welterfolg der Marke. Die Stückzahlen wachsen stetig, und so wechselt die Porsche-Produktion bereits Ende 1952 in eine neue, eigene Montagehalle, entworfen vom Stuttgarter Architekten Rolf Gutbrod. Diese wird schon 1954 das erste Mal erweitert. Ende 1955 entspannt sich die Raumsituation weiter, als Porsche wieder in die eigenen Gebäude des Werks 1 zurückkehren kann, die seit Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten genutzt worden waren. Dort ziehen die Konstruktionsabteilung, der kaufmännische Stab, die Reparaturabteilung für Firmenwagen und Kundenfahrzeuge sowie die Versuchs- und Entwicklungsabteilung für Rennwagen ein. Produktion, Verkauf und Ersatzteilversorgung bleiben im Werk 2.

Die Produktion wird entsprechend der wachsenden Nachfrage nach den Sportwagen aus Zuffenhausen mit neuen und – wo sinnvoll – automatisierten Verfahren versehen. Und sie wird erweitert. 1960 startet der Motorenbau im Werk 3 an der Strohgäustraße. Zum 1. Dezember 1963 übernimmt Porsche das Karosseriewerk Reutter. Das Werk 2 wird kontinuierlich ausgebaut: Beispielsweise 1963 mit der Produktionsaufnahme des Porsche 901, der ein Jahr später unter dem Namen 911 zum nächsten Welterfolg der Marke wird. Auch der 1969 errichtete mehrstöckige Bau 41 entlang der Schwieberdinger Sraße gehört zum Werk 2. Er enthält bis heute die Endmontage sämtlicher Modelle des 911, das strategisch wichtigste Modell in der Produktpalette. Ein ausgeklügeltes Fertigungsprinzip erlaubt auf einer Linie zusätzlich die Montage des 718 sowie aller Rennfahrzeuge auf Basis von Seriensportwagen: Das Werk Zuffenhausen ist die Heimat von 911 GT3 R, 911 GT3 Cup und Cayman GT4 Clubsport.

Das Werk Zuffenhausen hält Schritt

In den 1980er-Jahren macht die erforderliche Fertigungskapazität eine Expansion auf der anderen Seite der Schwieberdinger Straße notwendig. 1988 entsteht hier das Werk 5 für eine hochflexible Karosseriefertigung. Von dort transportiert die erste Förderbrücke die fertigen Karosserien in rund 35 Meter Höhe hinüber in die Endmontage in Werk 2.

Zahlreiche Umbauten und Neubauten lassen den Standort Zuffenhausen über alle Jahrzehnte Schritt halten mit den Produktionsanforderungen. Die größte Erneuerung in der Werksgeschichte läuft noch bis 2019: Dann wird in Zuffenhausen die Produktion des Taycan aufgenommen. Für ihn entsteht in Werk 5 ein neuer Karosseriebau und eine neue Lackiererei in Werk 1 sowie in Werk 2 in Richtung Adestraße ein neues Montagegebäude. Eine zweite Förderbrücke über der Schwieberdinger Straße verbindet die Produktionsanlagen.

In der neuen Montage- und Logistikhalle sowie im Karosseriewerk wird sich die Produktion des E-Porsche auf vier Ebenen erstrecken. Das kommende Sportwagenmodell wird von oben nach unten gefertigt: Der Montageprozess verläuft bis hinab ins Erdgeschoss, wo das fertige Fahrzeug nach der Abnahme ebenerdig aus der Halle rollt. Die Technik, die die gesamte Produktion steuert, ist im Keller untergebracht. Ein logistisches Meisterwerk, nahezu einmalig in der Automobilproduktion.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Bei der Erweiterung und Sanierung des Stammsitzes Zuffenhausen setzt Porsche Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit. So wird das Werk 4 mit dem neuen Motorenwerk, den „Zentralen Werkstätten“ sowie weiteren Büroflächen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen im Jahr 2017 mit Platin zertifiziert. Die Auszeichnung würdigt die ökonomische, ökologische, soziokulturelle sowie technische Prozessqualität bei der Neu- und Umgestaltung von Industriequartieren. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine wichtige Frischluftschneise für die Stuttgarter Innenstadt: das Naturschutzgebiet Greutterwald. Hier engagiert sich der Sportwagenhersteller für den Erhalt und Schutz bedrohter Tierarten.

Der Taycan wird der erste Porsche sein, der komplett CO2-neutral gefertigt ist. Bereits seit Januar 2017 nutzt das Unternehmen an allen Standorten Naturstrom aus Wind-, Wasser- und Solarenergie und lässt zusätzlich seit Anfang 2018 sämtliche Bahntransporte der Neuwagen ab der Verladebahnhöfe Kornwestheim und Leipzig ebenfalls mit Strom aus regenerativen Quellen abwickeln. Das vermeidet pro Jahr mehr als 6.000 Tonnen Kohlendioxid. Ergänzt wird dieses Engagement ab 2020 in Zuffenhausen durch das Umstellen der Wärmeversorgung auf Biogas. Das spart pro Jahr nochmals bis zu 5.000 Tonnen CO2-Emissionen. Ressourceneffizienz ist ein weiteres Nachhaltigkeitsthema. So werden beispielsweise 2017 zwei Projekte in der Lackiererei am Standort Zuffenhausen innerhalb des Projekts „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ in Baden-Württemberg honoriert.

Ausbildung bei Porsche

Porsche begreift Ausbildung als wichtigste Investition in die Zukunft des Unternehmens. Seit 1942 ist das Unternehmen Ausbildungsbetrieb. Bisher erlernten fast 5.000 junge Frauen und Männer einen Beruf und wurden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Lerninhalte und Ausbildungsplätze werden regelmäßig und vorausschauend dem technischen Fortschritt und den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. Das aktuelle Resultat: Hochkompetente und für die Zukunftsthemen Elektromobilität, Konnektivität, Digitalisierung oder Porsche Produktion 4.0 bestens gerüstete junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in die Belegschaft integriert.

Im Jahr 2018 hat Porsche am Standort Zuffenhausen 209 Auszubildende und dual Studierende eingestellt. Insgesamt sind es derzeit rund 600. Sie sind in zehn technisch-gewerblichen sowie drei kaufmännischen Ausbildungsberufen tätig und belegen acht Studiengänge der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Eine neue und zukunftsweisende Disziplin ist der duale Studiengang „Informatik mit Fachrichtung IT-Automotive“.

Heimat des Porsche-Nachwuchses in Zuffenhausen ist seit 2015 ein hochmodernes Ausbildungszentrum mit einer Nutzfläche von 15.000 Quadratmetern.  Modernste Themen gehören zu den Lerninhalten – wie Virtual Reality, Augmented Reality, sensitive Robotik und Hochvolt- und Systemtechnik. Eine Modell-Lernfabrik der Porsche Produktion 4.0 bildet mit Leichtbaurobotern und digitalen Montagearbeitsplätzen reale Produktionsprozesse ab.

Berufsausbildung sieht Porsche auch als Verantwortung für die Gesellschaft. So kommen am Standort Zuffenhausen zu den jährlich rund 200 Auszubildenden jedes Jahr weitere 20 Teilnehmer des sogenannten Förderjahres hinzu: Junge Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum Chancen haben und im Porsche-Ausbildungszentrum so weit qualifiziert werden, dass sie anschließend eine reguläre Ausbildung beginnen können. Weitere 15 Teilnehmer durchlaufen zudem das so genannte Integrationsjahr, mit dem Flüchtlinge auf Ausbildungs- und Arbeitsplätze außerhalb von Porsche vorbereitet werden.

Identifikation mit dem Ortsteil Zuffenhausen

Der Stuttgarter Ortsteil Zuffenhausen und der Sportwagenhersteller Porsche sind seit 1938 miteinander verbunden, als das Unternehmen dort seine neue Heimat findet. Seitdem geht von dort nicht allein der Ruf der sportlichen Fahrzeuge der Marke um die Welt, sondern zugleich der Name Zuffenhausen: Er ist für viele Fans und Freunde ein wichtiger Fixstern in ihrem persönlichen Porsche-Kosmos.

Es gibt zahlreiche Querverbindungen zwischen Zuffenhausen und Porsche. Städtebaulich sind es etwa die Porschestraße und der Porscheplatz. Die örtliche Oberschule heißt seit 1983 Ferdinand-Porsche-Gymnasium, seine 1994 eröffnete Kantine erhält das Essen aus dem Betriebsrestaurant von Porsche in Zuffenhausen. Das Unternehmen unterstützt zudem immer wieder lokale Projekte beispielsweise im Sozialwesen und Naturschutz.

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