Porsche Penske Motorsport erlebt herausforderndes Qualifying in Katar

Porsche Penske Motorsport geht aus den Startreihen sechs und sieben in den Saisonauftakt der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Julien Andlauer fuhr im Qualifying auf dem Lusail International Circuit in Katar die elftschnellste Runde. Der Franzose teilt sich den Porsche 963 mit Michael Christensen aus Dänemark und seinem Landsmann Mathieu Jaminet.

Im zweiten Hybridprototypen des Werksteams legte Kévin Estre die 13. Zeit vor. Der Franzose nimmt das bevorstehende 10-Stunden-Rennen mit dem Belgier Laurens Vanthoor und Matt Campbell aus Australien auf. Das Zeittraining der LMGT3-Klasse beendeten die 911 GT3 R der Kundenteams Manthey 1st Phorm und Iron Dames auf den Positionen elf und 15. Die „Qatar 1812km‟ beginnen am Freitag um 14 Uhr Ortszeit (12:00 MEZ).

Der wolkenbedeckte Formel-1-Kurs von Katar präsentierte sich am Donnerstag überraschend kühl: Die Lufttemperatur erreichte während des Qualifyings kaum 16 Grad Celsius, das 5,419 Kilometer lange Asphaltband nördlich der Landeshauptstadt Doha heizte sich nur bis auf 17,5 Grad auf. Die Zeitenjagd fand in beiden Wertungsklassen in zwei Durchgängen statt. Im jeweils ersten Abschnitt gingen alle Fahrzeuge der Kategorien Hypercar und LMGT3 auf die Strecke. In diesen beiden Sessions hatten die Fahrer zwölf Minuten Zeit für eine schnelle Runde. Die zehn bestplatzierten Fahrzeuge aus beiden Kategorien kämpften anschließend in den sogenannten Hyperpole-Sessions um die jeweiligen Pole-Positionen.

Porsche 963, Porsche Penske Motorsport (#6), Matt Campbell (AUS), Kévin Estre (FRA), Laurens Vanthoor (BEL), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG

Für das Werksteam Porsche Penske Motorsport griffen zwei Franzosen ins Lenkrad der Porsche 963: Julien Andlauer im 508 kW (691 PS) starken Hybridprototypen mit der Startnummer 5, während der amtierende Fahrerweltmeister Kévin Estre das Schwesterfahrzeug pilotierte. Beiden blieb der Einzug in die nächste Runde verwehrt. Andlauer absolvierte seine schnellste Runde in 1.39,426 Minuten. Er schrammte damit um zwei Zehntelsekunden an Rang zehn vorbei. Estre beendete das Zeittraining auf der 13. Position. Seine Zeit: 1.40,363 Minuten. Der Porsche 963 des Kundenteams Proton Competition mit Neel Jani am Steuer fuhr auf Rang 16. Der Schweizer teilt sich das Cockpit mit dem Chilenen Nico Pinto und Nico Varrone aus Argentinien.

Porsche 963, Porsche Penske Motorsport (#5), Julien Andlauer (FRA), Michael Christensen (DNK), Mathieu Jaminet (FRA), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG

„Das Qualifying-Resultat überrascht uns nicht. Es spiegelt die Ergebnisse wider, die wir hier beim Prolog und in den freien Trainingssitzungen gezeigt haben‟, erläutert Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Uns steht ein sehr enges Rennen bevor. Über die Distanz sehen wir besser aus, da können wir noch einiges erreichen. Die Balance unserer Porsche 963 stimmt auch weiterhin, aber die Konkurrenz hat über den Winter deutlich zugelegt.‟

Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh, Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh

„Wenn ich an unser Resultat hier in Katar vor einem Jahr denke, sind die Startplätze elf und 13 natürlich enttäuschend: Damals haben wir die Pole-Position geholt und über ein extrem wettbewerbsfähiges Rennauto verfügt‟, so Jonathan Diuguid, der Leitende Direktor Porsche Penske Motorsport. „Julien Andlauer und Kévin Estre haben nach dem Qualifying bestätigt, dass sich unsere Porsche 963 sehr gut fahren lassen. Wir konzentrieren uns nun auf das morgige Rennen. Während des Prologs und in der Trainingssitzung heute Mittag waren wir über längere Stints schnell unterwegs. Unser Ziel: Wir wollen das maximal mögliche Ergebnis erzielen.‟

Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport, Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport

LMGT3-Klasse: Porsche 911 GT3 R im Mittelfeld

Das Qualifying-Segment der GT3-Rennwagen ist in der FIA WEC exklusiv reserviert für die Bronze-Fahrer jedes Teams – so auch bei den bis zu 416 kW (565 PS) starken und von Manthey eingesetzten 911 GT3 R. Für die Iron Dames griff Célia Martin ins Lenkrad. Für Manthey 1st Phorm ging Ryan Hardwick auf die Strecke. Während die Französin mit einer Rundenzeit von 1.57,156 Minuten die 15. schnellste Zeit setzte, verpasste der US-Amerikaner den Einzug in die Hyperpole-Sitzung knapp: Mit 1.56,434 Minuten fehlten ihm auf die zehnte Position lediglich 66 Tausendstel.

Porsche 911 GT3 R, Manthey 1st Phorm (#92), Ryan Hardwick (USA), Richard Lietz (AUT), Riccardo Pera (ITA), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG

Der Saisonauftakt unter dem Titel „Qatar 1812km‟ findet am morgigen Freitag ab 14:00 Uhr Ortszeit (12:00 Uhr MEZ) statt. Das Rennen über geplante 1.812 Kilometer führt über maximal zehn Stunden. Aufgrund der überdurchschnittlichen Länge des ersten Saisonlaufs wird die normale WM-Punktevergabe mit dem Faktor 1,5 multipliziert und aufgerundet. Der Sieger erhält dementsprechend 38 statt der üblichen 25 Zähler.

Porsche 911 GT3 R, Iron Dames (#85), Rahel Frey (SUI), Michelle Gatting (DNK), Célia Martin (FRA), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG

Fahrerstimmen nach dem Qualifying

Julien Andlauer (Porsche 963 #5): „Unser Porsche 963 hat sich eigentlich sehr zufriedenstellend angefühlt. Ein oder zwei Zehntelsekunden gehen eventuell auf meine Kappe, ein oder zwei auch auf das Auto – mehr aber wirklich nicht. Ansonsten haben wir es gut getroffen und die Hyperpole nur knapp verpasst, das ist im Moment das in Reichweite liegende Maximum. Im Rennen sollten wir konkurrenzfähiger sein und möglichst viele Punkte einfahren können.‟

Julien Andlauer (FRA), Porsche Penske Motorsport (#5), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Julien Andlauer

Kévin Estre (Porsche 963 #6): „Platz 13 ist eine Enttäuschung – so weit hinten in der Startaufstellung standen wir ewig nicht mehr. Unser Porsche 963 lief eigentlich ganz gut. Meine Runde war vielleicht nicht perfekt, aber ohne groben Fehler. Insbesondere über die einzelne Runde fehlt uns hier schon die ganze Woche ein wenig Performance, darum ist das Ergebnis keine große Überraschung. Allerdings fällt der Abstand zur Konkurrenz etwas größer aus als erwartet. Jetzt haben wir noch die ganze Nacht Zeit, uns die Daten anzuschauen und den Rennwagen zu verbessern. Über die Distanz betrachtet sehen wir deutlich besser aus.‟

Kévin Estre (FRA), Porsche Penske Motorsport (#5), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Kévin Estre

Neel Jani (Porsche 963 #99): „Schon im vergangenen Jahr war Katar unser schwierigstes Rennen. Das hat sich in der vergangenen Woche bis ins Qualifying fortgesetzt. Wir haben das Set-up des Autos noch einmal komplett umgedreht und dabei mehr auf das Rennen geschaut. Dabei konnten wir die Performance noch etwas steigern. Für uns heißt das Motto jetzt: Augen zu und durch, möglichst viel mitnehmen und für die kommenden WEC-Läufe lernen.‟

Neel Jani (SUI), Proton Competition (#99), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Neel Jani

Célia Martin (Porsche 911 GT3 R #85): „Ein Einzug in die Hyperpole war für uns heute etwas unrealistisch. Aber ich konnte mich weiter steigern und habe mein Ziel erreicht: eine neue persönliche Bestzeit auf dieser Strecke. Beim nächsten Mal peilen wir ein besseres Ergebnis an.‟

Célia Martin (FRA), Iron Dames (#85), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Célia Martin

Ryan Hardwick (Porsche 911 GT3 R #92): „Ich bin etwas enttäuscht. Wir wollten es in die Top 10 und damit in die Hyperpole-Sitzung schaffen, das haben wir mit Platz elf knapp verpasst. Zwar konnten wir das aktuelle Potenzial des Autos nahezu ausreizen, gegenüber der Konkurrenz fehlt uns aber die ganze Woche schon auf den Geraden Topspeed. Dennoch bin ich stolz, denn meine Runde lief gut – auch wenn es natürlich immer Raum für Verbesserung gibt. Das Rennen ist lang und wir starten jetzt mitten im Feld. Ich habe großes Vertrauen in meine Mitfahrer und unsere Ingenieure. Eine Top-10-Platzierung am Ende der 10-stündigen Distanz steht für mich außer Frage.‟

Ryan Hardwick (USA), Manthey 1st Phorm (#92), Qatar 1812km, FIA WEC, 2025, Porsche AG
Ryan Hardwick

Ergebnisse Qualifying

Hypercar-Klasse:
1. Giovinazzi/Calado/Pier Guidi (ITA/GBR/ITA), Ferrari #51, 1.38,359 Minuten
2. Vanthoor/Marciello/Magnussen (BEL/SUI/DNK), BMW #7, 1.38,495 Minuten
3. Fuoco/Molina/Nielsen (ITA/ESP/DNK), Ferrari #50, 1.38,692 Minuten
11. Andlauer/Christensen/Jaminet (FRA/DNK/FRA), Porsche 963 #5, 1.39,946 Minuten
13. Estre/Vanthoor/Campbell (FRA/BEL/AUS), Porsche 963 #6, 1.40,363 Minuten
15. Jani/Pino/Varrone (SUI/CHI/ARG), Porsche 963 #99, 1.41,421 Minuten

LMGT3-Klasse:
1. Leung/Gelael/Sato (GBR/INA/JPN), McLaren #95, 1.54,239 Minuten
2. Cottingham/Baud/Saucy (GBR/FRA/SUI), McLaren #59, 1.54,478 Minuten
3. Robin/Gehrsitz/Barnicoat (FRA/GER/GBR), Lexus #78, 1.54,484 Minuten
11. Hardwick/Pera/Lietz (USA/ITA/AUT), Porsche 911 GT3 R #92, 1.56,434 Minuten
15. Martin/Frey/Gatting (FRA/SUI/DNK), Porsche 911 GT3 R #85, 1.57,156 Minuten

Alle Ergebnisse unter fiawec.alkamelsystems.com.

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