04.06.2014

WEC in Spa: Zwischenfälle und Aufholjagd

Der 919 Hybrid war am 3. Mai 2014 in Spa von der Poleposition gestartet und hatte diese lange Zeit verteidigt. Am Ende reichte es im zweiten WEC-Lauf für Platz vier.

Zweites Rennen für den 919 Hybrid. Auf dem Kurs im belgischen Spa-Francorchamps sah es zunächst sehr gut für Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb mit der Startnummer 14 aus. Gestartet von der Poleposition, behaupteten sie ihre Führung über weite Strecken. Dann allerdings kosteten Zwischenfälle Zeit: Ein Elektrikproblem musste Dumas unterwegs per Reaktivierungsprozess beheben, und zum Schluss zwang Jani ein schleichender Plattfuß zu einem zusätzlichen Boxenstopp. Der Technische Direktor LMP1 Alexander Hitzinger kommentiert: „Wir sind sehr konservativ, was die Sicherheit rund um das Hybridsystem angeht – da kann so etwas passieren. Da müssen wir jetzt noch ein paar Hausaufgaben erledigen.“

Noch weniger Glück hatten die Piloten des Schwesterautos mit der Startnummer 20, Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber. Von Startplatz fünf fuhren sie schnell auf Rang drei vor, wurden dann aber von technischen Problemen ans Ende des Feldes zurückgeworfen. „Der Porsche mit der Nummer 20 hatte ein Problem mit der Hinterachsfederung. Hinzu kamen zwei Defekte an den Antriebswellen vorn. Wir wussten, dass dies ein kritischer Punkt ist“, so Hitzinger. Bereits bei den nächsten Testfahrten und in Le Mans könne man deshalb auf verstärkte Teile zugreifen.

Marc Lieb lieferte schnellste Rennrunde

Nichtsdestotrotz erfüllte das noch junge Porsche Team seine erklärtermaßen wichtigste Aufgabe an diesem Wochenende: die beiden LMP1-Rennwagen ins Ziel zu bringen. Darüber hinaus überzeugte das Tempo des 919 Hybrid, der über weite Strecken das schnellste Auto in Spa-Francorchamps war. Mit einer Zeit von 1:59,887 Minuten fuhr Marc Lieb im zweiten freien Training die schnellste Runde des gesamten Wochenendes, Neel Janis Qualifying-Bestzeit (2:00,334 Minuten) war gleichzeitig die zweitschnellste Runde.

Für Teamchef LMP1 Andreas Seidl ein Wochenende „mit vielen positiven Momenten“. Auch wenn man gesehen habe, dass an der einen oder anderen Ecke noch etwas fehlt: „Im Rennen waren wir auf dem Niveau unserer Konkurrenten unterwegs. In der Summe konnten wir wieder viel lernen, das ganze Team hat konzentriert gearbeitet und abermals einen tollen Job gemacht. Das war ein wichtiger Schritt in Richtung Le Mans.“

Freude über den zweiten Platz: Jörg Bergmeister und Patrick Pilet

Einen tollen Job hat auch das Porsche Team Manthey gemacht: In der Klasse GTE-Pro kam der 911 RSR mit Jörg Bergmeister und Patrick Pilet nach einer Aufholjagd in der Schlussphase auf Platz zwei. Ihre Kollegen und Silverstone-Sieger Marco Holzer und Frédéric Makowiecki kamen als Sechste ins Ziel.

Auf dem Traditionskurs in den belgischen Ardennen waren die 911 RSR mit einem Zusatzgewicht von 25 Kilogramm am Start. Die Erhöhung des Fahrzeuggewichts hatte in der Vorwoche das WEC Endurance Committee im Rahmen der Balance-of-Performance-Regel beschlossen.

911 RSR: Beeindruckender Zielsprint

In der ersten Rennhälfte konnte der 470 PS starke GT-Renner aus Weissach, der in dieser Saison schon die Langstreckenklassiker in Daytona und Sebring gewonnen hat, das Tempo der Spitze nicht mitgehen. Doch in einem beeindruckenden letzten Stint, laut eigenen Aussagen einem der härtesten seiner Karriere, ging Patrick Pilet noch an zwei Konkurrenten vorbei und sicherte sich und Jörg Bergmeister den zweiten Platz. Damit sind sie vor dem Saisonhöhepunkt bei den 24 Stunden von Le Mans auch in der GT-Fahrerwertung weiterhin Zweiter.

„Obwohl dieses Rennen für uns ein versöhnliches Ende nahm, hat sein Verlauf ganz klar gezeigt, dass wir durch das zusätzliche Gewicht für Spa übermäßig benachteiligt worden sind“, betonte Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen. „Wenn man sieht, dass einige Konkurrenten am Ende eines Doppelstints noch Sektorenbestzeiten fahren konnten, von denen unsere Autos weit entfernt waren, dann muss man sich schon fragen, ob da nicht weit übers Ziel hinausgeschossen wurde.“ Für das Team sei das Ergebnis zumindest ein kleiner Trost. „Alle haben fehlerlos gearbeitet, und das ist, abgesehen von dem zweiten Platz, im Hinblick auf Le Mans auch viel wert.“

Indes, rund 300 Kilometer entfernt, konnte Earl Bamber den zweiten Lauf des Porsche Carrera Cup Deutschland am Hockenheimring für sich entscheiden. „Das ist wirklich ein großartiger Sieg für mich und bedeutet mir sehr viel“, sagte Bamber, der Meister des Porsche Carrera Cup Asia und Gewinner des International Cup Scholarships. Hinter Bamber kamen Porsche-Junior Connor de Phillippi und der Sieger des Vortages Philipp Eng ins Ziel.

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