19.08.2018

Podium für Porsche in Silverstone – Sieg in der Klasse GTE-Am

In einem turbulenten dritten Saisonlauf der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC im britischen Silverstone fuhren Kévin Estre und Michael Christensen im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 auf Platz drei.

Das Schwesterauto mit der Nummer 91 von Richard Lietz (Österreich) und dem Italiener Gianmaria Bruni überquerte zunächst als Zweiter die Ziellinie wurde aber wegen einer Unregelmäßigkeit bei der Bodenfreiheit nachträglich aus der Wertung genommen. Zehn Fahrzeuge von fünf Herstellern kämpften in der Klasse GTE-Pro am Rennwochenende vor 60.240 Zuschauern um den Sieg. Vier weitere Porsche 911 RSR starteten in der Kategorie GTE-Am in Großbritannien. Den Sieg holte sich das Team Dempsey Proton Racing mit Porsche Young Professional Matt Campbell (AUS), Christian Ried (Schöneburg) und Porsche-Junior Julien Andlauer (F). Porsche führt weiterhin in der Herstellerwertung der Klasse GTE-Pro sowie in den Fahrerwertungen der Kategorien GTE-Pro und -Am der WEC.

Die Zuschauer sahen in Großbritannien bei wechselnder Bewölkung und 23 Grad Celsius ein spannendes Rennen mit vielen Positionswechseln. Der Franzose Estre und Christensen aus Dänemark fuhren ein beherztes Rennen. Estre erwischte im Porsche 911 RSR mit der Starnummer 92 einen perfekten Start. Der Franzose nutzte eine Kollision im vorderen Bereich des 34 Fahrzeuge starken Feldes und schob sich direkt an die Spitze des GTE-Pro-Klassements. Nachdem sein Fahrerkollege Christensen im zweiten Stint Probleme mit den Reifen hatte und bis auf Platz sechs zurückfiel, arbeitete sich das Duo auch dank einer guten Boxenstopp-Strategie zwischenzeitlich wieder bis auf Position eins vor. Zum Ende des Rennens mussten sie jedoch Fahrzeuge passieren lassen. Die beiden Le-Mans-Sieger führen weiterhin die Fahrerwertung der WEC an.

Kévin Estre und Michael Christensen fuhren auf Platz 3

In der Kategorie GTE-Am war es ebenfalls bis zum Schluss hochspannend. Das Team Dempsey Proton Racing mit Porsche Young Professional Campbell, Ried und Porsche-Junior Andlauer startete von Platz zwei und gewann nach 168 Runden das Rennen. Von der Pole-Position gestartet, führte das Team Project 1 mit Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister aus Langenfeld, Patrick Lindsey (USA) und Egidio Perfetti (N) über zwei Drittel des Rennens. Durch eine Stop-and-go-Strafe nach einem Fehler beim Boxenstopp fiel das Team auf Platz fünf zurück, kämpfte sich jedoch bis auf Rang drei nach vorn und feierte das erste Podium in der WEC. Michael Wainwright (GB), Ben Barker (GB) sowie Alex Davison (AUS) schafften für das Kundenteam Gulf Racing Platz sechs. Gianluca und Giorgio Roda (I) sowie Porsche Young Professional Matteo Cairoli (I) platzierten den zweiten Porsche 911 RSR von Dempsey Proton Racing auf Position acht.

Stimmen zum Rennen

Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter GT-Werksmotorsport): „Leider wurden wir nach dem Rennen informiert, dass eine Unregelmäßigkeit bei der Bodenfreiheit festgestellt wurde. Somit ist die 91 raus aus der Wertung und die 92 rückt auf Platz drei vor. Wir führen nach wie vor in der Hersteller- und Fahrerwertung. Jetzt konzentrieren wir uns auf die nächsten Aufgaben.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Das Rennen begann gut, und ich konnte nach dem Start die Führung übernehmen und einen komfortablen Vorsprung herausfahren. Leider gab es ein Reifenproblem in Michaels Stint. Wir mussten daher früher reinkommen als geplant und unsere Strategie umstellen. Deshalb konnte uns der Ferrari in der Box später auch wieder überholen. Unsere Reifen waren am Ende nicht mehr frisch genug, um nochmal angreifen zu können. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „Es war ein sehr anstrengendes und langes Rennen. Kévin hat beim Start einen ganz tollen Job gemacht. Ich hatte dann leider Pech mit den Reifen und habe Plätze verloren, die wir eigentlich nie mehr so richtig aufholen konnten, auch wenn es zwischendurch gut aussah.“

Stimmen der Fahrer finden Sie in der Pressemitteilung (Downloads).

Rennergebnis

Klasse GTE-Pro
1. Pier Guidi/Calado (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, 172 Runden
2. Priaulx/Tincknell (GB/GB), Ford GT, 172 Runden
3.. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR, 172 Runden
4. Lynn/Martin (GB/B), Aston Martin Vantage GTE, 171 Runden
5. Tomczyk/Catsburg (D/NL), BMW M8 GTE, 171 Runden
6. Mücke/Pla (D/F), Ford GT, 170 Runden
7. Rigon/Bird (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, 157 Runden
8. Sorensen/Thiim (DK/DK), Aston Martin Vantage GTE, 155 Runden

Klasse GTE-Am
1. Ried/Andlauer/Campbell (D/F/AUS), Porsche 911 RSR, 168 Runden
2. Yoluc/Adam/Eastwood (TR/GB/GB), Aston Martin Vantage GTE, 168 Runden
3. Bergmeister/Lindsey/Perfetti (D/USA/N), Porsche 911 RSR, 168 Runden
4. Dalla Lana/Lamy/Lauda (CDN/P/A), Aston Martin Vantage GTE, 168 Runden
5. Mok/Sawa/Griffin (MAL/J/IRL), Ferrari 488 GTE, 167 Runden
6. Wainwright/Barker/Davison (GB/GB/AUS), Porsche 911 RSR, 167 Runden
7. Ishikawa/Beretta/Cheever (J/MC/I), Ferrari 488 GTE, 167 Runden
8. Roda/Roda/Cairoli (I/I/I), Porsche 911 RSR, 167 Runden
9. Flohr/Castellacci/Fisichella (CH/I/I), Ferrari 488 GTE, 158 Runden

Info

Der vierte Lauf der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC findet am 14. Oktober in Fuji (Japan) statt.

Qualifying

Beim Qualifying zum dritten Saisonlauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft FIA WEC in Silverstone/Großbritannien fuhren die beiden Porsche 911 RSR in der Kategorie GTE-Pro auf die Startplätze fünf und zehn. Bei bewölktem Himmel und rund 20 Grad Celsius fehlten Kevin Estre (F) und Michael Christensen (DK) im 911er mit der Startnummer 92 0,719 Sekunden auf die Spitze. Das zehntplatzierte Schwesterauto mit der Startnummer 91 teilen sich Richard Lietz (A) und Gianmaria Bruni (I). Porsche geht nach dem Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans als Führender der Fahrer- und Herstellerwertung in das Sechsstundenrennen am Sonntag.

In der Kategorie GTE-Am sicherte sich das Team Project 1 die Pole-Position. Am Steuer des Porsche 911 RSR mit der Startnummer 56 wechseln sich Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister aus Langenfeld, Patrick Lindsey (USA) und Egidio Perfetti (N) ab. Auf Platz zwei beendeten im Team Proton Racing Porsche Young Professional Matt Campbell (AUS), Christian Ried (Schöneburg) und Porsche-Junior Julien Andlauer (F) das 20-minütige Qualifying. Das Schwesterauto mit der Nummer 88 und den Piloten Gianluca und Giorgio Roda (I) sowie Porsche Young Professional Matteo Cairoli (I) wurde Fünfter. Von Platz neun startet am Sonntag Gulf Racing mit den Fahrern Michael Wainwright (GB), Ben Barker (GB) sowie Alex Davison (AUS) in das Rennen.

Ergebnis Qualifying

Klasse GTE-Pro
1. Mücke/Pla (D/F), Ford GT, 1:55,727 Minuten
2. Lynn/Martin (GB/B), Aston Martin Vantage GTE, +0,078 Sekunden
3. Sorensen/Thiim (DK/DK), Aston Martin Vantage GTE, +0,376 Sekunden
4. Priaulx/Tincknell (GB/GB), Ford GT, +0,477 Sekunden
5. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR, +0,719 Sekunden
6. Rigon/Bird (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, +0,783 Sekunden
7. Farfus/Da Costa (BR/E), BMW M8 GTE, +1,004 Sekunden
8. Tomczyk/Catsburg (D/NL), BMW M8 GTE, +1,265 Sekunden
9. Pier Guidi/Calado (I/GB), Ferrari 488 GTE EVO, +1,378 Sekunden
10. Lietz/Bruni (A/I), Porsche 911 RSR, +1,424 Sekunden

Klasse GTE-Am
1. Bergmeister/Lindsey/Perfetti (D/USA/N), Porsche 911 RSR, 1:59,001 Minuten
2. Ried/Andlauer/Campbell (D/F/AUS), Porsche 911 RSR, +0,202 Sekunden
3. Yoluc/Adam/Eastwood (TR/GB/GB), Aston Martin Vant. GTE, +0,274 Sekunden
4. Dalla Lana/Lamy/Lauda (CDN/P/A), Aston Martin Vantage GTE, +0,337 Sekunden
5. Roda/Roda/Cairoli (I/I/I), Porsche 911 RSR, +0,756 Sekunden
6. Flohr/Castellacci/Fisichella (CH/I/I), Ferrari 488 GTE, +0,808 Sekunden
7. Ishikawa/Beretta/Cheever (J/MC/I), Ferrari 488 GTE, +1,002 Sekunden
8. Mok/Sawa/Griffin (MAL/J/IRL), Ferrari 488 GTE, +1,117 Sekunden
9. Wainwright/Barker/Davison (GB/GB/AUS), Porsche 911 RSR, +1,220 Sekunden

Die Fahrer des Porsche GT Teams

Mit der Startnummer 91 gehen Richard Lietz und Gianmaria Bruni in das Sechsstundenrennen. Der Italiener Bruni gewann 2012 und 2015 den WEC-Lauf in Silverstone, Lietz überquerte 2014 als Erster die Ziellinie. Den Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 teilen sich die Le-Mans-Champions Kévin Estre aus Frankreich und Michael Christensen aus Dänemark. Nach dem Sieg beim härtesten Langstreckenrennen der Welt führen beide Piloten die Fahrerwertung in der Klasse GTE-Pro an. Porsche liegt aktuell auf dem ersten Rang im Herstellerklassement.

Die Kundenteams

Drei Kundenteams setzen vier weitere 911 RSR in der Kategorie GTE-Am ein. Porsche-Junior Julien Andlauer (Frankreich), Christian Ried aus Schöneburg und Porsche Young Professional Matt Campbell (Australien) starten mit der Nummer 77. Das Trio von Dempsey Proton Racing reist nach dem Klassensieg in Le Mans als Spitzenreiter in der Fahrer- und Teamwertung an. Im Schwesterauto treten Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien), Khaled Al Qubaisi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Italiener Giorgio Roda an. Die Fahrer der Startnummer 88 holten in Le Mans die beste Startposition aller Teams in der Klasse GTE-Am. Für Project 1 pilotieren Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister (Langenfeld), der Amerikaner Patrick Lindsey und Egidio Perfetti (Norwegen) den 911 RSR. Die beiden Briten Michael Wainwright und Ben Barker wechseln sich mit Alex Davison aus Australien im Neunelfer des britischen Kundenteams Gulf Racing ab.

Das Rennen

2017 feierte in Silverstone die neueste Generation des Porsche 911 RSR ihr WEC-Debüt. Auf der englischen Strecke schafften die Porsche-Werksfahrer Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) gleich im ersten Lauf den Sprung aufs Podium. Die Vizeweltmeister aus 2017 beendeten das Rennen in Großbritannien als Dritte. 1950 fand in Silverstone das erste Formel-1-Rennen der neueren Grand-Prix-Geschichte statt. Auf dem Areal des ehemaligen Militärflughafens reihen sich legendäre Kurven wie Becketts, Copse und Stowe aneinander.

Der Porsche 911 RSR

Der Porsche 911 RSR feierte 2017 in Silverstone sein Debüt in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC. In diesem Jahr belegte der Rennwagen aus Weissach in Le Mans die ersten beiden Plätze in der Kategorie GTE-Pro und holte den Klassensieg in der GTE-Am. Der wassergekühlte Vierliter-Boxermotor basiert auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911. In Le Mans gingen die Startnummern 91 und 92 in historischen Sonderdesigns an den Start. Beim Lauf in Silverstone wird das Porsche GT Team wieder im Werksdesign mit den Grundfarben Weiß, Rot und Schwarz antreten.

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