28.01.2018

IMSA: Bester 911 RSR Sechster beim Jubiläumsrennen in Florida

Der 911 RSR mit der Startnummer 912, der vom zweifachen Le-Mans-Gesamtsieger Earl Bamber, Laurens Vanthoor und Gianmaria Bruni gefahren wurde, hat den sechsten Platz in der stark besetzten Klasse GTLM bei den 24 Stunden von Daytona belegt.

50 Jahre nach dem ersten Gesamtsieg von Porsche bei den 24 Stunden von Daytona war das Porsche GT Team am Wochenende mit zwei 911 RSR beim Langstreckenklassiker in Florida am Start. Dabei belegte der Rennwagen mit der Startnummer 912, der vom zweifachen Le-Mans-Gesamtsieger Earl Bamber (Neuseeland), Laurens Vanthoor (Belgien) und Gianmaria Bruni (Italien) gefahren wurde, den sechsten Platz in der stark besetzten Klasse GTLM. Der zweite 911 RSR mit der Startnummer 911, mit dem Patrick Pilet (Frankreich), Nick Tandy (Großbritannien) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) am Ende des ersten Renndrittels zeitweise in Führung lagen, kam am Sonntag als Achter ins Ziel. Zwei Reparaturstopps nach Ausritten in der Bus-Stop-Schikane verhinderten eine Top-Platzierung.

Im 911 RSR mit der Startnummer 912 fuhren Earl Bamber, Laurens Vanthoor und Gianmarias Bruni ein eher unauffälliges Rennen. Sie machten zwar keine größeren Fehler, konnten das Tempo der Spitze über die Distanz aber trotzdem nicht halten. Dazu kam, dass Gelbphasen in Daytona diesmal absolute Mangelware waren und damit auch die Möglichkeiten, den Rückstand auf die Führenden hinter dem Safety Car zu verkürzen. Gerade in den USA nutzt die Rennleitung nach Zwischenfällen auf der Strecke dieses Mittel gerne, um das Feld immer wieder zusammenzuführen und damit für anhaltende Spannung zu sorgen. Diesmal gab es jedoch nur vier solcher Gelbphasen – 2017 waren es noch 21.

Stimmen zum Rennen

Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge: „Wir haben bei der Rennvorbereitung und beim Start viele positive Erfahrungen gemacht, auch hinsichtlich der Performance unserer 911 RSR. Leider konnten wir das im Rennen nicht über die gesamte Distanz umsetzen. Das Ergebnis ist schon enttäuschend. Wir hatten Pech mit den zwei Unfällen, die viel Zeit gekostet haben. Dadurch ist das eigentlich schnellere Auto weit zurückgefallen. Das ganze Team hat hervorragend gearbeitet, hat gekämpft bis zum Schluss. Die Reparaturstopps waren perfekt. Trotzdem war leider nicht mehr drin. Das war nicht unser Rennen.“

Patrick Pilet (911 RSR #911): „Das ist natürlich ein enttäuschendes Ergebnis. Wir können jedoch niemandem einen Vorwurf machen. Fahrer und Team haben alles gegeben, und Unfälle können immer passieren, vor allem bei so schwierigen Bedingungen. Es war überhaupt ein sehr spezielles Daytona in diesem Jahr mit so wenigen Gelbphasen. Was mir an unserem Team gefällt ist, dass es nie aufgibt. Deshalb bleiben wir auch nach diesem schwierigen Saisonstart positiv und freuen uns auf das Rennen in Sebring.“

Nick Tandy (911 RSR #911): „Nach so einem unglücklichen Rennen müssen wir die positiven Dinge sehen. Positiv war zum Beispiel, wie das Team in dieser Woche zu einer Einheit zusammengewachsen ist, wo jeder wusste, was er zu tun hat. Dazu hatten wir keine Probleme im freien Training und waren in der Anfangsphase des Rennens gut unterwegs. Darauf müssen wir aufbauen. Daytona ist ein wichtiges Rennen, keine Frage. Doch die Saison hat eben erst begonnen.“

Frédéric Makowiecki (911 RSR #911): „Mit diesem Teamspirit und der tollen Leistung der gesamten Mannschaft, die keinen einzigen Fehler gemacht hat, werden wir in Sebring deutlich stärker sein.“

Earl Bamber (911 RSR #912): „Das war ein sehr hartes Rennen für uns gegen starke Konkurrenten. Vor uns liegt noch viel Arbeit, doch wir geben nicht auf. Wir nehmen die positiven Dinge mit und freuen uns auf Sebring.“

Laurens Vanthoor (911 RSR # 912): „Vor dem Rennen waren wir alle sehr zuversichtlich. Wir hatten hier einen sehr intensiven Test, konnten unseren 911 RSR gut für diese Strecke abstimmen. Umso enttäuschender jetzt diese Platzierungen. Daytona war diesmal ein seltsames Rennen mit sehr wenigen Safety-Car-Phasden. Wir haben eigentlich keine Fehler gemacht, waren in einigen Passagen jedoch einfach nicht schnell genug.“

Gianmaria Bruni (911 RSR # 912): „Daytona war mein erstes 24-Stunden-Rennen mit Porsche und allein schon deshalb ein tolles Erlebnis, das ich sehr genossen habe. Leider hatten wir im Rennen einige Probleme. Die müssen wir jetzt in Weissach analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, um in Sebring stärker zurückzukommen. Wir haben ein gutes Gesamtpaket, das müssen wir im Rennen nutzen.“

Die beiden Porsche 911 RSR beim spektakulären Langstreckenklassiker in Florida

Rennergebnis

Klasse GTLM
1. Westbrook/Briscoe/Dixon (GB/USA/NZL), Ford GT, 783 Runden
2. Hand/Müller/Bourdais (USA/D/F), Ford GT, 783
3. Magnussen/Garcia/Rockenfeller (DK/E/D), Chevrolet Corvette, 781
4. Gavin/Milner/Fässler (GB/USA/CH), Chevrolet Corvette, 780
5. Vilander/Pier Guidi/Calado/Rigon (SF/I/I/I), Ferrari 488, 774
6. Bamber/Vanthoor/Bruni (NZ/B/I), Porsche 911 RSR, 774
7. Krohn/Edwards/Catsburg/Farfus (SF/USA/NL/BRA), BMW M8, 774
8. Pilet/Tandy/Makowiecki (F/GB/F), Porsche 911 RSR, 753
9. Sims/de Phillippi/Auberlen/Eng (GB/USA/USA/A), BMW M8, 731

Klasse GTD
1. Bortolotti/Ineichen/Perera/Breukers (I/CH/F/NL), Lamborghini, 751 Runden
2. Parente/Legge/Hindman/Allmendinger (P/GB/USA/USA), Acura, 751
3. Sellers/Snow/Caldarelli/Miller (USA/USA/I/USA), Lamborghini, 751
18. Bergmeister/Lindsey/Siedler/Pappas (D/USA/A/USA), Porsche 911 GT3 R, 675
19. Long/Nielsen/Jaminet/Renauer (USA/DK/F/D), Porsche 911 GT3 R, 666
20. Cairoli/Müller/Smith/Walls/Prozcyk (I/D/CH/B/A), Porsche 911 GT3 R, 637

Das Rennen im Überblick
8:40 Uhr (Ortszeit)

Fahrer und Teams haben drei Viertel der Distanz bewältigt. Am Sonntagmorgen liegt der beste Porsche 911 RSR mit der Startnummer 912 auf dem fünften Platz in der Klasse GTLM. Gefahren wird er vom zweifachen Le-Mans-Gesamtsieger Earl Bamber sowie von Laurens Vanthoor und Gianmaria Bruni. Der zweite vom Porsche GT Team eingesetzte 911 RSR mit der Startnummer 911, mit dem Patrick Pilet und seine Teamkollegen Nick Tandy und Frédéric Makowiecki am späten Samstagabend zeitweise an der Spitze des stark besetzten GT-Feldes lagen, ist in der Nacht auf den achten Platz zurückgefallen.

Bei dem spektakulären Langstreckenklassiker in Florida waren acht Stunden und 293 Runden gefahren, als das Porsche GT Team die Hoffnung auf den 78. Klassensieg aufgeben musste. Nick Tandy, Le-Mans-Gesdamtsieger 2015, verlor in der Bus-Stop-Schikane die Kontrolle über seinen 911 RSR, rutschte mit hoher Geschwindigkeit über den von einem Regenschauer noch feuchten Grünstreifen neben der Strecke und prallte in die Reifenstapel. Dabei wurde sein Rennwagen aus Weissach so sehr beschädigt, dass er nach der Rückkehr an die Box direkt zur Reparatur in die Garage geschoben wurde. Die Mechanikercrew arbeitete mit Hochdruck und schaffte es, dass Nick Tandy nach 20 Minuten zurück auf die Strecke konnte. Durch diesen Zwischenfall verlor er 13 Runden auf die Klassenspitze, fiel vom vierten auf den achten Platz zurück. Ein weiterer Einschlag an derselben Stelle kostete im Verlauf der Nacht weitere wertvolle Zeit.

Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge: „Das war eine ziemlich schwierige Nacht. Unser 911 RSR mit der Nummer 911 ist gleich zweimal ohne Fremdeinwirkung eingeschlagen. Das ist natürlich ärgerlich. Dabei wurde vermutlich auch das Getriebe in Mitleidenschaft gezogen, das wir am Morgen reparieren mussten. Die Nummer 912 lief technisch unauffällig, uns fehlt allerdings ein bisschen Speed. Es gab bisher kaum Gelbphasen, was völlig außergewöhnlich ist in Daytona. Deshalb auch der große Abstand nach vorne. Wir gehen davon aus, dass sich das Tempo in den letzten Rennstunden nochmal verschärfen wird.“

22:40 Uhr (Ortszeit)

Mit der Startnummer 911 fuhren Patrick Pilet, Nick Tandy und Frédéric Makowiecki zeitweise an der Spitze der mit fünf Automobilherstellern am stärksten besetzten Klasse GTLM. Nach dem ersten Renndrittel und 261 Runden liegen sie auf dem fünften Platz. Ihre Teamkollegen Earl Bamber, Laurens Vanthoor  und Gianmaria Bruni sind mit der Startnummer 912 Siebter.

Auf dem 5,729 Kilometer langen Daytona International Speedway, der supermodernen Motorsport-Arena mit zwei schnellen Steilkurven und einem engen Infield, haben die Rennwagen aus Weissach den legendären Langstreckenklassiker in Florida aus der zweiten Startreihe in Angriff genommen. Gegen die starke Konkurrenz von BMW, Chevrolet, Ferrari und Ford konnten sie in der Startphase an ihre starke Vorstellung vom Qualifying anknüpfen und den Kontakt zur Spitze halten. Als nach fünf Stunden ein kurzer, aber heftiger Regenschauer niederging, wechselten die Porsche-Piloten im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten nicht auf Regenreifen. Ihre Rundenzeiten wurden dadurch zwar langsamer, dafür sparten sie sich aber gleich zwei Boxenstopps zum Reifenwechsel. Dank dieser Strategie und seiner sehenswerten Vorstellung mit profillosen Slicks auf der langsam abtrocknenden Strecke ging Patrick Pilet nach sechs Stunden erstmals in diesem Rennen in Führung.

15:40 Uhr (Ortszeit)

Beide Porsche 911 RSR sind ohne Probleme in das 24-Stunden-Rennen in Daytona gestartet. Die Rennwagen aus Weissach, die vor einem Jahr auf dem Daytona International Speedway ihre Rennpremiere feierten, fahren gegen starke Konkurrenten in der traditionell am härtesten umkämpften Klasse GTLM. Der 911 RSR mit der Startnummer 911, in dem sich Patrick Pilet, Nick Tandy und Frédéric Makowiecki abwechseln, belegt nach der ersten Rennstunde den fünften Platz. Der zweite vom Porsche GT Team beim Saisonauftakt der IMSA SportsCar Championship und des North American Endurance Cup eingesetzte 911 RSR mit der Startnummer 912 ist Sechster. Er wird von Laurens Vanthoor, Earl Bamber und Gianmaria Bruni gefahren.

Problemloser Start der 911 RSR

Info

Insgesamt 50 Fahrzeuge sind am Samstag um 14.40 Uhr zur 56. Auflage des Langstreckenklassikers in Florida gestartet. Erfolgreichster Hersteller in seiner Geschichte ist Porsche mit 22 Gesamt- und 77 Klassensiegen.

Der zweite Lauf der IMSA SportsCar Championship ist am 17. März das Zwölfstundenrennen in Sebring im US-Bundesstaat Florida.

Das ist die IMSA SportsCar Championship

Die IMSA SportsCar Championship ist eine Sportwagenrennserie, die seit 2014 in den USA und Kanada ausgetragen wird. Sie ist aus dem Zusammenschluss der American Le Mans Series und der Grand-Am Series entstanden. Sportprototypen und Sportwagen starten dabei in drei verschiedenen Klassen: GTLM (GT Le Mans), GTD (GT Daytona) und P (Prototype). Der Porsche 911 RSR fährt in der Klasse GTLM, der Porsche 911 GT3 R in der Klasse GTD.

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