Westlich von Amsterdam liegt der Küstenort Zandvoort, bekannt für seine langen Sandstrände, endlosen, grasbewachsenen Dünen und – das ist für manche überraschend – eine Rennstrecke, die einst Weltruhm genoss.

Der 1948 offiziell eröffnete Circuit Park Zandvoort war 1955 erstmals Gastgeber des Grand Prix der Formel 1, eines Rennens ganz im Zeichen des Argentiniers Juan Manuel Fangio, der virtuos wie eh und je am Steuer seines Mercedes W196 einen weiteren WM-Sieg einfuhr.

Die in direkter Nachbarschaft zu den gewaltigen Dünen der Nordseeküste gelegene Rennstrecke ist vor allem für ihre schnellen Kurven und die berüchtigte Haarnadelkurve „Tarzan“ bekannt. In den goldenen Tagen der Formel 1 war sie Austragungsort zahlreicher spannender Rennen. Das letzte Weltklasserennen in Zandvoort fand 1985 statt. In seinem 25. Grand Prix siegte Niki Lauda im McLaren knapp vor seinem Teamkollegen Alain Prost. Mit diesem letzten Großen Preis der Niederlande endete auch die Geschichte des Rennkurses, der den Anforderungen an moderne Strecken nicht mehr genügte.

Heute verhindern vor allem bürokratische Hürden ein Comeback der spannenden Strecke, und so besinnt sich der Circuit Park Zandvoort auf seine historischen Stärken. Zu den weniger bekannten und exklusiven Events gehört unter anderem der Historic Grand Prix Zandvoort, die holländische Antwort auf das Goodwood Revival. Hier zeigten in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal prächtige Klassiker verschiedener Motorsport-Disziplinen auf dem sandigen Asphalt, was sie unter der Haube haben.

Der RS Spyder in Zandvoort

Vor zehntausenden begeisterten Zuschauern, die sich im Fahrerlager und auf den Dünen drängten, um das Revival der Einsitzer und Sportwagen ihrer Kindheit aus nächster Nähe mitzuerleben, präsentierte diesmal auch Porsche Historic Motorsport die Schätze des firmeneigenen Museums.  Dazu gehörten der kultige 917K mit Gulf-Oil-Lackierung, der Targa-Florio-Bezwinger 908/3, der Le-Mans-Sieger 936/81, ein original 2.8 911 RSR von 1973 und der Eroberer RS Spyder.

An jedem der drei Festivaltage in der ersten Septemberwoche fuhren diese Legenden zahlreiche schnelle Runden mit Porsche-Größen wie Jan Lammers, Gijs van Lennep und Jürgen Barth am Steuer. Natürlich durfte auch die Autogrammstunde im eigens eingerichteten Porsche Classic Village nicht fehlen.

Überschattet wurde das Wochenende von dem schweren Unfall des Franzosen David Ferrer, den der 62-Jährige mit seinem March 701 erlitt. Der Unfall erinnert schmerzlich an die Gefahren, denen sich bereits die Fahrer der Vergangenheit auf dieser Strecke ausgesetzt sahen. Ferrer erlag wenige Tage nach dem Rennen seinen Verletzungen. Das gesamte Porsche-Team ist tief betroffen und möchte Davids Familie und Freunden sein herzliches Beileid aussprechen.

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