Editorial

Natur, Hoffnung, Wachstum, Freiheit, Autonomie, Jugend, Leben: die Farbe Grün. Überlegen, stark, vielseitig, perfekt, singulär, zeitlos: der Porsche 911. Zwei, die zueinander passen. Zuletzt Mitte Mai in Zuffenhausen, tausendfach in die Welt getragen. Der einmillionste 911 lief vom Band, ein 911 mit dem historischen Wappen auf der Fronthaube, einem goldenen Schriftzug am Heck in der Lieblingsfarbe der Familie Porsche: Irischgrün. 

Seit fast 55 Jahren wird der 911 jetzt gebaut, ein halbes Jahrhundert dauernde Evolution, sieben Generationen lang. Alter ist dennoch kein Thema. Mehr als 70 Prozent aller jemals gebauten Elfer sind fahrbereit. Kinder, im Kopf den Traum von einem Sportwagen, zeichnen seine Silhouette fast unbewusst: abfallende Dachlinie, tropfenförmig geschwungene Seitenscheiben, überwölbte Kotflügel, Peilkanten als Orientierungspunkte. 

„Ein formal stimmiges Produkt braucht keine Verzierungen“, sagte sein erster Designer Ferdinand Alexander Porsche. 

Kann ein Automobil, das eine Million Mal gebaut wurde und weiter gebaut werden wird, noch den Anspruch der Exklusivität erfüllen? Zerstört schiere Masse den Mythos? Wachstum den Kult? Ist schon viel genug? Oder wie viel ist genug?