Editorial

Rallye Portugal, 4. bis 9. März 1980, Arganil, die Königsetappe. Sauwetter. Nebel. Die Sicht beträgt weniger als fünf Meter. 42 Kilometer Blindflug. Auf Rädern. Röhrl, der Bayer, aus Regensburg, der zweimal Weltmeister werden wird, sagt zu seinem Copiloten: „Geistdörfer, schnoi di o! Jetza fahr i eana oan hi, dass sie d’Lizenz obgebn.“ Das Unfassbare geschieht: Röhrl fällt über die Phalanx der Rallyeelite her. Seinem ärgsten Kontrahenten Markku Alén nimmt er vier Minuten und 59 Sekunden ab. Im Ziel fehlt dem Dritten eine halbe Stunde auf Röhrl. Der sagt: „Wenn mir einer in so einer Prüfung fast fünf Minuten abnehmen würde, ich glaub’, ich würd’ mich umbringen.“

So entstehen im Sport Legenden. Die Legende Niki Lauda nennt die Legende Walter Röhrl einmal ein „Genie auf Rädern“. Und der undiplomatische Röhrl entgegnet dem Undiplomaten Lauda: „Das ist mir wurscht.“

So ist er, unser Walter, der „Lange“: Porsche-Repräsentant und Porsche-Versuchsfahrer seit 1993, Zuhörer, Ratgeber, Einflüsterer, Botschafter, Antreiber, Quertreiber.