Europa erlebt derzeit eine historische Phase der Wiederaufrüstung. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und wachsende Bedrohungen im Cyberraum haben die sicherheitspolitische Lage deutlich verschärft. Gleichzeitig wachsen die Zweifel an der Verlässlichkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien. Die eigene Verteidigungsfähigkeit ist damit zur Top-Priorität politischer Entscheidungsträger geworden. Allein Deutschland plant, seine Verteidigungsausgaben innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und die konventionell stärkste Armee Europas aufzubauen. Das Land hat zugesagt, bis 2029 ganze 5 Prozent seines BIP in Verteidigung zu investieren – 3,5 Prozent in direkte militärische Investitionen und weitere 1,5 Prozent in verteidigungsrelevante Infrastruktur. Werte dieser Größenordnung gab es zuletzt in den 1960er‑Jahren.
Für Industriegüterhersteller bedeutet diese Entwicklung weit mehr als einen politischen Kurswechsel – sie markiert eine tiefgreifende Markttransformation. Der wachsende Bedarf der europäischen Streitkräfte in allen militärischen Domänen – zu Land, in der Luft, zur See, im Weltraum und im Cyberraum – öffnet den Verteidigungssektor zunehmend für Unternehmen, die bislang ausschließlich zivil tätig waren. Insbesondere in Deutschland ergeben sich dadurch neue Chancen für Unternehmen, die in ihren angestammten Kernmärkten mit rückläufiger Nachfrage konfrontiert sind. Für diese Betriebe eröffnet sich die Möglichkeit, in den Verteidigungsmarkt zu diversifizieren und langfristiges Wachstum zu sichern.
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