Auf einen Blick
- Nach Gewinn des Herstellertitels: Fahrer- und Team-WM noch offen.
- Historischer Look anlässlich 75 Jahren Porsche Motorsport.
- Racing for Charity: letzte Runden der diesjährigen Spendeninitiative.
Nach dem vorzeitigen Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft beim Tokyo E-Prix Ende Juli kämpft die Stuttgarter Sportwagenschmiede noch um zwei weitere Titel: Der 31-jährige Sigmaringer Pascal Wehrlein liegt als Dritter in der Fahrerwertung nur fünf Punkte zurück; Spitzenreiter Jake Dennis aus England pilotiert für das Porsche-Kundenteam Andretti ebenfalls einen 99X Electric. In der Team-WM geht das werkseigene Porsche Formel-E-Team mit einem Rückstand von 14 Punkten ins Finale (Platz 2). In dieser Wertung zählen auch die Punkte von Wehrleins Teamkollege Nico Müller aus der Schweiz, der rechnerisch mit 44 Punkten Rückstand ebenfalls noch Chancen hat. Aufgrund der Rückstände kann Porsche beide Titel allenfalls im zweiten London-Rennen am Sonntagnachmittag gewinnen.
Historischer Look in Anlehnung an Erfolge der 80er-Jahre
2026 feiert Porsche 75 Jahre Motorsport – eine Geschichte, die 1951 mit dem Porsche 356 SL und einem Klassensieg in Le Mans begann. Am Wochenende, wenn der 99X Electric seine letzten Rennen bestreitet, feiert die Marke ihr Rennsportjubiläum mit einer historischen Folierung. Das Design greift die Farbgebung und Gestaltung verschiedener erfolgreicher Porsche-Rennfahrzeuge der 1980er-Jahre auf. Dazu zählt der Porsche 959, der 1986 die Rallye Paris–Dakar gewann. Auf der Rundstrecke feierten der Porsche 956 und der Porsche 962 C die größten Erfolge: Je zweimal holten die beiden weiß-blauen Gruppe-C-Sportprototypen den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans (1982 und 1983 sowie 1986 und 1987).
In- und Outdoor-Strecke mit besonderer Bedeutung
Große Erfolge erzielte Porsche Motorsport auch in London: Werksfahrer Wehrlein feierte 2024 den bislang einzigen Porsche-Rennsieg auf dem „ExCeL Circuit“ und sicherte sich mit Platz 2 im Sonntagsrennen seine erste Fahrer-WM in der Formel E. Im vergangenen Jahr holte das Porsche Formel-E-Team in London sowohl die Team- als auch die Hersteller-Weltmeisterschaft. Bereits 2023 hatte Dennis vom Kundenteam Andretti am selben Ort den ersten Fahrertitel für Porsche als Marke perfekt gemacht. Die 2,077 Kilometer lange temporäre Rennstrecke ist ein Unikat im Rennkalender. Im Osten der englischen Hauptstadt führt sie über das ExCeL-Messegelände und verbindet dabei Indoor- und Outdoor-Passagen. Die wechselnden Grip-Verhältnisse – insbesondere bei Regen – machen den Kurs zu einer der größten fahrerischen Herausforderungen der Saison.
Racing for Charity
Am Sonntag sammeln die Fahrer nicht nur ihre letzten Punkte und Pokale der Saison; Wehrlein und Müller drehen auch ihre letzten Runden für die diesjährige Auflage von „Racing for Charity“. Mit der Spendeninitiative verbindet Porsche in der Formel E sportlichen Erfolg und gesellschaftliches Engagement. Für jede Rennrunde der beiden Porsche 99X Electric des Werksteams spendet der Sportwagenhersteller 400 Euro zugunsten schwerkranker Kinder weltweit. Die finale Spendensumme gibt Porsche nach dem Event bekannt. Zugute kommt das Geld den Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und der Ferry-Porsche-Stiftung. Vor dem abschließenden Rennwochenende steht der Spendenbetrag bei 390.000 Euro.
ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft – Punktestände
Fahrerwertung
1. Jake Dennis (GBR), 146 Punkte – Porsche 99X Electric
2. Mitch Evans (NZL), 144 Punkte – Jaguar I-Type 7
3. Pascal Wehrlein (GER), 141 Punkte – Porsche 99X Electric
8. Nico Müller (SUI), 102 Punkte – Porsche 99X Electric
11. Felipe Drugovich (BRA), 65 Punkte – Porsche 99X Electric
12. Pepe Martí (ESP), 62 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
15. Dan Ticktum (GBR), 54 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
Teamwertung
1. Jaguar TCS Racing (GBR), 257 Punkte
2. Porsche Formel-E-Team (GER), 243 Punkte
3. Andretti Formula E (USA), 211 Punkte
8. CUPRA KIRO (USA), 116 Punkte
Herstellerwertung
1. Porsche, 448 Punkte
2. Jaguar, 351 Punkte
3. Stellantis, 243 Punkte
Die offiziellen Punktestände finden sich auf den Seiten der Formel E.
Die Formel E live im TV und im Internet
Die Saisonrennen 16 und 17 starten am 15. respektive 16. August um 15:05 Uhr Ortszeit (16:05 Uhr MESZ), das Qualifying beginnt an beiden Tagen um 10:40 Uhr Ortszeit (11:40 Uhr MESZ).
Deutschland: Alle Rennen und ausgewählte Qualifyings live im deutschen Fernsehen zeigt der frei empfangbare Sender DF1. Parallel laufen alle Rennen und alle Qualifyings live im Online-Stream (df1.de/live).
Schweiz: Im Schweizer Fernsehen laufen alle Rennen live bei den Free-TV-Sendern blue Zoom D und blue Zoom F mit deutschem respektive französischem Kommentar. Parallel laufen die Rennen live im Stream bei blue News (bluewin.ch).
Pay-TV: Ebenfalls live zeigt die meisten Rennen der Bezahlsender Eurosport 2. Beim kostenpflichtigen Streaming-Dienst discovery+ laufen sämtliche Rennen und Qualifyings live und auf Abruf.
Stimmen zum London E-Prix
Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E: „Die Ausgangslage vor London ist eine Herausforderung mit 5 und 14 Punkten Rückstand bei Fahrern und Teams. 2024 haben wir als Team bewiesen, dass wir einen Rückstand aufholen können. Pascals Rückstand damals betrug 12 Punkte. Was auch kommt: Wir gewinnen und verlieren zusammen – nur so viel ist sicher. Denn die Strecke in London ist immer für Überraschungen gut. Ich erwarte ein hochspannendes Wochenende. Wir werden alles geben und bis zur Zielflagge kämpfen.“
Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94): „Vor der Saison war es unser Ziel, nach London zu kommen und um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Das ist die positive Seite. Andererseits gab es in diesem Jahr einige Rennen, in denen wir noch mehr hätten rausholen können. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass wir noch im Titelkampf sind und alles in der eigenen Hand haben. Die Hersteller-WM haben wir bereits gewonnen. Jetzt werden wir alles geben, noch mehr Titel zu holen.“
Nico Müller, Porsche-Werksfahrer (#51): „Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen und meinen Beitrag zu leisten. Ich wünsche mir einfach ein sauberes Rennwochenende, an dem alles zusammenpasst. Das war in dieser Saison leider zu selten der Fall. Das Potenzial war immer da, aber wir konnten es zu selten ausschöpfen. Manchmal hätten wir selbst mehr herausholen können, manchmal hat das Glück gefehlt. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass sich das ändert, und ich freue mich darauf, in London das Beste rauszuholen.“
Porsche in der Formel E
Als aktueller Team- und Herstellerweltmeister bestreitet Porsche 2025/2026 seine siebte Formel-E-Saison. Neben dem werkseigenen Porsche Formel-E-Team startet das US-Kundenteam Andretti Formula E mit dem hocheffizienten Porsche 99X Electric der neusten Generation GEN3 Evo. Mit Cupra Kiro nimmt ein zweites Porsche-Kundenteam teil und setzt dabei auf 99X-Technik der Vorgängergeneration GEN3. In der Formel E gewinnt die Marke wertvolle Erkenntnisse für ihre Seriensportwagen.