11.09.2015

Porsche eröffnet neues Ausbildungszentrum

Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres hat Porsche am heutigen Freitag eines der modernsten Ausbildungszentren der Automobilbranche eingeweiht.

Auf einer Gesamtfläche von 14.000 Quadratmetern bietet der Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots in Zuffenhausen nicht nur Raum für bis zu 500 Auszubildende sowie Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Vielmehr schafft das neue Ausbildungszentrum dem Nachwuchs beste Voraussetzungen, um sich für die rasant steigenden Herausforderungen der Automobilindustrie zu rüsten. Zugleich trägt der Sportwagenhersteller mit dem 30-Millionen-Euro-Bau seinem Wachstum Rechnung: Von 2011 bis 2014 ist die Anzahl der Berufsanfänger bei Porsche um 50 Prozent auf aktuell 450 gestiegen. Sämtlichen Auszubildenden und Studenten sichert Porsche im Anschluss an die Ausbildung eine unbefristete Jobgarantie zu.

Der Neubau des Ausbildungszentrums in Zuffenhausen ist nicht nur ein klares Bekenntnis zu unserem Standort Stuttgart“, sagt Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, „vielmehr schaffen wir damit die Grundlage, dass wir auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Ausbildung gewährleisten. So entstehen Perspektiven – für die junge Generation und für uns selbst. Denn die hohe Innovationskraft der Marke Porsche verdanken wir vor allem unseren bestens ausgebildeten Mitarbeitern.“

(l.-r.) Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft in Baden-Württemberg, Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender Porsche AG, Dr. Wolfgang Porsche, Aufsichtsratsvorsitzender Porsche AG, Uwe Hück, Porsche-Gesamtbetriebsratschef, Thomas Edig, Vorstand Personal- und Sozialwesen Porsche AG, und Michael Föll, Erster Bürgermeister Stadt Stuttgart, 2015, Porsche AG

„Die berufliche Ausbildung ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft und der Automobilindustrie. Mit dem neuen Ausbildungszentrum investiert Porsche in eine innovative berufliche Ausbildung und in die Zukunft junger Menschen“, sagt Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft.

Chance auf eine Ausbildung für alle

Bei der Ausbildung geht Porsche immer wieder ungewöhnliche Wege. So hat es sich der Sportwagenhersteller etwa zum Ziel gesetzt, 40 Prozent der jährlich 106 Ausbildungsplätze im technisch-gewerblichen Bereich mit Hauptschülern zu besetzen. Zudem wurde der Anteil an weiblichen Auszubildenden in der technisch-gewerblichen Ausbildung in den vergangenen drei Jahren von fünf auf 27 Prozent gesteigert, Tendenz weiter steigend. Und mit dem Förderjahr bekommen seit 2013 jährlich elf Jugendliche, denen gemeinhin die Ausbildungsreife abgesprochen würde, eine Chance auf eine Ausbildung bei Porsche. Mit Erfolg: 30 der 33 Jugendlichen, die bisher das neun Monate dauernde Programm durchlaufen haben, absolvieren heute ihre Ausbildung in Zuffenhausen.

„Das ist alles keine Selbstverständlichkeit“, sagt Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück. „Die 40 Prozent Hauptschüler und das Förderjahr beruhen auf Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen. Dies zeigt, Mitbestimmung ist ein Erfolgsfaktor für die Gesellschaft und die Betriebe. Deshalb können wir alle auf die Mitbestimmungskultur bei Porsche stolz sein. Vor allem zeigt der Porsche-Weg, dass Profit und gesellschaftliche Verantwortung keine Gegensätze sind. Denn finanziert wird das alles durch die Flexibilität und Produktivität unserer Kolleginnen und Kollegen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. Wir brauchen Gewinne, um das Soziale zu erhalten und Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder zu übernehmen.“

Das neue Porsche-Ausbildungszentrum ist hochmodern ausgestattet.

Mit Blick in die Zukunft macht der Betriebsratsvorsitzende deutlich: „Klar ist, die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nehmen immer weiter zu. Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 werden die Arbeitswelt verändern und langfristig beeinflussen. Unser neues Ausbildungszentrum bietet unseren Auszubildenden und Studierenden optimale Rahmenbedingungen, damit sie die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt meistern können.“

Porsche bietet zehn verschiedene technische und kaufmännische Berufsausbildungen an. Darüber hinaus vereint das neue Ausbildungszentrum 102 Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg unter seinem Dach. In sieben Bachelorstudiengängen lernen sie beispielsweise die Praxis als Wirtschaftsinformatiker oder Elektrotechniker kennen. Mit dem neuen Ausbildungszentrum erhalten insbesondere die technisch-gewerblichen Auszubildenden in der Branche einmalige Bedingungen. Neben drei Lern- und Medienräumen sowie einer vollständigen Lackieranlage und Logistiklehrwerkstätten finden sich auch ein Veranstaltungsraum für bis zu 120 Personen, Umkleideräume und eine Cafeteria in dem 150 Meter langen, 30 Meter breiten und 21,5 Meter hohen Gebäude.

Auch bei der Energieeffizienz setzt das neue Ausbildungszentrum Maßstäbe. Mit Hilfe von vier regenerativen Energie-Systemen unterschreitet der Neubau die Energierichtlinien der Bundesregierung (EnEV) um 30 Prozent und erzielt eine positive Ökobilanz. So wird etwa der Großteil der Wärme und des Stroms von einem Blockheizkraftwerk vor Ort generiert. Zudem wird die Abluftwärme gespeichert, um frische Luft zu temperieren. Auch die Erdwärme wird genutzt: Energie, die per se in der Erde gespeichert ist, wird durch 110 aktivierte Betonpfeiler des Fundaments geleitet und kann anschließend zum Heizen oder Kühlen genutzt werden. Für die vierte Energiequelle, die Betonaktivierung, sind in den Betondecken Rohrsysteme eingebaut, in denen Wasser zirkuliert. Auch dieses System kann zum Kühlen wie Heizen eingesetzt werden.

Mit diesem nachhaltigen Ansatz erfüllt Porsche gerade bei der neuen Mitarbeitergeneration ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wunscharbeitgebers. Mindestens ebenso wichtig ist es, sich im Unternehmen weiterentwickeln zu können. Unter der Überschrift „lebenslanges Lernen“ bietet Porsche deshalb auch nach der Ausbildung ein umfassendes Weiterbildungsprogramm an. „Porsche weiß um seine Verantwortung als einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region, stellt sich den gewachsenen Anforderungen seiner Belegschaft und investiert mit diesem High-Tech-Gebäude konsequent in die Zukunft des Nachwuchses. Nicht umsonst zählt Porsche in den Arbeitgeberrankings zu den attraktivsten Arbeitgebern Deutschlands“, sagt Thomas Edig, Vorstand Personal- und Sozialwesen der Porsche AG. Mehr als 100.000 Bewerbungen im Jahr 2014 und eine Fluktuationsquote von 0,61 Prozent unterstreichen diese Attraktivität. Letztere ist auch auf das interne Talentmanagement zurückzuführen, denn immerhin 86 Prozent der in der ersten und zweiten Führungsebene neu zu besetzenden Stellen werden durch den eigenen Nachwuchs besetzt.

Daten und Fakten zum Porsche-Ausbildungszentrum:

Bauzeit und -kosten: 2 Jahre, 30 Millionen Euro

Kapazität: bis zu 500 Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule; aktuell pro Jahrgang 106 technisch-gewerbliche und 10 kaufmännische Auszubildene sowie 34 Studenten der Dualen Hochschule Baden- Württemberg

Infrastruktur: u.a. Lern- und Medienräume, Lackieranlage, Logistiklehrwerkstätten, Vernastaltungsraum, Sozialräume und Cafeteria, 70 Stellplätze in der Tiefgarage

Grundstücksgröße: 9.000 Quadratmeter

Bruttogechossfläche: 14.000 Quadratmeter

Gebäudemaße: 125 Meter lang, 30 Meter breit, 21,5 Meter hoch

Verbaute Masse: u.a. 11.000 Kubikmeter Beton, 2.000 Tonnen Stahl, 1.700 Quadratmeter Glas

Energieffizienz: 30 Prozent unter den Energierichtlinien der Bundesregierung (EnEV), vier regenerative Energiesysteme:

- Blockheizkraftwerk für Wärme und Strom

- Abluftwärme zur Temperierung frischer Luft

- Erdwärme (Heizen und Kühlen): über Aktivierung von 110 Betonpfeilern des Fundaments

- Betonaktivierung (Heizen und Kühlen): mittels zirkulierendem Wasser in Rohrsystemen in den Betondecken

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