02.07.2014

Fit für die Zukunft

Porsche wächst. Um die damit einhergehenden Herausforderungen zu bewältigen, hat der Sportwagenhersteller vielfältige Maßnahmen initiiert.

Im vergangenen Jahr hat die Porsche AG in Zuffenhausen mit 162.145 ausgelieferten Sportwagen und einem neuen Rekordumsatz von mehr als 14,3 Milliarden Euro erneut Bestmarken gesetzt. Und auch das Wachstum in der Belegschaft ist seit Jahren rekordverdächtig: Waren es zu Beginn des Jahres 2010 weltweit noch rund 12.700 Mitarbeiter im Porsche Konzern, so sind es jetzt über 21.000. Alleine 18.600 davon arbeiten in Deutschland. Um die damit einhergehenden großen Herausforderungen für die Organisation und Infrastruktur zu bewältigen, hat der Sportwagenhersteller nun vielfältige Maßnahmen initiiert.

Porsche positioniert sich als Arbeitgeber der Zukunft

So hatte die Porsche AG erst vor einigen Wochen verkündet, weiter jährlich rund 200 Millionen Euro in seine Standorte zu investieren. Mit der Porsche Pflegezeit, Wahlarbeitszeit, freiwillige persönliche Auszeit, Home Office und einer Kinderbetreuung an den Standorten in der Region Stuttgart reagiert der Sportwagenhersteller nun im Rahmen aktueller Betriebsvereinbarungen zudem auf veränderte Bedürfnisse seiner Mitarbeiter und macht sich dabei fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft.

„Alleine 73 000 Bewerbungen im Jahr 2013 und zahlreiche Spitzenplätze bei Arbeitgeberrankings unterstreichen die Attraktivität von Porsche für Arbeitnehmer“, sagt Thomas Edig, Vorstand für Personal und Sozialwesen und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Dabei sei man sich aber bewusst, dass diese Attraktivität auch im hohen Maße der Begeisterung für die Sportwagen der Marke geschuldet ist. „Umso wichtiger ist es“, betont Thomas Edig, „das Unternehmen für Beschäftigte und Bewerber mehr denn je auch als Arbeitgebermarke erlebbar zu machen, durchaus in dem Bewusstsein, gerade für die Ansprüche von Akademikern nicht immer Trendsetter gewesen zu sein. Umso wichtiger ist es, uns für diese Klientel noch stärker als attraktiven Arbeitgeber zu zeigen, der als Premiumhersteller an den Technologien der Zukunft arbeitet. Eine Fluktuationsquote von 0,61 Prozent zeigt aber auch, dass unsere Personalarbeit in der Vergangenheit bereits ein sehr gutes Niveau hatte. Dafür spricht auch, dass wir 90 Prozent der Positionen in der ersten und zweiten Führungsebene mit eigenen Leuten besetzt haben.“

Entwicklungsmöglichkeiten für Fach- und Führungskräfte

Ob Fach- oder Führungskraft – in jedem Fall bietet Porsche Frauen wie Männern eine Reihe an Entwicklungsmöglichkeiten, denn als Premiumhersteller arbeitet das Unternehmen an der Spitzentechnik der Zukunft. Dabei verweist Thomas Edig unter anderem auf die Themen rund um E-Mobility und vernetzte Fahrzeugtechnik. Oder auf den Motorsport, der insbesondere Nachwuchsingenieuren die Chance bietet, sich in jungen Jahren ein enormes Wissen bei der Entwicklung von neuen Technologien anzueignen. Viele der Absolventen kommen dabei von den Dualen Hochschulen in Baden-Württemberg, zu denen Porsche eine enge Beziehung pflegt, weil sie Theorie und Praxis ideal kombinieren. Für diese und andere Studienabgänger bietet Porsche künftig im Übrigen einen weiteren Anreiz in Form eines Trainee-Programms, für das sich Absolventen mit besonderen Studienleistungen empfehlen können.

Betriebsvereinbarungen

Porsche Pflegezeit

  • Start: 1. März 2014

  • Freistellung für maximal drei Monate bei akut auftretender Pflegesituation naher Angehöriger.

  • Weiterhin 75 Prozent des Bruttomonatsentgelts.

Die Regelung gilt für die Pflege von Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwistern, Kindern, Adoptiv- oder Pflegekindern sowie Kindern, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkindern und Enkelkindern. Voraussetzung: Gilt für Mitarbeiter (auch in Altersteilzeit) mit unbefristeten Arbeitsverhältnis und Betriebszugehörigkeit von mindestens sechs Monaten unter Vorlage einer ärztlich bestätigten voraussichtlichen Pflegebedürftigkeit der zu versorgen-den Person. Kosten: teilen sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite jeweils zur Hälfte. Der Arbeitnehmer-Beitrag wird aus dem ERA-Anpassungsfonds finanziert.

Homeoffice

  • Ziele: bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Steigerung der Motivation und Arbeitszufriedenheit.

  • Gilt für Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverhältnis und Betriebszugehörigkeit von mindestens sechs Monaten.

  • Begrenzt auf vier Prozent der Beschäftigten.

  • Maximal zwei Tage pro Woche.

Lebensphasenorientierte Arbeitszeit

  • Wahlfreiheit bei Gestaltung der Arbeitszeit entsprechend der persönlichen Lebensbedürfnisse (Wahlarbeitszeit)

  • Die Arbeitszeit kann auf Wunsch des Mitarbeiters befristet für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren von 35 Stunden auf circa 20 Stunden abgesenkt werden.

Freiwillige persönliche Auszeit

  • Ermöglichung einer längeren persönlichen Auszeit (maximal 12 Monate) zur individuellen Gestaltung der Lebensplanung.

  • Während der gesamten Laufzeit bezieht der Mitarbeiter Entgelt entsprechend dem vereinbarten abgesenkten Faktor.

Kinderbetreuung

  • Belegplätze durch Kooperationen mit insgesamt vier standortnahen Kindertagesstätten (Zuffenhausen, Weissach, Mönsheim, Sachsenheim).

  • Porsche Ferienprogramm: (sechswöchiges Sommer-) Schulferienprogramm in Kooperation mit der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft.

  • Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren können für unterschiedliche Projekte angemeldet werden.

  • Die Kosten betragen für die Mitarbeiter 50 bis 75 Euro pro Kind und Woche.

Porsche in Zahlen

Mitarbeiterentwicklung (per 31.12.)

  • 2010: 12.700

  • 2011: 15.307

  • 2012: 17.502

  • 2013: 19.456

  • 2014 (Stand 31. Mai): 21.134

Mitarbeiter nach Geschlecht

  • 17.532 männlich

  • 3.602 weiblich (17 Prozent)

Geschäftsjahr 2013 (gegenüber 2012)

  • Auslieferungen: 162.145 Fahrzeuge (plus 15 Prozent)

  • Umsatz: 14,3 Milliarden Euro (plus drei Prozent)

  • Operatives Ergebnis (EBIT): fast 2,6 Milliarden Euro (plus sechs Prozent)

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