Sustainability Rating (S-Rating)

Für die Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance aller unmittelbaren Zulieferer von Produktionsmaterial und ausgewählter Zulieferer von Nichtproduktionsmaterial verwendet Porsche im Vergabeprozess der Beschaffung das Sustainability Rating (S-Rating).

Anhand festgelegter Kriterien überprüft Porsche auf diese Weise menschenrechtliche und umweltbezogene Aspekte sowie die Einhaltung des Code of Conduct für Geschäftspartner.

Das S-Rating ist seit 2019 ein im Volkswagen Konzern etabliertes verbindliches Vergabekriterium und wird regelmäßig prozessual überarbeitet. Die Bewertungslogik unterscheidet nach positivem und negativem S-Rating: Unmittelbare Zulieferer mit einem positiven S-Rating erfüllen die Nachhaltigkeitsanforderungen und sind somit grundsätzlich vergabefähig.

Ein negatives S-Rating bedeutet, dass der Zulieferer noch nicht alle notwendigen Nachweise eingereicht hat oder dass ein Verstoß gegen die Nachhaltigkeitsanforderungen vorliegt. Unmittelbare Zulieferer mit einem negativen S-Rating sind grundsätzlich nicht vergabefähig. Somit besteht ein direkter Anreiz für unmittelbare Zulieferer, ihre Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern.

Die Überprüfung im Rahmen des S-Ratings erfolgt risikobasiert und anlassbezogen in einem mehrstufigen Prozess und ist vor jeder Neuvergabe verpflichtend. Grundlage ist eine Risikoanalyse, die Umwelt- und Sozialaspekte berücksichtigt.

Die Risikoexposition wird durch eine Kombination aus einem Länderrisiko und einer Selbstauskunft der unmittelbaren Zulieferer zu Unternehmensprozessen und -richtlinien ermittelt. Ergänzend finden risikobasierte Audits zur Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistungen statt. Die Risikoexposition des unmittelbaren Zulieferers entscheidet über den Umfang der Prüfung.

Die Bewertung der unmittelbaren Zulieferer beginnt mit einem standardisierten Fragebogen zur Selbsteinschätzung – dem „Self-Assessment-Questionnaire“ (SAQ). Der SAQ ist ein im Rahmen der „Drive Sustainability“-Initiative gemeinsam entwickelter, branchenweiter Industriestandard der Automobilindustrie, der Nachhaltigkeits‑, Menschenrechts‑ und Umweltanforderungen prüft. Ergänzend werden Lieferanten risikobasiert für Vor-Ort-Audits ausgewählt, die durch unabhängige Nachhaltigkeitsauditoren durchgeführt werden.

Beobachtet der Auditor Auffälligkeiten, erhält der unmittelbare Zulieferer eine negative Bewertung. Bei einer Zielerreichung unterhalb eines definierten Schwellenwerts setzt Porsche gemeinsam mit dem betroffenen Zulieferer einen Maßnahmenplan auf und der Zulieferer muss die festgestellten Auffälligkeiten gemäß vereinbartem Zeitplan beheben. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird fallabhängig kontrolliert, bspw. im Rahmen eines Follow-up-Audits. Betroffene Zulieferer werden grundsätzlich so lange nicht bei Vergaben berücksichtigt, bis sie die Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.