08.10.2017

Zwei Titel im North American Endurance Cup für neuen 911 RSR

Auf der legendären Road Atlanta ging die erste Rennsaison des neuen Porsche 911 RSR in den USA und Kanada mit einem wichtigen Erfolg zu Ende: Patrick Pilet und Dirk Werner sicherten sich in der Klasse GTLM den Gewinn des prestigeträchtigen North American Endurance Cup.

Für diese härteste Performance- und Zuverlässigkeitswertung im weltweiten GT-Rennsport werden neben dem am Samstag auf der Traditionsrennstrecke im US-Bundesstaat Georgia ausgetragenen Petit Le Mans auch die Langstreckenklassiker Daytona, Sebring und Watkins Glen gewertet. Den Sieg im Teamklassement erkämpfte sich das Porsche GT Team, das den von Porsche Motorsport in Weissach für diese Saison komplett neu entwickelten 911 RSR einsetzt. In der Herstellerwertung belegte Porsche mit nur einem Punkt Rückstand den zweiten Platz und ließ dabei so starke Konkurrenten wie Chevrolet, BMW und Ferrari hinter sich. Bei den vier Rennen des North American Endurance Cup müssen Teams und Fahrer insgesamt 52 Stunden lang ihre Konstanz und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.

Das Petit Le Mans auf der 4,087 Kilometer langen Road Atlanta war gleichzeitig das Saisonfinale der IMSA SportsCar Championship, der bedeutendsten Sportwagenrennserie Nordamerikas. In dem hart umkämpften Zehnstundenrennen belegten Patrick Pilet (Frankreich) und Dirk Werner (Würzburg), die von Le-Mans-Gesamtsieger Nick Tandy (Großbritannien) als drittem Fahrer unterstützten wurden, nach 392 Runden den sechsten Platz in der Klasse GTLM. Dieses Ergebnis reichte sowohl den Fahrern als auch dem Porsche GT Team, die jeweils als Tabellenführer angereist waren, zum Gewinn des North American Endurance Cup. Mit dem zweiten 911 RSR belegten ihre Teamkollegen Laurens Vanthoor (Belgien) und Gianmaria Bruni (Italien), die über weite Strecken auf Podiumskurs fuhren, den fünften Platz. Der dritte Fahrer auf diesem Auto war mit Earl Bamber (Neuseeland) ein weiterer Le-Mans-Gesamtsieger aus dem Porsche-Werksfahrerkader.

In seiner ersten Rennsaison in den USA und Kanada feierte der neue Porsche 911 RSR bereits vor dem Saisonfinale zahlreiche Erfolge. Seinen ersten Sieg holte er am 22. Juli in Lime Rock. Dazu kamen vier Podiumsplatzierungen in Daytona, Long Beach, Elkhart Lake und Laguna Seca sowie eine Pole-Position in Bowmanville.

Beim Petit Le Mans verabschiedeten sich auch die von Werksfahrern unterstützten Porsche-Kundenteams in der Klasse GTD mit einer starken Vorstellung in die Winterpause. Michael Christensen (Dänemark) wurde mit dem 911 GT3 R von Alegra Motorsports und seinen amerikanischen Teamkollegen Daniel Morad und Michael de Quesada Zweiter. Jörg Bergmeister (Langenfeld) belegte zusammen mit den Amerikanern Patrick Lindsey und Matthew McMurry den dritten Platz. Beide Teams feierten in dieser Saison auch schon einen Sieg mit dem über 500 PS starken Kundensportrenner, den Porsche Motorsport für die weltweiten GT3-Serien entwickelt hat: Alegra Motorsports beim 24-Stunden-Klassiker in Daytona, Park Place Motorsports in Lime Rock.

Das Porsche GT Team erkämpfte sich den Sieg im Teamklassement

Stimmen zum Rennen

Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge: „In diesem Rennen haben wir den ersten Titel für den neuen 911 RSR eingefahren. Der Gewinn des North American Endurance Cup für Fahrer und Team hat gezeigt, dass wir bei den großen Langstreckenrennen immer zum richtigen Zeitpunkt weit vorne lagen und damit über die Saison vor allem auch die Zuverlässigkeit unseres Fahrzeugs unterstrichen haben. Für eine Einsteigersaison mit einem komplett neuem Auto war das eine gute Leistung. Herzlichen Glückwunsch an unsere Kundenteams für ihre Podiumsplatzierungen in der Klasse GTD. Sie haben mit einer hervorragenden Fahrer- und Teamleistung erneut gezeigt, was in unserem 911 GT3 R steckt. Ich hoffe, dass sie diese Erfolge im nächsten Jahr bestätigen können.“

Patrick Pilet (911 RSR #911): „Den North American Endurance Cup zu gewinnen, ist eine tolle Teamleistung. Ich freue mich, dass wir diese Trophäe nach Weissach bringen können als ein Dankeschön an alle, die an dem neuen 911 RSR mitgearbeitet und uns in dieser Saison so toll unterstützt haben. Dieses Rennen war sehr schwierig für uns. Wir mussten hart kämpfen, um uns am Ende gegen unsere stärksten Konkurrenten durchzusetzen. Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben.“

Dirk Werner (911 RSR #911): „Unser großes Ziel in diesem Rennen war der Gewinn des North American Endurance Cup. Das haben wir geschafft, und es freut mich für alle in unserem Team. Es war eine schwierige Saison, und auch dieses letzte Rennen mit vielen Zwischenfällen und Safety-Car-Phasen war alles andere als einfach. Umso mehr freue ich mich, dass wir jetzt diesen Erfolg feiern können.“

Nick Tandy (911 RSR #911): „Für mich war es schön, auf dieser legendären Rennstrecke wieder ein Teil dieses Teams zu sein und Patrick und Dirk dabei zu helfen, den North American Endurance Cup zu gewinnen. Dass dies gleichzeitig der erste Titel für den neuen 911 RSR ist, macht ihn umso wertvoller.“

Laurens Vanthoor (911 RSR #912): „Wir hatten heute nicht die Pace, um ernsthaft um den Sieg kämpfen zu können. Wir haben alles versucht, hatten eine sehr gute Strategie, doch das hat nicht gereicht. Ich freue mich für unsere Teamkollegen, die den North American Endurance Cup gewonnen haben. Das ist eine starke Leistung. Wir richten unseren Blick ab sofort auf 2018 und wollen alles versuchen, um noch stärker zurückzukommen.“

Gianmaria Bruni (911 RSR #912): „Das war ein harter Kampf. Durch den Zwischenfall beim Boxenstopp, als unser 911 RSR kurz Feuer fing, haben wir viel Zeit verloren. Dank einer perfekte Boxenstoppstrategie konnten wir uns die verlorene Runde aber wieder zurückholen. Die vielen engen Duelle haben richtig Spaß gemacht.“

Earl Bamber (911 RSR #912): „Es war großartig, mit dem neuen 911 RSR auf der Road Atlanta zu fahren. Unsere Longruns waren gut, nur bei den Re-Starts hatten wir Probleme. Trotzdem haben wir bis zum Schluss gekämpft. Schade, dass wir uns nicht mit einem Podium belohnen konnten.“

Michael Christensen (911 GT3 R #28): „Zum Saisonauftakt der Sieg in Daytona und jetzt der zweite Platz beim Petit Le Mans – die Klassiker scheinen uns zu liegen. Ich freue mich für Alegra Motorsports und meine Teamkollegen über diesen hart erkämpften Erfolg. Dieses Rennen bringt jeden an sein Limit. Doch wenn man dafür mit einem Podium belohnt wird, haben sich alle Anstrengungen gelohnt.“

Jörg Bergmeister (911 GT3 R #73): „Eine so harte Saison mit einem Podium zu beenden, fühlt sich immer gut an. Schließlich sind wir nur vom zwölften Startplatz losgefahren. Es war ein sehr hartes Rennen, da wir weder eine Kühlweste noch eine Trinkflasche hatten. Aber ich mag solche Herausforderungen.“

Ergebnis Rennen

Klasse GTLM
1. Auberlen/Sims/Wittmer (USA/GB/CAN), BMW M6, 392 Runden
2. Garcia/Magnussen/Rockenfeller (E/DK/D), Corvette, 392
3. Fisichella/Vilander/Pier Guidi (I/SF/I)), Ferrari 488 GTE, 392
4. Gavin/Milner/Fässler (GB/USA/CH), Corvette, 392
5. Vanthoor/Bruni/Bamber (B/I/NZ), Porsche 911 RSR, + 392
6. Pilet/Werner/Tandy (F/D/GB), Porsche 911 RSR, 392
7. Hand/Müller/Bourdais (USA/D/F), Ford GT, 392
8. Westbrook/Briscoe/Dixon (GB/USA/NZ), Ford GT, 390
9. Edwards/Tomczyk/Catsburg (USA/D/NL), BMW M6, 338

Klasse GTD
1. De Phillippi/Mies/van der Linde (USA/D/RSA), Audi R8, 382 Runden
2. Morad/Christensen/de Quesada (USA/DK/USA), Porsche 911 GT3 R, 382
3. Bergmeister/Lindsey/McMurry (D/USA/USA), Porsche 911 GT3 R, 382
5. Braun/Bennett/Jonsson (USA/USA/S), Porsche 911 GT3 R, 380

Der neue 911 RSR

Der neue Porsche 911 RSR wurde von Porsche Motorsport in Weissach entwickelt und gebaut. Er basiert auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 und ist der spektakulärste Porsche 911 aller Zeiten. Seine Rennpremiere feierte er im Januar 2017 beim 24-Stunden-Rennen in Daytona/USA. Der 510 PS starke Rennwagen ist eine komplette Neuentwicklung. Mit dem Vorgängermodell hat Porsche 2015 die GT-Meistertitel für Hersteller, Fahrer und Teams sowohl in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC als auch in der IMSA SportsCar Championship gewonnen.

Bei der Konstruktion des neuen 911 RSR wurde das gesamte Konzept des Fahrzeuges von Grund auf überarbeitet. Die Verschiebung des Motors vor die Hinterachse schuf Platz für einen massiven Heckdiffusor, der deutlich mehr Abtrieb generiert. Gleichzeitig konnte so die Gewichtsverteilung weiter optimiert werden, was unter anderem auch dem Reifenverschleiß zugute kommt. Bereits Anfang 2015 starteten die Ingenieure in Weissach mit der Entwicklung des neuen 911 RSR. Der Roll-out, also der erste Kontakt des Fahrzeugs mit der Rennstrecke, fand im März 2016 auf der Porsche-Teststrecke im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach statt. Dabei hatten auch die schon früh in die Entwicklung mit einbezogenen GT-Werksfahrer die Möglichkeit, die ersten Kilometer mit dem neuen 911 RSR zurückzulegen.

Der Höhepunkt der Testphase war ein 50-Stunden-Dauerlauf in Sebring. Bereits vor seinem ersten Rennen bewies der 911 RSR hier seine Zuverlässigkeit. Der Test auf dieser Strecke in Florida mit ihren vielen Bodenwellen, auf der Mensch und Material mit am stärksten beansprucht werden, verlief ohne größere Probleme. Auch im Wettbewerb war der neue 911 RSR auf Anhieb konkurrenzfähig. Bei den Langstreckenklassikern in Daytona und Sebring überzeugte er mit einer starken Performance. Bis dahin hatte Porsche Motorsport über 45.000 Testkilometer auf verschiedenen Rennstrecken abgespult – mehr als bei der Entwicklung jedes anderen Porsche-GT-Rennautos zuvor.

Info

Alle Ergebnisse und Punktestände der IMSA WeatherTech SportsCar Championship gibt es im Internet unter results.imsa.com.

Der North American Endurance Cup, den Porsche bereits 2014 gewonnen hat, ist die härteste und prestigeträchtigste Performance- und Zuverlässigkeitswertung im weltweiten GT-Rennsport. Gewertet werden dafür die Langstreckenklassiker 24 Stunden Daytona, 12 Stunden Sebring, 6 Stunden Watkins Glen sowie das Petit Le Mans auf der legendären Road Atlanta, das zehn Stunden dauert. Punkte gibt es in jedem Rennen nicht nur für das Endergebnis, sondern auch für Zwischenstände – beim Petit Le Mans zum Beispiel zusätzlich nach vier und nach acht Stunden. Alle Rennen werden im Rahmen der IMSA SportsCar Championship gefahren.

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