Es war ein historischer Moment für Porsche, als zwei 919 Hybrid am gestrigen Sonntag, 14. Juni, die Ziellinie des Circuit des 24 Heures passierten. Nach 16 Jahren Pause war Porsche 2014 wieder nach Le Mans zurückgekehrt, schon ein Jahr später: der Doppelsieg.

„Das ist ein grandioser Erfolg, von dem wir nicht zu träumen gewagt hätten“, sagte Vorstandsvorsitzender Matthias Müller nach dem Rennen. „Das Team hat über drei, vier Jahre einen Bombenjob gemacht und diesen Erfolg verdient.“ Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz sieht diesen als „Lohn für den Mut unserer Entwickler bei der Konzeption des 919 Hybrid und für den großen Einsatz von 230 Mitarbeitern.“ Diese seien in den vergangenen Jahren zu einem fantastischen Team zusammengewachsen, betont Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Ich kann nur danke sagen an diese Mannschaft, die einfach Spaß am Sport hat, die hundert Prozent Einsatz gibt.“ Begreifen werde Enzinger den Erfolg wohl erst in ein paar Tagen so richtig.

Ähnlich geht es auch den Fahrern des Siegerautos – denn ausgerechnet die Rookie-Besetzung schaffte es ganz nach oben aufs Podest. Weder Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg – der als Start- und Zielfahrer die emotionalsten Momente des Rennens aus der Cockpitperspektive erleben konnte – noch Earl Bamber brachten Le-Mans-Erfahrung mit. Nick Tandy, der dritte Fahrer im Trio, hatte immerhin bereits zwei 24-Stunden-Rennen in Le Mans für Porsche in der GT-Klasse absolviert. Doch mit superschnellen Runden, hoher Konzentration und Souveränität fuhren die drei ein fehlerfreies Rennen und verdienten sich so den Sieg.

So sehen es auch die Medien:

„Galten die Audis bisher immer als Reifenflüsterer, konnten nun auch die Porsche 919 Hybrid mit den Pneus besser umgehen. Dazu kam auch noch der geringere Verbrauch der Zuffenhausener Boliden, die in der Regel zwischen den Boxenstopps eine Runde länger fahren konnten, als die Audis und diese so unter Druck setzten. Außerdem schlug Porsche Audi mit deren bester Waffe, der Zuverlässigkeit und da der große Dritte im Bunde - Toyota - nur noch eine Statistenrolle spielte, stand dem Erfolg der Schwaben nichts mehr im Weg.“ Focus Online

„2015 hatte Audi mit mehreren Problemen zu kämpfen, während das Rennen bei dem siegreichen Porsche reibungslos verlief. Vom Start weg konnten sich die jeweils drei Rennwagen der deutschen Hersteller schnell vom Rest des Feldes absetzen und lieferten sich ein enges Duell mit ständigen Führungswechseln.“ Wirtschaftswoche.de

„Niemand hatte erwartet, dass Hülkenberg bei seinem ersten Le-Mans-Einsatz nachts solch gute Rundenzeiten fahren würde. Er teilt sich das Auto mit den Porsche-Werksfahrern Earl Bamber und Nick Tandy. Für Hülkenberg ist das eine Umstellung zur One-Man-Show Formel 1. ,Es ist ein Miteinander, echte Teamarbeit und eine ganz andere Atmosphäre.“ Genau wie in Le Mans selbst.‘“ tagesspiegel.de

„Die drei Porsche 919 hatten das Qualifying dominiert und sie bewiesen auch im Rennen Durchhaltevermögen. Dass ausgerechnet das Nummer-3-Auto nach souveräner Leistung der drei Newcomer schließlich das bessere Ende für sich hatte, war doch eine Überraschung.“ Salzburger Nachrichten Online

„Warum siegte Porsche? Einfach gesagt: Der Porsche 919 Hybrid von Nico Hülkenberg, Earl Bamber und Nick Tandy fuhr ein tadelloses Nullfehlerrennen und war trotzdem schnell. ,Der Sieg ist verdient, sie haben alles richtig gemacht, hatten keine technischen Probleme und waren konstant schnell‘, lobte Joest-Technikdirektor Ralf Jüttner, der den Einsatz von Porsche-Gegner Audi steuerte. Während bei den anderen beiden Porsche kleinere Probleme in Summe für entscheidende Zeitverluste sorgten, schnurrte das Auto mit der Startnummer 19 durch.“ auto-motor-und-sport.de

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