18.05.2015

24 Stunden, die die Welt bedeuten - Teil 1

Der Mythos Le Mans. Hier konnte (gerade) Porsche legendäre Siege feiern. Zu den irrsten und unerbittlichsten 24 Stunden der Welt 24 historische Fakten - in vier Teilen.

Fakt 1

Abspecken war 1951 die Devise. Mit dem 356, der den Zusatz „SL (Super Leicht)“ verpasst bekam, legt Porsche den Grundstein für seine Leichtbautradition. Die Aluminiumkarosserie des 356 war mit 640 kg ein echtes Fliegengewicht. 

Porsche 356 SL (Super leicht), 1951 (Foto: Studio Orel)

Fakt 2

Ein Mann namens Axel Linther startete 1956 zusammen mit Richard von Frankenberg auf einem 550 A Coupé – es ist niemand anderes als Wolfgang Alexander Albert Eduard Maximilian Graf Berghe von Trips. Unter seinem richtigen Namen wird er später zur Rennlegende werden. In seinen Anfangsjahren aber wollte er verhindern, dass sich seine Eltern zu viele Sorgen machen.

Fakt 3

Nicht nur wer sein Rad liebt, der schiebt. Auch ein 550 A Spyder ist es durchaus wert, geschoben zu werden. Über die Ziellinie zum Beispiel. So geschehen 1957, als Claude Storez nach 23 Stunden mit leerem Tank liegenblieb und sein Fahrzeug kurzerhand ins Ziel schob. Seine Willensstärke wurde mit dem siebten Platz belohnt. Aber nur kurz. Später wurde er disqualifiziert.

Rennfahrer Cluade Storez im 550 A Spyder, 1957 (Foto: Studio Orel)

Fakt 4

Was Storez kann, kann Edgar Barth schon lange. Dank dieses Mal legaler „Schiebung“ gewinnen Herbert Linge und Edgar Barth 1963 auf einem 718 W-RS Spyder in der Zweiliter-Klasse. Nur 200 Meter vor der Box hatte Barth einen Reifenschaden und musste aussteigen. Er schob seinen 718 W-RS Spyder bis zu seinem Team. Alleine. Erst in der Box durften ihm seine Mechaniker helfen.

Fakt 5

Erstmals 1964 rollt Porsche mit der berühmten Ziffer 9 in der Typenbezeichnung an den Start. Es handelt sich dabei um den 904 Carrera GTS, der seine Le Mans-Karriere gleich mal mit einem Vierfachsieg in der Klasse bis zwei Liter Hubraum beginnt.

Porsche 904 Carrera GTS, 1964 (Foto: Studio Orel)

Fakt 6

Revolution im Leichtbau: 1964 testet und realisiert Porsche beim 904 Carrera GTS eine Metall-Kunststoff-Verbundbauweise, die mit dem Kastenrahmen aus Stahl verklebt wird und so eine sehr verwindungssteife Einheit bildet. Der Wagen gewinnt auf Anhieb bei den GT-Fahrzeugen bis zu zwei Litern Hubraum. Mut zahlt sich aus.

Info

Der nächste Teil folgt am kommenden Montag.

Text erstmalig erschienen im Magazin „rampclassics“ Ausgabe 4.

Fotos: Studio Orel

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