11.10.2016

Erste Ausfahrt

Der neue Panamera vereint scheinbare Widersprüche. Komfort und Sportlichkeit. Dynamik und Eleganz. All das bietet der Gran Turismo von Porsche. Und noch vieles mehr. Erste Fahreindrücke.

Der Panamera ist einzigartig. Geschaffen für Menschen, die einen Sportwagen wollen, aber auch vier Türen. Vor dem Gran Turismo gab es das nicht. Diese Verbindung aus Komfort und Dynamik musste erst erfunden werden. 2009 feierte das Konzept des Panamera Premiere. Mit der zweiten Generation der Sportlimousine hat Porsche jetzt die kreative Idee des dynamischen Viertürers geschärft und konsequent weiterentwickelt: Der Panamera ist der Sportwagen im Luxussegment. Das wohl einzige Auto, das die Spannung zwischen höchstem Komfort und maximaler Performance ausreizt.

Bei der ersten Ausfahrt mit dem Panamera erfährt man die inspirierende Synthese aus Schönheit und Sportlichkeit, aus Eleganz und Energie. Dass die Turbo-Version mit ihren 550 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 9,3 l/100 km; CO2-Emission 214 – 212 g/km) in weniger als vier Sekunden die Tempo-100-Marke erreicht und damit auf dem Level eines 911 Turbo der Baureihe 997 (Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,1 l/100 km; CO2-Emission 212 g/km) unterwegs ist, überrascht nicht. Dass sie keine zehn Sekunden später die 200-km/h-Marke nimmt – erwartbar. Fließend fährt der Gran Turismo die vor uns liegende Kurvenkombination, der Slalom wird zum Genuss. Das ist auch ein Verdienst der neuen Hinterachslenkung.

Profirennfahrer Lars Kern stellt einen Rekord mit dem neuen Panamera auf

Während das Asphaltband den Wagen weiterzieht, denkt der Fahrer darüber nach, dass erst bei 306 km/h das Limit des Möglichen erreicht ist. Den Weg an die Grenze aus Luftwiderstand und Leistung sprintet der neu konstruierte Biturbo-V8 des Panamera Turbo mühelos. 770 Newtonmeter Drehmoment wirken, auf Wunsch, wie ein Katapult. Den Porsche ausschließlich an seinen souveränen Zahlen festzumachen, erklärt den Zauber der Sportlimousine jedoch nur unvollkommen.

Steuerelement des Sport Chrono Pakets im Panamera Turbo

Welche athletischen Fähigkeiten unter der ästhetischen Linienführung des neuen Panamera stecken, hat Lars Kern gezeigt. Der Porsche-Ingenieur und Profirennfahrer hat auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings einen Rekord aufgestellt – hinter dem Steuer des neuen Panamera. Lediglich 7:38 Minuten benötigte der 28-Jährige für eine Runde in der schnellsten Luxuslimousine der Welt. Seine Aussage nach der Fahrt: „Wie kann so viel Luxus so schnell sein?“ Die Antwort auf diese Frage ist der Schlüssel zum Verständnis des neuen Panamera.

Aus Sport und Limousine wird Panamera

Die sportliche Limousine scheint die Grenzen der Physik zu weiten. Technische Brillanz macht es möglich. Der Panamera verfügt über ein intelligent abgestimmtes Fahrwerk. Die innovative elektromechanische Lenkung verleiht eine neue Qualität der Präzision. Und seine Dreikammer-Luftfederung plus elektronischer Dämpferregelung ermöglicht eine neue Dimension der Spreizung zwischen Komfort und Dynamik. Aus Sport und Limousine wird Panamera. Ebenfalls an Bord: das weiterentwickelte Porsche Dynamic Chassis Control Sport – die aktive Wankstabilisierung mit elektromechanischen Stabilisatoren. Das Resultat: souveräne Performance. Alle Fahrdynamik-Komponenten sind vernetzt durch das neue Porsche 4D-Chassis Control. Der hochmoderne Rechner analysiert den aktuellen Fahrzustand in Echtzeit und ermöglicht augenblicklich ein koordiniertes Zusammenspiel aller Systeme.

Soweit der virtuelle Teil des Fahrdynamikkonzepts. Ganz real werden die Kommandos der 4D-Chassis Control unter anderem von der Hinterachslenkung umgesetzt. Eine technische Komponente, die das Handling eines Supersportwagens in die Klasse der Luxuslimousinen überträgt. Dass eine Fünfmeter-Limousine dennoch sportlich unterwegs ist, erklärt sich auch daraus, dass viele Elemente der Karosserie aus Aluminium gefertigt werden. Sogar die kompletten Seitenteile und das Dach bestehen aus dem Leichtmetall. Also ab auf den Ring – oder, wie Lars Kern es formuliert: „Du fährst raus auf die Nordschleife und vergisst schnell, wie groß der Panamera ist. Der Wagen ist so mega-agil, dass es überrascht. Man merkt: Der Panamera ist ein Sportler, ein Athlet.“

„Der Panamera geht drüber wie ein fliegender Teppich“

Gewichtsoptimierung in Kombination mit den Fahrdynamik-Innovationen geben dem Gran Turismo seine sportliche Attitüde. Kern dazu: „Die Hinterachslenkung macht sich auf der Nordschleife sowohl in den langsamen Passagen als auch auf den schnellen Streckenabschnitten bemerkbar. In engen Kehren, wie dem Karussell, lenkt der Panamera Turbo dank der mitlenkenden Hinterachse sehr souverän ein, stützt sich sehr schön ab.“ Der Ingenieur ist begeistert. „Das ist der Punkt: Du merkst wirklich nicht, ein so großes Auto zu fahren. Gleichzeitig machen die verschiedenen Fahrdynamik-Komponenten den Panamera in sehr schnellen Passagen extrem spurstabil. Etwa an der berühmt-berüchtigten Sprungkuppe am Schwedenkreuz. Länge läuft.“

Der Panamera Turbo auf der ehemaligen Solitude-Rennstrecke

Das Resümee des Rekordfahrers darf man als großes Lob interpretieren: „Die neue Luftfederung des Panamera kommt praktisch bei allen kleinen und großen Kuppen und Bodenunebenheiten voll zum Tragen: Wo man auf der Nordschleife mit den meisten Wagen alle Hände voll zu tun hat, geht der Panamera drüber wie ein fliegender Teppich. Das schafft enorm viel Vertrauen.“ Das Fahrzeug ist auch da schnell, wo andere Luxuslimousinen notgedrungen die Contenance verlieren, weil sie keine Sportwagengene in sich tragen.

Bleibt zum Schluss noch ein Punkt zu klären: An welchen Stellen des Nürburgrings war Lars Kern während seiner Rekordfahrt mit dem neuen Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe im manuellen Modus unterwegs und wann im automatischen? „Am Anfang der Versuchsfahrten habe ich von Hand geschaltet. Dann haben sich unsere Ingenieure die Daten angesehen und gesagt: Lass es. Das kann das Getriebe besser. Und so habe ich es bei den sieben Minuten und 38 Sekunden gemacht.“

Rekordfahrt auf dem Nürburgring

Die Nürburgring-Nordschleife ist die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt. Jeder neue Porsche wird hier erprobt. Das Ziel: ein Höchstmaß an aktiver Sicherheit und dynamischer Performance. Deshalb fuhr auch die Entwicklungsmannschaft des Panamera von Beginn an unzählige Runden mit den Prototypen und späteren Serienversionen des neuen Porsche auf dem Nürburgring. Irgendwann entstand dabei die Gewissheit, dass die zweite Generation des Panamera das Potenzial hat, die 20,832 Kilometer lange Nordschleife schneller als jede andere Serienlimousine zu bewältigen.

Am Start: der 550 PS starke Porsche Panamera Turbo in Serienausstattung. Einzige Modifikationen: ein Überrollkäfig und Rennschalensitz. Am Steuer: Porsche-Testfahrer Lars Kern. In sechs gemessenen Runden tastete sich der Maschinenbauingenieur und Profirennfahrer an den neuen Rekord heran. In Runde sechs durcheilte er die Nordschleife in atemberaubenden sieben Minuten und 38 Sekunden. Die schnellste Passage: der Streckenabschnitt Antoniusbuche in der Senke nach der Döttinger Höhe. Hier war der Panamera Turbo 290 km/h schnell. Der Rekord unterstreicht das dynamische Potenzial des neuen Porsche.

Info

Text erstmalig erschienen im Porsche-Kundenmagazin Christophorus, Nr. 378

Text: Thomas Fuths // Fotografie: Theodor Barth

Verbrauchsangaben

Panamera Turbo: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 9,3 l/100 km; CO2-Emission 214 – 212 g/km

911 Turbo: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,1 l/100 km; CO2-Emission 212 g/km

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