Nachhaltigkeit ist ein zentrales Unternehmensziel bei Porsche. Der Hersteller möchte seine CO2-Emissionen weltweit reduzieren – über die gesamte Wertschöpfungskette.

In diesem Jahr wird der erste vollständig elektrische Porsche vom Band laufen. Der emissionsfreie Taycan wird in einem CO2-neutralen Werk gefertigt, das mit Naturstrom betrieben wird. 42.000 Quadratmeter Dachbegrünung sind geplant, zahlreiche Bäume sollen vor den neuen Werkshallen gepflanzt werden. In der Logistik eines weltweiten Herstellers sind Umweltauswirkungen nicht vollständig vermeidbar, doch neben CO2-neutralen Zügen hat nun auch der erste elektrische Lastkraftwagen seine Arbeit zur Minimierung der Belastungen aufgenommen. Und auch die Kunden tragen ihren Teil bei.

Mit der neuen App „Porsche Impact“ können Privatpersonen die Emissionen ihres Fahrzeugs ausgleichen, indem sie für Umweltprojekte spenden, die zum Beispiel in Vietnam, in Mexiko oder an der Südküste von Alaska umgesetzt werden, wo tonnenweise Müll an die Strände gespült wird.

Tausende Kilometer von Alaska entfernt, unter ganz anderen Bedingungen, werden an der Küste von Wales ebenfalls Strände in Mitleidenschaft gezogen. Den Unterschied hier macht aber eine Frau namens Sian Sykes, die auf der winzigen Insel Anglesey lebt.

Noch vor sechs Jahren arbeitete die heute 39-Jährige in London bis zu 18 Stunden am Tag: Sie war eine Karrierefrau, die ein Team in der Medienbranche leitete und aus der Arbeit nicht mehr herauskam.

„Ich habe meinen Job und die schnelllebige Branche, in der ich tätig war, geliebt. Aber ich wusste, dass ich einen besseren Ausgleich brauchte und etwas Sinnvolles tun musste“, erzählt Sykes lächelnd, während sie eine große Tasche aus dem Kofferraum eines Cayenne E-Hybrid zieht und vor sich auf den Boden legt. „Also bin ich Veganerin und Umweltaktivistin geworden.“

In nur wenigen Minuten hat Sykes ein knapp vier Meter langes Stand-Up-Paddleboard ausgepackt und aufgepumpt. Sie steckt ihre Schlüssel in einen wasserdichten Beutel und läuft in das eiskalte Wasser. Mit einer flinken Bewegung steht sie aufrecht auf ihrem Board, das sie souverän mit nur einem Paddel in das offene Meer manövriert.

Sian Sykes, Umweltaktivistin, 2019, Porsche AG
Sian Sykes auf ihrem Board


Sykes verschwindet aus dem Blickfeld, und als sie nach einer Stunde zurückkehrt, balanciert die Britin ihre Tasche zwischen den Füßen. Als sie den Sack öffnet, wird sein Inhalt sichtbar: fünf weggeworfene Getränkeflaschen, mehrere Styropor-Fetzen und verschiedene Plastikteile nicht erkennbaren Ursprungs.

„Ich führe jetzt ein Stand-Up-Paddle-Geschäft und verbringe viel Zeit auf dem Wasser, da sehe ich ständig solche Abfälle im Meer“, erklärt Sykes. „Jeden Tag landen acht Millionen Plastikteile in unseren Meeren – das meiste davon ist Einweg-Plastik. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind so groß, ich könnte jede einzelne Stunde jedes Tages so viel Müll im Meer sammeln.“

Nachdem sie die Luft aus ihrem Stand-Up-Paddleboard gelassen und es wieder in den Kofferraum gepackt hat, fährt Sykes ein paar Kilometer die Küste entlang. Der Cayenne E-Hybrid verfügt über einen 3,0-Liter-V6-Motor und einen Elektromotor, die in Kombination 340 kW (462 PS; Kraftstoffverbrauch kombiniert: 3,4–3,2 l/100 km; CO2-Emissionen: 78–72 g/km; Energieverbrauch: 20,9–20.6 kWh/100 km), 700 Nm Drehmoment und die gleiche Boost-Strategie wie der 918 Spyder erzeugen. Doch Sykes schaltet den Elektro-Modus ein und lächelt, als sie die Werte sieht, die auf dem Armaturenbrett angezeigt werden.

Sian Sykes, Umweltaktivistin, Cayenne E-Hybrid, 2019, Porsche AG
Sykes: „Ich liebe noch immer ein packendes Fahrerlebnis“


„Seit ich klein war, habe ich mir immer einen Porsche gewünscht: Damals habe ich mich in das elegante Design verliebt. Seitdem hat sich mein Leben sehr verändert, aber Qualität ist mir auch heute noch wichtig und ich liebe noch immer ein packendes Fahrerlebnis. Das Konzept eines Elektro-Sportwagens beziehungsweise eines Wagens, der Fahrspaß bringt, ohne Emissionen auszustoßen, bietet nur Vorteile. Wir müssen alle Verantwortung für unsere Auswirkungen auf die Umwelt tragen.“

Die Straße wird schmaler, doch der Cayenne bahnt sich unter einem finsteren Himmel seinen Weg entlang der Küste, bis er an einem einsamen Strandabschnitt zum Stehen kommt. Sykes mustert die aufziehenden dunklen Wolken, dann steigt sie aus und geht neben einem Gewirr aus Plastikfäden auf dem Boden in die Hocke.

Sian Sykes, Umweltaktivistin, 2019, Porsche AG
Die Flut spült jede Menge Müll an den Strand


Zweimal täglich kommt die Flut und hinterlässt hier eine neue Ladung Müll aus dem Meer, der sich im Seetang verfangen hat. „Meiner Meinung nach werden sich zwar immer mehr Menschen und Unternehmen des Problems an sich bewusst, aber nicht seines Ausmaßes. Alleine in Großbritannien verwenden wir jeden Tag 38,5 Millionen Einweg-Plastikflaschen, von denen lediglich die Hälfte recycelt wird. Ich sehe, welche Auswirkungen das auf die Tier- und Pflanzenwelt des Meeres sowie auf die Vögel hat, und es bricht mir das Herz.“

Also entschied sich Sykes 2018 dazu, die Menschen mit einer großen Aktion auf das Thema aufmerksam zu machen. Sie verstaute alles Notwendige in zwei Expeditionstaschen, nahm einen GPS-Tracker, um die Küstenwache auf dem Laufenden zu halten, und brach auf eine anspruchsvolle 60-tägige Reise auf, bei der sie ganz Wales auf ihrem Stand-Up-Paddleboard umrundete.

Sian Sykes, Umweltaktivistin, 2019, Porsche AG
„Damit sich wirklich etwas verändert, müssen wir alle unseren Beitrag leisten"


Alleine, ohne Unterstützung und bei jedem Wetter bahnte sie sich auf Flüssen und Kanälen ihren Weg und legte dazwischenliegende Landabschnitte zu Fuß zurück, bis sie die Mündung des Severn erreichte und von dort aus in See stach. Angetrieben von der eisernen Entschlossenheit, das Bewusstsein für „unsere Wegwerfgesellschaft“ zu schärfen und Geld für Wohltätigkeitsorganisationen zu sammeln, die sich für die Säuberung der Küsten einsetzen, legte sie insgesamt 1.000 km zurück.

Ihr Plan ging auf: Sykes und ihr Stand-Up-Paddleboard machten Schlagzeilen. Menschen sicherten ihr Unterstützung zu. Doch zurück am Strand von Anglesey hebt sie eine weitere Plastikflasche auf und sagt, es müsse mehr getan werden.

„Damit sich wirklich etwas verändert, müssen wir alle unseren Beitrag leisten. Große Unternehmen genauso wie jeder Einzelne: Wir alle müssen zum Schutz unseres Planeten mit anpacken. Es beginnt mit kleinen Schritten, zum Beispiel wiederverwendbare Kaffeebecher oder Recycling, aber die Veränderungen, die wir damit erreichen können, sind riesig. Programme wie Porsche Impact, mit dem Kunden ihre gefahrenen Kilometer errechnen und aufwiegen können, bieten eine praktische Möglichkeit, etwas zu verändern, und ich würde mich persönlich ganz besonders freuen, immer mehr Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen zu sehen.“

Sykes‘ Handy klingelt. Sie hält inne, um abzunehmen. Ein überregionaler Nachrichtensender möchte sie live im Radio dazu befragen, wie man umweltbewusster leben kann.

Während sich Sykes darauf vorbereitet, ihre Botschaft an die Nation über den Rundfunk zu verbreiten, hat Porsche in Stuttgart, hunderte Kilometer vom nächsten Strand entfernt, gerade den neuen 718 Cayman GT4 Clubsport angekündigt. Er verfügt über Karosserieteile aus einem Biofaser-Verbundwerkstoff, der hinsichtlich Gewicht und Steifigkeit ähnliche Eigenschaften besitzt wie Kohlefaser.

Diese zukunftsweisende Materialadaption beschränkt sich zwar auf die beiden Türen und den Heckflügel, doch sie stellt einen weiteren kleinen Schritt auf dem Weg in eine grünere Zukunft des Fahrens dar. Sykes betont: „Jeder Beitrag zählt.“

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