13.08.2014

Denkfabrik Weissach: Innovationsbeschleuniger

Lange Zeit umfasste die Elektrik im Fahrzeug lediglich Komponenten wie Licht und Zündsystem; heute steuert sie wesentliche Funktionen. Zu Hause sind Hard- und Software bei Porsche nun im Elektronik-Integrationszentrum.

Die Evolution in der Elektronik-Entwicklung schreitet rasant voran. So stecken heute 6000 – für den Fahrer spürbare – Funktionen in einem Porsche. 50 bis 80 miteinander vernetzte Steuergeräte garantieren die fehlerfreie Funktion der Fahrzeuge. Im Integrationsprozess dieser Funktionen liegt die Kernkompetenz der Entwickler.

Das Elektronik-Integrationszentrum (EIZ) soll als zentrale Einrichtung in Weissach sämtliche Teilbereiche der Elektrik- und Elektronikentwicklung unter einem Dach vereinen und diese im Bedarfsfall mit anderen Sparten zusammenbringen. Intelligente Leistung wird hier auf dem technisch neuesten Stand gelebt und erlebbar. Bislang waren die einzelnen Abteilungen der Elektronik und Elektrik über zwölf verschiedene Standorte in Weissach verteilt. Diese historisch gewachsene Verteilung erschwerte die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen und erwies sich bei der stetig wachsenden Komplexität der Fahrzeug-Funktionen als Entwicklungsbremse.

Elektronik-Integrationszentrum in Weissach

Durch die neue räumliche Einheit im EIZ wird die Effizienz im Entwicklungsprozess deutlich gesteigert. Die Wege zwischen den Entwicklern sind nun extrem verkürzt. Die Arbeitsplätze der 570 Mitarbeiter sind maximal 30 Meter voneinander getrennt. So ist die Gebäudearchitektur des EIZ konsequent auf das Zusammenspiel von Technikern und Entwicklern ausgerichtet.

Charakteristisch ist das in V-Form angelegte Gebäudeinnere. Das V-Modell spiegelt in der Raumanordnung den intelligenten Entwicklungsprozess wieder. Von oben nach unten – von der Idee auf einem Blatt Papier oder auf dem Rechner bis zum einsatzbereiten Bauteil – ist die Entwicklungsarbeit im EIZ strukturiert. Der Prozessfluss wird optimal gebündelt.

Marktplatz für Integration

Im Einzelnen sind die Prozess-Schritte wie folgt aufgebaut: Spezifizieren und Implementieren von Teilfunktionen in den oberen Etagen, auf der mittleren Ebene Testen und Qualifizieren unter Rennstrecken-Bedingungen als Querschnittsaufgabe und im Erdgeschoss die Arbeit an den einzelnen Bauteilen in den Werkstätten. Nebenan hat auch das Soundlabor seinen Platz. Die Kommunikation der Audio-Akustiker mit den Kollegen der anderen Fachabtleilungen erzielt im Ergebnis ein Klangerlebnis mit Konzertsaal-Qualität.

Auf der Erdgeschossebene tauschen sich auch die Ingenieure mit den Mechanikern und den externen Lieferanten aus. Im sogenannten „Integrationsmarktplatz“ arbeiten die Elektrik-, Elektronik- und Software-Experten zusammen. Hier werden effizient im Austausch mit allen anderen Fahrzeugexperten die Aufgabenstellungen der einzelnen Projekte geklärt. Größtmögliche Transparenz und Kommunikation machen aus dem EIZ einen echten Innovationsbeschleuniger.

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