05.02.2015

Porsche verkündet Fahrer für Le Mans

Zwei Fahrer aus dem GT-Werksprogramm von Porsche haben mit überzeugenden Leistungen nicht zuletzt bei Testfahrten mit dem 919 Hybrid den Sprung in den LMP1-Fahrerkader 2015 geschafft.

Nach dem Debütsieg beim Saisonfinale 2014 in Brasilien stehen für Porsche 2015 weitere Podiumsplätze in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC im Lastenheft. Diese Zielsetzung gab das Unternehmen heute bei der Pressekonferenz des Le-Mans-Veranstalters Automobil Club de l’Ouest (ACO) in Paris bekannt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der 919 Hybrid in vielen Aspekten weiterentwickelt. Zudem setzt Porsche beim 24 Stunden Rennen in Le Mans am 13. und 14. Juni sowie beim vorhergehenden Lauf, dem Sechsstundenrennen in Spa-Francorchamps am 2. Mai, einen dritten Prototypen ein.

In Paris gab Porsche bekannt, wer den dritten Wagen gemeinsam mit dem bereits Ende 2014 verkündeten Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg (27) steuern wird: Die Wahl fiel auf Earl Bamber (24) aus Neuseeland und den Briten Nick Tandy (30). Beide sind bereits Porsche-Werksfahrer im GT-Kader und konnten den 919 Hybrid schon testen.

Zwei Fahrer aus dem GT-Werksprogramm schaffen den Sprung

Der im Rahmen des Porsche-Nachwuchsförderprogramms unterstützte Earl Bamber hat damit den Aufstieg in die Königsklasse des Langstreckensports in Rekordzeit geschafft. Als Gewinner der Porsche Motorsport International Cup Scholarship Talentsichtung holte er 2014 sowohl den Gesamtsieg im Porsche Mobil 1 Supercup als auch, zum zweiten Mal nach 2013, im Carrera Cup Asia. Dazu kamen ein Laufsieg im Carrera Cup Deutschland sowie der zweite Platz beim Petit Le Mans auf der Road Atlanta, einem der Langstreckenklassiker in den USA.

Nach diesen Erfolgen wurde er vor dieser Saison zum Werksfahrer befördert und nahm gleich auch noch die nächste Karrierestufe direkt ins LMP1-Programm. Neben seinen Einsätzen mit dem 919 Hybrid in Spa-Francorchamps und Le Mans wird er mit dem 911 RSR in der Tudor United SportsCar Championship in den USA und Kanada am Start sein. „Die Förderung durch Porsche war für mich die Chance meines Rennfahrerlebens“, sagt er. „Ich habe in allen Bereichen ein neues Level erreicht und werde mein Bestes geben, um dieses Vertrauen auch in dieser Saison zu rechtfertigen.“

Komplettieren den Fahrerkader für Le Mans: Earl Bamber und Nick Tandy (l.-r.)

Auch Nick Tandy feierte seine ersten großen Erfolge in den Porsche-Markenpokalen. 2010 startete er erstmals im Porsche Mobil 1 Supercup und im Carrera Cup Deutschland, wo er auf Anhieb jeweils Vizemeister wurde. 2011 sicherte er sich den Gesamtsieg im Carrera Cup Deutschland, im Jahr darauf gewann er den Porsche-Cup als weltweit erfolgreichster Privatfahrer auf Porsche. In den Porsche-Werksfahrerkader stieg er 2013 auf, siegte in dieser Saison beim Petit Le Mans und zum Auftakt der Saison 2014 bei den 24 Stunden von Daytona und beim WEC-Rennen in Silverstone. Auch er wird neben seinen LMP1-Einsätzen weiterhin GT-Rennen mit dem 911 RSR bestreiten.

Für Porsche gilt maximale Sportlichkeit bei höchster Effizienz

Wolfgang Hatz, als Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG auch für den Motorsport verantwortlich, formulierte vorab die Erwartungen: „Das wichtigste Ziel des LMP1-Engagements liegt in der Forschung und Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien für unsere Straßenfahrzeuge. Für Porsche als Sportwagenhersteller gilt das Credo maximale Sportlichkeit bei höchster Effizienz.“

Dafür biete das revolutionäre Verbrauchsreglement der WEC das ideale Forschungsumfeld. „2014 hat sich das mutige Antriebskonzept des 919 Hybrid auf Anhieb bewährt. Die zweite Generation unseres Prototypen ist deshalb keine grundlegende Neuentwicklung, sondern eine umfassende Evolution. Wir wollen 2015 ein siegfähiges Paket am Start haben.“

Fritz Enzinger hält große Stücke auf diese Fahrerbesetzung. „Ich habe volles Vertrauen in unseren Fahrerkader.“ Teamchef Andreas Seidl ergänzt: „Wir freuen uns sehr, schon im zweiten Jahr des Engagements ein drittes Auto einsetzen zu dürfen. Das zeigt einmal mehr, welch starken Rückhalt das LMP1-Programm im Unternehmen hat.“

2015er 919 Hybrid wird Ende März der Öffentlichkeit vorgestellt

Der ACO bestätigte beim Pressetermin in Paris die gewünschten Startnummern für die Porsche 919 Hybrid. Das Trio Timo Bernhard (33, Bruchmühlbach-Miesau), Brendon Hartley (25, Neuseeland) und Mark Webber (38, Australien) bekommt die Startnummer 17. Mit der Startnummer 18 geht die ebenfalls gegenüber 2014 unveränderte Besetzung Romain Dumas (37, Frankreich), Neel Jani (31, Schweiz) und Marc Lieb (34, Ludwigsburg) ins Rennen. Das neue Trio – Hülkenberg, Bamber und Tandy –, das in Spa und in Le Mans den dritten 919 Hybrid steuern wird, erhält die Startnummer 19.

Die Evolution des Porsche 919 Hybrid wird am 26. März auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort finden an den folgenden beiden Tagen beim sogenannten Prolog die ersten gemeinsamen Testfahrten des gesamten 2015er WEC-Feldes statt.

Klasse GT: Besetzung für Porsche 911 RSR bekannt gegeben

Das Porsche Team Manthey hat für die Saison 2015 die Werksfahrerbesatzungen seiner zwei Porsche 911 RSR in der WEC sowie bei den 24 Stunden von Le Mans neu zusammengestellt. Ab dem Auftaktrennen am 12. April in Silverstone teilen sich Michael Christensen (Dänemark) und Richard Lietz (Österreich) den 911 RSR mit der Startnummer 91. Im zweiten 911 RSR mit der Startnummer 92 wechseln sich wie schon in der zweiten Saisonhälfte 2014 die Franzosen Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet ab. Beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans kommen Wolf Henzler (Nürtingen) in der 92 sowie Jörg Bergmeister in der 91 als jeweils dritter Fahrer zum Einsatz.

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