Laura Siegemund, die deutsche Nummer eins, geht mit einem insgesamt positiven Gefühl in den Porsche Tennis Grand Prix. Vor ihrem Auftaktmatch gegen die Polin Magdalena Frech am Montag sprach die Siegerin von 2017 über eine Saisonvorbereitung, die wegen körperlicher Probleme und der Nachwirkungen ihrer Rückenverletzung aus Wuhan schwieriger verlief als erhofft – und über einen Saisonstart, mit dem sie gerade deshalb zufrieden ist. Um ihrem Körper mehr Regeneration zu geben, habe sie ihr Turnierpensum in diesem Jahr bewusst reduziert.
„Ich habe weniger gespielt als das Jahr davor. Das war auch mein Ziel dieses Jahr, einfach ein bisschen zurückzufahren“, sagte die 38-Jährige. Nach den gespielten Turnieren brauche sie mehr Erholung, entscheidend sei deshalb gewesen, Beschwerden konsequent auszukurieren und die Belastung gezielter zu steuern. Inzwischen habe sie die Situation gut im Griff und sehe sich für die kommenden Wochen solide vorbereitet.
Heimturnier mit besonderem Stellenwert
Für die Filderstädterin ist der Porsche Tennis Grand Prix auch nach vielen Jahren auf der Tour kein Turnier wie jedes andere. Die Rückkehr in die Porsche-Arena verbindet sie nicht nur mit sportlichen Erinnerungen, sondern auch mit der besonderen Atmosphäre eines Heimturniers. „Der Porsche Tennis Grand Prix wird für mich immer ein ganz besonderes Turnier bleiben“, sagte sie. Dass Freunde und Familie sie hier live erleben können, verleihe der Woche in Stuttgart zusätzlichen Wert.
Zugleich bringt das Heimturnier auch besondere Anforderungen mit sich. Viele Menschen aus ihrem Umfeld wollten die Tage in Stuttgart miterleben, das müsse gut organisiert werden. Insgesamt überwiegt für sie jedoch klar die Vorfreude. Sie habe sich bewusst die Zeit genommen, früh vor Ort zu sein, zu trainieren und sich in Ruhe auf ihren Start vorzubereiten. „Das Turnier an sich ist einfach speziell. Es ist einfach überhaupt nicht wie jedes andere auf der Welt.“
Mit Magdalena Frech wartet in der ersten Runde eine Gegnerin, die Laura Siegemund aus früheren Begegnungen gut kennt. Die Polin, aktuell die Nummer 39 der Weltrangliste, beschreibt sie als sehr solide und konstant, als eine Spielerin, die nur wenige Fehler macht und lange Rallys gut kontrollieren kann. Aus Sicht der Deutschen wird es deshalb darauf ankommen, selbst die Initiative zu übernehmen und die Ballwechsel aktiv zu gestalten.
Kritische Worte zum deutschen Damentennis
Auch zum Billie Jean King Cup, bei dem das deutsche Team am Wochenende in die drittklassige Regionagruppe II abstieg, bezog Laura Siegemund Stellung. Ihre Absage für die Länderspiele im portugiesischen Oeiras hatte nach ihren Worten ausschließlich körperliche Gründe. Nach dem Turnier in Miami habe sie entschieden, ihre Reha fortzusetzen, um mit Blick auf die bevorstehende Sandplatzsaison kein unnötiges Risiko einzugehen. An ihrer grundsätzlichen positiven Haltung ändere das nichts: „Ich habe immer Lust, Billie Jean King Cup zu spielen.“
Das enttäuschende Abschneiden des deutschen Teams ordnete sie zugleich in einen größeren Zusammenhang ein. Junge Spielerinnen müssten aus ihrer Sicht früher an die Mannschaft herangeführt werden, damit sie auf dieser Bühne bereits Erfahrungen gesammelt haben, wenn sie Verantwortung übernehmen sollen. In diesem Zusammenhang sprach sie auch die Rolle des Doppels an. Dieses genieße in Deutschland nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit, obwohl es in Team-Wettbewerben und bei Olympia große Bedeutung habe. Aus ihrer Sicht besteht hier struktureller Nachholbedarf.
Porsche im Tennis
Das Aushängeschild des Engagements der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im weltweiten Damentennis ist der seit 1978 ausgetragene Porsche Tennis Grand Prix. Das Stuttgarter WTA-Turnier steht für Tradition und Innovation, genau wie die Marke Porsche. Als treuester Sponsor des internationalen Damentennis begleitet Porsche die weltweit älteste Indoor-Tennis-Veranstaltung der WTA von Anfang an. Seit 2012 ist Porsche zudem Premiumpartner des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und engagiert sich mit dem Porsche Talent Team in der Nachwuchsförderung.