Top Gear kürt die besten Porsche 911 aller Zeiten

Auf den kurvenreichen Straßen des Schwarzwalds begibt sich Top-Gear-Redakteur Jethro Bovingdon auf eine dreitägige Reise, um eine ebenso einfache wie kontroverse Frage zu beantworten: Welcher Elfer ist der beste aller Zeiten? Im Porsche Newsroom schildert er seine Eindrücke und Erkenntnisse aus erster Hand.

Wie so oft im Leben kommt es auf die Vorbereitung an. Und genau das ist eigentlich nicht meine Stärke. Diesmal jedoch nahm ich die Aufgabe äußerst ernst: Ich feilte akribisch an der Liste der Kandidaten, absolvierte zahllose Videokonferenzen, verbrachte mehr Zeit als mir lieb war mit Google Maps und suchte schließlich – zu meiner eigenen Überraschung – sogar in Motorradforen nach der Bestätigung, dass die ausgewählten Routen tatsächlich halten, was sie versprechen.

Diese Stunden fühlten sich keineswegs wie vergeudete Zeit an – und schon gar nicht wie Arbeit. Denn die Belohnung versprach etwas ganz Besonderes zu werden: drei Tage im Schwarzwald mit sechs der faszinierendsten Sportwagen, die Porsche je gebaut hat. Unsere Mission: den besten Porsche 911 aller Zeiten zu küren und das Ergebnis über den Top-Gear-YouTube-Kanal sowie in einer ausführlichen Titelgeschichte mit der Welt zu teilen.

Warum manche Legenden außen vor bleiben mussten

Über mehrere Wochen hinweg wurde die Kandidatenliste immer wieder angepasst und verfeinert. Relativ schnell war jedoch klar, welcher Ansatz diese außergewöhnliche Vergleichsfahrt prägen sollte: Gesucht war ein 911 in seiner reinsten Form. Alltagstauglichkeit und praktische Aspekte spielten keine Rolle. Stattdessen konzentrierten wir uns auf Ansprechverhalten, Präzision, Fahrspaß und das unverfälschte Erlebnis eines kompakten, leichten und konsequent auf den Fahrer ausgerichteten Sportwagens auf den perfekten Straßen.

Eine idealisierte Vorstellung? Vielleicht. Für den Porsche 911 aber ein Ansatz, der wie kaum ein anderer passt. Seit mehr als 60 Jahren steht die Ikone unter den Sportwagen für die konsequente Fokussierung auf das Wesentliche – auf der Rennstrecke ebenso wie auf der Straße. Genau deshalb gingen auch wir kompromisslos vor.

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Damit war klar, dass wir nicht jeden Fan glücklich machen würden. Für den 911 Turbo war ebenso wenig Platz wie für die oft unterschätzten Qualitäten der regulären Carrera-Modelle. Und so schwer es fiel: Selbst einige äußerst verlockende Kandidaten, die grundsätzlich in unser Anforderungsprofil gepasst hätten, mussten wir aussortieren. Der legendäre 911 Carrera 3.2 Clubsport etwa – schmerzhaft. Auch auf den kompromisslosen 993 GT, besser bekannt als GT2, oder die puristische Fahrmaschine 996 GT3 RS mussten wir verzichten. Die Liste ließe sich fortsetzen. Ehrlich gesagt hätte ich am liebsten 20 Fahrzeuge mit in den Schwarzwald genommen. Doch am Ende musste die Vernunft siegen.

Die Finalisten: Fahrmaschinen aus sechs Jahrzehnten

Doch statt den verpassten Chancen nachzutrauern, lohnt sich ein Blick auf die Fahrzeuge, die es in die Endauswahl geschafft haben. Sie alle genießen Kultstatus und zählen zu den außergewöhnlichsten 911 ihrer jeweiligen Generation. Der 911 Carrera RS 2.7 war gesetzt – darüber gab es keine Diskussion. Ebenso unverzichtbar erschien uns der 964 RS: kompakt, leicht, eng mit dem damals neu geschaffenen Carrera Cup verbunden und so kompromisslos ausgelegt, dass er sogar auf eine Servolenkung verzichtete. Wie hätten wir ihn außen vor lassen können?

Mein Herz schlug zwar für den 993 GT, doch mit Blick auf die anspruchsvollen Straßen des Schwarzwalds erwies sich sein Saugmotor-Schwestermodell als die passendere Wahl. Zudem wird der 993 Carrera RS Clubsport seit Jahren regelmäßig als einer der besten Porsche 911 aller Zeiten gehandelt – und durfte deshalb in diesem Vergleich keinesfalls fehlen.

Mit der Vielzahl an Modellen aus der wassergekühlten Ära wurde die Auswahl anschließend noch schwieriger. Der 996 GT3 RS war ein äußerst verlockender Kandidat, doch letztlich war die außergewöhnliche Klasse des 997 GT3 RS 4.0 nicht zu übersehen. Etwas kontroverser dürfte unsere nächste Wahl sein: der 991 GT2 RS. Für seinen Platz in der Endauswahl setzte er sich gegen mehrere GT3-Modelle und sogar gegen den 911 R durch – eine Entscheidung, hinter der wir nach wie vor stehen. Dieses Auto ist schlicht ein Phänomen.

Zum Abschluss wollten wir ein Modell berücksichtigen, das eine neue Generation von GT-Fahrzeugen repräsentiert: Sportwagen, die zwar weiterhin stark vom Motorsport geprägt sind, ihren Schwerpunkt jedoch etwas von der Jagd nach Bestzeiten hin zu einem besonders intensiven Fahrerlebnis auf der Straße verlagert haben. Der 911 S/T der Baureihe 992 galt bereits bei seiner Einführung als moderner Klassiker. Ob er auch den Titel des besten 911 aller Zeiten verdient? Das sollten wir schon bald herausfinden.

Ein besonderer Dank gilt dem Presseteam von Porsche Cars Great Britain sowie dem Porsche Museum, die dieses Projekt ermöglicht haben. Die Umsetzung war logistisch äußerst anspruchsvoll: Transportfahrzeuge mussten organisiert, Mechaniker bereitgestellt und schließlich sogar die Türen eines streng gesicherten Fahrzeuglagers im Raum Stuttgart für uns geöffnet werden, damit wir die Fahrzeuge persönlich auswählen konnten.

Der Besuch des Depots war eines der absoluten Highlights der gesamten Reise. Wer das Video anschaut, erhält zumindest einen kleinen Eindruck von diesem außergewöhnlichen Ort. Dort stehen Le-Mans-Sieger wie der Porsche 956 neben ungewöhnlichen Prototypen, darunter der 928 Shooting Brake. Hinzu kommen faszinierende Konzeptfahrzeuge sowie einige der seltensten und begehrtesten Straßensportwagen der Marke. Für jeden, der sich auch nur ansatzweise für Porsche interessiert, fühlt sich dieser Ort wie das Paradies an.

Perfekte Bedingungen im Schwarzwald

Apropos Paradies: Die Umstände hätten kaum besser sein können. Das Wetter spielte mit, die Straßen boten alles, was wir uns erhofft hatten, und die Fahrzeuge waren schlicht atemberaubend. Noch besser wurde es, als der ehemalige Le-Mans-Klassensieger und heutige Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister zu uns stieß, um die Fahrzeuge selbst zu erleben und die Foto- und Videoaufnahmen zu begleiten.

Jethro Bovingdon, Schwarzwald, 2026, Top Gear
Jethro Bovingdon
Jörg Bergmeister, Porsche-Markenbotschafter, Schwarzwald, 2026, Top Gear
Jörg Bergmeister, Porsche-Markenbotschafter
Jethro Bovingdon, Jörg Bergmeister, Porsche Markenbotschafter (l-r), Schwarzwald, 2026, Top Gear
Jethro Bovingdon, Jörg Bergmeister (l-r)

Ohne jede Attitüde, dafür mit ansteckender Begeisterung, tauchte er voll und ganz in die Welt der von uns ausgewählten 911-Modelle ein. Seine Vorfreude war so groß, dass er bereits um 5 Uhr morgens sein Zuhause verließ, um rechtzeitig um 7:30 Uhr mit uns zu frühstücken. Am selben Abend stand für ihn noch eine weitere Fahrt über rund 500 Kilometer zum nächsten Termin an.

Als er jedoch alle Fahrzeuge versammelt in der überdachten Garage unseres Hotels stehen sah, breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus, das kaum größer hätte sein können. „Das ist wirklich großartig“, sagte er. „Ich kann kaum glauben, dass wir all diese Autos direkt hintereinander fahren werden. Besser geht es nicht.“

Welcher ist der beste Porsche 911 aller Zeiten?

Und genau so kam es auch. Für mich lag die größte Freude darin, all jene Eigenschaften neu zu entdecken, die den Porsche 911 seit Jahrzehnten so einzigartig machen – und nachzuvollziehen, wie Porsche diese Qualitäten über Generationen hinweg bewahrt und zugleich konsequent weiterentwickelt hat. Die Leistung steigt von Modell zu Modell, die Fahrzeuge werden größer und technisch komplexer. Doch die grundlegende DNA des 911 bleibt erhalten. Gerade diese Fähigkeit, einen Sportwagen so umfassend weiterzuentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren, macht die Geschichte des 911 zu einer der außergewöhnlichsten in der Automobilwelt.

Doch welcher von ihnen ist nun der Eine? Der beste Porsche 911 aller Zeiten? Um das herauszufinden, sollten Sie sich das Video ansehen.

Top Gear kürt die besten 911 aller Zeiten

Info

Text: Jethro Bovingdon
Bilder: Marc Riccioni

Copyright: Alle in diesem Artikel veröffentlichten Bilder, Videos und Audio-Dateien unterliegen dem Copyright. Eine Reproduktion oder Wiedergabe des Ganzen oder von Teilen ist ohne die schriftliche Genehmigung der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG nicht gestattet. Bitte kontaktieren Sie newsroom@porsche.de für weitere Informationen.

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Verbrauchsangaben

  • 911 GT3 (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,8 – 13,7 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 312 – 310 g/km; CO₂-Klasse: G
  • 911 GT3 RS (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,2 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 299 g/km; CO₂-Klasse: G
  • 911 GT3 S/C (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,7 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 310 g/km; CO₂-Klasse: G
  • 911 GT3 mit Touring-Paket (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,8 – 13,7 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 312 – 310 g/km; CO₂-Klasse: G
  • 911 Turbo S (WLTP)*: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,7 – 11,5 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 266 – 261 g/km; CO₂-Klasse: G