Prognosebericht

Im Folgenden beschreibt der Bericht die voraussichtliche Entwicklung des Porsche AG Konzerns unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen seiner Geschäftstätigkeit. Dabei erstreckt sich der Zeitraum der Prognose im Einklang mit der konzerninternen Steuerung über ein Jahr und beinhaltet alle zum Zeitpunkt der Aufstellung vorliegenden Erkenntnisse, die einen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Porsche AG Konzerns haben könnten. Risiken und Chancen, die eine Abweichung von den prognostizierten Entwicklungen verursachen könnten, sind gesondert im Risiko- und Chancenbericht dargestellt. Der Prognosebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche auf den Einschätzungen und Erwartungen des Porsche AG Konzerns basieren. Die tatsächliche Geschäftsentwicklung kann infolge von unvorhersagbaren Ereignissen, unter anderem veränderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowohl positiv als auch negativ abweichen.


Die im Rahmen dieses Prognoseberichts verarbeiteten Annahmen basieren auf aktuellen Einschätzungen unter Einbezug externer Institutionen; dazu zählen Wirtschaftsforschungsinstitute, Banken, internationale Organisationen und Beratungsunternehmen.

Gesamtwirtschaftlicher und branchenbezogener Ausblick

Entwicklung Weltwirtschaft

Für die globale Wirtschaftsleistung rechnet der Porsche AG Konzern im Jahr 2026 mit einer ähnlichen Wachstumsdynamik wie im Berichtsjahr. Dabei dürften sich eine nachlassende Inflation in wichtigen Wirtschaftsregionen und die daraus resultierende graduelle Lockerung geldpolitischer Maßnahmen der Zentralbanken positiv auf die private Nachfrage auswirken. Der Porsche AG Konzern nimmt an, dass die Wachstumsaussichten weiterhin von einer zunehmenden Fragmentierung der Weltwirtschaft und protektionistischen Tendenzen sowie von Turbulenzen auf den Finanz-, Energie- und Rohstoffmärkten belastet werden. Negative Effekte werden auch durch anhaltende geopolitische Spannungen und Konflikte wie dem Russland-Ukraine-Konflikt und die angespannte Lage im Nahen Osten, zunehmende Unsicherheiten in Zusammenhang mit der wirtschaftspolitischen Ausrichtung der USA und der globalen Zunahme geoökonomischer Maßnahmen erwartet.

Deutschland

Für Deutschland geht der Porsche AG Konzern davon aus, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 mit einer etwas höheren Wachstumsrate im Vergleich zum Berichtsjahr positiv entwickeln wird. Die Inflationsrate sollte sich im Jahresdurchschnitt etwas verringern, während sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt voraussichtlich kaum verbessern wird.

Europa

Für Westeuropa werden für 2026 ein etwas verringertes Wirtschaftswachstum als im Berichtsjahr und eine im Durchschnitt weiter rückläufige Inflation sowie keine zusätzlichen Leitzinssenkungen erwartet. Der Porsche AG Konzern geht für Zentraleuropa von einer etwas höheren Wachstumsrate bei anhaltend hohen, aber weniger dynamischen Preisanstiegen aus. Die wirtschaftliche Leistung Osteuropas sollte mit ähnlicher Dynamik wie im Berichtsjahr wachsen.

Nordamerika exkl. Mexiko

Nach Einschätzung des Porsche AG Konzerns wird das Wirtschaftswachstum in den USA weiterhin stabil ausfallen. Die Inflationsrate wird eine ähnliche Dynamik wie im Berichtsjahr aufweisen. Weitere Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank werden erwartet. In Kanada sollte das Wirtschaftswachstum etwas niedriger ausfallen als im Berichtsjahr.

China inkl. Hongkong

Für China geht der Porsche AG Konzern davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2026 voraussichtlich auf relativ hohem Niveau, jedoch im Vergleich zum Berichtsjahr etwas geringer wachsen wird.

Entwicklung der Automobilmärkte

Für die Automobilbranche, deren Entwicklung eng an den Verlauf der Weltwirtschaft gekoppelt ist, rechnet der Porsche AG Konzern im Jahr 2026 mit einer weiter zunehmenden Wettbewerbsintensität. Der Prognose für das Jahr 2026 liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Märkte für Pkw in den einzelnen Weltregionen zwar uneinheitlich, aber dennoch überwiegend positiv entwickeln werden. Dabei ist zu erwarten, dass das weltweite Verkaufsvolumen von Neufahrzeugen in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres liegen wird. Die Einschätzungen basieren auf den Annahmen, dass sich die Verfügbarkeit wesentlicher Teile, insbesondere von Halbleitern und Rohstoffen, nicht krisenbedingt verschärft sowie dass die Energieversorgung trotz geopolitischer Spannungen und Konflikte sichergestellt ist und die Inflation stabil verläuft.

Deutschland

Auf dem deutschen Pkw-Markt dürfte das Neuzulassungsvolumen im Jahr 2026 in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres 2025 liegen.

Europa ohne Deutschland

Für den westeuropäischen Markt (exkl. Deutschland) ist für das Jahr 2026 durchschnittlich mit einem vergleichbaren Neuzulassungsvolumen von Pkw gegenüber dem Berichtsjahr zu rechnen. In den zentral- und osteuropäischen Pkw-Märkten dürfte das Volumen der Verkäufe stark über dem Vorjahreswert liegen – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts.

Nordamerika exkl. Mexiko

Für die Region Nordamerika exkl. Mexiko ist im Jahr 2026 ein Pkw-Neuzulassungsvolumen zu erwarten, welches leicht unter dem Niveau des aktuellen Berichtsjahres liegen dürfte.

China inkl. Hongkong

Der Porsche AG Konzern rechnet für den Pkw-Markt in China inkl. Hongkong damit, dass das Niveau der Neuzulassungen voraussichtlich auf dem des Vorjahres liegen wird.

Prognoseannahmen

Für die Prognose des Geschäftsjahres 2026 geht der Porsche AG Konzern bei weltweiten Konflikten und Spannungen von den zum Berichtsjahresende vorhandenen Rahmenbedingungen aus.


Zusätzlich zu den beschriebenen allgemeinen Rahmenbedingungen geht der Porsche AG Konzern in seiner Prognose von weiter sehr herausfordernden Marktbedingungen, vor allem im Luxussegment, und einer hohen Wettbewerbsintensität insbesondere bei vollelektrischen Modellen in China aus. Es wird zudem erwartet, dass die geopolitischen Unsicherheiten, auch in Zusammenhang mit der politischen Ausrichtung der USA, weiterhin bestehen bleiben. Der Porsche AG Konzern hat in seiner Prognose für das Jahr 2026 die zum Berichtszeitpunkt vorhandenen Rahmenbedingungen bei Importbeschränkungen, Zöllen und Steuern berücksichtigt.


Es wird zudem davon ausgegangen, dass die Entwicklung der Währungskurse sowie die regulatorischen Vorgaben bezüglich der Grenzwerte für CO₂- Flottenemissionen die Prognose des Porsche AG Konzerns auch in 2026 belasten werden.


Neben den beschriebenen externen Faktoren rechnet der Porsche AG Konzern weiterhin mit Herausforderungen für die Absatzentwicklung aufgrund der verlangsamten Transformation hin zur Elektromobilität. Zusätzlich wirkt sich ein lebenszyklusbedingt eingeschränktes Produktangebot in bestimmten Modellreihen und Regionen negativ auf die Absatzentwicklung aus. In Folge dieser Faktoren erwartet der Porsche AG Konzern eine Konzernabsatzentwicklung unterhalb des Niveaus des Berichtsjahres.


Die im Berichtsjahr vor dem Hintergrund des veränderten und herausfordernden Marktumfelds eingeleitete strategische Neuausrichtung zur Stärkung der kurz- und mittelfristigen Ertragskraft wird auch im Geschäftsjahr 2026 fortgeführt und ist entsprechend in der Prognose berücksichtigt. Infolgedessen geht der Porsche AG Konzern in seiner Prognose zum Berichtszeitpunkt auch von weiteren, im Vergleich zum Berichtsjahr aber geringeren Aufwendungen und Zahlungsmittelabflüssen in Bezug auf die Weiterentwicklung des künftigen Produktangebots, die Fokussierung auf das Kerngeschäft, die Sicherstellung qualitätsorientierter Produktanläufe, die Veränderungen in der Unternehmensorganisation sowie bei Batterieaktivitäten aus.


Für die Prognose des Geschäftsjahres 2026 wird zudem erwartet, dass sich die Situation in den Lieferketten weiter herausfordernd gestalten wird und dass aufgrund von einzelnen Lieferverzögerungen, -ausfällen, Stückzahlschwankungen und möglichen Insolvenzen mit Mehrkosten im Zuliefererbereich gerechnet werden muss.


Die Prognose 2026 geht außerdem davon aus, dass infolge des hohen Investitionsniveaus in den vergangenen Jahren die Summe der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen weiter steigen werden. Das allgemeine Investitionsniveau wird ferner höher erwartet als im Berichtsjahr.

Prognose der bedeutsamsten Leistungsindikatoren

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet der Porsche AG Konzern basierend auf den vorgenannten Annahmen eine höhere Operative Umsatzrendite in einer Bandbreite von 5,5 bis 7,5 %. In dieser Prognose sind angenommene Umsatzerlöse im Korridor von rund 35 bis 36 Mrd. € enthalten.


Für die Netto-Cashflow-Marge im Segment Automobile wird im Vergleich zum Berichtsjahr von einer ähnlichen Entwicklung und Werten zwischen 3 und 5 % ausgegangen.


Der Porsche AG Konzern plant mit einer zum Berichtsjahr höheren EBITDA-Marge Automobile zwischen 15 und 17 %.


Im Rahmen der Absatzprognose 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Anteil rein batteriebetriebener Elektrofahrzeuge (BEV-Anteil Automobile) von 24 bis 26 %.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

Für das Jahr 2026 geht der Porsche AG Konzern mit seiner Planung von einem globalen Wirtschaftswachstum und einer weltweiten Pkw-Nachfrage in etwa auf dem Niveau des Berichtsjahres aus. Unsicherheiten bestehen diesbezüglich jedoch insbesondere aufgrund der weltweiten geopolitischen Rahmenbedingungen.


Schwierige Marktbedingungen und ein volatiles Umfeld, insbesondere in den wichtigen Märkten USA und China, stellen den Porsche AG Konzern neben einem weiter hohen Kosten- und Abschreibungsniveau vor ein herausforderndes Geschäftsjahr 2026. Gleichzeitig sieht sich der Porsche AG Konzern dank seiner robusten Finanzkraft sowie der eingeleiteten Maßnahmen zur kurz‑ und mittelfristigen Stärkung der Ertragskraft nachhaltig solide positioniert, um flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und die Marktposition weiter zu stärken.

Prognose des Porsche AG Konzerns

Tatsächlicher
 Geschäftsverlauf 2025
Prognose 2026

Porsche AG Konzern

    

   

  

Umsatzerlöse

Mrd. €

36,3

35 bis 36

Operative Umsatzrendite

in %

1,1

5,5 bis 7,5

Segment Automobile

  

  

  

Netto-Cashflow-Marge Automobile

in %

4,7

3 bis 5

EBITDA-Marge Automobile

in %

13,3

15 bis 17

BEV-Anteil Automobile

in %

22,2

24 bis 26

Stuttgart, 22. Februar 2026

Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft

Der Vorstand

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