Grundlagen des Konzerns
Geschäftsmodell
Geschäftszweck
„Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn mir selbst zu bauen.“ Diese berühmten Worte von Ferry Porsche beschreiben den Anspruch des Porsche AG Konzerns. Dessen Geschäftszweck sind die Herstellung und der Vertrieb von exklusiven Sportwagen und Motoren aller Art sowie von sonstigen Teilen und Komponenten für diese und andere technische Erzeugnisse. Darüber hinaus gehören zum Unternehmensgegenstand die Durchführung von Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten, insbesondere im Fahrzeug- und Motorenbau, die Beratung und Entwicklung auf dem Gebiet der Datenverarbeitung sowie die Herstellung und der Vertrieb von Datenverarbeitungsprodukten, die Vermarktung von Waren und die Verwertung von Markenrechten, insbesondere von solchen, die das Wort „Porsche“ enthalten. Inbegriffen sind ebenfalls alle sonstigen Tätigkeiten, die technisch oder wirtschaftlich damit zusammenhängen, einschließlich der Verwertung gewerblicher Schutzrechte. Ein weiterer Geschäftszweck sind Finanzdienstleistungen, insbesondere Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen für Kundinnen und Kunden sowie Händler.
Organisation
Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft (Porsche AG) ist die Muttergesellschaft des Porsche AG Konzerns (Porsche AG und ihre vollkonsolidierten Tochtergesellschaften) und hat ihren Sitz in Stuttgart. Weitere Informationen können der Aufstellung des Anteilsbesitzes gemäß § 313 HGB entnommen werden. Konzernanhang – 50. Anteilsbesitzliste
Die Beteiligungsstruktur an der Porsche AG ist im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 unverändert geblieben. Die Volkswagen AG hält über die Porsche Holding Stuttgart GmbH mittelbar 75,4 % am Grundkapital der Porsche AG. Die Porsche Automobil Holding SE hält direkt rund 12,5 % am Grundkapital. Das übrige Grundkapital befindet sich im Streubesitz. Porsche am Kapitalmarkt
Der Porsche AG Konzern gliedert sich in die Segmente Automobile und Finanzdienstleistungen auf. Die Überleitung der Segmente zum Porsche AG Konzern bezieht sich auf eliminierungspflichtige Geschäftsvorfälle zwischen den beiden Segmenten. Die Aktivitäten beider Segmente erstrecken sich über die fünf Regionen Deutschland, Europa ohne Deutschland, Nordamerika, welches Mexiko exkludiert, China, welches Hongkong beinhaltet, sowie die Region Übersee- und Wachstumsmärkte, welche die übrigen Länder und Regionen darstellt. Konzernanhang – Segmentberichterstattung
Segment Automobile
Die Aktivitäten des Segments Automobile erstrecken sich auf das Geschäftsfeld Fahrzeuge sowie auf die übrigen Geschäftsfelder Dienstleistungen und Design. Im Geschäftsfeld Fahrzeuge sind die Beschaffung, die Produktion, die Entwicklung und der Vertrieb von Fahrzeugen sowie verwandte Dienstleistungen enthalten.
Beschaffung
Die Beschaffung ist zentral am Standort Weissach organisiert und verfügt über ein weltweites Lieferantennetzwerk. Dadurch kann der Porsche AG Konzern sowohl Produktionsmaterialien und Sachinvestitionen als auch Dienstleistungen weltweit in der geforderten Qualität einkaufen. Dabei rücken auch Start-ups und Softwarezulieferer in den Fokus. Aufgrund der Vernetzung der Beschaffungsorganisationen der Marken des Volkswagen Konzerns ist der Porsche AG Konzern in der Lage, Synergien durch verbesserte Verfügbarkeit von Produktionsmaterialien sowie Kostenvorteile zu heben.
Produktion
Am Hauptsitz der Porsche AG in Stuttgart‑Zuffenhausen befinden sich die Produktionsstätten für die Modellreihen Taycan und 911 sowie für Kundensport-Fahrzeuge von Porsche Motorsport. Ein qualitäts- und flexibilitätsorientiertes Steuerungs- und Fertigungsprinzip ermöglicht imS tammwerk in Zuffenhausen die Montage der zweitürigen Sportwagen der Modellreihen 911 auf einer Produktionslinie. Hoch individuelle Kundenwünsche lassen sich aufgrund des flexiblen Produktionssystems direkt innerhalb der Serienfertigung berücksichtigen. Neben Modellen mit Boxermotoren können zukünftig auch elektrische, zweitürige Sportwagen gefertigt werden. Dazu sind unter anderem eine erweiterte Montage-Linie mit fahrerlosem Transportsystem (FTS) und ein zugeschnittener Prüf- und Finishbereich geschaffen worden. Der Porsche Taycan wird auf einer separaten, vollständig auf elektrische Fahrzeugarchitekturen ausgelegten Linie gefertigt.
Der Porsche AG Konzern unterhält außerdem eine Produktionsstätte in Leipzig. Dort werden die Modellreihen Macan und Panamera gefertigt. In den vergangenen Jahren hat sich das Werk zu einem Kompetenzstandort für Elektromobilität im Porsche AG Konzern entwickelt. Porsche Leipzig ist in der Lage, innerhalb der bestehenden Fertigungslinie dreiv erschiedene Antriebsarten hochflexibel zu produzieren: vollelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und reine Verbrenner.
Darüber hinaus nutzt der Porsche AG Konzern weitere Produktionsstandorte für die Baureihe Cayenne. Die Cayenne-Baureihe wird am Mehrmarkenstandort des Volkswagen Konzerns in Bratislava, Slowakei produziert. Einige Modelle dieser Baureihe werden in einem Werk in Kulim, District Kedah, Malaysia, durch Dritte montiert. Diese sind für die Märkte Malaysia und seit 2024 auch Thailand bestimmt. Zusätzlich standen im Volkswagen Konzernverbund Kapazitäten zur Produktion der Baureihe 718 im Rahmen einer Auftragsfertigung im Werk in Osnabrück bereit. Die Produktion wurde Ende Oktober 2025 eingestellt. Ferner betreibt der Porsche AG Konzern einP ilotseriencenter als zentrale Fertigungsstätte zur Bereitstellung von Prototypenfahrzeugen zukünftiger Porsche-Serienmodelle in Sachsenheim. Produktion
Entwicklung
In Weissach befindet sich das eigene Forschungs- und Entwicklungszentrum, in dem Porsche‑Fahrzeuge von der ersten Skizze bis zur Serienreife entwickelt werden. Zudem findet in Weissach die Entwicklung von Infotainment- und Connect-Funktionen sowie von digitalen Lösungen rund um das Fahrzeug statt. Der Entwicklungsstandort in Shanghai ergänzt diese Entwicklungsaktivitäten, um spezifische Lösungen für den chinesischen Markt auszuarbeiten. Forschung und Entwicklung
Vertrieb
Das Vertriebsnetzwerk umfasst mehr als 900 Vertriebspartner in weltweit mehr als 120 Märkten. Aus diesem Vertriebsnetzwerk sind 18 rechtlich selbstständige Importeure und 16 rechtlich selbstständige Porsche Handelsgesellschaften Bestandteil des Porsche AG Konzerns. Auslieferungen an Kunden
Dabei bildet das Retail-Konzept „Destination Porsche“ das Dach für alle stationären Handelsformate. Das Konzept wird weltweit seit Ende 2020 sukzessive ausgerollt und bereits in über 200 der mehr als 800 Porsche Zentren umgesetzt. Bis zum Ende der Dekade sollen über 400 weitere folgen.
Der indirekte Online-Vertrieb des Porsche AG Konzerns erfolgt über seine digitale Plattform und seine Vertriebspartner. Die digitale Fahrzeugsuche steht mittlerweile in über 100 Märkten rund um den Globus zur Verfügung. Porsche‑Vertragshändler bieten auf dieser Plattform ihre sofort verfügbaren Neu- und Gebrauchtwagen online an. Darunter befinden sich sowohl Basismodelle als auch exklusive Varianten.
Segment Finanzdienstleistungen
Das Segment Finanzdienstleistungen umfasst das Leasing, die Händler- und Kundenfinanzierung sowie Mobilitätsangebote für Fahrzeuge der Marke Porsche und weitere finanzorientierte Dienstleistungen.
Zusätzlich betreut das Segment Finanzdienstleistungen in ausgewählten Märkten weitere Marken des Volkswagen Konzerns, insbesondere die Marken Bentley und Lamborghini. Das Segment umfasst die Produkte und Dienstleistungen der Porsche Finanzdienstleistungsgesellschaften, welche die Gesellschaft je nach Markt selbst oder in Kooperation mit lokalen Partnern erbringt.
Strategische Ausrichtung des Porsche AG Konzerns
Der Porsche AG Konzern setzt mit der Strategie 2035 die notwendigen Leitplanken, um den Anforderungen eines zunehmend volatilen und komplexen Marktumfelds begegnen zu können. Mit der Weiterentwicklung der Strategie 2030 Plus zur Strategie 2035 will der Porsche AG Konzern die Grundlage schaffen, um langfristig Resilienz und Profitabilität zu sichern. Die Strategie 2035 reflektiert die beschleunigte Dynamik der Automobilindustrie vor allem in den Bereichen technologische Innovation, regulatorische Veränderungen und sich wandelnde Kundenbedürfnisse. Die Strategie 2035 soll ab dem Berichtsjahr 2026 Gültigkeit haben.
Im Fokus der Strategie 2035 steht im derzeitigen Stand die Weiterentwicklung und inhaltliche Schärfung strategischer Schwerpunkte. Die bisherigen Querschnittsstrategien „Kunde“ und „Produkt“ der Strategie 2030 Plus werden in zwei strategische Säulen überführt: „Marke & Kunde“ sowie „Produkte & Technologie“. Neu eingeführt wird die strategische Säule „Unternehmen & Prozesse“, welche die operative Basis und die globale Wertschöpfungskette in den Fokus rückt. Einem integrativen Nachhaltigkeitsverständnis folgend, wird die bisherige Querschnittsstrategie „Nachhaltigkeit“ zu einer Grundlage der Strategie 2035. Analog dazu werden auch die Inhalte der Querschnittsstrategie „Transformation“ vollständig in die Grundlagen überführt. Gemeinsam bilden die Grundlagen „Organisation & Digitalisierung“, „Produkt- & Servicequalität“, „Team Performance“ und „Nachhaltigkeit“ die Basis der Strategie 2035.
Die jeweilige strategische Säule fokussiert sich auf klar definierte Themengebiete. Diese Themengebiete sollen die strategische Ausrichtung verdeutlichen und die Transparenz erhöhen. Gemeinsam wirken sie auf die Unternehmensziele ein. Die strategischen Ziele dienen als Maßstab und langfristiges Ambitionsniveau. Sie messen den Umsetzungserfolg der Strategie-Operationalisierung und sollen die Steuerung entlang der Kern-Stakeholdergruppen Kundinnen und Kunden, Gesellschaft, Mitarbeitende sowie Investoren unterstützen. Das Zielbild fasst die Inhalte der Strategie als Veranschaulichung und Verdeutlichung des Zielanspruchs 2035 zusammen.
Die Strategie 2035 folgt einem klaren Ziel: Sie soll die Wettbewerbsfähigkeit des Porsche AG Konzerns stärken, die Attraktivität der Marke Porsche sichern und die Voraussetzungen für profitables Wachstum in einem Umfeld schaffen, das von technologischen Umbrüchen und globalen Herausforderungen geprägt ist.
Strategische Säule „Marke & Kunde“
Die strategische Säule „Marke & Kunde“ soll die Marke und die Beziehung zu den Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns rücken. Ziel ist es, den Wert und die Exklusivität der Marke Porsche langfristig zu sichern und über die gesamte Kauf- und Besitzphase hinweg Begeisterung der Kundinnen und Kunden zu schaffen. Die Strategie 2035 setzt dabei auf drei Themengebiete: Markenpositionierung, Zielgruppen und 360° Kundenerlebnis. Damit soll das Markenprofil geschärft, ein konsistentes und unverwechselbares Kundenerlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg geschaffen sowie die Attraktivität und Exklusivität der Marke Porsche auch in Zukunft sichergestellt werden.
Als moderne Marke verfolgt der Porsche AG Konzern das Ziel, seine internationale Kundenbasis weiter auszubauen und neue Zielgruppen zu erschließen. Maßgeschneiderte Community-Formate und exklusive Events sollen die Markenbindung stärken und die Beziehung zu Kundinnen und Kunden vertiefen. Gleichzeitig soll die Vernetzung aller Kontaktpunkte entlang des Kundenlebenszyklus intensiviert werden, um ein konsistentes und personalisiertes Erlebnis für unsere Kundinnen und Kunden zu gewährleisten. Die gezielte Entwicklung von Wachstumsmärkten soll die Voraussetzung für ein langfristiges, wertorientiertes Wachstum schaffen.
Strategische Säule „Produkte & Technologie“
Die strategische Säule „Produkte & Technologie“definiert die Ausrichtung des Produktportfolios und der technologischen Basis für die kommenden Jahre. Sie adressiert die Themengebiete Produktidentität & -portfolio, Angebotsstruktur & -komplexität sowie Fahrzeugkonzepte & Schlüsseltechnologien.
Der Porsche AG Konzern setzt auf ein attraktives und flexibles Produktportfolio, das leistungsstarke Verbrenner, Plug-in-Hybride sowie die Elektromobilität integriert. Die Strategie 2035 umfasst die Markteinführung bestimmter vollelektrischer Fahrzeugmodelle zu einem späteren Zeitpunkt sowie die Verlängerung des Angebots von Verbrenner- und Hybridmodellen, um der verlangsamten Transformation hin zur Elektromobilität Rechnung zu tragen. Die Individualisierungsmöglichkeiten sollen durch den Ausbau des Sonderwunsch-Programms und der Exklusive Manufaktur weiter gestärkt werden. Gleichzeitig verfolgt die strategische Säule das Ziel, Nachfrage und Angebot in einem wertorientierten Ansatz auszubalancieren.
Die Entwicklung innovativer Fahrzeugkonzepte und Schlüsseltechnologien bildet die Grundlage für attraktive Produkte und soll die Attraktivität der Marke Porsche im Wettbewerb stärken.
Strategische Säule „Unternehmen & Prozesse“
Mit der neuen strategischen Säule „Unternehmen & Prozesse“ will der Porsche AG Konzern die operative Basis und die globale Wertschöpfungskette stärken. Die Themengebiete sind Entwicklung & Partnerschaften, Produktion & Lieferkette sowie Vertriebsnetz.
Ziel ist es, die Entwicklungsorganisation effizient und partnerschaftlich auszurichten, um Innovationskraft und Geschwindigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Produktion und Lieferkette so gestaltet werden, dass sie Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz auch unter volatilen Rahmenbedingungen sicherstellen. Darüber hinaus soll die globale Vertriebsstruktur gezielt optimiert werden, um Potenziale in Wachstumsmärkten besser zu nutzen und die Präsenz der Marke Porsche weltweit zu festigen.
Grundlagen
Die Umsetzung der Strategie 2035 wird durch vier zentrale Grundlagen unterstützt: Organisation & Digitalisierung, Team Performance, Produkt- & Servicequalität und Nachhaltigkeit. Sie sollen gemeinsam das Fundament für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Ergebnisqualität des Porsche AG Konzerns bilden.
Organisation & Digitalisierung soll die Voraussetzungen für eine agile und schlanke Organisation schaffen. Die Weiterentwicklung von Organisationsstrukturen und Prozessen sowie der konsequente Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz sollen neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen und die Effizienz entlang der Wertschöpfungskette steigern. Damit soll die Anpassungsfähigkeit des Porsche AG Konzerns in einem dynamischen Umfeld dauerhaft gestärkt werden.
Team Performance fokussiert sich auf die Mitarbeitenden, die Unternehmenskultur sowie die zielgerichtete Gestaltung der Unternehmenstransformation. Die Motivation der Beschäftigten, kontinuierliche Kompetenzentwicklung und eine wirkungsvolle Führung sind aus Sicht des Porsche AG Konzerns entscheidend, um den Wandel der Automobilindustrie gemeinsam zu gestalten. Die Förderung einer starken Unternehmenskultur und die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber sollen die Fähigkeit des Unternehmens stärken, Talente für den Porsche AG Konzern zu gewinnen.
Produkt- & Servicequalität bleibt unverändert oberste Priorität des Unternehmens. Ein einheitliches Qualitätsverständnis und die Bündelung von Kompetenzen über alle Unternehmensressorts hinweg soll den Erwartungen der Kundinnen und Kunden von der Marke Porsche gerecht werden. Denn Qualität ist nicht nur der definierte Anspruch, sondern die Grundlage für Vertrauen und Markenwert.
Mit Nachhaltigkeit verfolgt der Porsche AG Konzerneinen ganzheitlichen Ansatz, der ökologische und soziale Aspekte integriert. Zu den zentralen Elementen der Nachhaltigkeitsstrategie zählen insbesondere die Dekarbonisierung und die Kreislaufwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette der Fahrzeuge. Darüber hinaus übernimmt der Porsche AG Konzern aktiv Verantwortung in seiner Lieferkette. Ergänzend fördert er Diversität, engagiert sich als ein Partner der Gesellschaft und setzt auf eine transparente Berichterstattung und Kommunikation.
Zusammenfassung der Strategie 2035
Die drei strategischen Säulen und die vier Grundlagen definieren gemeinsam den Weg, auf dem der Porsche AG Konzern seine Position für heutige und künftige Generationen ausbauen will. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stakeholdergruppen Kundinnen und Kunden, Gesellschaft, Mitarbeitende und Investoren. Die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen dieser Gruppen sichert aus Sicht des Porsche AG Konzerns die Grundlage für anhaltendes Wachstum und langfristigen Unternehmenserfolg.
Steuerung und wesentliche Leistungsindikatoren
Steuerung und Kennzahlen
Basierend auf der Konzernstrategie beschreibt dieses Kapitel, wie der Porsche AG Konzern gesteuert wird und welche Kennzahlen dabei maßgeblich zur Anwendung kommen. Die Leistungsfähigkeit und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg des Porsche AG Konzerns spiegeln sich sowohl in finanziellen als auch in nicht finanziellen Kennzahlen, als zentraler Bestandteil des internen Steuerungssystems, wider. Weder der Steuerungsprozess noch die bedeutsamsten Leistungsindikatoren haben sich im Vergleich zum Vorjahr geändert.
Steuerungsprozess im Porsche AG Konzern
Im Porsche AG Konzern soll eine durchgängige und enge Verzahnung der Konzernstrategie mit der strategischen und operativen Planung für eine umfängliche Transparenz bei der finanziellen Bewertung und Beurteilung von Richtungsentscheidungen sorgen. Die einmal im Jahr und grundsätzlich für fünf Planjahre aufgestellte operative Mehrjahresplanung wird als wesentliches Steuerungselement des Porsche AG Konzerns aus einer den Zehnjahreshorizont umfassenden strategischen Planung abgeleitet und im Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet. Die operative Mehrjahresplanung dient dazu, die Voraussetzungen für die Realisierung der strategischen Vorhaben zu bewerten sowie Konzernziele zu formulieren und abzusichern. Dies gilt sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht. Auf dieser Grundlage werden alle Unternehmensbereiche bezüglich der strategischen Vorhaben, Funktionen/Prozesse, Produkte und Märkte koordiniert.
In Abhängigkeit des Planungshorizonts werden die einzelnen Planungsinhalte für die zukünftige Ausrichtung des Porsche AG Konzerns festgelegt:
- der Cycleplan/die Produktstrategie und damit das Produktprogramm als langfristige,strategische Determinante des Fahrzeuggeschäfts und weiterer mobilitätsbezogener Dienste
- der langfristige Absatzplan, der Markt- und Segmententwicklungen aufzeigt und daraus das Auslieferungsvolumen für den Porsche AG Konzern ableitet und
- die Kapazitäts- und Auslastungsplanung für die einzelnen Werke.
Die aufeinander abgestimmten Ergebnisse der vorgelagerten Planungsprozesse münden in die Finanzplanung als letzter Schritt der operativen Mehrjahresplanung: Die finanzielle Planung des Porsche AG Konzerns, einschließlich der Segmente und Geschäftsfelder, umfasst dabei die Gewinn- und Verlustrechnung, die Finanz- und Bilanzplanung, die Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung sowie die Investitionen als Vorleistung für die zukünftigen Produkt- und Handlungsalternativen. Aus der operativen Mehrjahresplanung werden im Anschluss verbindliche Ziele bzw. Zielempfehlungen für das erste Planjahr abgeleitet und im Rahmen der Budgetplanung über die einzelnen Monate detailliert und bis auf Ebene von operativen Kostenstellen und Konzerngesellschaften ausgeplant.
Das Budget wird unterjährig jeden Monat auf den Zielerreichungsgrad hin überprüft. Dabei sind Soll-Ist- und Vorjahresvergleiche, Abweichungsanalysen und – sofern erforderlich – Maßnahmenpläne zur Absicherung der budgetierten Ziele zentrale Instrumente der Unternehmenssteuerung. Für das aktuelle Geschäftsjahr werden regelmäßig rollierende Vorausschätzungen mit Schwerpunkten auf die nächsten drei Monate, die folgenden Quartale sowie das Gesamtjahr durchgeführt und bedarfsorientiert durch umfangreichere Detailprognosen abgesichert und gegebenenfalls auf Basis der neuesten Erkenntnisse adjustiert. Zudem werden hierbei die aktuellen Risiken und Chancen im Rahmen der Prognoseerstellung berücksichtigt, sofern deren Eintreten als hinreichend wahrscheinlich einzuschätzen ist. Der Steuerungsprozess kann somit kurzfristige Anpassungen und die Initiierung von Umsetzungsprogrammen zur Absicherung der Prognose auch unter Berücksichtigung volatiler Rahmenbedingungen gewährleisten. Grundsätzlich steht die bedarfsgerechte Anpassung der laufenden Aktivitäten im Mittelpunkt der unterjährigen Steuerung. Die jeweils aktuelle Prognose bildet ferner den Aufsatzpunkt für die kommende operative Mehrjahresplanung bzw. die Budgetplanung des Folgegeschäftsjahres.
