Risiko- und Chancenbericht
Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements
Für den nachhaltigen Erfolg des Porsche AG Konzerns ist es entscheidend, die Risiken und Chancen, die sich aus der unternehmerischen Tätigkeit ergeben können, frühzeitig zu erkennen und vorausschauend zu steuern. Der verantwortungsvolle Umgang mit unternehmerischen Risiken zur Zielerreichung ist ebenso wichtig wie die rechtzeitige Identifikation von Chancen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Hierfür sind im Porsche AG Konzern Steuerungssysteme im Einsatz, die in ein umfangreiches Risiko- und Chancenmanagement eingebettet sind.
Der Porsche AG Konzern hat ein umfassendes Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. Risiken sollen dadurch sowohl im Hinblick auf die Erreichung strategischer und operativer Ziele als auch auf die Einhaltung gesetzlicher und interner Vorgaben identifiziert und angemessen gesteuert werden. Auf diese Weise soll drohender Schaden für den Porsche AG Konzern abgewendet und die Gefahr einer Bestandsgefährdung rechtzeitig erkannt werden.
Im Rahmen des Chancenmanagements verfolgt der Porsche AG Konzern die Identifizierung und Umsetzung von kurz-, mittel- und langfristigen Chancen, indem er diese konsequent eruiert, bewertet, operationalisiert und schlussendlich in messbare Erlös-, Kosten- und Liquiditätspotenziale überführt.
Identifizierte Risiken bzw. Chancen sind bereits im Prognosebericht verarbeitet, sofern deren Eintreten als ausreichend wahrscheinlich einzuschätzen ist. In den weiteren Ausführungen des Risiko- und Chancenberichts sind mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse abgebildet, die zu einer positiven (Chance) bzw. negativen (Risiko) Abweichung gegenüber der Prognose für den Porsche AG Konzern führen können.
Eine regelmäßige Berichterstattung zum Risikomanagement soll den Vorstand der Porsche AG bei der rechtzeitigen Erkennung von Risiken, insbesondere solcher, die zu bestandsgefährdenden Entwicklungen führen können, unterstützen.
Das RMS sowie die Implementierung und Einhaltung der definierten Mindeststandards in den operativen Bereichen werden durch die interne Revision des Porsche AG Konzerns fortlaufend geprüft.
Nachfolgend beschreibt der Bericht zunächst die methodischen Änderungen des Risikomanagementsystems im aktuellen Geschäftsjahr sowie die Risikostrategie des Porsche AG Konzerns, bevor er näher auf die Funktionsweise des Risiko- bzw. Chancenmanagements eingeht, um dann im Anschluss die konkrete Situation der Risiko- und Chancensituation zum 31. Dezember 2025 zu erläutern.
Methodische Änderungen des Risikomanagementsystems
Im Berichtsjahr 2025 wurden Änderungen am RMS des Porsche AG Konzerns vorgenommen. Diese Änderungen beziehen sich ausschließlich auf die Systematik der Risikokategorisierung. Während im Vorjahr sechs Risikokategorien unterschieden wurden – Absatzrisiken, Versorgungsrisiken, Finanzwirtschaftliche Risiken, Personalrisiken, Operative Risiken sowie Strategische Risiken – wurde die Struktur im aktuellen Geschäftsjahr inhaltlich präzisiert und an die Bedeutung einzelner Themenfelder angepasst.
Um eine differenzierte Betrachtung und Berichterstattung der Risikosituation im Entwicklungs- und Technologieumfeld zu ermöglichen, wurden Entwicklungs- und Technologierisiken als eigenständige Risikokategorie eingeführt. Die dort verorteten Risiken waren im Vorjahr überwiegend den beiden Risikokategorien Absatzrisiken und Versorgungsrisiken zugeordnet. Darüber hinaus werden Personal-, Organisations- und Rechtsrisiken in einer gemeinsamen Kategorie gebündelt, um die Übersichtlichkeit der Berichterstattung zu erhöhen.
Die bisherigen Risikokategorien „Operative Risiken“ und „Strategische Risiken“ werden nicht mehr als eigenständige Risikokategorien geführt. Stattdessen dienen sie nun als Dimensionen, die jedem identifizierten Risiko zugeordnet werden: Konkrete Risiken innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums (aktuelles Geschäftsjahr und drei Folgejahre) werden der Dimension „operativ“ zugewiesen, während langfristige Unternehmensrisiken, welche über den RMS-Betrachtungszeitraum hinausgehen, der Dimension „strategisch“ zugeordnet werden.
Aus den beschriebenen Anpassungen ergeben sich nun fünf Risikokategorien im Porsche AG Konzern:
- Absatzrisiken
- Versorgungsrisiken
- Entwicklungs- und Technologierisiken
- Personal-, Organisations- und Rechtsrisiken
- Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Zuordnung der Einzelrisiken zu den angepassten Risikokategorien ist in der Risiko- und Chancensituation zum 31. Dezember 2025 des Porsche AG Konzerns dargestellt. Die Berichtsgrundlage bleibt dabei gegenüber dem Vorjahr unverändert, sodass die Vergleichbarkeit der Ergebnisse weiterhin gewährleistet ist. Dabei fließen alle wesentlichen quantifizierten Risiken innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums in die Berichterstattung ein, das heißt Risiken mit einem potenziellen finanziellen Netto-Worst-Case-Potenzial von mindestens 100 Mio. €. Dieses umfasst die größtmögliche Schadenswirkung des Risikos unter Berücksichtigung von Risikosteuerungsmaßnahmen. Dabei handelt es sich um Risiken der Dimension „operativ“.
Gegenüber dem Vorjahr gab es im Berichtsjahr 2025 keine methodischen Anpassungen im Kontext des Chancenmanagements.
Risikostrategie
Risikostrategie des Porsche AG Konzerns
Risikobewertung
Der Begriff Risiko ist definiert als die Möglichkeit einer negativen Abweichung von einem Plan- oder Zielwert. Grundsätzlich findet hierbei eine Netto-Betrachtung statt. Das heißt, Risiken werden unter Berücksichtigung von Risikosteuerungsmaßnahmen bewertet. Das RMS des Porsche AG Konzerns setzt sich aus mehreren integrierten und aufeinander aufbauenden Elementen zusammen und umfasst dabei für den Porsche AG Konzern einschlägige Risikokategorien. Diese werden auf Basis des Geschäftsmodells abgeleitet und dienen der übergreifenden Kategorisierung von Einzelrisiken nach ihren Ursachen. Die Risikokategorien bilden das Risikoinventar des Porsche AG Konzerns.
Innerhalb jeder Risikokategorie erfolgt die Zuordnung von Einzelrisiken zu einer der beiden Dimensionen „operativ“ oder „strategisch“. Konkrete Risiken innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums, welcher dem aktuellen Geschäftsjahr und den drei Folgejahren entspricht, befinden sich dabei in der Dimension „operativ“. Die konkreten Risiken können auf quantitativer Basis bewertet werden. Risiken aus dem Nachhaltigkeitsumfeld sind in diese Prozesse ebenfalls integriert. Im Rahmen der Quantifizierung werden dabei die finanziellen Auswirkungen der Risiken innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums ermittelt. Diese Risiken bilden die Basis für die Ermittlung der Risikotragfähigkeit und spiegeln die aktuelle Risikosituation des Porsche AG Konzerns wider, welche in die Berichterstattung an den Vorstand und Aufsichtsrat einfließt.
Im Rahmen der Risiko- und Chancensituation zum 31. Dezember 2025 sind die innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums als wesentlich identifizierten und quantifizierten Risiken des Porsche AG Konzerns dargestellt. Als wesentlich gelten Risiken mit einem möglichen finanziellen Netto-Worst-Case-Potenzial größer gleich 100 Mio. €. Dieses umfasst die größtmögliche Schadenswirkung des Risikos unter Berücksichtigung von Risikosteuerungsmaßnahmen.
Risiken der Dimension „strategisch“ sind langfristige Unternehmensrisiken, welche die Fähigkeit des Porsche AG Konzerns beeinträchtigen können, seine langfristigen Unternehmensziele zu erreichen. Aufgrund ihres langfristigen Charakters werden sie stets qualitativ bewertet und jährlich an den Vorstand und Aufsichtsrat der Porsche AG berichtet. Die frühzeitige Identifikation von langfristigen Unternehmensrisiken sowie die Implementierung von wirksamen Steuerungsmaßnahmen sollen dabei die Resilienz des Porsche AG Konzerns stärken. Auch langfristige nachhaltigkeitsbezogene Aspekte werden im Rahmen des strategischen Risikomanagements betrachtet. Diese Risiken bilden den Rahmen für die Risiko- und Chancensituation und werden auf Basis übergeordneter Risikofelder in der Berichterstattung einleitend dargestellt. Risiko- und Chancensituation zum 31. Dezember 2025 Sofern sich im Rahmen der langfristigen Unternehmensrisiken Sachverhalte konkretisieren und sich Risiken innerhalb des RMS-Betrachtungszeitraums ergeben, werden diese innerhalb der Dimension „operativ“ in der relevanten Risikokategorie erfasst und bei entsprechender Wesentlichkeit quantitativ bewertet. Diese Risiken fließen in die Risikotragfähigkeitsrechnung des Porsche AG Konzerns ein und werden in der aktuellen Risiko- und Chancensituation innerhalb der relevanten Risikokategorie berücksichtigt.
