Bericht des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde von Porsche,
inmitten eines globalen Umfelds, das sich rasanter und widersprüchlicher entwickelt als je zuvor, stand das Unternehmen 2025 vor großen Herausforderungen, denen wir mit tiefgreifenden strategischen Entscheidungen begegnet sind. Politische Spannungen, isolationistische Zollstrukturen und anhaltende Kostenbelastungen aus der Transformation der Automobilindustrie haben das Geschäftsjahr geprägt. Hinzu kamen strukturelle Standortnachteile in Deutschland, ein spürbarer Nachfragerückgang sowie zunehmende administrative Aufwände, die Unternehmen zusätzlich belasten. Doch gerade in solchen Zeiten zeigt sich, was Porsche ausmacht: Entschlossenheit im Handeln, klare Prioritäten und die Fähigkeit, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. Geschwindigkeit ist tief in unserer DNA verankert, nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch in der Entwicklung attraktiver und einzigartiger Sportwagen, die unverwechselbar sind und unsere Kundinnen und Kunden begeistern. Dieser Anspruch verpflichtet uns jeden Tag aufs Neue, die Faszination Porsche zu stärken und weiterzutragen – unabhängig von der gewählten Antriebsform.
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, vor diesem Hintergrund haben wir auch den länger geplanten Generationswechsel im Vorstand vollzogen. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Dr. Oliver Blume, der die Porsche AG in den vergangenen Jahren in wesentlichen Wegpunkten geprägt und die strukturelle Neuausrichtung in diesem Jahr vorangetrieben hat. Mein Dank gilt auch den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Barbara Frenkel, Andreas Haffner, Lutz Meschke und Detlev von Platen für ihr Engagement und ihre langjährige erfolgreiche Arbeit. Gleichzeitig freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Dr. Michael Leiters als neuem CEO und den neu hinzugekommenen Vorständen Matthias Becker, Dr. Jochen Breckner, Vera Schalwig und Joachim Scharnagl. Mit dieser Neuaufstellung setzen wir bewusst ein starkes Signal für die nächste Phase der strategischen Entwicklung unseres Unternehmens.
Mit der umfassenden Neuausrichtung unserer Produktstrategie richten wir uns auch klar an den veränderten Marktrealitäten aus, damit können wir künftig die gesamte Bandbreite an Kundenwünschen erfüllen. Markenprägende Fahrzeugmodelle mit leistungsstarken Verbrennungsmotoren und modernen Plug-in-Hybrid-Antrieben erweitern unser Fahrzeugportfolio und sind unsere konsequente Antwort auf die aktuelle Situation im Bereich der Elektromobilität. Die Entscheidung, diesen Technologien wieder mehr Priorität einzuräumen und sich damit breit aufzustellen, ist ein bewusstes Bekenntnis zu unseren Kunden und ihrem Wunsch nach einer breiteren Auswahl an dynamischen und emotionalen Antriebsvarianten.
Modelle wie der 911 Turbo S als Ikone unserer Marke, der 911 Targa 4S und das GT3 Touring-Paket verkörpern die Essenz von Porsche. Gleichzeitig setzt der Cayenne Turbo Electric als vollelektrisches Performance-SUV neue Akzente. Der Macan GTS steht für vollelektrische GTS-Leistung mit dem Prädikat Porsche. Beide Fahrzeuge unterstreichen die Faszination sportlicher Elektromobilität.
Der Motorsport bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Identität – technologisches Entwicklungsfeld, emotionaler Anker und Ausdruck höchster Wettbewerbsfähigkeit. 2025 gelang Porsche Penske Motorsport mit dem Porsche 963 eine erfolgreiche Saison in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship: Das Werksteam sicherte sich alle vier möglichen Titel und krönte das Jahr mit dem 20. Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona. In Le Mans fehlten dem Porsche 963 erneut nur Sekunden zum Gesamtsieg. In der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft führte der Porsche 99X Electric das TAG Heuer Porsche Formula E Team erstmals zum Gewinn des Teamtitels; parallel entschied Porsche die Herstellerwertung für sich. Der Kundensport zeigte ebenfalls Stärke: Mit dem Porsche 911 GT3 R errangen Kundenteams zahlreiche GT-Erfolge, darunter einen Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans.
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, vor uns liegt ein herausforderndes Jahr, in dem wir den Fokus noch stärker auf unser Kerngeschäft richten werden. Porsche hat immer dann besonders überzeugt, wenn die Bedingungen am schwierigsten waren. Dazu gehören auch Entscheidungen, die manchmal schmerzhaft, aber notwendig sind. Die Belastungen aus Portfolioanpassungen nehmen wir bewusst in Kauf, um das Unternehmen langfristig zu stärken. Wir wissen, dass wir noch nicht in allen Bereichen dort stehen, wo wir stehen wollen. Das gilt auch für unseren Aktienkurs. Gleichzeitig sind wir uns auch bewusst, dass wir unsere Hausaufgaben machen müssen: Mit einer klaren strategischen Ausrichtung, einem fokussierten Investitions- und Entwicklungsansatz, einer strengen Kostenkontrolle und einem vielseitigen Produktportfolio sowie einem hoch engagierten Team blicken wir entschlossen nach vorn. Porsche bleibt ein Versprechen – für Performance, Qualität und unverwechselbare Emotion.
Arbeitsweise des Aufsichtsrats und Sitzungsmodalitäten
Überblick
Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2025 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten wahrgenommen und sich intensiv mit der Lage und den Perspektiven der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG („Porsche AG“) befasst. Dabei überwachte der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und beriet ihn regelmäßig in allen zentralen Fragen, immer auch mit Blick auf die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats hielt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, regelmäßig engen und vertrauensvollen Kontakt und beriet mit ihm Fragen der Strategie, der Planung und der Geschäftsentwicklung. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden des Vorstands informiert und war, wie das gesamte Gremium, in die strategischen Überlegungen und Entscheidungsfindungen des Vorstands eng eingebunden. Ergänzt wurde der Bericht des Vorsitzenden des Vorstands durch regelmäßige Berichte des Finanzvorstands und des Vertriebsvorstands sowie anlassbezogen durch Berichte weiterer Vorstandsressorts. Für die Berichterstattung des Vorstands nahm sich der Aufsichtsrat umfassend Zeit.
Im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung durch den Vorstand wurde der Aufsichtsrat jederzeit vollumfänglich, zeitnah und transparent informiert, in schriftlicher und mündlicher Form. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats und der relevanten Ausschüsse wurden die nötigen Unterlagen rechtzeitig und in vollem Umfang zur Verfügung gestellt.
Zentrale Themen waren auch im Plenum die Geschäftsentwicklung, strategische Fragestellungen, die Unternehmensplanung inkl. der Bereiche Finanz-, Investitions- und Personalplanung sowie Fragen der Rentabilität – jeweils auf Konzernebene ebenso wie für wesentliche Tochtergesellschaften. Zu den Tochtergesellschaften, zu denen berichtet wurde, gehörten insbesondere die Porsche Financial Services GmbH, die Porsche Consulting GmbH, die Porsche Engineering Group GmbH, die Porsche Lifestyle GmbH & Co. KG, die MHP Management und IT-Beratung GmbH, die Cellforce Group GmbH und die Porsche Werkzeugbau GmbH. Der Aufsichtsrat konnte sich so ein umfassendes Bild machen.
Auch außerhalb der Regelberichte unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen wesentlichen Aspekte und zustimmungspflichtigen Vorgänge. So bestand die Möglichkeit, sich gezielt mit einzelnen Themen, wie bspw. dem Fortschritt einzelner Fahrzeugprojekte, auseinanderzusetzen.
Aus den Ausschüssen des Aufsichtsrats wurde regelmäßig im Plenum Bericht erstattet. Durch die intensive und sorgfältige Vorbereitung einzelner Themen in den jeweiligen Ausschüssen konnten Entscheidungen im Plenum fundiert und effizient getroffen werden.
Darüber hinaus trafen sich die Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer in der Regel vor den Aufsichtsratssitzungen zu getrennten Vorbesprechungen.
Die Mitglieder des Vorstands haben an Aufsichtsrats-und Ausschusssitzungen teilgenommen; allerdings haben der Aufsichtsrat und die Ausschüsse regelmäßig auch ohne den Vorstand getagt.
Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme des Plenums und Überblick über den Sitzungsmodus
Das Plenum des Aufsichtsrats traf sich im Geschäftsjahr zu zehn Sitzungen. Umlaufbeschlüsse außerhalb regulärer Sitzungen wurden nicht gefasst. Insgesamt betrug die Teilnahmequote im Jahr 2025 bei den Aufsichtsratssitzungen (Plenum) 97,5 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Teilnahmequote des Plenums – trotz erhöhter Sitzungsfrequenz – gestiegen. Die individuelle Teilnahme aller Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Plenums im Geschäftsjahr 2025 kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
