Auf einen Blick
- Österreicher setzt sich zweimal gegen Tabellenführer Jack Sherwood durch
- Überraschungserfolg eines Porsche 911 GT3 Cup in der Gruppe Open GT
- Titelkampf tritt in allen Klassen in die entscheidende Phase ein
Zuvor hatte Dragos Buriu am Steuer des leistungsstärkeren 911 GT3 R dominiert, während Levin Gelf in der Klasse der Cup-Fahrzeuge den Sieg feierte. In der Gruppe GT4 Clubsport gelang Kevin Lattion zweimal der Sprung auf das oberste Treppchen. Bei den historischen Rennwagen gab es vier verschiedene Gewinner: Schorsch Wörle und Sebastian Glaser wechselten sich bei den Cup-Porsche der 911-Generation 993 ab, Florian Schmidhuber und Maximilian von der Leyen bei der Modellgeneration 964.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup
Tabellenführer Jack Sherwood erwischte auf dem 4,318 Kilometer langen Red Bull Ring ein gebrauchtes Wochenende: Der Brite hatte in der Steiermark gegen Felix Neuhofer klar das Nachsehen. Der Österreicher strich am Steuer des 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1 – im GT3 Cup ohne Traktionskontrolle und Renn-ABS am Start – mit zwei Pole-Positions, jeweils der schnellste Rennrunde und zwei Siegen die Maximalpunktzahl ein. Im ersten Lauf kam Sherwood zwar als Zweiter ins Ziel, kassierte aber zehn Strafsekunden, weil er zu oft die Streckenbegrenzung überschritten hatte. Dies warf ihn auf Rang drei zurück. Das zweite Rennen musste er von der fünften statt von der zweiten Position aufnehmen, da er neue Reifen benötigte. Der 20-Jährige kämpfte sich zwar auf Platz drei vor, haderte aber erneut mit den Track Limits. Er wurde als Vierter gewertet. Die Führung in der GT3 Cup-Meisterschaft konnte Sherwood dennoch verteidigen, während Neuhofer an Gregor Burkard vorbei auf Rang zwei vorrückte.
Burkard musste im ersten Lauf eine Nullnummer hinnehmen: Das Rennen des Schweizers war in Runde sieben nach einer Kollision beendet. Bei seinem zweiten Start des Tages katapultierte er sich von der vierten auf die zweite Position und brachte diesen Platz auch sicher über die Ziellinie. Rang drei fiel am Ende an Peter Hegglin, obwohl der Seegräbener wegen des Kontakts mit Burkard für Lauf zwei auf den zehnten Startplatz versetzt worden war. Rang fünf ging an Simon Mathys vor Jan Klingelnberg und Andreas Marti. Christian Caramuscia hatte den zweiten Lauf von der dritten Startposition aufgenommen, fiel aber in Runde vier ans Ende des Feldes zurück. Im ersten Rennen hatte sich der Italiener noch als Zweiter feiern lassen.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Zwei Starts von der Pole-Position, zwei Mal die schnellste Rennrunde und zwei ungefährdete Siege: Kevin Lattion kehrt – wie schon beim Saisonauftakt in Portimao – mit maximaler Punktzahl aus der Steiermark in die Schweiz zurück. Direkt hinter ihm reihte sich jeweils David Dias ein. Anders als Lattion hat er alle bisherigen Wochenenden der Porsche Sprint Challenge Suisse mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport bestritten und führt damit weiterhin in der Tabelle.
Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT
Die drei Porsche 911 GT3 R erlebten in Spielberg ein ungewöhnliches Wochenende. Im ersten Rennen der Gruppe Open GT fuhr Dragos Buriu – mit seinem bis zu 565 PS starken GT3-Rennwagen der 911-Generation 992 Tabellenführer der Klasse 24 – von der Pole-Position zum Gesamtsieg. Platz zwei ging an Patrick Dinkeldein im baugleichen Porsche, nachdem sich der Deutsche in der 17. von 21 Runden an Stephan Heim vorbeigekämpft hatte. Heim pilotiert das etwas leistungsschwächere 911 GT3 R-Vorgängermodell der Generation 991.2.
Im zweiten Lauf fiel die Entscheidung bereits in der Startrunde: Sowohl Buriu als auch Heim mussten ihre Rennwagen vorzeitig abstellen, Dinkeldein kehrte als Zwölfter des Gesamtfelds zurück. Bis zum Rennende konnte er sich wieder bis auf Rang drei vorarbeiten und wurde als Klassensieger gezählt. In der Tabelle hat Dinkeldein den Rückstand auf Buriu damit auf 19 Punkte mehr als halbiert.
Bei den 911 GT3 Cup-Rennwagen, die in der Open GT mit ABS und Traktionskontrolle starten, hatte Levin Gelf das erste Rennen im Griff: Er war dem Klassensieg von der Pole-Position entgegengeeilt. Rang zwei ging an Sebastian Schmitt, der sich gleich in der ersten Runde um fünf Positionen verbessern konnte. Lediglich 0,282 Sekunden zurück auf Platz drei: Tarek Fahmy, der als Achter gestartet war. Hinter ihm erreichten Harald Huber, Alessandro Cenedese, Marcus Graichen und Max von Rosen das Ziel. Cenedese erhielt aber zehn Strafsekunden, weil er es mit den Streckenbegrenzungen nicht so genau genommen hatte. Dies warf den Italiener auf Rang zehn zurück. Nico Gründel, als Tabellenführer der Klasse 21 angereist, rückte dadurch auf Platz sieben vor.
Das Durcheinander in der GT3-Klasse beim Auftakt des zweiten Open GT-Rennens wirkte sich auch auf die Cup-Rennwagen aus: Es war Cenedese, der als Führender aus der Startrunde zurückkehrte. In Runde sechs musste er aber Huber und Schmitt den Vortritt lassen. Diese beiden tauschten im zehnten Umlauf die Positionen, sodass Schmitt an seinem zweiten Wochenende in der Sprint Challenge Suisse erneut einen Klassensieg feiern konnte. Neben ihm auf dem Treppchen: Huber und Graichen. Es folgten Stefan Kracht, Levin Gelf und Nico Gründel. Cenedese beendete das Rennen als Vierter, zehn Track-Limit-Strafsekunden kosteten ihn jedoch vier Positionen. Er fiel hinter Helmut Rödig auf Rang acht zurück. In der Zwischenwertung der Klasse-21-Tabelle liegt Gründel auch weiterhin vor Graichen und dem nun drittplatzierten Gelf.
Porsche Sports Cup Suisse: Classic
Schorsch Wörle war in Imola mit zwei Siegen in die Classic-Saison des Porsche Sports Cup Suisse gestartet. In Österreich stiess der Bayer mit dem Cup-Porsche der luftgekühlten 911-Generation 993 auf Gegenwehr: Sebastian Glaser bot ihm einen harten Kampf. Im ersten Rennen übernahm Wörle von der Klassen-Pole zunächst die Führung, musste Glaser aber in der fünften Runde erstmals den Vortritt lassen. Im folgenden Umlauf konnte er die vorherige Reihenfolge zwar wieder herstellen, doch in Runde neun ging Glaser erneut vorbei – und verteidigte im Ziel einen 0,218-Sekunden-Vorsprung, obwohl Wörle im vorletzten Umlauf mit der schnellsten Rennrunde noch einmal auf Angriff setzte. Auf Rang drei und vier folgten Erich Fuchs und Albert Weinzierl vor Fabian Frohne und Judd Schreiber.
Auch im zweiten Lauf ging es eng zu. Glaser musste sich nach dem Start zunächst gegen Erich Fuchs durchsetzen, bevor er die Jagd auf Pole-Mann Wörle eröffnen konnte. In Runde sieben riss er kurzzeitig die Führung an sich, musste seinen Kontrahenten dann aber ziehen lassen. Im Ziel lautete die Reihenfolge Wörle vor Glaser, Weinzierl, Frohne und Fuchs.
Bei den älteren Cup-Rennwagen der 911-Generation 964 setzte sich Florian Schmidhuber im ersten Lauf gegen Maximilian von der Leyen durch. Platz drei ging an Stefan Niedermayer. Im zweiten Rennen hatte von der Leyen dann die Nase vorn. Schmidhuber wurde Zweiter, Niedermayer – der in beiden Qualifyings das 964er-Feld angeführt hatte – erneut Dritter.
«Der österreichische Grand-Prix-Kurs liefert uns in jedem Jahr aufs Neue eine tolle Kulisse für sehenswerten Motorsport», betont Richard Feller, Präsident des Porsche Motorsport Club Suisse. «Dies spiegelt sich in kurzweiligen Rennen wider, deren Ausgang uns immer wieder überrascht.»
Das fünfte von sechs Rennwochenenden trägt der Porsche Sports Cup Suisse vom 24. bis 26. September im italienischen Mugello aus.
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Fotos aus Spielberg
Kennwort: PSCS_Spielberg_2026