Jack Sherwood und Felix Neuhofer teilen sich GT3 Cup-Siege

Zwei verschiedene Sieger bei den beiden Läufen des GT3 Cup, ein weiterhin ungeschlagener Dragos Buriu in der Gruppe Open GT und ein unerwarteter Ausgang des abschliessenden Langstrecken-Wettbewerbs: Das zweite Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse bot im Autodromo Nazionale di Monza einmal mehr spannenden Motorsport. Nach dem Saisonauftakt in Portugal fand Jack Sherwood auf dem 5,793 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs in Felix Neuhofer einen Gegner, der einen weiteren Doppelerfolg des Briten verhindern konnte. Im Endurance-Rennen fuhren Levin Gelf und Jannes Fittje überraschend auf Platz eins.

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup

Nach seinen beiden souveränen Siegen in Portimao im Rahmen des ersten Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse traf Jack Sherwood in Monza auf harte Konkurrenz: Felix Neuhofer wollte einen weiteren Durchmarsch des Briten verhindern. Gleich im ersten Rennen mit den 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1, die im GT3 Cup noch ohne Traktionskontrolle und Renn-ABS antreten, konnte der Österreicher die Führung in der Startrunde an sich reissen. Dies wollte Pole-Position-Mann Sherwood so nicht gelten lassen und kämpfte sich in der zwölften Runde wieder an die Spitze. Sechs weitere Umläufe später überquerte er die Ziellinie mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,9 Sekunden.

Felix Neuhofer, Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup, Monza, Italien, 2026, Porsche AG
Felix Neuhofer

Auch im zweiten Lauf sah es für den aus Lancashire stammenden Engländer gut aus: Neuhofer musste von der fünften statt der zweiten Position starten, da er Reifen getauscht hatte. Dies schien den Porsche-Routinier jedoch besonders zu beflügeln. Aus der ersten Runde kehrte er als Dritter zurück, in Umlauf zwei tauchte er bereits in Sherwoods Rückspiegel auf und in der vierten Runde lag er vorn. Am Ende betrug sein Abstand mehr als drei Sekunden. Zwei Tage vor seinem 29. Geburtstag hatte sich Neuhofer damit selbst ein schönes Geschenk bereitet.

Über Platz drei durfte sich in beiden Rennen Gregor Burkard freuen – obwohl der Schweizer jeweils von der siebten Position gestartet war. Im ersten Lauf musste der Sportec-Chef zunächst Christian Caramuscia und Moritz Weber überholen, bevor auch Peter Hegglin an der Reihe war. Doch Caramuscia konnte sich in Runde sieben revanchieren und den dritten Rang zurückerobern. Auch Weber ging wieder an Burkard vorbei. Wenig später war für ihn das Rennen jedoch vorzeitig beendet, Caramuscia fiel auf den zehnten Platz zurück. Hiervon profitierten auch Simon Mathys, Peter Hegglin und Sebastien Pidoux, die sich einen spannenden Dreikampf um die vierte Position lieferten – und im Ziel in dieser Reihenfolge nur durch eine Dreiviertelsekunde getrennt wurden.

Gregor Burkard, Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup, Portimao, Portugal, 2026, Porsche AG

Das zweite Rennen beendete Burkard mit einem satten Vorsprung von über 18 Sekunden vor Caramuscia. Der Italiener wiederum konnte seinen vierten Rang gegen Weber behaupten. Der Schweizer hatte sich aufgrund neu aufgezogener Michelin-Rennreifen am Ende des Starterfeldes aufstellen müssen, nutzte diesen Vorteil aber zu einer sehenswerten Aufholjagd. In der 18. und letzten Runde ging er noch an Mathys vorbei, auf Caramuscia fehlten ihm am Schluss nur 0,62 Sekunden.

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport

In der Klasse 10, reserviert für Teilnehmer mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport, konzentrierte sich das Renngeschehen auf das Duell zwischen David Dias aus der Schweiz und dem Deutschen Marcel Clausen. Es endete in beiden Fällen mit dem ersten Platz für Dias.

David Dias, Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport, Monza, Italien, 2026, Porsche AG

Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT

Wie zuvor beim Saisonauftakt im portugiesischen Portimao sicherte sich Dragos Buriu erneut den Gesamtsieg in beiden Rennen der Gruppe Open GT. Im ersten Lauf musste der Rumäne für diesen Erfolg hart arbeiten. Obwohl von der Pole-Position gestartet, hatte er zunächst Patrick Dinkeldein den Vortritt gelassen. Auch der Deutsche pilotierte einen der bis zu 565 PS starken Porsche 911 GT3 R der Generation 992. In Runde sieben konnte Buriu den Zwischenstand zwar wieder korrigieren, doch Dinkeldein blieb ihm dicht auf den Fersen – im Ziel trennte die beiden nur eine Viertelsekunde. Rennen Nummer zwei war für den Rumänen früh entschieden, da sich Dinkeldein gleich zu Beginn einen Rückstand von zwei Runden einhandelte. So ging der zweite Platz an Stephan Heim und dessen 911 GT3 R der Generation 991.2.

In der Klasse 21, in der die Porsche 911 GT3 Cup-Rennwagen der Generation 992.1 mit Renn-ABS und Traktionskontrolle an den Start gehen, hiess der erste Sieger Marcus Graichen. Er konnte sich gleich in der ersten Runde gegen Nico Gründel durchsetzen und die Führung übernehmen. Auf Platz zwei fuhr Tarek Fahmy, der es 0,436 Sekunden vor Levin Gelf über die Ziellinie schaffte. Rang vier ging an Alessandro Cenedese vor Mike Alonso, der als Zwölfter seiner Klasse ins Rennen gegangen war und einen ganzen Pulk anführte – Nico Gründel, Stefan Kracht und Enrico di Leo lagen innerhalb einer Sekunde hinter ihm.

Marcus Graichen, Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT, Monza, Italien, 2026, Porsche AG

Das zweite Rennen in der Klasse 21 wurde die klare Beute von Gründel: Von der Pole-Position fuhr der Deutsche als Sieger ins Ziel, schnellste Runde inklusive. Platz zwei sicherte sich Graichen vor Cenedese und Fahmy, der Alonso um drei Zehntelsekunden in Schach halten konnte.

Porsche Sports Cup Suisse: Endurance

Im zweistündigen Langstreckenrennen, das auch im Königlichen Park von Monza wieder das Wochenende des Porsche Sports Cup Suisse abrundete, gelang Levin Gelf und Jannes Fittje eine Überraschung: Mit seinem 911 GT3 Cup hat sich das Duo gegen den 911 GT3 R von Patrick Dinkeldein durchgesetzt. Der allein fahrende Deutsche musste einmal mehr durch die Boxengasse fahren und konnte dieses Manko trotz schnellster Rennrunde nicht mehr egalisieren. Die Führung übernahmen Gelf/Fittje aber erst auf den letzten Metern, als der Porsche von Corrado Costa und Enrico Fulgenzi aufgrund eines Reifenschadens ein drittes Mal stoppen musste. Die beiden Italiener belegten am Ende den vierten Rang hinter Marcus Graichen und Nico Gründel. Auch Stefan Kracht und der ehemalige Profifahrer Alex Fontana hatten das Endurance-Rennen über weite Strecken angeführt. Sie erreichten die Zielflagge als Fünfte.

Levin Gelf, Jannes Fittje, Porsche Sprint Challenge Suisse: Endurance, Monza, Italien, 2026, Porsche AG

«Das Autodromo Nazionale di Monza hat uns mit seiner einzigartigen Atmosphäre wieder begeistert – unsere Teilnehmer kommen jedes Jahr sehr gerne in die Lombardei», betont Richard Feller, Präsident des Porsche Motorsport Club Suisse. «Die spezielle Hochgeschwindigkeits-Charakteristik dieser Formel-1-Strecke dient als Garant für spannenden Motorsport, das hat sich auch am vergangenen Wochenende gezeigt.»

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