Auf einen Blick
- Rumäne gewinnt mit dem Porsche 911 GT3 R die Rennen fünf und sechs
- Jack Sherwood baut seine Tabellenführung im GT3 Cup aus
- Cup-Rennwagen der 911-Generationen 964 und 993 starten in die Saison
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup
Für Jack Sherwood hätte es in Imola kaum besser laufen können. Dies begann bereits im Qualifying: Der 20-Jährige sicherte sich neben der schnellsten auch die zweitbeste Rundenzeit. Damit startete er in beide Rennen mit dem 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1, die im GT3 Cup ohne Traktionskontrolle und Renn-ABS antritt, von der Pole-Position. Diesen Vorteil verwandelte der Brite konsequent und fuhr seine Saisonsiege vier und fünf ein, schnellste Rennrunde und maximale Punktzahl inklusive. Einziger Schönheitsfehler: Im ersten Lauf musste Sherwood die Führung in der vorletzten Runde kurz an Felix Neuhofer abtreten. Bis zur Zielflagge hatte das Nachwuchstalent aus Lancashire diesen Makel aber wieder korrigiert.
Neuhofer begnügte sich im ersten Rennen des GT3 Cup mit dem zweiten Platz, konnte nach einer Safety-Car-Phase kurz vor Rennende aber den Kontakt zu Sherwood halten. Mehr hatte der im deutschen Gröbenzell lebende Österreicher aber mit seinen Jägern zu tun: Gregor Burkard folgte ihm mit 0,5 Sekunden Rückstand, der wiederum Ilario Introna nur um 0,119 Sekunden auf Rang vier verweisen konnte, während Christian Caramuscia kaum eine Sekunde dahinter als Fünfter einlief. Moritz Weber erkämpfte sich die sechste Position. Er war von Platz zehn gestartet.
Der zweite Lauf stand im Zeichen des Kampfes um Rang zwei. Während Sherwood mit neun Sekunden Vorsprung gewann, setzte sich am Ende Burkard durch – obwohl der Schweizer, ebenso wie Neuhofer, in der Startaufstellung jeweils um drei Positionen nach hinten gerückt war. Grund: Beide hatten nach dem ersten Rennen neue Reifen aufziehen müssen. Den Vorteil frischer Pneus münzten sie direkt beim Start in einen Vorteil um: Neuhofer katapultierte sich auf Platz zwei, Burkard kehrte als Dritter aus der ersten Runde zurück. Im neunten von 18 Umläufen tauschten die beiden die Positionen, bevor Neuhofer auf den letzten Metern die vorherige Reihenfolge wieder herstellte. Anschliessend musste er aber eine Fünfsekunden-Zeitstrafe hinnehmen. Burkard liess sich als Zweiter feiern, Rang drei ging an Caramuscia vor Neuhofer.
Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Ivan Rostovskiy hat beide Läufe der Gruppe GT4 Clubsport mit dem 500 PS starken Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport gewonnen. Im Autodromo di Imola setzte er sich jeweils von der Pole-Position gegen David Dias durch.
Porsche Sprint Challenge Suisse: Open GT
27 Rennwagen auf Basis des 911 und jede Menge Positionskämpfte: Die Gruppe Open GT sorgte in Imola für Kurzweil. Im Kampf um die Gesamtsiege liess Dragos Buriu mit seinem bis zu 565 PS starken Porsche 911 GT3 R der Generation 992 erneut nichts anbrennen: Der Rumäne gewann zweimal gegen Patrick Dinkeldein und fuhr damit auch in den Saisonrennen fünf und sechs auf Platz eins. Nur im zweiten Lauf konnte der Deutsche mit dem baugleichen Porsche Druck auf Buriu ausüben und den Rückstand im Ziel mit 0,428 Sekunden denkbar gering halten. Im ersten Imola-Rennen hingegen musste sich Dinkeldein in der letzten Runde noch gegen Stephan Heim durchsetzen, der einen 911 GT3 R der Vorgängergeneration pilotierte.
Wilder ging es in der Klasse 21 zur Sache. Sie ist für Porsche 911 GT3 Cup-Fahrzeuge der Generation 992.1 mit Renn-ABS und Traktionskontrolle reserviert. Lauf eins ging an Sebastian Schmitt. Der Deutsche hatte in der Startrunde seinen Landsmann Nico Gründel und Alessandro Cenedese passiert und die Führung übernommen. Die musste er auf den letzten Metern gegen Henry Wheeler verteidigen. Der junge US-Amerikaner – 2026 aus dem Kartsport in den Cup-Porsche gewechselt und auch im Porsche Carrera Cup Benelux aktiv – hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein aufregendes Rennen hinter sich: Nach einem Fehler im Qualifying musste er von der 23. Position starten. Für den Klassensieg fehlten Wheeler, der mit deutlichem Vorsprung auch die schnellste Rennrunde gedreht hatte, am Ende 0,233 Sekunden. Cenedese wurde Dritter vor Gründel, Marcus Graichen und Tarek Fahmy.
Auch den zweiten Lauf der Open GT-Klasse 21 nahm Wheeler als Vorletzter auf. Dieses Mal führte ihn die Aufholjagd bis auf die vierte Position. Allerdings hatte er dabei einen Kontakt mit Marco Galassi, der dessen Rennen beendete und eine Safety-Car-Phase auslöste. Hierfür erhielt Wheeler nachträglich eine Zehnsekundenstrafe. Sie warf ihn in der Ergebnisliste auf die zwölfte Position zurück.
Dafür durfte Cenedese feiern. Der frühere Kartfahrer war nach sechsjähriger Motorsportpause zum Saisonbeginn in den Cup-Porsche gewechselt und hatte sein Potenzial bereits zuvor in Monza mit einem Podestergebnis aufgezeigt. In Imola schnappte sich der Italiener beide Pole-Positions und machte seinen Traum vom Sieg im zweiten Lauf klar. Dabei konnte er Sebastian Schmitt, den Gewinner des ersten Rennens, um 0,708 sowie Nico Gründel um 1,322 Sekunden schlagen. Auch Platz vier war hart umkämpft. Hier setzte sich Marcus Graichen knapp gegen Levin Gelf und Nick Hunter durch.
Porsche Sports Cup Suisse: Classic
In Imola startete die Gruppe der historischen Markenpokal-Fahrzeuge von Porsche in die neue Saison. Wie im Vorjahr traten sie in getrennten Klassen an. Bei den frühen Cup-Autos der 911-Generation 964 mit 3,6 Liter grossem Sechszylinder, die von 1990 bis 1993 im neu geschaffenen Carrera Cup zum Einsatz kamen, siegte Emanuele Kamata im ersten Lauf. Er verwies eine echte schweizerische Motorsportlegende auf den zweiten Rang: Enzo Calderari. Der heute 74-Jährige hatte 2004 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps gewonnen. Im zweiten Lauf behielt Cornelius Dornier die Oberhand vor Maximilian von der Leyen und Matteo Kamata.
Bei den etwas jüngeren Cup-Fahrzeugen der Generation 993 sorgt ein ebenfalls luftgekühlter 3,8-Liter-Boxermotor vor Vortrieb. Hier nahm Schorsch Wörle zweimal den grössten Pokal in Empfang. Er setzte sich jeweils gegen Sebastian Glaser durch. Dritter im ersten Lauf wurde Simon Willner vor Fabian Frohne und Judd Schreiber. Im zweiten Rennen ging der letzte Podestplatz an Frohne vor Günther Schindler. Mit einem Porsche 911 RSR war zudem Roger Mettler vertreten.
«Dass es in Imola heiss herging, lag keinesfalls nur am Wetter: Speziell die Gruppe Open GT hat uns mit spannenden Positionskämpfen in einem stark besetzten Teilnehmerfeld begeistert», freut sich Richard Feller, Präsident des Porsche Motorsport Club Suisse. «Die besondere Atmosphäre des historischen Formel-1-Kurses mit seiner anspruchsvollen Streckenführung machte auch das dritte Rennwochenende des Porsche Sports Cup Suisse wieder zu einem Erlebnis.»
Info
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Fotos aus Imola
Kennwort: PSCS_Imola_2026