Auf Kurvenjagd im Flitzerland

Die Mitglieder des angesagten Berliner Flitzer Clubs verbindet ihre Liebe zu stilvoll-schnellen Autodesignklassikern der Siebziger- und Achtzigerjahre. Wir waren bei ihrer alljährlichen Alpenfahrt „Flitzerland“ mit einem knallgelben Porsche Boxster der ersten Serie von 2002 dabei – und haben es mit der Crème de la Crème der Sportwagen von einst aufgenommen.

Die Sonne ist bereits hinter den Gipfeln verschwunden, die vom Regen benetzten Kurven des Julierpasses liegen in dunkelblauem Abendlicht, nur der Himmel glüht noch orangerot hinter dramatisch ziehenden Wolkenfetzen. Seit einer Viertelstunde ist uns schon kein Auto mehr entgegengekommen, die Bergwelt der Bündner Alpen scheint an diesem Samstagabend so magisch wie menschenverlassen. Und doch ist die klare Luft erfüllt von dröhnendem Motorensound, während uns die Gischt der zwei roten Donnerkeile auf die Scheiben sprüht: Vorneweg steuert Fabio aus Zürich seinen Ferrari Testarossa durch die schmalen Kurven, der gewaltige Tresen des Hecks immer an der Ideallinie, während ihm Daniel aus Berlin in seinem BMW M1 dicht an den Fersen hängt. Von dieser Verfolgungsjagd hätte man selbst im Hollywood der 1980er-Jahre geträumt – für die beiden Freunde ist es die Alternative zum Abendspaziergang. Nochmal schnell eine Runde über Albula und Julier drehen, bevor im Castell in Zuoz das Nachtessen serviert wird.

Fabio und Daniel sind Mitglieder des Flitzer Clubs, einer lockeren Vereinigung unkonventioneller Autofreunde aus Berlin und anderen europäischen Metropolen mit einer Vorliebe für klassische Autokultur, Kunst, Design, Architektur, Gastronomie und gemeinsame Roadtrips. Gegründet wurde die Crew vor einigen Jahren vom charismatischen Berliner Anästhesisten und Autosammler Dr. Dirk Rumpff, der stets mit seinem wunderbar kantigen Maserati Khamsin vorneweg fährt. Mit seiner lockeren Attitüde und dem hohen ästhetischen Anspruch hat der Flitzer Club offensichtlich den Zeitgeist getroffen – auch bei der augenzwinkernd „Flitzerland“ getauften Ausfahrt sind die Autofreunde dem Ruf ihres máximo líder bis in die Schweizer Alpen gefolgt: Ein Lamborghini Countach LP400 S, ein Ferrari 512 BB, dazu ein Porsche 356 sowie einige klassische Jaguar und Maserati. Allesamt anerkannte Designklassiker. 

Nur das Auto, mit dem wir den beiden, immerhin von den Grossmeistern Marcello Gandini und Giorgetto Giugiaro entworfenen, Keilsportwagen durch die abendlichen Serpentinen folgen, fällt etwas aus der Reihe: Gerade einmal zwanzig Jahre alt ist er, der Porsche Boxster der Generation 986/2, den uns das Porsche Museum freundlicherweise für ein paar Tage ausgeliehen hat.

Und natürlich hat der kleine schwarz-gelbe Roadster schon am ersten Abend den Spitznamen „Bienchen“ weg – die amüsiert hochgezogenen Augenbrauen der Acht- und Zwölfzylinder-Fahrer gehören schliesslich ebenso zur Geschichte des Boxsters wie seine grossartigen Verkaufszahlen. Und doch fühlt es sich in dieser Runde veritabler Sportwagenlegenden so an, als wäre man im Trainingsanzug zum Black-Tie-Dinner erschienen. Oder sässe als Praktikant bei den Aufsichtsräten mit am Tisch. Zumindest bis zum abendlichen Katz-und-Maus-Spiel auf dem Julierpass.

Denn auch wenn sich Fabio und Daniel in ihren dröhnenden Poster-Sportwagen redlich bemühen, ihren schwarz-gelben Verfolger abzuschütteln, werden sie das Bienchen im Rückspiegel nicht los. Denn wo der Testarossa wie ein Ikea-Regal durch die Kurven gehievt werden muss, und es dem M1 in den nassen Kehren ganz leicht um die kantige Schnauze und die dünnen Reifen wird, da klebt der Porsche Boxster auf dem Asphalt, als wäre er genau für diese Bedingungen konstruiert worden. Kompakt, agil, kinderleicht zu beherrschen und dank seines Mittelmotors stets in perfekter Balance, sorgt der Ur-Boxster an diesem Abend für Fahrfreude pur! Und ist es nicht genau diese Philosophie, der Hubraum- und PS-Übermacht der Konkurrenz mit Leichtbau und Agilität zu begegnen, die Porsche seit 75 Jahren auszeichnet? Die schon dem Porsche 550 und seinen Mittelmotor-Geschwistern einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte? In den Serpentinen des Hochgebirges kann einem Porsche-Puristen jedenfalls so schnell niemand etwas vormachen!

Als wir später auf dem Hotelparkplatz das Verdeck des Bienchens schliessen, liegt in den Blicken der Flitzer-Freunde neben ihren knisternden und dampfenden Retro-Boliden nicht mehr Belustigung, sondern Anerkennung: „Ganz schön schnell, der Kleine.“ Und man kann die nächsten Gedanken förmlich lesen: „Vielleicht ist genau jetzt der Zeitpunkt, sich einen Ur-Boxster in die Garage zu stellen.“ Auch ästhetisch ist der erste Porsche Boxster wie guter Wein gereift, die Silhouette erscheint nun zeitlos-sportlich und auch die Front mit den berüchtigten Spiegeleier-Scheinwerfern hat mit zwei Jahrzehnten Abstand durchaus Designklassiker-Qualitäten gewonnen. Wie ein früher iPod von Apple erinnert der Look schliesslich an den technologischen Aufbruchsgeist der frühen 2000er-Jahre. Er ist eben doch ein echter Flitzer, der erste Porsche Boxster!

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Verbrauchsangaben

Taycan Turbo S Cross Turismo

WLTP*
  • 0 g/km
  • 24,0 – 22,4 kWh/100 km
  • 428 – 459 km

Taycan Turbo S Cross Turismo

Kraftstoffverbrauch / Emissionen
CO₂-Emissionen* kombiniert (WLTP) 0 g/km
Stromverbrauch* kombiniert (WLTP) 24,0 – 22,4 kWh/100 km
Elektrische Reichweite kombiniert (WLTP) 428 – 459 km
Elektrische Reichweite innerorts (WLTP) 519 – 564 km
Effizienzklasse: A

Taycan Turbo S Sport Turismo

WLTP*
  • 0 g/km
  • 24,0 – 22,5 kWh/100 km
  • 430 – 458 km

Taycan Turbo S Sport Turismo

Kraftstoffverbrauch / Emissionen
CO₂-Emissionen* kombiniert (WLTP) 0 g/km
Stromverbrauch* kombiniert (WLTP) 24,0 – 22,5 kWh/100 km
Elektrische Reichweite kombiniert (WLTP) 430 – 458 km
Elektrische Reichweite innerorts (WLTP) 518 – 564 km
Effizienzklasse: C