Es gibt Bilder und Momente, die begeisterten Fans sofort ins Auge stechen: Zum Beispiel, wenn ein 911 GT1 Evolution von 1997 aus einem geschlossenen Autotransporter rollt. Die ersten Schaulustigen sind bereits an Ort und Stelle, bevor es richtig losgeht. Gespannt beobachten sie in den frühen Sonntag-Morgenstunden die Vorbereitungen zur zweiten Auflage von ALPDRIVEN. Nachdem Porsche Schweiz das Event-Format im Juni auf dem Grimselpass lanciert hatte, fanden am ersten Oktoberwochenende die Fortsetzung und das Saisonfinale gleichzeitig statt – diesmal auf dem Sustenpass.
Das Rezept für ALPDRIVEN blieb unverändert simpel und doch einzigartig: «Wir kommen dahin, wo unsere Fans sind», sagt Holger Gerrmann, CEO Porsche Schweiz AG. Und, wie es sich gehört, kommt Porsche auch diesmal nicht mit leeren Händen. Im Zentrum steht einmal mehr die Mobile Event Unit. Eine Porsche-Erlebniswelt auf Rädern – inklusive Lounge-Bereich und Simulatoren. Die wahren Highlights präsentieren sich aber rund um das Event-Center auf dem Parkplatz entlang der Sustenpassstrasse: Legenden aus 75 Jahren Motorsport. «Motorsport ist der Kern der Porsche-DNA», betont Gerrmann. «Deshalb wollen wir hier im beeindruckenden Alpen-Panorama Meilensteine aus unserer Motorsport-Geschichte zeigen.» Von der Rundstrecke auf den Alpenpass. Ein Gegensatz, der perfekt zur Marke passt – ganz im Sinne von Ferry Porsche, der einst sagte: «Der 911 ist das einzige Auto, mit dem man von einer afrikanischen Safari nach Le Mans, dann ins Theater und anschliessend auf die Strassen von New York fahren kann.»
Rennsport trifft auf Eleganz
Diese Vielseitigkeit zeigt sich bei der zweiten Ausgabe von ALPDRIVEN in voller Farbenpracht: Auf dem Parkplatz versammeln sich bereits nach kürzester Zeit eine Reihe von beeindruckenden Fahrzeugen. Was auffällt: Sportwagen aus Zuffenhausen sind besonders häufig vertreten. Vom eleganten Targa bis zum kompromisslosen GT2 ist fast alles dabei. Ein eindrücklicher Beweis dafür, wie gross die Fangemeinde rund um die Stuttgarter Sportwagenschmiede ist – und dafür, dass die Autos auch gerne und regelmässig auf die Strasse kommen. Und damit auch all jene begeistern, die (noch) keinen Porsche ihr Eigen nennen. Genau das ist auch das Ziel des Eventformats in der zweiten Auflage. «Es geht hier um die gemeinsame Passion», betont Holger Gerrmann. «ALPDRIVEN richtet sich bewusst an alle, welche die Fahrfreude leben und zelebrieren – und deshalb am Sonntag auf einer der grossen Passstrasse anzutreffen sind. Ganz egal, mit Welcher Marke und ob im Auto oder auf dem Motorrad.»
Genau an diese Fans richten sich auch die Exponate, die Porsche für ALPDRIVEN auf den Sustenpass gebracht hat. Die sechs Motorsport-Helden bezeugen, wie vielseitig die Rennsport-Geschichte der Marke ist.
Motorsport in allen Facetten
Das 907 «Kurzheck» Coupé von 1968 verkörpert den Übergang vom «Klassensieger» zum «Gesamtsieger». Dank extremer aerodynamischer Effizienz, leistungsstarkem Antrieb und nur rund 600 kg Gewicht fuhr der 907 bei der Targa Florio 1968 mit Vic Elford und Umberto Maglioli am Steuer auf Platz eins. Als Symbol für die zahlreichen Erfolge des 911 bei den grössten Rennen der Welt steht der 911 2.5 S, der 1972 pilotiert von Jürgen Barth, Michael Keyser und Sylvain Garant den Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans einfuhr. Rund 270 PS treffen hier auf weniger als 1000 kg Leergewicht.
Innovation mit Historie
Dass der Motorsport ein Innovations-Treiber für die Technologie der Strassenfahrzeuge ist, wird bei Porsche immer wieder sichtbar. Zwei prominente Beispiele dafür standen ebenfalls auf dem Sustenpass: Der 935/77 steht für die «Turbo-Ära», die mit einer wahren Leistungsexplosion einher ging. Das gezeigte Fahrzeug mit Startnummer 50 wurde 1977 als Testfahrzeug aufgebaut. Es hatte nur einen einzigen Renneinsatz, spulte aber zahlreiche Entwicklungskilometer ab und trug so erheblich zum Legendenstatus des 935 bei. Einen ganz anderen Fokus hatte der 953 mit der legendären Startnummer 176. Der stark modifizierte 911 wurde für die Rallye-Paris-Dakar 1984 entwickelt, wo der erste 911 mit Allradantrieb pilotiert von René Metge und Dominique Lemoyne den Sieg einfuhr. 1985 wurde er durch den deutlich leistungsstärkeren 959 ersetzt.
Rennsport als Erfolgsmodell
Mit dem 911 Cup der Baureihe 964 steht ein weiteres, erfolgreiches Kapitel der Porsche Motorsport-Historie auf dem Sustenpass: Zur Saison 1990 löste der 911 Cup die bisherigen Markenpokale mit dem Porsche 944 ab. Und seither zählt der Markenpokal-Renner auf Basis des 911 zu den meistgebauten Rennwagen aller Zeiten. Der Ursprung dieser Geschichte findet sich im gezeigten Meister-Fahrzeug der Saison 1990. Ein perfektes Motorsport-Gerät, das für den Kundensport rennfertig ab Werk geliefert wird. Bis zur aktuellen Cup-Generation bleibt eine bemerkenswerte Eigenschaft bestehen: Rennwagen und Strassenauto nutzen jeweils den exakt selben 6-Zylinder-Boxermotor und teilen sich darüber hinaus zahlreiche zentrale Komponenten.
Noch einen Schritt weiter ging der eingangs erwähnte 911 GT1 Evolution. Auch er war als Kundensport-Version für private Teams erhältlich. Und ermöglichte ihnen Motorsport auf höchstem Niveau. Davon zeugt das Ex-Fahrzeug des Champion-Teams nun auf dem Steingletscher-Parkplatz auf fast 2’000 Metern über Meer.
Erfolgreicher Schlusspunkt
Mit der zweiten Auflage von ALPDRIVEN bescherte Porsche Schweiz den Fans ein beeindruckendes Schluss-Bouquet für die Sommersaison 2026. Beide Auflagen haben gezeigt, dass die Idee für den Pop-Up-Event für Begeisterung sorgt. Dabei geht es um weit mehr als «nur» um Autos. ALPDRIVEN schafft einen Begegnungsraum für Enthusiast:innen. In malerischer Kulisse und umringt von automobilen Legenden begegnen sich Menschen mit derselben Leidenschaft. Bestens versorgt mit Kaffee und Gesprächsstoff ist das die ideale Umgebung, um Freundschaften zu knüpfen und das Leben zu geniessen. Das schreit nach einer Fortsetzung. Ob und wann es die im neuen Jahr geben wird, wird noch nicht verraten. Auch das gehört schliesslich zum Konzept. Es heisst also: Augen offenhalten – die nächste Rennlegende könnte jederzeit auf einem der grossen Schweizer Alpenpässe auftauchen.