Platz fünf und sieben für Porsche Penske Motorsport in Monza

Das Werksteam Porsche Penske Motorsport hat das 6-Stunden-Rennen von Monza auf den Plätzen fünf und sieben beendet. Der Porsche 963 der Kundenmannschaft Hertz Team Jota erreichte das Ziel auf der italienischen Grand-Prix-Strecke auf dem neunten Rang. Bei ihrem Debüt in der Hypercar-Klasse zeigte Proton Competition eine starke Vorstellung, musste aber vorzeitig aufgeben. Alle vier Hybrid-Prototypen aus Weissach hatten den fünften Saisonlauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft aufgrund unterschiedlicher Boxenstoppstrategien zwischenzeitlich angeführt. In der GTE-Am-Kategorie fuhren die Porsche 911 RSR zu einem Dreifacherfolg. Der Klassensieg ging an Dempsey-Proton Racing.

Das Rennen

Die beiden Werksautos von Porsche Penske Motorsport hatten das 6-Stunden-Rennen bei hochsommerlichen Temperaturen um 34 Grad Celsius als Achte und Zehnte aufgenommen. Der Porsche 963 der Kundenmannschaft Hertz Team Jota war von Rang neun gestartet, der Hybrid-Prototyp von Proton Competition von Platz zwölf. Bereits in Kurve 1 rückten alle vier dank einer Kollision vor ihnen jeweils eine Position auf. Als nach knapp 30 Minuten eine erste Safety-Car-Phase endete, splittete Porsche Penske Motorsport die Strategie für beide Rennwagen auf: Die Nummer 6 mit Laurens Vanthoor am Steuer kam vorzeitig zu einem reinen Tankstopp an die Box, während das Nummer-5-Schwesterauto seinen ersten Stint planmässig zu Ende fuhr. Auch Jota holte António Félix da Costa früher herein. 

Fortan wechselten die Platzierungen in der Gesamtwertung je nach Boxenstopp-Rhythmus hin und her. Die aktuell 506 kW (688 PS) starken Porsche 963 konnten das Tempo der Spitze zeitweise mitgehen und tauchten immer wieder in vorderen Positionen auf. Das Nummer-5-Auto des Werksfahrer-Trios Fréderic Makowiecki (Frankreich), Michael Christensen (Dänemark) und Dane Cameron (USA) kämpfte auf dem 5,793 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs bis zum Schluss um den vierten Rang, verpasste diesen aber um knapp 14 Sekunden. 

Porsche 963, Porsche Penske Motorsport (#5), Dane Cameron (USA), Michael Christensen (DK), Frederic Makowiecki (F), Start, Monza, 2023, Porsche AG

Dem Auto des Franzosen Kévin Estre, André Lotterer (Deutschland) und Laurens Vanthoor (Belgien) fehlte das nötige Glück. Als Estré nach gut zwei Rennstunden zum Routinestopp abbiegen wollte, schaltete die Ampel am Boxeneingang wegen einer Gelbphase – ausgelöst durch den Unfall eines LMP2-Fahrzeugs – wenige Sekunden vorher auf rot. Um nicht ohne Treibstoff auszurollen, musste der Franzose einen sogenannten Notstopp einlegen. Dabei ist jedoch nur das Nachfassen einer geringen Tankmenge zur Überbrückung erlaubt, Reifenwechsel sind verboten. Dies machte einen zweiten Halt notwendig, der wertvolle Zeit, eine Runde und den Kontakt zur Spitze kostete. Die Nummer 6 erreichte das Ziel auf Rang sieben.

„Platz fünf und sieben spiegelt wider, was wir mit unserer aktuellen Performance derzeit erreichen können“, betont Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Wir haben ein fehlerfreies Rennen abgeliefert, auch aus technischer und strategischer Sicht waren wir sehr gut. Allerdings hatten die Gelbphasen für uns ihre Tücken. Unser Kundenteam Jota musste im Rennen mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Gratulation an Proton Competition: Bei ihrem ersten Start in der grossen Klasse konnten sie kurzfristig sogar führen. Dann sind sie auf technische Probleme gestossen, die wir jetzt genauer analysieren müssen.“

Auch der Porsche von Hertz Team Jota mischte lange Zeit in der Spitzengruppe der Hypercar-Topklasse mit. Kurzfristig lag der Prototyp mit der Nummer 38 sogar in Führung. Nach zwei Stunden musste bei einem Tankstopp jedoch das Lenkrad getauscht und ein Reset des Hybridsystems durchgeführt werden. Damit verloren der Brite William Stevens, Werksfahrer António Félix da Costa aus Portugal und Yifei Ye den Anschluss an die Spitze. Der Chinese ist Förderpilot von Porsche Motorsport Asien-Pazifik. Das Trio wurde am Ende auf der neunten Position gewertet. 

Porsche 963, Hertz Team Jota (#38), Antonio Felix da Costa (P), Yifei Ye (CHN), William Stevens (UK), Monza, 2023, Porsche AG

Ein starkes Debüt mit dem Porsche 963 ist Proton Competition in der Hypercar-Kategorie gelungen. Bei ihrem ersten Start mit dem Hybrid-Prototypen konnten sich Werksfahrer Gianmaria Bruni aus Italien, Neel Jani aus der Schweiz und der Brite Harry Tincknell über lange Zeit in der Spitzengruppe halten. Zu Beginn der fünften Rennstunde führte jedoch ein noch nicht genau analysierter Defekt zur vorzeitigen Aufgabe. Das deutsche Kundenteam hatte den Porsche 963 erst kurz vor dem Beginn des Rennwochenendes übernommen und den Einsatz in Monza von Beginn an als Testmöglichkeit gewertet.

Dreifacherfolg in der GTE-Am-Klasse für den Porsche 911 RSR

In der GTE-Am-Klasse fuhren die Porsche-Kundenteams mit dem 911 RSR die ersten drei Plätze ein. Über den Klassensieg darf sich Dempsey-Proton Racing mit den Fahrern Mikkel Pedersen aus Dänemark, Teameigener Christian Ried aus Deutschland und dem ehemaligen Porsche-Junior Julien Andlauer aus Frankreich freuen. Rang zwei ging an Iron Lynx mit dem Belgier Alessio Picariello und den beiden Italienern Matteo Cressoni und Claudio Schiavoni, gefolgt von GR Racing mit den Briten Ben Barker, Michael Wainwright und Riccardo Pera aus Italien.

Fahrerstimmen nach dem Rennen

Dane Cameron (Porsche 963 #5): „Platz fünf für Porsche Nummer fünf hier in Monza – am Ende war es ein guter Tag. Wir haben während des Rennens kluge Taktikentscheidungen getroffen und sie auch gut umgesetzt. Wir sind ziemlich am Maximum dessen gewesen, was wir aktuell machen können. Schade, dass uns gegen Ende die Chancen auf ein Podiumsergebnis so wie in Spa durch die Finger geglitten sind. Aber uns sind mit dem Porsche 963 und auch mit der Entwicklung des Teams gute Fortschritte gelungen.“

André Lotterer (Porsche 963 #6): „Eigentlich verlief das Rennen für uns problemlos. Ich bin mit meinem Doppelstint zufrieden. Für meine Teamkollegen war es ähnlich. Leider haben wir am Anfang mit Gelbphasen viel Pech gehabt. Das Feld hatte sich in zwei Gruppen aufgeteilt und in unserer lagen wir vorne. Als es einen Unfall gab, hat sich zwei Sekunden vor uns die Boxengasse geschlossen – dabei hätten wir genau in diesem Moment hereinkommen müssen. Das hat uns komplett aus dem Rennen geworfen.“

António Félix da Costa (Porsche 963 #38): „Wir sind mit cleveren Strategieentscheidungen gut in das Rennen gestartet und konnten es zwischenzeitlich sogar anführen. Dann stiessen wir jedoch auf Software-Probleme, mussten einen zusätzlichen Halt einlegen und das Lenkrad wechseln sowie alles neu hochfahren. Das hat uns eine Runde und eine zusätzliche Durchfahrtstrafe gekostet, da der Tempobegrenzer nicht richtig funktioniert hat. Dennoch konnten wir die Gelegenheit nutzen und viele Runden abspulen, um den Porsche 963 und die Rennreifen wieder ein Stück besser kennenzulernen.“

Porsche Penske Motorsport (#6), Andre Lotterer (D), Monza, 2023, Porsche AG
André Lotterer

Neel Jani (Porsche 963 #99): „Wir alle haben den Porsche 963 hier in Monza zum ersten Mal gesehen. Wir sind in den Freien Trainings mit dem Basis-Setup angefangen und haben zum Rennen hin irgendwas probiert. Das hat sogar gut funktioniert, denn nach zwei oder drei Stunden lagen wir sogar auf dem zweiten Platz und auch mal in Führung! Wir konnten zwischenzeitlich sogar das Tempo des führenden Toyota mitgehen – also ein sehr positives erstes Rennen für uns. Sehr schade nur, dass irgendein Defekt aufgetreten ist. Wir hätten um Platz fünf oder sechs spielen können. Das wäre bei unserem Debüt mega gewesen!“

Mikkel Pedersen (Porsche 911 RSR #77): „Heute hat einfach alles gepasst. Ich bin überglücklich, dass wir auf der obersten Stufe des Siegerpodestes stehen. Meine Teamkollegen Christian Ried und Julien Andlauer haben einen fantastischen Job abgeliefert und das Team steuerte eine erfolgreiche Strategie bei. Wir erleben gerade einen grossartigen Tag in Monza!“

Alessio Picariello (Porsche 911 RSR #60): „Wenn ich ehrlich bin, kommt dieser Erfolg etwas unerwartet – zu Beginn hatten wir etwas Pech mit unserer Strategie. Aber dann war das Glück auf unserer Seite, denn wir konnten kurz vor der Safety-Car-Phase rechtzeitig unseren Boxenstopp einlegen. Das brachte uns zurück in eine gute Position. Wir waren stark unterwegs und konnten uns anschliessend in der Führungsgruppe behaupten. Ich bin happy, dass ich dieses Ergebnis beim Heimspiel des Iron Lynx Teams nach Hause fahren konnte.“

Ergebnisse Rennen

Hypercar-Klasse:
1. Conway/Kobayashi/Lopez (UK/J/ARG), Toyota #7, 200 Runden
2. Fuoco/Molina/Nielsen (I/E/DK), Ferrari #50, 200 Runden
3. Di Resta/Jensen/Vergne (UK/DK/F), Peugeot #93, 200 Runden
5. Cameron/Christensen/Makowiecki (USA/DK/F), Porsche 963 #5, 199 Runden
7. Estre/Lotterer/Vanthoor (F/D/B), Porsche 963 #6, 199 Runden
9. Félix da Costa/Stevens/Ye (P/UK/CHN), Porsche 963 #38, 198 Runden
DNF: Bruni/Jani/Tincknell (I/CH/UK), Porsche 963 #99

GTE-Am-Klasse:
1. Andlauer/Pedersen/Ried (F/DK/D), Porsche 911 RSR #77, 185 Runden
2. Picariello/Cressoni/Schiavoni (B/I/I), Porsche 911 RSR #60, 185 Runden
3. Barker/Pera/Wainwright (UK/I/UK), Porsche 911 RSR #86, 184 Runden
5. Bovy/Frey/Gatting (B/CH/DK), Porsche 911 RSR #85, 184 Runden
8. Cairoli/Castro/Moura de Oliveira (I/DOM/P), Porsche 911 RSR #56, 183 Runden

Alle Ergebnisse 

Qualifying

Porsche Penske Motorsport nimmt den fünften Saisonlauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC von den Startplätzen acht und zehn in Angriff. Die Porsche-Kundenmannschaft Hertz Team Jota geht auf dem Autodromo Nazionale di Monza von der neunten Position ins sechs Stunden lange Rennen am Sonntag.

Proton Competition hat sein erstes Qualifying mit Porsche 963 auf dem zwölften Rang beendet. In der GTE-Am-Kategorie hat der Porsche 911 RSR der Iron Dames zum zweiten Mal in der laufenden WEC-Saison die Pole-Position erobert.

Das Qualifying für das 6-Stunden-Rennen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Monza fand für das Werksteam Porsche Penske Motorsport unter schwierigen Bedingungen statt. Frédéric Makowiecki fuhr in der 15-minütigen Session mit dem Porsche 963 eine Rundenzeit von 1:35,973 Minuten. Der Rennwagen hat bei der letzten Anpassung der sogenannten Balance of Performance (BoP) für das Rennen in Monza 10 kW an Motorleistung eingebüsst. Der Franzose und seine Werksfahrerkollegen Dane Cameron (USA) und Michael Christensen aus Dänemark starten am Sonntag um 12:30 Uhr von der achten Position in den fünften Saisonlauf. Kévin Estre musste sich mit einer Rundenzeit von 1:36,497 Minuten zufrieden geben. Der Hybrid-Prototyp des Franzosen und seiner Mitstreiter Laurens Vanthoor (Belgien) und André Lotterer aus Deutschland reiht sich damit auf dem zehnten Rang ein. Das Abschlusstraining auf dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza fand bei hochsommerlichen Bedingungen mit Lufttemperaturen von fast 32 Grad Celsius statt. Der Asphalt der Grand-Prix-Rennstrecke erreichte sogar knapp 50 Grad Celsius.

Als beste Kundenmannschaft mit dem Porsche 963 nimmt Hertz Team Jota das Rennen von Platz neun auf. Yifei Ye, Förderpilot von Porsche Motorsport Asien-Pazifik, legte eine Rundenzeit von 1:36,188 Minuten vor. Der Chinese teilt sich das Auto mit dem Briten William Stevens und dem portugiesischen Werksfahrer António Félix da Costa. Bei seinem Debüt in der Hypercar-Kategorie startet Proton Competition am Sonntag von Rang zwölf. Das deutsche Kundenteam hatte seinen Porsche 963 erst kurz vor dem Beginn des Rennwochenendes übernommen. Qualifying-Fahrer Harry Tincknell aus Grossbritannien fuhr eine Rundenzeit von 1:36,668 Minuten. Er greift zusammen mit dem 2016er Le-Mans-Gesamtsieger Neel Jani aus der Schweiz und dem italienischen Werksfahrer Gianmaria Bruni in das Steuer des Hybrid-Rennwagens mit der Startnummer 99. 

„Dieses Qualifying-Ergebnis ist nicht das, was wir uns gewünscht haben. Aber unsere Startnummer 5 hat aufgezeigt, wo wir aktuell stehen“, betont Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Das Schwesterauto konnte nicht die Performance erreichen, die wir benötigen. Ein Qualifying ist bei einem sechsstündigen Langstreckenlauf nicht das Wichtigste. Natürlich wäre es schön, wenn wir mit unseren Autos weiter vorne ständen. Wir haben heute im dritten Freien Training viel fürs Rennen gearbeitet. Gratulation an das Hertz Team Jota: Ihr Auto hat sich inzwischen zum zweitbesten Porsche 963 gemausert. Jetzt bin ich mal gespannt, was unsere Kollegen beim IMSA-Rennen im kanadischen Mosport erreichen.“

Pole-Position für den 911 RSR der Iron Dames

In der GTE-Am-Klasse haben die Iron Dames erneut für ein Topergebnis gesorgt: Sarah Bovy setzte mit dem Porsche 911 RSR in 1:47,632 Minuten die Bestzeit. Damit geht die Belgierin gemeinsam mit ihren Fahrer-Kolleginnen Michelle Gatting aus Dänemark und Rahel Frey aus der Schweiz zum zweiten Mal in der laufenden WEC-Saison von der Pole-Position ins Rennen. Zuletzt war dies dem Trio bei den 12 Stunden von Sebring in den USA gelungen. Startplatz drei eroberte Proton-Teameigner Christian Ried für den Neunelfer mit der Nummer 77 in 1:48,116 Minuten. Der Deutsche teilt sich den GTE-Rennwagen mit dem ehemaligen Porsche-Junior Julien Andlauer aus Frankreich und dem Dänen Mikkel Pedersen. GR Racing reiht sich vor dem 6-Stunden-Rennen auf dem fünften Rang auf, Project 1 – AO folgt auf Platz zehn und Iron Lynx auf der zwölften Position.

Fahrerstimmen nach dem Qualifying

Frédéric Makowiecki (Porsche 963 #5): „Wir sind schon früh auf die Strecke gegangen, denn wir wollten uns für das Qualifying die Option offenhalten, noch einen weiteren Satz Reifen einzusetzen. Aber es dauerte länger als gedacht, mit dem ersten Satz eine Rundenzeit zu setzen. Darum haben wir nur gestoppt, um den Reifendruck anzupassen – davon hatten wir uns einen Performance-Vorteil erhofft. Das ging aber nicht so schnell wie erhofft. Wir hätten unter Umständen knapp vor dem Cadillac liegen können. Aber das Rennen ist lang. Jetzt liegt es an uns, denn wir sollten über die Dauer der einzelnen Stints recht schnell sein.“

Kévin Estre (Porsche 963 #6): „Das war ein schwieriges Qualifying. Wir haben nur auf einen Satz Reifen gesetzt. Das Auto fühlte sich ganz gut an und meine Runde hat auch gepasst. Unglücklicherweise reichte das aber nur für den zehnten Startplatz mit etwas Abstand zum Schwesterauto. Uns fehlte gegenüber den anderen Porsche schon in den freien Sessions etwas Topspeed. Das müssen wir jetzt analysieren. Aber der Porsche fühlt sich gut an, das ist schon einmal ein positives Zeichen.“ 

Yifei Ye (Porsche 963 #38): „Ich bin etwas enttäuscht über den neunten Rang im Qualifying, nachdem wir in den beiden Trainingssessions die Positionen zwei und sechs erreicht hatten. Da waren wir noch recht nah an der Spitze dran. Das Qualifying selbst lief trotzdem ganz gut: Das Auto fühlte sich wettbewerbsfähig an. Platz neun war letztlich das bestmögliche Ergebnis. Im Rennen stehen nun die Strategie, das  Reifenmanagement und die Boxenstopps im Vordergrund. Wir haben nach Spa und Le Mans an diesem Wochenende einige gute Dinge ausprobiert und lernen ziemlich viel dazu. Wir bleiben dran.“

Harry Tincknell (Porsche 963 #99): „Wir lernen mit dem für uns noch neuen Porsche 963 gerade viel dazu und probieren verschiedene Dinge aus. Jetzt haben wir erste Erfahrungen mit dem Hybrid-Prototypen im Qualifying gesammelt. Im Vergleich zu den Testsessions liegen wir etwas weiter zurück als wir gehofft hatten. Monza ist ein Testwochenende für uns, bei dem nicht jeder Schritt automatisch einen Fortschritt bringt. Wir freuen uns nun auf unser erstes Rennen, dann können wir das Auto über einen längeren Zeitraum fahren. Wir werden dabei mit Sicherheit viele weitere Erfahrungen sammeln.“ 

Sarah Bovy (Porsche 911 RSR #85): „Ich bin super glücklich und sehr stolz auf das Team. Wenn du ein tolles Auto hast und auf einer Strecke bist, die du magst, macht die Zeitenjagd besonders viel Spass. Aber es kam darauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – ich denke, in diesem Spiel waren wir heute die Besten. Morgen konzentrieren wir uns auf das Renntempo, denn in unserer Klasse geht es immer sehr eng zu. Wir wollen konstant schnell sein und Fehler vermeiden. Wir haben seit Beginn der Saison viel gelernt. Ich bin zuversichtlich, dass jeder im Team morgen sein absolutes Maximum geben wird. Uns steht ein langes, heisses und hartes Rennen bevor. Ich freue ich auf diese Herausforderung.“

Christian Ried (Porsche 911 RSR #77): „Spannendes Qualifying mit einer Roten Flagge genau zur falschen Zeit – wir standen in der Box und konnten nichts machen. Danach war es schwierig, in dem riesigen Pulk von Autos eine freie Runde zu finden. Beim letzten Anlauf habe ich mir eine Lücke nach vorne gelassen, das hat ziemlich gepasst. Jetzt schauen wir mal, das Rennen ist sechs Stunden lang…“

Ergebnisse Qualifying

Hypercar-Klasse:
1. Conway/Kobayashi/Lopez (UK/J/ARG), Toyota #7, 1:35,358 Minuten
2. Fuoco/Molina/Nielsen (I/E/DK), Ferrari #50, 1:35,375 Minuten
3. Buemi/Hartley/Hirakawa (CH/NZ/J), Toyota #8, 1:35,460 Minuten
8. Cameron/Christensen/Makowiecki (USA/DK/F), Porsche 963 #5, 1:35,973 Minuten
9. Félix da Costa/Stevens/Ye (P/UK/CHN), Porsche 963 #38, 1:36,188 Minuten
10. Estre/Lotterer/Vanthoor (F/D/B), Porsche 963 #6, 1:36,497 Minuten
12. Bruni/Jani/Tincknell (I/CH/UK), Porsche 963 #99, 1:36,668 Minuten

GTE-Am-Klasse:
1. Bovy/Frey/Gatting (B/CH/DK), Porsche 911 RSR #85, 1:47,632 Minuten
2. Al Harthy/Dinan/Eastwood (OMN/USA/IRL), Aston Martin #25, 1:48,058 Minuten
3. Andlauer/Pedersen/Ried (F/DK/D), Porsche 911 RSR #77, 1:48,116 Minuten
5. Barker/Pera/Wainwright (UK/I/UK), Porsche 911 RSR #86, 1:48,464 Minuten
10. Cairoli/Castro/Moura de Oliveira (I/DOM/P), Porsche 911 RSR #56, 1:49,232 Minuten
12. Picariello/Cressoni/Schiavoni (B/I/I), Porsche 911 RSR #60, 1:49,883 Minuten

Preview

Neben den eigenen beiden Hybrid-Prototypen und dem Porsche 963 von Hertz Team Jota geht in Italien erstmals auch das LMDh-Hypercar des Kundenteams Proton Competition ins Rennen. In der GTE-Am-Klasse kämpfen fünf 911 RSR um Positionen, Punkte und Pokale.

Die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC startet auf dem Autodromo Nazionale di Monza mit Lauf Nummer fünf in die zweite Saisonhälfte. Porsche Penske Motorsport hat sich bei mehrtägigen Testfahrten mit dem Porsche 963 im Mai auf den 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park vorbereitet. Das Werksteam schickt in Italien wieder zwei Hybrid-Prototypen in das sechs Stunden lange Rennen. Das Fahrzeug mit der Startnummer 5 teilen sich wie gehabt Michael Christensen aus Dänemark, der Franzose Frédéric Makowiecki und der US- Amerikaner Dane Cameron. Auch im Schwesterauto mit der Nummer 6 kommt mit ihren Werksfahrerkollegen Kévin Estre (Frankreich), Laurens Vanthoor (Belgien) und André Lotterer (Deutschland) die Stammbesetzung zum Einsatz. Das Ziel ist klar definiert: Porsche Penske Motorsport will mit einem Podiumsresultat wieder an die starke Form aus dem Frühjahr anknüpfen und wichtige Punkte für die Fahrer- und Teamwertung sammeln.

Thomas Laudenbach, Leiter Motorsport, 2023, Porsche AG
Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport

„Mit den Ergebnissen aus Le Mans haben wir in der Meisterschaft den Anschluss verloren. Somit werden wir uns in den kommenden Rennen auf Einzelerfolge konzentrieren“, erklärt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Die Strecke in Monza kennen wir bestens. Wir waren dort mit dem Porsche 963 testen und werden unsere dabei gewonnenen Erkenntnisse maximal nutzen. Monza ist das Heimspiel unseres Kontrahenten Ferrari. Es wäre zu schön, die roten Autos dort ein wenig ärgern zu können. Gespannt bin ich auch auf den ersten Einsatz des Porsche 963 vom Kundenteam Proton Competition.“

Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh, 2023, Porsche AG
Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh

„Wir müssen an die Ereignisse von Le Mans einen Haken machen. Während wir selbstverständlich alle Geschehnisse genau analysieren, blicken wir natürlich nach vorn: In Monza erwartet uns ein grosses Spektakel“, freut sich Urs Kuratle auf das bevorstehende Rennen. „Bei der Veranstaltung in Italien gehen vier Porsche 963 an den Start. Neben unseren zwei Werksautos treten auch die Kundenfahrzeuge von Hertz Team Jota und erstmals von Proton Competition an. Ich hoffe, dass wir das grosse Potenzial des Autos in viele Punkte umsetzen“, fügt der Leiter Werksmotorsport LMDh hinzu.

Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport, 2023, Porsche AG
Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport

„Unser in Mannheim basiertes WEC-Team hatte nach Le Mans nur wenige Wochen Zeit, sich auf Monza vorzubereiten“, so Jonathan Diuguid, Leitender Direktor Porsche Penske Motorsport. „Das 24-Stunden-Rennen hat uns nicht die Ergebnisse gebracht, die wir uns gewünscht hätten. Aber seit dem Saisonauftakt in Sebring vor wenigen Monaten war es ein langer Weg bin hin zu jener Mannschaft, mit der wir in Le Mans aufgetreten sind. Wir wachsen als Gruppe zusammen. Die Verbesserungen sehen wir an der Strecke: Wir müssen nur in einen guten Rhythmus aus Konstanz und Zuverlässigkeit finden, um diesen Prozess in regelmässige Top-3-Ergebnisse umzumünzen. Wir haben einige sehr starke Wettbewerber, aber unser Ziel für das FIA WEC-Rennen in Monza steht fest: Wir wollen mit dem Porsche 963 erneut einen Podestplatz einfahren.“

Premiere: Zweites Privatteam setzt einen Porsche 963 ein

Ebenso wie bei den 24 Stunden von Le Mans gehen in Monza erneut vier Porsche 963 ins Rennen: Neben den beiden Werksautos und dem Fahrzeug des Hertz Team Jota bringt erstmals auch das deutsche Kundenteam Proton Competition einen der Hybrid-Prototypen an den Start. Pilotiert wird er vom Porsche-Werksfahrer Gianmaria Bruni, dem Briten Harry Tincknell und Neel Jani. Der Schweizer hat 2016 zusammen mit Porsche das 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Steuer des 919 Hybrid gewonnen und sich im gleichen Jahr zum FIA Langstrecken- Weltmeister gekürt.

„Wir haben das Auto erst am vergangenen Donnerstag erhalten und hatten keine Möglichkeit, vor dem Monza-Rennwochenende einen Test zu absolvieren“, erklärt Christian Ried, Teameigner Proton Competition. „Wir betrachten unseren ersten Einsatz in der WEC als Test. Uns geht es in erster Linie darum, möglichst viele Kilometer mit dem Porsche 963 zu fahren, um maximal Daten und Erkenntnisse zu sammeln. Die sportlichen Ziele sind unter diesen Bedingungen selbstverständlich begrenzt. Ich bin sicher, dass wir mit unserer erfahrenen Mannschaft und dem starken Fahrertrio schnelle Fortschritte realisieren werden.“

Das Hertz Team Jota setzt auch in Italien auf den Briten Will Stevens, Werksfahrer António Félix da Costa aus Portugal und Yifei Ye. Der Chinese ist Förderfahrer von Porsche Motorsport Asien-Pazifik.

Das WEC-Rennen

Bereits 1922 fanden im Königlichen Park von Monza erste Rennen statt – damals auf einem Ovalkurs, dessen überhöhte Kurven bis heute erhalten sind. Die aktuelle, 5,793 Kilometer lange Variante des Autodromo Nazionale steht mit ihren langen Geraden ganz im Zeichen hoher Geschwindigkeiten. Von 1950 bis heute hat die Formel 1 insgesamt 72 Grands Prix auf der Strecke nahe der norditalienischen Metropole Mailand ausgetragen. Die FIA WEC absolvierte 2017 ihren offiziellen Test vor dem Saisonstart auf dem Traditionskurs, den sogenannten Prolog. 2021 gastierte die Langstrecken-WM erstmals mit einem 6-Stunden-Rennen auf dem Highspeed- Parcours. Damals konnte der Porsche 911 RSR des Werksteams nach einem engen Kampf die GTE-Pro-Klasse für sich entscheiden.

Die Porsche-Kundenteams und -Fahrer in der GTE Am-Kategorie

Fünf 911 RSR stellen sich in Monza wieder dem Kampf um Punkte und Pokale in der GTE-Am-Klasse. In dem GT-Rennwagen des Porsche-Kundenteams Iron Dames streben Sarah Bovy aus Belgien, Michelle Gatting aus Dänemark und die Schweizerin Rahel Frey ihren ersten Saisonsieg an. Im Iron Lynx- Bruderauto möchten sich Claudio Schiavoni und Matteo Cressoni bei ihrem Heimrennen den Erfolg mit dem Belgier Alessio Picariello teilen. Bei Dempsey-Proton Racing greift Teamchef Christian Ried aus Schöneburg gemeinsam mit dem Dänen Mikkel Pedersen und dem ehemaligen Porsche-Junior Julien Andlauer aus Frankreich ins Lenkrad. GR Racing setzt erneut auf den Briten Michael Wainwright, dessen Landsmann Ben Barker und Riccardo Pera aus Italien. Project 1 – AO hat für den fünften WEC-Saisonlauf den Portugiesen Guilherme de Oliveira, Efrin Castro aus der Dominikanischen Republik und Matteo Cairoli genannt. Auch der Italiener hat das Porsche-Junior-Förderprogramm durchlaufen und am vergangenen Wochenende den Bronze-Cup der 24 Stunden von Spa-Francorchamps gewonnen.

Fahrerstimmen vor dem Rennen

Michael Christensen (Porsche 963 #5): „Ich freue mich schon sehr, mit dem Porsche 963 im Highspeed-Tempel Monza zu fahren. Nach Le Mans wollen wir unbedingt ein gutes Ergebnis erreichen. Hoffentlich können wir ein sauberes Rennen absolvieren und ohne Zwischenfälle über die Runden kommen. Gelingt dies, haben wir eine Chance auf einen Podestplatz. Das ist unser grosses Ziel. Im Bereich Performance fehlt uns im Vergleich zu einigen Mitbewerbern noch etwas, aber zuletzt ging es diesbezüglich in die richtige Richtung. Diesen Trend möchten wir nun konsequent fortsetzen.“

Laurens Vanthoor (Porsche 963 #6): „Monza ist eine coole Strecke, die Veranstaltung vor vielen italienischen Fans macht immer grossen Spass. Auch das Umfeld dort gefällt mir sehr gut. Nach unserem verkorksten Auftritt in Le Mans wollen wir Wiedergutmachung betreiben. Hoffentlich gelingt uns dies in Monza. Oft gibt es auf dem Highspeed-Kurs tolle Windschatten-Schlachten – das wird spektakulär. Ein Erfolg wäre für alle bei Porsche Penske Motorsport enorm wichtig.“

Will Stevens (Porsche 963 #38): „Ich blicke dem Monza-Rennen erwartungsvoll entgegen – vor allem, weil wir in Le Mans viel Potenzial aufzeigen konnten, aber nicht das Ergebnis erreicht haben, das unserem Gefühl nach in Reichweite lag. Wir haben bei den vielen Rennkilometern dort viel über unseren Porsche 963 gelernt. Das wollen wir in Italien nun umsetzen und hoffentlich in ein gutes Resultat ummünzen.“

Gianmaria Bruni (Porsche 963 #99): „Endlich bin ich zurück in der FIA WEC! Ich freue mich, dass ich mit Proton Competition im Porsche 963 in der Topklasse Hypercar antreten kann. Es wird hoch interessant, denn für uns werden es die ersten Fahrten im neuen Hybrid-Prototypen. Wir konnten zuvor nicht mehr testen und steigen nun direkt in den Wettbewerb ein. Deswegen dürfen wir unsere sportlichen Ansprüche nicht zu hoch ansetzen: Die Mitbewerber sind zumeist Werksteams, die uns viele Monate und unzählige Kilometer an Erfahrung voraus haben. Wir wollen schnell aufholen und eine steile Lernkurve hinlegen. Für mich als Italiener stellt es natürlich etwas ganz Besonderes dar, dass wir unser Debüt mit dem Porsche 963 ausgerechnet in Italien feiern!“

Die Teams und Fahrer in der Übersicht

Hypercar-Klasse (Porsche 963):

Porsche Penske Motorsport (#5): Dane Cameron (USA), Michael Christensen (DK), Fréderic Makowiecki (F)
Porsche Penske Motorsport (#6): Kévin Estre (F), André Lotterer (D), Laurens Vanthoor (B)
Hertz Team Jota (#38): António Félix da Costa (P), William Stevens (UK), Yifei Ye (CHN)
Proton Competition (#99): Gianmaria Bruni (I), Harry Tincknell (UK), Neel Jani (CH)

GTE-Am-Klasse (Porsche 911 RSR):
Project1 – AO (#56): Matteo Cairoli (I), Guilherme de Oliveira (P), Efrin Castro (DOM)
Iron Lynx (#60): Claudio Schiavoni (I), Matteo Cressoni (I), Alessio Picariello (B)
Dempsey-Proton Racing (#77): Christian Ried (D), Mikkel Pedersen (DK), Julien Andlauer (F)
Iron Dames (#85): Sarah Bovy (B), Michelle Gatting (DK), Rahel Frey (CH)
GR Racing (#86): Michael Wainwright (UK), Riccardo Pera (I), Ben Barker (UK)

Der Zeitplan

Freitag, 7. Juli
11:30 Uhr – 13:00 Uhr: Freies Training 1
16:40 Uhr – 18:10 Uhr: Freies Training 2

Samstag, 8. Juli
10:45 Uhr – 11:45 Uhr: Freies Training 3
14:40 Uhr – 14:55 Uhr: Qualifying GTE-Am
15:30 Uhr – 15:45 Uhr: Qualifying Hypercar

Sonntag, 9. Juli
12:30 Uhr – 18:30 Uhr: Rennen

Weitere Artikel