Armin Pohl steht auf der Galerie einer Industriehalle, in der früher Betonsteine gegossen wurden. Vor ihm aufgereiht präsentiert sich Automobilgeschichte: zwei Dutzend Klassiker, ein spektakulärer Anblick zeitloser Schönheit. Zufrieden blickt Pohl auf die Meisterstücke vergangener Jahrzehnte: „Meine Töchter sagen, ich lebe in der Zukunft.“ Zukunft und Vergangenheit, globaler Einfluss und Heimatverbundenheit, Digitalisierung und traditionelle Handwerkskunst – die Verschmelzung der Gegensätze gefällt dem Mann, der Mackevision als CEO zu einem Weltmarktführer für 3D-Visualisierungen gemacht hat.

Stuttgart ist nicht nur Stammsitz von Mackevision, ganz in der Nähe ist auch Pohls Automobilsammlung zu Hause. Für die hat er ab sofort mehr Freiraum. Nach 25 Jahren Erfolgsgeschichte zieht sich der 54-Jährige aus der Firma zurück. Er gibt seinen Töchtern recht, während er seine Zukunftsvisionen aufs Private fokussiert. „In den vergangenen zwanzig Jahren hat mich an der technologischen Entwicklung eigentlich nichts überrascht.“ Früh erkannte der gelernte Grafiker, der schon als Schüler leidenschaftlich Autos zeichnete, das ungeheure Potenzial digitaler Bildbearbeitung, später das von 3D-Anwendungen. Er sah die virtuelle Welt kommen und gestaltete sie von Anfang an mit. „Mir war klar: Das wird alles verändern!“ 

Mit Pohls visionären Fähigkeiten gelang Mackevision der internationale Durchbruch. „Macke“ steht für Marcus Roth, in dessen Unternehmen Pohl 1995 eintrat und das er 2006 übernahm. Seit 2018 ist Mackevision Teil von Accenture Interactive. Weit vor der Konkurenz spezialisierte sich Mackevision auf die digitale Schöpfung makelloser Werbewelten und erschafft heute unter anderem 3D-Darstellungen in Foto und Video für Porsche und andere Premium-Automobilhersteller. Die computergenerierten Bilder in Werbespots, Prospekten oder digitalen Konfiguratoren sind so perfekt, dass sie zuweilen die Realität zu übertreffen scheinen. „Logic meets magic“, umschreibt Pohl sein Werk als Künstler und Manager. 

Schiffsflotten für Game of Thrones

Auch für Hollywood wurden die spektakulären Erlebniswelten schon vor Jahren attraktiv. Bei Game of Thrones war Mackevision ab der vierten Staffel unter anderem für die Bauten und Schiffe der Erfolgsserie verantwortlich. Dafür erhielt das Unternehmen mehrere Auszeichnungen, darunter 2014 einen Emmy Award, den wichtigsten Fernsehpreis der USA. Auch 2020 wurde die Arbeit an den Serien Watchmen und Lost in Space mit Emmy-Nominierungen gewürdigt. Pohl formte eine global etablierte Marke mit Dependancen in Europa, Amerika und Asien.

Armin Pohl, 2021, Porsche AG

„Für Hollywood löst Mackevision besonders anspruchsvolle Aufgaben innerhalb eines Projekts“, erläutert Pohl. Wenn beispielsweise Wasser digital fliessen muss, eine der kniffligsten Aufgaben im Bereich der Visual Effects, dann steht Mackevision bereit. Oder wenn aus einer Baracke eine komplette mittelalterliche Stadt entstehen soll, eine riesige Schiffsflotte einen Hafen angreifen muss oder eine Weltraumkreatur zu erschaffen ist. Game of Thrones setzte Massstäbe in Sachen Visual Effects, Mackevision war dafür mitverantwortlich. Das Geschäft fordert neben Qualität auch Durchhaltevermögen. „Es herrscht ein unglaublich harter Konkurrenzkampf mit in Stein gemeisselten Terminen“, gibt Pohl zu. „Da stehen Regisseure oder Produzenten für Millionenbudgets gerade. Wer einmal nicht wie abgesprochen liefert, ist raus in Hollywood.“

„Meine Töchter sagen, ich lebe in der Zukunft.“ Armin Pohl

Als Ausgleich zu seiner virtuellen Arbeitswelt hat der grossgewachsene Mann mit dem streng gebundenen Pferdeschwanz schon immer gern mit den Händen zugepackt. „Bei uns war Gartenarbeit normal. Meine Eltern waren Flüchtlinge, da habe ich gelernt, dass man alles selbst anbaut und bis ins Kleinste verwertet.“

Virtuelle Fantasien, gebrauchte Möbel, 2021, Porsche AG
Virtuelle Fantasien, gebrauchte Möbel: Als CEO von Mackevision gestaltete Armin Pohl mit über 500 Mitarbeitern hochtechnisierte Kunstwelten. Jetzt nimmt er sich mehr Zeit für haptische Bodenständigkeit.

Neben den Autos will er auch seinem zweiten Hobby künftig mehr Aufmerksamkeit widmen, dem Bioanbau von Obst auf eigenem Gelände. „Die Saison geht von Süsskirsche bis Walnuss“, schwärmt er. Lange füllte er die Obstschalen von Mackevision mit eigenen Erzeugnissen.

Das Wort Garage scheint für seine zu klein – sie erstreckt sich über mehrere Hallen auf 2.600 Quadratmeter. Das Mobiliar ist der Gegenentwurf zur futuristischen Arbeit. Die gebrauchte Sofagarnitur, auf der nur selten ausgewählte Gäste Platz nehmen, war ein Geschenk. Daneben stehen Bierbänke, Getränke gibt es aus einem alten Kioskkühlschrank. Poliert sind lediglich die 24 Autos, die der Gastgeber nach Marken sortiert hat. Sie gruppieren sich um das Herzstück der imposanten Sammlung: seinen Porsche 928 GTS. „Von allen Autos hier ist der 928 das vollständigste. Ästhetik, Fahrspass, Design, Alltagstauglichkeit – eine wirklich sensationelle Kombination“, begeistert sich Pohl.

Autos als Spiegel der Persönlichkeit

Schon als Schüler Ende der 1970er-Jahre war Pohl fasziniert von der damaligen Neuerscheinung. Mitte der Neunziger fuhr er erst einen 928 S4, anschliessend einen 928 GTS in Dschungelgrün, genau wie heute. Als die Töchter zur Welt kamen, wich der Porsche einem grösseren Familienauto. Dann, vor fünf Jahren, eine schicksalhafte Begegnung: „Der 928 fuhr vor mir, ich dachte wieder: ‚Wow, was für ein Wagen!’ Der Besitzer, ein Kollege, stieg aus und erzählte, er müsse das Auto wegen der Familie verkaufen.“ Eine vertraute Geschichte. Mit diesem Wagen begründete Pohl seine Kollektion.

928 GTS, 2021, Porsche AG
Diskreter Schatz: Von aussen nicht wahrnehmbar hütet Pohl seine Sammlung. Der Porsche 928 GTS ist Ursprung und Herzstück.

„Ich möchte im Auto sitzen und das Gefühl haben: Das bin ich, hier und heute, an diesem Tag. So wie Kleidung zur Stimmung passen muss“, erklärt Pohl die Diversität seiner Fahrzeuge. Die ältesten Modelle stammen aus den 1960er-Jahren, Exoten und Muscle Cars gehören dazu. „In jedem Wagen spüre ich den Geist seiner Zeit. Meine Autos sind so dramatisch unterschiedlich wie die Persönlichkeiten in mir.“ Seine Wahl fällt oft auf den 928: „Jedes Mal denke ich: ‚Ah, ich fahre das Auto gern!‘“ 190.000 Kilometer hat der Porsche auf dem Tacho. Er ist ein Spätgeborener seiner Reihe, Baujahr 1994. 

Ein Porsche als Kindheitstraum

Die letzten Exemplare des Gran Turismo mit V8-Frontmotor wurden 1995 produziert. „Porsche besticht mit der Kombination aus beständigem Design, Sportlichkeit, Zuverlässigkeit und deutscher Ingenieurskunst“, attestiert Pohl. „Als Kind habe ich nicht zu träumen gewagt, dass ich jemals einen Porsche besitzen würde. Und gerade der 928 war damals als Technologieträger eine Sensation!“ Wie Armin Pohl nahm der Gran Turismo die Zukunft vorweg. Heute lässt sich sagen: Die Linie führt bis hin zum Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo, mit dem Pohl nun häufiger zu seiner Garage fährt.

Dieser Beitrag wurde vor dem Start des Porsche Newsroom Schweiz in Deutschland erstellt. Die genannten Verbrauchs- und Emissionsangaben richten sich daher nach dem Prüfverfahren NEFZ und wurden unverändert übernommen. Alle in der Schweiz gültigen Angaben nach WLTP-Messzyklus sind unter www.porsche.ch verfügbar.

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Verbrauchsangaben

Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo

WLTP*
  • 2,7 – 2,1 l/100 km
  • 60 – 49 g/km
  • 24,9 – 23,1 kWh/100 km
  • 47 – 54 km

Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo

Kraftstoffverbrauch / Emissionen
Kraftstoffverbrauch kombiniert (WLTP) 2,7 – 2,1 l/100 km
CO₂-Emissionen* kombiniert (WLTP) 60 – 49 g/km
Stromverbrauch* kombiniert (WLTP) 24,9 – 23,1 kWh/100 km
Elektrische Reichweite kombiniert (WLTP) 47 – 54 km
Elektrische Reichweite innerorts (WLTP) 51 - 55 km
Effizienzklasse: C