Am 30. Januar und somit am Freitag vor dem US-Rennen erhalten 10 Fahrerinnen und Fahrer Gelegenheit, die Formel-E-Fahrzeuge während einer zusätzlichen Trainingssitzung zu testen. Die sogenannten Rookies haben noch kein Rennen in der Formel E bestritten und sollen an die Besonderheiten der vollelektrischen Weltmeisterschaft herangeführt werden. Der Einsatz eines Neulings während des 40-minütigen Trainings ist für alle Teams verpflichtend.
„Budgets und Testtage sind in der Formel E streng begrenzt“, so Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E bei Porsche. „Das Energiemanagement ist komplex und damit sind vor allem die mentalen Anforderungen an die Fahrer sehr hoch. Das verkleinert den Pool an potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten. Insofern begrüßen wir die Rookie-Sessions in der Formel E.“
Mehrfach pro Saison können Neulinge in der Formel E offiziell Testkilometer sammeln: beim Rookie-Training, bei einem Testtag exklusiv für Fahrerinnen und beim Rookie-Test, der mehr Fahrzeit vorsieht als das Training. Der Rookie-Test fand zuletzt im Juli im Rahmen des Berlin E-Prix statt. Dort steuerte Güven den hocheffizienten 99X Electric zum ersten Mal.
Modlinger weiter: „Ayhancan hat uns in Berlin überzeugt – nicht nur, weil er am Ende des Testtags Zweitschnellster war. Er kommt aus dem Porsche-Nachwuchskader, weshalb wir ihn schon vorher kannten. Andererseits hatte er noch nie zuvor einen Formelrennwagen gefahren. Die Erwartungen waren moderat, aber Ayhancan übertraf sie deutlich. Dass er auch ein Simracer ist, kann in der Formel E von Vorteil sein, weil wir viel Testarbeit im Simulator verrichten. Außerdem hat uns sein Mindset beeindruckt, mit dem er in der DTM den Titel errungen hat.“
Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport: „Ayhancan könnte neue Wege beschreiten für Porsche Motorsport. Bislang hat unsere Nachwuchsförderung nicht auf den Formelsport abgezielt. Dass wir ab der Saison 2026/2027 zwei weitere Fahrzeuge in der Formel E einsetzen, eröffnet auch dahingehend neue Möglichkeiten. Die Hürden für Can jedoch sind hoch: Weil er bislang kein Formelsportler war, fehlen ihm nötige FIA-Lizenzpunkte für eine Zukunft in der Formel E. 2026 startet er mit Manthey in der Sportwagen-WM WEC – dort könnte er die Punkte holen. Wir haben also einen Plan und supporten Ayhancan. Klar ist aber auch: Er muss sich weiter auch im Formel-E-Projekt beweisen, als Nächstes in Miami.“
Über Ayhancan Güven
Ayhancan „Can“ Güven gelang 2020 der Sprung zu Porsche Motorsport, als er sich in der werksseitigen Juniorenauswahl durchsetzte. Zuletzt startete er im Porsche 911 GT3 R für Manthey EMA in der DTM. Im Oktober am Hockenheimring gelang ihm der Titelgewinn in der prestigeträchtigen deutschen Rennserie – als erstem türkischen Piloten überhaupt. Der Istanbuler begann seine Karriere klassisch im Kartsport und bewährte sich anschließend im Simracing, dem digitalen Motorsport – unter anderem im Team mit dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. Inzwischen gehört Güven zu den Sportler-Größen in seinem Heimatland und begeistert dort viele neue Motorsportfans. Glückwünsche zu seinem DTM-Erfolg kamen auch aus dem türkischen Sportministerium.
„Ich bin superhappy, erneut den 99X Electric fahren zu dürfen und mit dem Rookie-Training das Miami-Wochenende für Porsche zu eröffnen“, so Güven. „Die Zusammenarbeit mit einem derart professionellen Team ist immer eine tolle Erfahrung. Ich freue mich sehr auf meinen Einsatz.“
Porsche in der Formel E
Als aktueller Team- und Herstellerweltmeister bestreitet Porsche 2025/2026 seine siebte Formel-E-Saison. Neben dem werkseigenen Porsche Formel-E-Team startet das US-Kundenteam Andretti Formula E mit dem hocheffizienten Porsche 99X Electric der neusten Generation GEN3 Evo. Mit Cupra Kiro nimmt ein zweites Porsche-Kundenteam teil und setzt dabei auf 99X-Technik der Vorgängergeneration GEN3. In der Formel E gewinnt die Marke wertvolle Erkenntnisse für ihre Seriensportwagen.