Auf einen Blick
- Plätze 1 und 4 für Porsche-Werksteam am Freitag in Dschidda
- Wehrlein übernimmt Führung in der Fahrer-WM
- Porsche baut Vorsprung in Team- und Herstellerwertung aus
Wehrlein war von Platz 3 aus ins Rennen gestartet. Nach einem frühen Einsatz des Safety-Cars, dem Porsche Taycan Turbo GT, arbeitete er sich schrittweise vor und übernahm die Führung, ehe er seinen Pflichtboxenstopp absolvierte. In der Folge behauptete er seine Position und sammelte die meisten Führungsrunden. Dass er damit nicht vom Windschatten eines vorausfahrenden Fahrzeugs profitieren konnte, unterstrich die Effizienz des vollelektrischen Porsche 99X Electric. Nach 32 Runden überquerte Wehrlein mit einem Vorsprung von 2,6 Sekunden die Ziellinie. Zudem verbuchte er die schnellste Rennrunde. Für den Deutschen aus Sigmaringen ist es bereits der dritte Erfolg in Saudi-Arabien, nachdem er in der Saison 2022/2023 gleich doppelt in Diriyah gesiegt hatte.
Im Schwesterfahrzeug belegte Nico Müller Rang 4. Von Platz 7 gestartet nutzte der Schweizer Werksfahrer in der Schlussphase seinen Attack Mode, um Boden gutzumachen. Im Ziel betrug sein Rückstand auf den Drittplatzierten 1,6 Sekunden. Jake Dennis vom Kundenteam Andretti Formula E wurde Neunter. Damit landeten drei 99X Electric in den Top Ten.
Mit dem Ergebnis des Freitagsrennens hat Porsche seine Führung sowohl in der Team- als auch in der Herstellerwertung ausbauen können. Wehrlein übernahm die Spitze in der Fahrerwertung.
100. Formel-E-Rennen von Pascal Wehrlein
Der erste von zwei Läufen in Dschidda markierte Wehrleins 100. Formel-E-Rennen. Seit seinem Einstieg in die vollelektrische Rennserie während der Saison 5 (2018/2019) feierte der 31-Jährige 9 Rennsiege, 20 Podestplätze und 10 Pole-Positions. 2024 wurde er für Porsche als erster Deutscher Formel-E-Weltmeister und zugleich erster deutscher Formelsport-Weltmeister seit Nico Rosberg 2016. Für das Porsche Formel-E-Team geht Wehrlein seit der Saison 2020/2021 an den Start. Bereits bei seinem vierten Rennen mit Porsche stand er erstmals auf dem Podium. Beim Mexico City E-Prix 2022 bescherte Wehrlein dem Team den ersten Rennsieg.
Erstes Saisonrennen mit Pit Boost
Im Vorjahr feierten Boxenstopps zum Schnellladen in Dschidda ihre Premiere in der Formel E. Am Freitag kehrte der „Pit Boost‟ zurück. Beim ersten Doppelrennen der Saison war das Nachladen für alle Fahrer verpflichtend – ein zusätzliches rennstrategisches Element und ein Showcase für das Voranschreiten der Technik von Elektrofahrzeugen.
Binnen 30 Sekunden fließen beim Pit Boost 3,85 kWh Energie in die Batterien der Formel-E-Fahrzeuge, das sind 10 Prozent der am Rennstart verfügbaren Energie. Die maximale Ladeleistung beträgt 600 kW. Zum Vergleich: Das Formel-E-Safety-Car – der Straßensportwagen Porsche Taycan Turbo GT – lädt mit bis zu 320 kW, der neue Cayenne Electric sogar mit bis zu 390 kW.
Einen Techniktransfer zwischen Renn- und Serienfahrzeug symbolisiert das Ladesystem CCS (Combined Charging System). Es kombiniert die Möglichkeit des Wechselstromladens mit der Möglichkeit des Gleichstromladens, ermöglicht also das schonendere Laden beispielsweise daheim und das leistungsstarke Schnellladen unterwegs.
Racing for Charity
Unter dem Motto „Racing for Charity‟ setzt Porsche in der aktuellen Formel-E-Saison ein starkes gesellschaftliches Zeichen und unterstützt weltweit schwerkranke Kinder. Für jede Rennrunde der beiden werkseigenen Porsche 99X Electric spendet der Stuttgarter Sportwagenhersteller 400 Euro an die gemeinnützigen Organisationen Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und die Ferry-Porsche-Stiftung. Nachdem Pascal Wehrlein und Nico Müller auch beim vierten Saisonrennen in Dschidda die maximale Anzahl an Runden absolvierten, steht der Spendenbetrag bei 112.800 Euro.
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— Porsche Formula E Team (@PorscheFormulaE) February 13, 2026
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Stimmen zum Jeddah E-Prix
Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E: „Ein sehr starkes Ergebnis für das Werksteam heute. Der erste Saisonsieg mit Pascal und dazu noch auf sehr beeindruckende Weise – er hat den ganzen Tag über seinen Speed unter Beweis gestellt. Einzig im Halbfinale des Qualifyings stolperte er. Aber die Pace im Rennen war beeindruckend – inklusive der Überholmanöver. Pascals Leistung in Kombination mit der hervorragenden Strategie des Teams war entscheidend für diesen Sieg. Nico schaffte es wieder in die Duelle, startete von Platz 7 und zeigte ein starkes Rennen. Er war stets in der Spitzengruppe und kam mit einer etwas anderen Strategie am Ende bis auf Platz 4 nach vorn – knapp hinter dem Podium. Für morgen ist das klare Ziel, noch mal eine starke Leistung zu zeigen. In der Formel E liegt alles extrem eng beieinander, und kleine Fehler können sehr teuer werden. Deshalb müssen wir weiter hart arbeiten und fokussiert bleiben. Danke an das gesamte Team zu Hause, hier an der Strecke und an alle, die uns unterstützen. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg für Pascal bei seinem 100. Formel-E-Rennen, unserem ersten Erfolg in einem Pit-Boost-Rennen.‟
Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94): „Ein sehr schöner Sieg heute und schön, so mein 100. Formel-E-Rennen zu feiern. Es war ein perfektes Rennen und hat richtig Spaß gemacht. Wir haben mit dem Pit Boost und mit dem Attack Mode etwas abgewartet, aber es war die richtige Strategie. Ich konnte meinen Vorsprung ausbauen und am Ende das Tempo gut kontrollieren. Es gab einige gute und harte Zweikämpfe, besonders am Anfang. Aber wir haben uns durchgesetzt. Ein großes Dankeschön an das Team für das Auto und die perfekte Strategie. Ich freue mich sehr auf den weiteren Saisonverlauf. Die Meisterschaft spielt im Moment noch keine große Rolle. Ich wollte einfach unbedingt wieder gewinnen. Der letzte Sieg war schon eine Weile her. Umso schöner war es dann heute.‟
Nico Müller, Porsche-Werksfahrer (#51): „Ich bin zufrieden mit dem heutigen Tag. Viele Punkte, und ich freue mich sehr für Pascal und das Team. Alle haben viel Arbeit in die Vorbereitung auf das erste Pit-Boost-Rennen des Jahres gesteckt. Vor dem Rennen gab es viele Fragezeichen, aber die Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Beide Autos haben viele Punkte geholt, und es ist der erste Saisonsieg für das Team. Platz 3 war zum Greifen nah, und unsere aggressive Strategie ist aufgegangen. Ganz perfekt haben wir sie aber noch nicht umgesetzt – daraus können wir etwas für morgen mitnehmen. Dann greifen wir wieder an, um weitere Punkte zu holen.‟
ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft – Punktestände nach 4 von 17 Rennen
Fahrerwertung
1. Pascal Wehrlein (GER), 64 Punkte – Porsche 99X Electric
2. Nick Cassidy (NZL), 48 Punkte – Citroën Racing ë-CX
3. Edoardo Mortara (SUI), 47 Punkte – Mahindra M12Electro
4. Nico Müller (SUI), 45 Punkte – Porsche 99X Electric
6. Jake Dennis (GBR), 39 Punkte – Porsche 99X Electric
14. Pepe Martí (ESP), 8 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
18. Felipe Drugovich (BRA), 0 Punkte – Porsche 99X Electric
19. Dan Ticktum (GBR), 0 Punkte – Porsche 99X Electric WCG3
Teamwertung
1. Porsche Formel-E-Team (GER), 109 Punkte
2. Mahindra Racing (IND), 59 Punkte
3. Citroën Racing (FRA), 56 Punkte
5. Andretti Formula E (USA), 39 Punkte
9. CUPRA KIRO (USA), 8 Punkte
Herstellerwertung
1. Porsche, 125 Punkte
2. Jaguar, 81 Punkte
3. Stellantis, 77 Punkte
Die offiziellen Punktestände finden sich auf den Seiten der Formel E
So geht’s weiter
Das Porsche Formel-E-Team, Andretti Formula E und Cupra Kiro starten am 14. Februar 2026 beim Jeddah E-Prix (Saisonrennen 5).
Porsche in der Formel E
Als aktueller Team- und Herstellerweltmeister bestreitet Porsche 2025/2026 seine siebte Formel-E-Saison. Neben dem werkseigenen Porsche Formel-E-Team startet das US-Kundenteam Andretti Formula E mit dem hocheffizienten Porsche 99X Electric der neusten Generation GEN3 Evo. Mit Cupra Kiro nimmt ein zweites Porsche-Kundenteam teil und setzt dabei auf 99X-Technik der Vorgängergeneration GEN3. In der Formel E gewinnt die Marke wertvolle Erkenntnisse für ihre Seriensportwagen.