Porsche-Kundenteam überrascht bei den 12 Stunden von Bathurst

Als bestplatziertes von insgesamt fünf Porsche-Kundenteams ist High Class Racing im australischen Bathurst der Sprung auf das Podest gelungen. Mit ihrem Porsche 911 GT3 R konnte das Fahrer-Trio zugleich die Bronze-Klasse gewinnen. Damit hat es sich überraschend gegen zahlreiche reine Profi-Besatzungen durchgesetzt.

Der spektakuläre Mount Panorama Circuit im australischen Bundesstaat New South Wales zeichnet sich durch eine rasante Bergaufpassage mit einem Höhenunterschied von 174 Metern, ein kurvenreiches Bergabstück und lange Hochgeschwindigkeitsgeraden aus. Das 12-Stunden-Rennen fand erstmals 1995 auf der 6,213-Kilometer-Strecke statt. Es hat sich seither zu einem der Höhepunkte des internationalen GT3-Rennkalenders entwickelt und gehört zu den wichtigsten Sportwagen-Events im asiatisch-pazifischen Raum. Seit 2016 fungiert es als Saisonauftakt der Intercontinental GT Challenge, in der Porsche nach 2019 und 2020 auch 2024 als Champion in der Herstellerwertung hervorging.

Mount Panorama Circuit, 12 Stunden von Bathurst, 2026, Porsche AG

2019 trug sich erstmals ein Porsche 911 GT3 R in die Siegerliste der 12 Stunden von Bathurst ein, als der Deutsche Dirk Werner gemeinsam mit den ehemaligen Porsche-Junioren Dennis Olsen (Norwegen) und Matt Campbell (Australien) für Earl Bamber Motorsport gewann. Lokalmatador Campbell gehörte neben Laurens Vanthoor (Belgien) und Ayhancan Güven (Türkei) auch 2024 dem Fahrertrio an, das mit dem Porsche von Manthey in Bathurst auf Platz eins fuhr.

Porsche-Kundenteam High Class Racing mit starker Schlussphase

Nach einem durchwachsenen Qualifying mussten Boccolacci, Fjordbach und Li vom 32. Startplatz ins Rennen gehen. Ebenso wie ihr Team High Class Racing feierten auch der Franzose, der Däne und der Chinese ihr Debüt auf der anspruchsvollen Strecke.

Zur Rennhälfte rangierten sie bereits auf der 15. Position. Als ein Unfall den Neunelfer von Tsunami RT aus der Bronze-Wertung riss, kam es zu einer längeren Rennunterbrechung. Weitere Safety-Car-Einsätze in der turbulenten Schlussphase spielten dem dänischen Team ebenfalls in die Karten. Als das Rennen gut 40 Minuten vor dem Ablauf der Zeitdistanz wieder freigegeben wurde, zeigte sich Boccolacci bestens in Form und kämpfte sich vom vierten auf den zweiten Platz vor. Am Ende trennte ihn kaum mehr als eine Sekunde von den Siegern Maro Engel, Mikael Grenier und Maxime Martin.

Beide Porsche aus der Pro-Kategorie unter den ersten Acht

Insgesamt fünf 911 GT3 R waren am Sonntagmorgen um 5:45 Uhr an den Start des Langstreckenrennens gegangen, darunter auch zwei reine Profi-Besatzungen: Für Absolute Racing traten Werksfahrer Matt Campbell, der Belgier Alessio Picariello und der ehemalige Porsche-Junior Bastian Buus aus Dänemark an. Bei Earl Bamber Motorsport bildeten Werksfahrer Laurin Heinrich aus Würzburg, der Österreicher Klaus Bachler und Ricardo Feller aus der Schweiz ein Team. Dieses Trio musste sich in der Startaufstellung am Ende des Feldes einreihen, da ihnen die schnellste Qualifying-Runde aufgrund eines nicht korrekt eingestellten Heckflügels gestrichen worden war.

Campbell, Picariello und Buus nahmen das Rennen von der vierten Position auf und verbesserten sich schnell auf Rang drei. Noch vor dem Morgengrauen löste ein Wildunfall eine längere Safety-Car-Phase aus und das Team entschied sich für einen vorgezogenen Tankstopp. Hierdurch büßte der Nummer-911-Porsche den unmittelbaren Kontakt zur Spitze ein. Absolute Racing erreichte das Ziel auf dem sechsten Rang.

Heinrich, Bachler und Feller arbeiteten sich mit einer fehlerfreien Vorstellung konstant nach vorn. Zur Halbzeit hatte der EBM-Porsche wieder die Top 10 erreicht. Nach der Rennunterbrechung konnte das Gespann jedoch nicht mehr angreifen und wurde am Ende Achter. Der 911 GT3 R von Herberth Motorsport belegte nach einem starken Rennen den elften Platz. Die Deutschen Ralf Bohn, Robert und Alfred Renauer sicherten sich zugleich den vierten Rang der Bronze-Wertung.

Weiterführende Informationen

Ergebnis Qualifying
Ergebnis Top-10-Qualifying
Ergebnis Rennen

Fahrerstimmen nach den 12 Stunden von Bathurst 2026

Dorian Boccolacci (FRA), Kerong Li (CHN), Anders Fjordbach (DNK), High Class Racing (#86), 12 Stunden von Bathurst, 2026, Porsche AG
Dorian Boccolacci (FRA), Kerong Li (CHN), Anders Fjordbach (DNK)
Matt Campbell (AUS), Absolute Racing (#911), 12 Stunden von Bathurst, 2026, Porsche AG
Matt Campbell (AUS), Absolute Racing (#911)
Laurin Heinrich (DEU), Earl Bamber Motorsport (#61), 12 Stunden von Bathurst, 2026, Porsche AG
Laurin Heinrich (DEU), Earl Bamber Motorsport (#61)

Dorian Boccolacci (Porsche 911 GT3 R #86): „Einfach verrückt, was uns gelungen ist – ich habe noch immer das Gefühl zu träumen! Speziell die Mittelphase des Rennens lief schwierig für uns, aber wir konnten unseren Kraftstoffverbrauch gut managen und uns für die Schlussphase in eine gute Position bringen. Als Zweite der Gesamtwertung und Sieger in der Bronze-Klasse haben wir alle Erwartungen übertroffen. Ich hätte mir kein besseres Ergebnis wünschen können!“

Matt Campbell (Porsche 911 GT3 R #911): „Definitiv ein harter Tag! Wir konnten zeitweise zwar ein starkes Tempo vorlegen, doch die Strategie hat sich leider nie zu unseren Gunsten ausgezahlt. Am Ende mussten wir unsere Position mühsam verteidigen.“

Laurin Heinrich (Porsche 911 GT3 R #61): „Wer am Ende des Feldes startet, hat es nie einfach. Aber wir konnten schnell aufholen und uns im Spiel halten, sind konzentriert geblieben und haben Kraftstoff gespart. Nach der Roten Flagge fehlte uns aber die Performance, um weiter um vordere Plätze zu kämpfen. Trotz des harten Rennens war es eine unglaubliche Erfahrung, mit dem Porsche 911 GT3 R in Bathurst an den Start zu gehen – ich hoffe, ich bekomme noch viele weitere Gelegenheiten, hier anzutreten.“

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