Die Porsche Schweiz AG verzeichnet einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen: Im Jahr 2025 waren 46 Prozent der neu zugelassenen Porsche Fahrzeuge elektrifiziert. Damit lag der Sportwagenhersteller deutlich über dem Schweizer Marktdurchschnitt von 34 Prozent.
Das Herzstück dieser Fahrzeuge sind die Antriebsbatterien. Die Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Hochvolt-Aggregate sind bei Porsche wie bei Verbrennern ausgelegt: Mindestens 15 Jahre beziehungsweise 300’000 Kilometer. Zudem setzt das Unternehmen auf umfassende Reparaturkonzepte. Ist eine Reparatur jedoch wirtschaftlich nicht sinnvoll oder hat eine Batterie das Ende ihrer Lebenserwartung erreicht, wird sie recycelt.
Der Recyclingprozess von Hochvoltbatterien ist ein integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Porsche AG. Dabei strebt das Unternehmen einen möglichst geschlossenen Materialkreislauf an. Bereits 2025 hat die Porsche AG ein Pilotprojekt zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Hochvoltbatterien lanciert. Der Sportwagenhersteller möchte sich damit der wachsenden Bedeutung von recycelten Batterierohstoffen annehmen und so einen verantwortungsvollen Umgang mit Hochvoltbatterien fördern. Perspektivisch soll zudem gemeinsam mit externen Partnern ein Recyclingnetzwerk für Hochvoltbatterien etabliert werden. Entsprechend dieser Strategie hat die Porsche Schweiz AG nun eine Partnerschaft mit der in Biberist (SO) ansässigen Recyclingfirma LIBREC AG geschlossen und dadurch ein standardisiertes Vorgehen für alle Porsche Zentren in der Schweiz etabliert.
Wie aus gebrauchten Hochvoltbatterien wertvolle Rohstoffe werden
Ausgediente Hochvoltbatterien werden von den Schweizer Porsche Zentren an die LIBREC AG übergeben und nach Biberist transportiert. Dort werden sie zunächst sortiert, entladen, zerlegt und anschliessend mechanisch zerkleinert. Durch diesen Prozess entsteht sogenannte Schwarzmasse: ein fein gemahlenes Pulver, das wertvolle Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Lithium und Mangan enthält. Andere Fraktionen wie z.B. Aluminium und Kupfer werden separat wiedergewonnen. Insgesamt lassen sich mit dem innovativen Recyclingverfahren von LIBREC AG über 97 Prozent der Rohstoffe zurückgewinnen. Unter Vollauslastung kann die Librec AG perspektivisch bis zu 9’000 Tonnen Material pro Jahr verarbeiten. Durch den Einsatz zurückgewonnener Rohstoffe aus der Anlage der LIBREC AG anstelle der Nutzung neuer Rohstoffe, könnte zukünftig bei Volllast eine CO₂-Einsparung von bis zu 38'000 Tonnen erzielt werden.
Die LIBREC AG bestimmt über die Weiterverarbeitung der aus den Batterien der Fahrzeuge gewonnene Schwarzmasse. In weiteren Prozessschritten wird die Schwarzmasse von Partnern der LIBREC AG zu hochreinen Rohstoffen veredelt. Diese werden anschliessend zur Herstellung neuer Hochvoltbatterien verwendet. So entsteht ein geschlossener Recyclingkreislauf.
Nationale Lösung für Porsche Zentren in der Schweiz
Die Porsche Schweiz AG hat durch ihre Zusammenarbeit mit der LIBREC AG einen einheitlichen Batterie-Recyclingprozess für die Porsche Zentren in der Schweiz etabliert. Mit diesem standarisierten Ablauf soll erreicht werden, dass Batterien am Ende ihrer Lebensdauer schweizweit nach denselben hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards recycelt werden. Die Porsche Zentren profitieren dabei von klar definierten Prozessen und einer zentralen Anlaufstelle.
Technologie trifft Verantwortung
Durch das Recycling alter Batterien zusammen mit dem Partner LIBREC zeigt Porsche Schweiz, dass gebrauchte Batterien als wertvolle Rohstoffquelle dienen. Ein Grossteil der zurückgewonnenen Materialien zählt zu den kritischen Rohstoffen, die in Europa nur in begrenztem Anteil als Bodenschätze vorhanden sind.