Erst vor Kurzem habe ich von meiner ersten Fahrt mit dem neuen GT3 RS geschwärmt. Und wenn ich mich richtig erinnere, habe ich vorgeschlagen, den Wagen auf der Rennstrecke auszuprobieren – jetzt war es endlich soweit: Die GP-Strecke des Nürburgrings war frei, die Sonne strahlte vom Himmel und der GT3 RS stand für mich bereit.

Dieser Ort ist etwas Besonderes für mich. 2009 habe ich hier meinen ersten F1-Grand-Prix gewonnen. Ich kehre immer wieder gerne hierher zurück, aber das Ganze wird einfach noch besser, wenn man den richtigen Untersatz für diese außergewöhnliche Umgebung hat.

Tennisstar Angelique Kerber wollte sich auch vom GT3 RS überzeugen

Der GT3 RS hat sich einiges aus dem Motorsport abgeschaut. Nichts ist unversucht geblieben, um die Traktion sowie das Fahrverhalten zu verbessern und gleichzeitig das Gewicht zu reduzieren. Mein Modell ist zudem mit dem Weissach-Paket ausgestattet, also mit Stabilisatoren und Dach aus Karbon und Überrollkäfig aus Titan. Insgesamt werden dadurch noch einmal 18 kg eingespart, und ich würde mich jedes Mal dafür entscheiden.

Ihr wisst alle, wie stolz ich letztes Jahr auf den GT2 RS war. Mit dem Nordschleifen-Rundenrekord in der Tasche dachten viele, dass die Grenze des Möglichen jetzt erreicht ist. Aber da haben sie die Rechnung ohne meinen Freund Andreas Preuninger und sein ehrgeiziges Team gemacht.

Der GT3 RS hat die Nordschleife in weniger als sieben Minuten geschafft

Der GT3 RS ist aus einem anderen Holz geschnitzt, sein nächster Verwandter ist eher der 911 GT3 R mit seinem Sechszylinder-Boxermotor. Mit 180 PS weniger als der GT2 hat diese Maschine die Nordschleife in weniger als sieben Minuten geschafft – eine ziemlich beeindruckende Leistung (911 GT3 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 l/100 km; CO2-Emission 291 g/km)

Stabilität und Grip bei Höchstgeschwindigkeiten

Doch heute ging es nicht um die Stoppuhr. Es ging darum, alle Aspekte dieses Fahrzeugs zu erkunden, das wahrscheinlich wie kein anderes das Ideal eines Porsche-Rennwagens für die Straße erfüllt. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Schon beim Einsteigen bemerkt man als Erstes den Käfig im hinteren Teil. Lässt man sich dann in den tiefen Schalensitz gleiten und umschließt das Alcantara-Lenkrad, weiß man, dass man hier richtig ist. Jedes Detail spiegelt die Motorsport-DNA wider.

Überwältigende Leistung für ein Straßenfahrzeug

Jeder GT3 RS hat ein Doppelkupplungsgetriebe – genau das Richtige für ein Auto mit einem derart starken Fokus auf Geschwindigkeit. Ein Antippen der Karbon-Schaltpaddles und schon geht es los. Für eine so kompromisslose Maschine ist der RS unglaublich spurensicher. Geschmeidig steigt die Motordrehzahl, nahtlos und faszinierend erfolgt das Schalten in einen höheren Gang – dann noch einen, dann noch einen….

Jedes Mal erreicht die Nadel 9.000 U/min, eine überwältigende Leistung für ein Straßenfahrzeug. Die Geräuschkulisse im Innenraum ist dank der reduzierten Dämmung einfach ohrenbetäubend und schlichtweg berauschend.

„Jedes Detail spiegelt die Motorsport-DNA wider“

Tritt man auf die Bremsen, kommt der GT3 RS sofort zum Stehen. Im Auto sind dieselben NACA-Lufteinlässe wie im GT2 RS eingebaut, was die Kühlung der riesigen Bremsscheiben vorne deutlich verbessert. So erhält man Kurve auf Kurve, Runde auf Runde die gleiche Performance. Das fördert natürlich das Vertrauen in das Fahrzeug – und gleichzeitig den Wunsch, es so richtig auf die Probe zu stellen.

Agil, ausgewogen und präzise

Die Stabilität und der Grip bei Höchstgeschwindigkeiten tun ihr Übriges dazu. Ich habe das Gefühl, dass ich mich bei diesem Auto nicht zurückhalten muss, dass ich es wirklich an seine Grenzen bringen kann – was an einem trockenen Tag mit frischen Reifen leichter gesagt als getan ist. Die g-Kräfte, die mit dem GT3 RS in den schnellsten Kurven des Nürburgrings entstehen, lassen sich mit keinem anderen Auto vergleichen.

Auch auf den langsameren Abschnitten ist er so agil, ausgewogen und präzise, dass man sich von Anfang an eins mit ihm fühlt. Der Wagen ist eine brutale Waffe, aber so gehorsam, dass man seine Limits erkunden will. Und das kann man. Ohne Hemmungen.

Das GT-Team hat wieder mal hervorragende Arbeit geleistet, hat zusätzliche Power und Präzision gefunden, wo es nicht mehr möglich schien. Der GT3 RS ist eines der aufregendsten Straßenfahrzeuge, das ich jemals gefahren bin. Zeit, in meiner Garage etwas Platz zu schaffen.

Verbrauchsangaben

911 GT3 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 l/100 km; CO2-Emission 291 g/km

911 GT2 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 11,8 l/100 km; CO2-Emission 269 g/km

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