20.10.2014

Siegerporträt: Philipp Eng

Wenn er den Helm abnimmt und aus dem Auto steigt, sieht er immer ein wenig verstrubbelt aus. Philipp Eng ist kein Geschniegelter, sondern ein Rennfahrer mit Ecken und Kanten und eben Wuschelhaaren.

Nach einer Saison, die eher der Ardennenachterbahn von Spa als dem Reißbrettkurs vom Lausitzring glich, darf sich Eng neuer Champion des Porsche Carrera Cup Deutschland nennen. Er gewann durch konstant gute Ergebnisse und drei Rennsiege. Die Statistik täuscht über die verloren geglaubten Punkte von Spielberg hinweg.

Gegen Engs Team Project 1 wurde am fünften Wochenende der Saison Protest eingelegt, da sein Fahrzeug nicht reglementkonform gewesen sei. Engs in Österreich gewonnene Punkte (ein Sieg, einmal Platz drei) wurden nicht in den Wertungstabellen berücksichtigt und er durfte in Spielberg nicht auf’s Podium. Eine Schmach für den gebürtigen Österreicher. Das Team rund um Eigner Hans-Bernd Kamps ging dagegen in Berufung und das Verfahren vor dem Sportgericht in Frankfurt wurde zugunsten von Project 1 entscheiden.

Händeschüttler und Schulterklopfer nahmen kein Ende

Mit diesem Triumph im Rücken reiste Eng zum Saisonfinale nach Hockenheim. Elf Zähler lag er vor seinem Verfolger Michael Ammermüller. Mit Platz sieben in Lauf 17 und Platz drei in Lauf 18 sammelte der gebürtige Salzburger die alles entscheidenden Titelpunkte. Die Schlange der Gratulanten war groß, als Eng nach seinem letzten Einsatz wieder ins Fahrerlager kam. Händeschüttler und Schulterklopfer nahmen kein Ende und Eng genoss die Aufmerksamkeit.

Lange hatte er darauf hingearbeitet solch einen Titel zu erringen

Lange hatte er darauf hingearbeitet solch einen Titel zu erringen. Jetzt wird er ihn in seiner Wahlheimat Stuttgart gemeinsam mit Freundin Vivien genießen. „Und bei der Porsche Meisterfeier im Dezember in Stuttgart werde ich in schönem Ambiente sicherlich noch einmal auf meinen Titel anstoßen“, erklärte ein freudestrahlender Eng. Mit 1,72 Meter besitzt Eng das Gardemaß für einen Rennfahrer. Als er auf dem Podium von Hockenheim voller Stolz den Pokal in Empfang nahm, wirkte er auf den ersten Blick noch ein paar Zentimeter größer.

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