17.11.2017

Porsche-Piloten vor Aufholjagd im Titelkampf

Im Qualifying zum Sechsstundenrennen in Bahrain, dem Saisonfinale der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, fuhren Richard Lietz und Frédéric Makowiecki die sechstschnellste Zeit in der stark besetzten Klasse GTE-Pro. Neel Jani und Nick Tandy haben im letzten Qualifying des Porsche 919 Hybrid die 20. Poleposition für den Le-Mans-Prototyp geholt.

GT Qualifying

Mit ihrem Porsche 911 RSR (Startnummer 91), der von Porsche Motorsport in Weissach für diese Saison neu entwickelt wurde, können sie am Samstag mit einer Aufholjagd im Rennen trotzdem die Fahrerweltmeisterschaft gewinnen. Der sicherste Weg zum Titel ist ein Sieg auf dem 5,407 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs südwestlich von Manama, der Hauptstadt des Königreichs am Persischen Golf. Weltmeister können sie aber auch mit einem zweiten oder dritten Platz werden – vorausgesetzt, sie kommen vor ihren Titelkonkurrenten von Ferrari und Ford ins Ziel. Im zweiten vom Porsche GT Team eingesetzten 911 RSR mit der Startnummer 92 belegten Michael Christensen (Dänemark) und Kévin Estre (Frankreich) den siebten Platz.

Stimmen nach dem Qualifying

Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT-Werksmotorsport:  „Das ist sicherlich keine ideale Ausgangsposition für das Rennen. Mit unserer Nummer 91 haben wir uns in diesem Qualifying voll auf das Rennen konzentriert, haben nur einen Satz Reifen verwendet. Ich hoffe, das zahlt sich aus. Für uns war es bisher kein einfaches Wochenende, doch ich glaube, dass wir über die Distanz auf jeden Fall näher an den Schnellsten sein werden als in einer Qualifyingrunde. Unsere Devise für das Rennen ist klar: Wir fahren voll auf Angriff.“

Richard Lietz (911 RSR #91): „Das ist natürlich nicht das erhoffte Ergebnis. Ich sehe dieses Qualifying trotzdem positiv, da wir jetzt einen gut abgestimmten 911 RSR für das Rennen haben. Vor dem Qualifying haben wir noch eine Setupänderung vorgenommen, das hat sich positiv ausgewirkt.“

Frédéric Makowiecki (911 RSR #91):  „Das Team hat unseren 911 RSR gut für dieses Qualifying abgestimmt. Wir hatten im freien Training kleinere Probleme, doch so gut wie jetzt war unser Auto in den Trainingssessions nie. Richard ist mit gebrauchten Reifen eine starke Runde gefahren. Das macht uns zuversichtlich, über die Distanz konstant schnell zu sein.“

Michael Christensen (911 RSR #92): „Dieses Qualifying lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Unser Auto ist gut, auf eine Runde aber offensichtlich nicht schnell genug. Doch morgen wartet ein langes Rennen auf uns. Da kann viel passieren.“

Kévin Estre (911 RSR #92): „Ich hatte eine gute Aufwärmrunde, machte dann aber zwei kleine Fehler, so dass ich meine erste schnelle Runde abbrechen musste. Die Strecke geht extrem auf die Reifen. Die zweite schnelle Runde war fehlerfrei, aber nicht gut genug, um in diesem Qualifying weiter vorne zu landen.“

Der 911 RSR

Ergebnisse GT

Klasse GTE-Pro
1. Rigon/Bird (I/GB), Ferrari 488 GTE, 1:56,033 Minuten
2. Turner/Adam (GB/GB), Aston Martin, + 0,339 Sekunden
3. Priaulx/Tincknell (GB/GB), Ford GT, + 0,430
4. Calado/Pier Guidi (I/I), Ferrari 488 GTE, + 0,848
5. Thiim/Soerensen (DK/DK), Aston Martin, + 0,986
6. Lietz/Makowiecki (A/F), Porsche 911 RSR, + 1,483
7. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR, + 1,489
8. Mücke/Pla (D/F), Ford GT, + 1,551

Klasse GTE-Am
1. Dalla Lana/Lamy/Lauda (CAN/P/A), Aston Martin, 2:00,111 Minuten
2. Mok/Sawa/Griffin (MYS/J/IRL), Ferrari 488 GTE, + 0,174 Sekunden
3. Ried/Cairoli/Dienst (D/I/D), Porsche 911 RSR, + 0,284
4. Flohr/Castellacci/Molina (CH/I/E), Ferrari 488 GTE, + 1,241
5. Barker/Foster/Wainwright (GB/AUS/GB), Porsche 911 RSR, nicht gestartet

LMP1 Qualifying

Neel Jani (CH) und Nick Tandy (GB) haben im letzten Qualifying des Porsche 919 Hybrid die 20. Poleposition für den Le-Mans-Prototyp geholt. Sie starten zusammen mit André Lotterer (DE) am Samstag zum Finale der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2017 in Bahrain. Die bereits vor zwei Wochen in Shanghai gekürten Weltmeister Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) nehmen das Abschiedsrennen des 919 Hybrid vom dritten Platz in Angriff.

Im nur 20 Minuten dauernden Qualifying der WEC zählt der Durchschnittswert der beiden schnellsten Runden von zwei Fahrern. Jani/Tandy (1.39,383 Minuten) und Bernhard/Hartley (1.40,011 Minuten) bestritten das letzte Qualifying am Persischen Golf. Die absolut schnellste Runde gelang Jani in 1.39,084 Minuten. Die stolze Bilanz für den 919 Hybrid seit seinem Debüt 2014: 20 Polepositions in 34 Renneinsätzen; 13 mal belegten 919 Hybrid sogar die komplette erste Startreihe. Unvergessen bleibt die Saison 2015, in der es kein anderes Auto als der Porsche 919 Hybrid in die erste Startreihe schaffte – bei damals noch drei beteiligten Herstellern.

Im dritten freien Training am Freitagmorgen in Bahrain fuhr Timo Bernhard bei einer Qualifying-Simulation mit gebrauchten Reifen die insgesamt schnellste Runde (1.42,438 Minuten). Das Schwesterauto mit Neel Jani und Nick Tandy belegte Platz zwei. Earl Bamber und André Lotterer, die jeweils dritten Fahrer im Bunde, kamen am Freitag nicht zum Einsatz.

Der Start zum Sechsstundenrennen in die arabische Nacht erfolgt am Samstag um 16:00 Uhr Ortszeit (14:00 MEZ). Das Wetter soll mit Temperaturen um 25 Grad Celsius stabil bleiben.

Stimmen nach dem Qualifying

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Die 20. Poleposition im 34. Rennen – das ist einfach unglaublich. Ich bin begeistert, wie optimal sich das Team mit höchster Konzentration und Spaß an der Arbeit auf das letzte Rennen vorbereitet, obwohl wir uns beide WM-Titel bereits in Shanghai gesichert haben. Aufgrund der prognostiziert hohen Temperaturen für morgen ist es durchaus möglich, dass wir auch den letzten WEC-Lauf erfolgreich beenden. Ich sage nur Danke an alle, ich freue mich aufs Rennen.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Glückwunsch an die Crew vom Auto mit der Startnummer 1 zur Poleposition. Nach den Ergebnissen der freien Trainings hatten wir nicht unbedingt damit gerechnet. Aber Neel brachte in einer Hammerrunde einfach alles perfekt auf den Punkt und auch Nick konnte noch einmal nachlegen. Wir haben es über die vier Jahre ohne einen einzigen Ausfall im Qualifying geschafft und super Ergebnisse erzielt. Das ist eine tolle Mannschaftsleistung. Heute freuen wir uns über die Poleposition, aber morgen erwarten wir ein schwieriges Rennen. Die Toyota waren sehr stark über die Longruns. Wir werden kämpfen bis zur letzten Runde des 919 Hybrid.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 1

Neel Jani (33, Schweiz): „Ich hab’ mir gedacht, das ist mein letztes Qualifying mit dem 919 Hybrid, da muss ich noch einmal alles auspacken, was ich in den vergangenen vier Jahren gelernt habe… Offensichtlich ist mir dies gelungen. Es freut mich mega, dass wir hier auf der Poleposition stehen. Auch Nicks zweite Runde war sehr gut, das hat uns den ersten Startplatz gesichert. Ich habe viele Polepositions mit dem 919 errungen, darunter auch die allererste gemeinsam mit Marc Lieb 2014 in Spa und jetzt die letzte hier in Bahrain. Insofern ist dieser Teil der Geschichte zum Abschluss jetzt rund. Aber morgen wollen wir natürlich noch den letzten Sieg einfahren.“

Nick Tandy (33, Großbritannien): „Es ist fantastisch, beim letzten Rennen des Porsche 919 Hybrid auf der Poleposition zu stehen, und großartig für die Moral des Teams. Wir haben wirklich alles gegeben in diesem Qualifying. Wir fuhren eine fliegende Runde mehr als geplant. Aber das musste sein und hat super funktioniert. Es ist ein tolles Gefühl, die Poleposition erkämpft zu haben.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 2

Timo Bernhard (36, Deutschland): „Ein hartes Qualifying. Die Fahrzeugbalance war anders als im freien Training und hat nicht hundertprozentig gepasst. Platz drei schien heute das maximal Mögliche zu sein. Glückwunsch an unser Schwesterauto, das war eine unglaubliche Runde von Neel. Jetzt freuen wir uns auf das Rennen – wir sind richtig heiß.“

Brendon Hartley (28, Neuseeland): „Für uns fing das Qualifying gut an. Ich war eine halbe Sekunde schneller als das Schwesterauto, obwohl die Balance auf der ersten Runde gar nicht passte. Nach Timos Runde haben wir dann beschlossen, unsere Reifen für das Rennen zu schonen. Ich freue mich auf einen guten Kampf.“

Livestream und TV

Kostenfreier Livestream unter www.sport1.de: Samstag, 13:30 – 20:30 Uhr.

Sport 1 Plus, Pay-TV, Rennen live: Samstag, 15:30 – 16:45 Uhr, Wiederholung gesamtes Rennen am Sonntag, 04:35 – 10:45 Uhr, Highlights am Montag, 20:05 – 20:50 Uhr.

Sport 1, Free TV: Samstag, Rennen live, 13:45 – 17:00 Uhr und 19:00 – 20:30 Uhr sowie Highlights am Sonntag von 23:00 – 00:00 Uhr.

Motorsport.TV, Pay TV, Rennen live mit deutschem Kommentar am Samstag, 13:45 – 20:05 Uhr.

Eurosport 1, Free TV: Highlights und Schlussphase des Rennens am Samstag live 17:15 – 20:10 Uhr.

Die offizielle FIA WEC App ist in der Basis kostenlos und bietet gegen Gebühr eine erweiterte Version inklusive Livestream des kompletten Rennens und Zeitnahme. Der Livestream wird betreut und kommentiert vom FIA WEC TV-Team inklusive der Live-Interviews aus den Boxen.

Social-Media-Aktion: #919tribute

Die schönsten Abschiedsgrüße und Glückwünsche auf Facebook, Instagram und Twitter mit dem Hashtag #919tribute werden auf der offiziellen Porsche-Hompage http://porsche.com/919tribute und in der LED-Leuchtschrift am Porsche Museum in Zuffenhausen veröffentlicht.

Alle Ergebnisse

Alle Punktestände: http://www.fiawec.com/en/season/result
Alle Ergebnisse: http://fiawec.alkamelsystems.com

Ähnliche Artikel

Meistgelesen

  1. Starkes Jahr für Porsche: aus der Pole-Position in die Elektromobilität
  2. Porsche präsentiert Cayenne Coupé
  3. Porsche Zentren erhalten weltweit neue Corporate Architecture
  4. Innovatives Leichtbau-Dach mit Coupé-Eigenschaften
  5. Super in Sebring: Porsche siegt auch im Zwölfstundenrennen
Social Media