STRATEGIE UND ORGANISATION
(GRI 102-46)
Das Thema Nachhaltigkeit hat für Porsche hohe Priorität. Umsichtiges Handeln, das ­Umwelt und Gesellschaft zugutekommt, wird als unternehmerische Pflicht verstanden. Auch die Stakeholder erwarten, dass Porsche ökonomische, soziale und ökologische Ziele gleichermaßen anstrebt. Damit erhält Nach­haltigkeit für Porsche eine zentrale Bedeutung, wenn es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit geht.

Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu übernehmen, steht nicht im Widerspruch zu Effizienz und ökonomischem Erfolg. ­Nachhaltigkeit ist deshalb ein zentrales Querschnittsthema in der Porsche Strategie 2025. Die ­Zuständigkeit dafür liegt direkt im Ressort des Vorstandsvorsitzenden. Das Ziel ist klar definiert: Porsche soll nachhaltigster Sport­wagenhersteller im Premium-Segment ­werden. ­Daher ist das Thema Nachhaltigkeit in sämtlichen Unternehmensbereichen fest verankert und in vier Handlungsfelder ­gegliedert:

– Wirtschaft & Kunden
– Produktverantwortung
– Umwelt & Energie
– Mitarbeiter & Gesellschaft

Anhand dieser vier Bereiche werden sämt­liche Aktivitäten mit Nachhaltigkeitsbezug ­sowie alle strategischen Überlegungen und Ziele strukturiert. 
 

Porsche Strategie 2025 Handlungsfelder Nachhaltigkeit

Um nachhaltiges Handeln in der täglichen ­Praxis zu implementieren und eine noch ­stringentere Umsetzung im Unternehmen zu erreichen, arbeitet Porsche an einer ­„Konzernrichtlinie Nachhaltigkeit“. Diese soll zukünftig die Organisationsprozesse, das ­Themenmanagement, die Projektumsetzung sowie die Kommunikation aller Nachhaltigkeitsthemen verbindlich regeln.

Die Nachhaltigkeitsorganisation wird konzernweit umgesetzt. Porsche hat deshalb weitere relevante Tochtergesellschaften in den ­Expertenkreis Nachhaltigkeit aufgenommen. Zusätzlich entsendet jedes Unternehmens­ressort Mitarbeiter, die für die Umsetzung der Querschnittsstrategie Nachhaltigkeit verantwortlich sind, in den Expertenkreis.

Um die Komplexität nachhaltigen Handelns zu reduzieren und zugleich die Messbarkeit und Steuerung zu verbessern, hat das ­Un­ternehmen im Berichtsjahr den „Porsche Nachhaltigkeitsindex“ (PNI) erarbeitet. Er ­definiert nachhaltigkeitsrelevante Aspekte durch ­Kennzahlen und bildet gleichzeitig die Kerngrößen „wertschaffendes Wachstum“ und „Umweltfußabdruck“ ab. Auf Basis der klassischen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales orientiert sich der Index an der Porsche-Wertschöpfungs­kette. Zentrales Ziel des PNI ist es, ökonomisch ­erfolgreiches Handeln mit gesellschaftlichem Engagement und gleichzeitiger Reduktion der unternehmerischen Umweltauswirkungen zu verknüpfen. Zukünftig soll der Nachhaltigkeitsindex halbjährlich erfasst und mit den ­gesetzten Zielen verglichen werden. So kann das Nachhaltigkeitsengagement von Porsche konsequent weiterentwickelt werden.

Sustainable Development Goals
Im Herbst 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die ­Sustainable Development Goals (SDGs), mit denen 17 globale Nachhaltigkeitsziele definiert wurden. Diese sind Kern der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die wirtschaft­lichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit in Einklang ­bringen soll.

Die SDGs richten sich zwar in erster Linie an Staaten und Regierungen. Doch auch Porsche möchte der Ressourcenverknappung und dem Klimawandel entgegenwirken sowie die gesellschaftliche Entwicklung positiv beeinflussen. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf Themen, die durch das eigene ­Geschäftsmodell und die damit verbundenen Wertschöpfungsprozesse maßgeblich ­beeinflusst werden können.

Die Erwartungen der internen und externen Stakeholder sind Porsche wichtig. Deshalb wurden sie im Jahr 2017 nach den für Porsche relevantesten SDGs befragt. Diese ­Erhebung ergab sieben Ziele, zu deren Erfüllung das ­Unternehmen mit seinen Nachhaltig­keits­aktivtäten einen wichtigen Beitrag leistet:

SDG 4 – Hochwertige Bildung
Für Porsche ist Bildung der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung. Seinen Auszu­bildenden und Mitarbeitern bietet das Unter­nehmen daher ein außergewöhnlich vielfältiges Programm zur beruflichen Qualifizierung. So kann sich jeder Beschäftigte systematisch und bedarfsorientiert weiterentwickeln. Auch ­international engagiert sich Porsche im Bereich Bildung und Wissenschaft – unter anderem mit den Porsche Training und Recruitment Centern in Manila und Südafrika oder dem ­Projekt Mobile Education Training and Resource Units (METRU) in Kooperation mit dem Kinderhilfswerk UNICEF.

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Arbeitsplätze zu schaffen und die Achtung der Menschenrechte entlang der Lieferkette zu wahren, sind Voraussetzungen für wertschaffendes und nachhaltiges Wachstum. Porsche übernimmt nicht nur Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern und investiert in ­deren Zukunft. Das Unternehmen gibt auch seinen Lieferanten hohe Standards für Sozial- und Menschenrechte vor, die international ­anerkannt sind. Damit unterstützt Porsche die Wahrung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und lehnt alle Formen von Zwangs- und Kinderarbeit kategorisch ab.

SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur
Porsche steht für innovative Produkte und Dienstleistungen. Dabei hat das Thema ­„Mobilität der Zukunft“ höchste Priorität. Mit dem Ausbau einer belastbaren Ladeinfra­struktur für Elektrofahrzeuge, der permanenten ­Suche nach innovativen Lösungen sowie der Erprobung von digitalen Technologien und Zukunfts­trends trägt das Unternehmen ­maßgeblich zur Zielerreichung bei.

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
Die Sportwagenproduktion im Stammwerk in Zuffenhausen befindet sich in einem ­Mischgebiet – umgeben von Wohngebieten. Damit ist das Unternehmen unmittelbar mit den Herausforderungen der zunehmenden ­Urbanisierung konfrontiert. Porsche fühlt sich auch deshalb verpflichtet, mit intelligenten ­Lösungen aktiv zur nachhaltigen Entwicklung von Städten beizutragen. Ressourceneffi­ziente Produktionsverfahren und Produkte ­sowie technologische und soziale Inno­vationen sind dabei für das Unternehmen ­entscheidende Faktoren.

SDG 12 – Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster
Porsche arbeitet nicht nur stetig an umwelt- und ressourcenverträglicheren Produkten, sondern auch an effizienten, umweltschonenden Herstellungsverfahren. Die ökonomische, ökologische, soziokulturelle, funktionale und technische Prozessqualität spielt dabei eine zentrale Rolle. Genauso wichtig ist für das ­Unternehmen, dass international gültige ­Regeln für Arbeits-, Gesundheits- und ­Umweltschutz eingehalten werden. Auch in der ­Porsche-Lieferkette stellen ethische ­Gesichtspunkte und Standards übergeordnete ­Nachhaltigkeitsanforderungen dar.

SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz
Porsche stellt sich der Herausforderung, ­technologische Grenzen zu verschieben, den ­Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und inno­vative Antriebe zu entwickeln. Auf den sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energie wird dabei großer Wert gelegt. So deckt das Unternehmen den elektrischen Energiebedarf seiner Produktion zu 100 Prozent mit Naturstrom. Ab 2019 soll der erste rein elektrisch angetriebene Porsche-Sportwagen Taycan CO₂-neutral in Zuffenhausen gefertigt werden. ­Außerdem verringert das Unternehmen kontinuierlich die CO₂-Emissionen der eigenen Fahrzeugflotte. Mit der zunehmenden Hybridisierung und Elek­trifizierung seiner Modell­palette ­leistet Porsche einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz sowie zur Verbesserung der ­Luftqualität in Städten.

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Lösungen für eine nachhaltige Mobilität und eine lebenswerte Welt von morgen lassen sich nur gemeinsam finden. Der permanente Austausch mit den Stakeholdern und die ­Stärkung von Partnerschaften sind daher ­vorrangige ­Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie von Porsche. Das Unternehmen wirkt in ­Netzwerken mit und engagiert sich in Nachhaltigkeitsinitiativen. Mit dieser Zusammen­arbeit unterstützt Porsche den Wissens­transfer für innovative und zukunftsrelevante Ansätze ­unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.
 

STAKEHOLDER-MANAGEMENT
Stakeholderkommunikation und -dialog

(GRI 102-40, 102-42, 102-43, 102-44, 102-46)
Porsche ist es ein besonderes Anliegen, den Austausch mit den relevanten Anspruchs­gruppen zu pflegen und kontinuierlich auszubauen. Das Unternehmen ist sich bewusst, dass seine Geschäftstätigkeiten die Interessen vieler Stakeholder berühren. Deren Erwartungen müssen bei zentralen Fragestellungen ­berücksichtigt werden. Ein offener und transparenter Austausch von Informationen und ­Argumenten bildet die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und gesellschaftliche ­Akzeptanz. Gleichzeitig erhält das Unternehmen durch den Dialog wichtige Anregungen und neue Impulse. Auch im Berichtsjahr hat Porsche sein Ziel, einen für alle Beteiligten gewinnbringenden Austausch zu führen, stetig weiter­verfolgt und die Dialogarbeit zur Ver­besserung der ­Stakeholderbeziehungen intensiviert. Die erstmals veranstalteten Porsche Nachhaltigkeitstage förderten den proaktiven Austausch mit den Mitarbeitern. Auch die Zusammen­arbeit in Initiativen, Verbänden und Arbeitsgruppen zu unternehmerischer Nachhaltigkeit wurde weiter vorangetrieben. So unterstützt das Unternehmen seit 2018 unter anderem die Kompetenzplattform „nachhaltig.digital“, um bei der Verknüpfung der beiden Themen intensiv mitzuwirken.

Unternehmensexterner Dialog
(GRI 102-40, 102-43, 102-44, 102-47, 102-48)
Der externe Stakeholderdialog basiert auf ­Vertrauen. Das ist der zentrale Wert für eine langfristige Beziehung zwischen Porsche und seinen Dialogpartnern. Ein glaubwürdiger ­Austausch mit den Bezugsgruppen muss ­langfristig erarbeitet und kontinuierlich gepflegt werden.

Dies geschieht über vielfältige Kommunikationskanäle und Veranstaltungsformate. Zu den wichtigsten Informationsquellen von ­Meinungsbildnern, Entscheidungsträgern und Kunden zählen etwa das weltweit in zwölf Sprachen erscheinende Porsche-Magazin „Christophorus“, der Online-Newsroom mit seinen Twitter- und Instagram-Kanälen, das Web-TV-Format „9:11 Magazin“ und die ­Porsche-Webseite. Mit der Umfeldzeitung „targa – Nachrichten für die Nachbarn“ informiert Porsche seit 2015 zudem die Anwohner an den Porsche-Standorten über aktuelle ­Entwicklungen. Zusätzlich werden sie durch Informationsbriefe – beispielsweise über ­anstehende Bautätigkeiten – auf dem Laufenden gehalten.

In einem zweijährigen Rhythmus geben ­Stakeholderbefragungen systematisch ­Aufschluss über Einschätzungen und Erwartungen relevanter Anspruchsgruppen zum Thema ­Nachhaltigkeit. Im Jahr 2017 wurden etwa 7.200 Stakeholder aus Deutschland, China und Großbritannien – darunter Kunden, Geschäftspartner, Vertreter von Behörden, ­Verbänden, ­Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen, Politiker, Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsexperten – zu einer ­Online-Befragung eingeladen. Die dort iden­tifizierten Themen dienen als Grundlage für Nachhaltigkeitsaspekte, die eng mit anderen Themen der Unternehmensstrategie verzahnt werden.

Für Porsche ist das direkte Feedback seiner ­Interessengruppen von großer Relevanz. Mit einer eigenen E-Mail-Adresse (nachhaltigkeit­@porsche.de) bietet das Unternehmen seinen Stakeholdern die Möglichkeit, sich bei Bedarf direkt mit der zuständigen Fachabteilung in Verbindung zu setzen.

Darüber hinaus sucht Porsche den persönlichen Kontakt. An den Unternehmensstandorten ­finden seit 2016 regelmäßig Dialogveranstaltungen statt. Anwohner haben hier die ­Gelegenheit, konkrete Fragen direkt mit den ­Experten zu diskutieren. In zwei Veranstaltungen informierte das Unternehmen 2018 seine Nachbarn über den Fortgang von Bauarbeiten an den Standorten. Mehr als 500 interessierte Bürger nahmen das Angebot wahr, infor­mierten sich, stellten Fragen, gaben Anregungen oder vertraten ihre Meinung.

In Netzwerken mitwirken und sich in Nach­haltigkeitsinitiativen und Arbeitsgruppen ­engagieren – auch das ist Teil des Stake­hol­derdialogs bei Porsche, um ökologische, ­ökonomische und soziale Themen voranzutreiben. Seit 2016 gehört Porsche daher dem „Bundesdeutschen Arbeitskreis für umwelt­bewusstes Management e.V.“ (B.A.U.M.) an. Im Jahr 2017 ist Porsche dem „Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik“ (DNWE) beige­treten und ­bekennt sich als Unterzeichner der „Charta Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit“ (WIN) des Landes Baden-Württemberg zu seiner ­unternehmerischen Verantwortung. Seit 2018 ist Porsche zudem Kooperationspartner der Kompetenzplattform „nachhaltig.digital“. Das Ziel des Gemeinschaftsprojekts des B.A.U.M. e.V. und der „Deutschen Bundes­stiftung ­Umwelt“ (DBU) besteht darin, die ­Digitalisierung zum Instrument für zukunfts­fähige, ­nachhaltige Entwicklung zu machen. Im Rahmen einer ­interkommunalen Arbeitsgruppe fördert das Unternehmen den Dialog mit der lokalen ­Politik.

Unternehmensinterner Dialog
(GRI 102-40, 102-43, 102-44, 102-47)
Ein direkter Dialog ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur bei Porsche. Für ­Mitarbeiter existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit eigenen Anliegen einzubringen und transparente Interaktionswege zu nutzen oder sich zu informieren. Etwa über Mitarbeitermagazine, die jeweilige Standortzeitung, das eigene TV-Format oder auch tagesaktuell über das Intranet. Seit 2017 können Mitarbeiter das Porsche-Intranet via App auch auf allen privaten Endgeräten nutzen. Regelmäßige ­Betriebs- und Ressortversammlungen, Mitarbeiter-Informationsveranstaltungen sowie ­inhaltsspezifische Themen- und Innovationswochen sind ebenfalls Teil der vielfältigen ­internen Kommunikation.

Im Berichtsjahr stand an zwei Porsche-Standorten jeweils eine Woche das Thema Nach­haltigkeit im Fokus. Eine interaktive Erlebniswelt und verschiedene Expertenvorträge konnten die Porsche-Belegschaft im Rahmen der Nachhaltigkeitstage für das Thema weiter sensibilisieren. Die Mitarbeiter haben zahl­reiche neue Vorschläge formuliert, wie das ­Unternehmen sein nachhaltiges Handeln im Arbeitsalltag weiter verbessern kann. Diese werden in den Fachbereichen sorgfältig ­geprüft und weiterverfolgt. Der interne Stakeholderdialog zu Nachhaltigkeitsthemen soll künftig noch erweitert werden, um das interne Verständnis für das Thema weiter zu fördern und die externe Rolle der Mitarbeiter als Multiplikatoren auszubauen.

Porsche ermuntert seine Mitarbeiter stetig, sich über das interne Ideen- und Innovationsmanagement einzubringen. Beschwerden und persönliche Anliegen werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Dazu gehört etwa ein Ombudsmann-System, das anonyme ­Beschwerden und die Meldungen möglicher Rechtsverstöße mit Bezug zum Unternehmen ermöglicht.

Bei Porsche werden alle Mitarbeiter und ihre gewählten Vertreter rechtzeitig und um­fassend über wesentliche betriebliche Änderungen informiert. Die Einhaltung dieser ­Unternehmenspraxis ist auf vielfältige Weise sichergestellt – unter anderem durch einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat, die ­Betriebsratsgremien, regelmäßige Betriebs­versammlungen oder die ständige Pflege der Betriebsvereinbarungsdatenbank im Intranet.

Nachhaltigkeitsorganisation
(GRI 102-46, 103-1)
Eine klare interne Struktur mit definierten ­Zuständigkeiten ermöglicht im Unternehmen eine stringente und effektive Bearbeitung von Nachhaltigkeitsthemen.

Das höchste Gremium in Sachen Nachhal­tigkeit ist der Vorstand der Porsche AG. Er tritt ­regelmäßig als Nachhaltigkeitsboard ­zusammen und bestimmt die grundsätzliche strategische Ausrichtung. Des Weiteren entscheidet der Vorstand über die Umsetzung von weit­reichenden Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Leuchtturmprojekten.

Das Nachhaltigkeitsteam der Abteilung ­„Politik und Außenbeziehungen“ dient im Unternehmen als Schnittstelle für alle nachhaltigkeitsrelevanten Themen. Zu den Aufgaben gehören die Koordination sämtlicher Aktivitäten, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie und die Berichterstattung. ­Außerdem stellt das Team die Einbindung in die Nachhaltigkeitsthemen des Volkswagen Konzerns sicher. ­Darüber ­hinaus werden die ­interne und die externe Kommunikation ­sowie der kontinuierliche ­Ausbau des Stake­holder­dialogs organisiert.

Der Expertenkreis Nachhaltigkeit ist für die ­inhaltliche Ausrichtung von Aktivitäten und entsprechenden Vorschlägen für den Vorstand zuständig. Er ist ressortübergreifend organisiert und tritt viermal jährlich zusammen. Die ständigen Mitglieder des Gremiums vertreten alle relevanten Fachbereiche des Unternehmens und wirken in diesen wiederum als ­Multiplikatoren für Nachhaltigkeitsthemen. Im Berichtsjahr wurde der Expertenkreis durch die Aufnahme zusätzlicher Vertreter aus ­relevanten deutschen Tochtergesellschaften erweitert. Um die Komplexität der Nachhaltigkeitssteuerung auf Konzernebene weiter zu ­reduzieren, wird das Gremium kontinuierlich ausgebaut.

Bereits 2016 wurde der Porsche Nach­hal­tig­keitsbeirat etabliert. Dies war ein entschei­dender Schritt zur Ausweitung des Stakeholderdialogs. Der Beirat wirkt seither als wichtiger Ideen- und Impulsgeber. Er setzt sich aus ­international renommierten Vertretern aus ­Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Aktuell sind dies: Prof. Dr. Sonja Peterson, Prof. Dr. Lucia Reisch, Prof. Dr. Maximilian Gege, Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn sowie Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer.

Der Nachhaltigkeitsbeirat tagte 2018 ins­gesamt zweimal, davon einmal gemeinsam mit dem Vorstand der Porsche AG. Einzelne Mitglieder des Beirats wurden im Berichtsjahr verstärkt in steuerungsrelevante Prozesse ­eingebunden. Dabei ging es beispielsweise um das strategische Nachhaltigkeitsmanagement oder die Intensivierung des Stakeholderdialogs. Beide Themen wurden kontinuierlich weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit dem ­Beirat soll im Jahr 2019 weiter intensiviert werden.
 

WESENTLICHKEITSANALYSE
Stakeholderbefragung

(GRI 102-40, 102-42, 102-43, 102-44, 102-46, 102-47, 102-48, 103-1)
Seit 2013 bittet Porsche alle zwei Jahre ­seine Stakeholder, ihre Einschätzungen und ­Er­wartungen zum Thema Nachhaltigkeit zu ­formulieren. So wurden im Herbst 2017 in ­einer anonymen, international ausgerichteten Online-Befragung etwa 7.200 Repräsen­tanten relevanter Anspruchsgruppen um eine ­Be­wertung gebeten – dreimal so viele wie bei der Befragung im Jahr 2015. Rund 950 ­Per­sonen – darunter Kunden (67,3 Prozent), ­Geschäftspartner und Analysten/Investoren (7,5 Prozent), Politiker und Behördenvertreter (4,8 Prozent), Nichtregierungsorganisationen (3,0 Prozent), Mitarbeiter von Porsche (2,7 Prozent) sowie Vertreter aus der Wissenschaft (2,4 Prozent) und andere Befragte ­(12,3 Prozent) – gaben ihr Votum ab. Erstmals haben auch relevante Personen aus China und Großbritannien teilgenommen.

Mehr als zwei Drittel der Befragten zeigen sich mit den Nachhaltigkeitsleistungen von Porsche „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ – eine Verbesserung um zwölf Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Befragung. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Porsche sich auf dem richtigen Weg befindet, die Zielgerade aber noch nicht erreicht hat. Prinzipiell sehen die Befragten keinen Konflikt zwischen Nachhaltigkeit und der Herstellung von Premium-Sportwagen: Für 89 Prozent besteht hier kein genereller Widerspruch. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) lässt sich beim ­Dieselthema in ihrem Eindruck von Porsche „kaum“ bis „gar nicht“ beeinflussen, knapp ein Drittel hingegen (29 Prozent) schon. Alle ­Anspruchsgruppen erwarten in diesem Punkt eine offene, ehrliche und transparente Kommunikation sowie ein klares Bekenntnis zu emissionsarmer und zukunftsfähiger Mobilität.

Porsche richtet seine Produktpalette konsequent an den Wünschen seiner Kunden und technologischer Spitzenleistung aus. ­Daher ­intensiviert der Sportwagenhersteller seine Aktivitäten in den Bereichen Hybrid­technologie sowie Elektromobilität und bietet ­keinen Dieselantrieb mehr an. Das Unter­nehmen stellt sich seiner Verantwortung, den ­ent­standenen Vertrauensverlust aufzuarbeiten und Glaubwürdigkeit durch solides Handeln ­zurückzugewinnen. Übergreifend betrachten die Teilnehmer der Stakeholderbefragung 2017 die Themen „Fahrzeugsicherheit“,­ ­„Kraftstoffverbrauch und Emissionen der ­Fahrzeuge“ ­sowie „langfristige Kunden­beziehungen“ als vorrangig.

Auch die Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirats äußerten sich in individuellen Experteninterviews detailliert zu Nachhaltigkeitsthemen bei Porsche sowie zu Chancen und Risiken. ­Dabei gaben sie auch konkrete Handlungsem­p­fehlungen zur weiteren Gestaltung des ­Porsche-Engagements. Für den Beirat waren unter ­anderem Themen wie „alternative ­Antriebe“, „Reduktion der unternehmerischen CO₂-Emissionen“ oder „Ausbau der Ladeinfra­struktur“ wichtig. Ihre Impulse diskutierten die Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirats im ­Berichtsjahr in zwei gemeinsamen Sitzungen mit dem Porsche-Vorstand. Daraus ­wurden entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Die Zusammenarbeit mit dem Beirat wird weiter gestärkt. Als erster signifikanter Schritt soll 2019 ein gemeinsam erarbeitetes Dialog­format mit Vertretern externer Anspruchs­gruppen stattfinden. Die nächste Befragung der ­Porsche-Stakeholder soll im Herbst 2019 stattfinden und noch internationaler ausgerichtet sein.

Wesentlichkeitsanalyse
(GRI 102-44, 102-46, 102-47, 103-1)
Im Herbst 2017 fand ein Workshop mit Mitgliedern des Expertenkreises Nachhaltigkeit und Vertretern relevanter Porsche-Fach­bereiche statt. Dabei wurden definierte Themen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf ­Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft bewertet. Die Ergebnisse des Prozesses hat Porsche im Jahr 2017 in einer Wesentlichkeitsmatrix gebündelt und so die für Stakeholder wichtigen Themen mit der Geschäftsrelevanz für das Unternehmen in Beziehung gesetzt. Damit wurden die Schwerpunkte für den vorliegenden Bericht bestimmt und gleichzeitig die kontinuierliche Weiterentwicklung der unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategie ­überprüft.
 

Downloads
  • Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht der Porsche AG 2018 – Performance – Nachhaltigkeitsstrategie- und management