Sehr geehrte Damen und Herren, 

2018 war ein erfolgreiches Jahr für Porsche. Unsere Aus­lieferungszahlen haben wir einmal mehr gesteigert. Mit 256.255 Fahrzeugen liegen sie vier Prozent höher als 2017. Auch unsere operative Umsatzrendite gibt Anlass zur ­Freude: Mit 16,6 Prozent liegt sie erneut über unserem ­strategischen Ziel von 15 Prozent.

Dabei waren die Rahmenbedingungen für die Branche 2018 alles andere als ideal: Das Vorziehen der neuen Abgas­gesetzgebung in Europa hat die Automobilindustrie vor enorme Herausforderungen gestellt. Ganz klar: Wir stehen ohne Einschränkung zu den beschlossenen Gesetzen, auch weil die Messwerte, die auf WLTP-Basis ermittelt werden, ­deutlich realistischer sind als beim bisherigen NEFZ. Allerdings wurden die neuen Regelungen ein Jahr früher eingeführt als ursprünglich geplant. Dieses Vorziehen hat nicht nur massiv in bestehende Produktzyklen eingegriffen. Es hat auch zu erheblichen Engpässen an den Prüfständen ­geführt. Bei den Produkteinführungen mussten wir daher priorisieren. Beim 911 beispielsweise haben wir zunächst die GTS-Fahrzeuge mit Partikelfilter ausgestattet. Mit dem 992, der achten Generation unserer Ikone, sind bereits alle neuen Elfer WLTP-zertifiziert.

Ein weiteres Thema, das uns 2018 stark gefordert hat, war der Diesel. Porsche hat nie selbst Diesel entwickelt und produziert. Diese Technologie hat bei uns immer eine untergeordnete Rolle gespielt. Deshalb sind wir nach reiflicher Überlegung zu der Überzeugung gelangt, künftig ohne ­Diesel auskommen zu wollen. Als Sportwagenhersteller konzentrieren wir uns auf das, was wir am besten können: hoch emotionale Benzinmotoren, leistungsstarke Plug-­­in-Hybride und demnächst rein elektrische Antriebe. So schärfen wir den Kern unserer Marke und richten unser ­Unternehmen konsequent auf die Mobilität der Zukunft aus.

Dies unterstreicht auch der Beschluss des Aufsichtsrats, mit dem Porsche bis 2022 sechs Milliarden Euro in die ­E-Mobilität investieren wird. Damit haben wir das Volumen des bisher geplanten Zukunftspakets verdoppelt. Es be­inhaltet nun rund drei Milliarden Euro Sachinvestitionen und etwas mehr als drei Milliarden Euro Entwicklungs­kosten. Rund eine Milliarde Euro fließt allein in den Standort Zuffenhausen, damit dort ab Herbst 2019 der Taycan vom Band laufen kann, unser erster rein elektrischer Porsche-Sportwagen.


Mit der neuen Fabrik für den Taycan haben wir rund 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Auch andernorts ist unsere Belegschaft gewachsen, weltweit um ­neun ­Prozent. Insgesamt arbeiteten zum Jahresende 2018 32.325 Menschen bei Porsche – so viel wie noch nie.


Doch 2018 war nicht nur ein Jahr der Superlative. Es war auch ein Jahr der großen Jubiläen: 80 Jahre Standort ­Zuffenhausen, 75 Jahre Wolfgang Porsche und 70 Jahre Porsche Sportwagen. Das Jubiläum unserer Marke haben wir unter anderem zum Anlass genommen, die gemein­nützige Ferry-Porsche-Stiftung zu gründen, die sich für Bildung, Soziales und junge Menschen engagiert. Gefeiert wurde das Jubiläum weltweit. Immer im Mittelpunkt: Der 356 „Nr. 1“ Roadster, der im Juni 1948 als erstes Automobil mit dem Namen Porsche seine Zulassung erhielt.

Auch in unserem Jubiläumsjahr gab es viel beachtete Welt­premieren: Anfang März haben wir die Konzeptstudie ­eines elektrisch angetriebenen Cross Utility Vehicle ­vor­gestellt, der als Taycan Cross Turismo in Serie gehen wird. Mit dem 911 GT3 RS debütierte beim Autosalon in Genf außerdem ein beispiellos radikaler Hochleistungssportler, der kurz darauf mit 6.56,4 Minuten eine weitere ­Bestmarke für straßen­zugelassene Porsche-Sportwagen auf der Nürburgring-Nordschleife gesetzt hat. Im Juli folgte der neue Macan. Die Panamera-Familie haben wir um zwei ­GTS-Modelle ­erweitert.

Neu sind auch der GT2 RS Clubsport, der Macan S, der 718 T und der 911 Speedster, welcher limitiert auf 1.948 Exem­plare in Serie gehen wird. Auf der Rennsport Reunion in ­Laguna Seca begeisterten wir mit dem Porsche 935, einer Hommage an den legendären 935/78, bekannt als „Moby Dick“. Ende 2018 feierte schließlich der neue 911 seine Weltpremiere – noch schneller, effizienter und erstmals mit umfangreichen digitalen Funktionen ausgestattet.

Zusammen mit dem neuen Elfer haben wir die Apps „Porsche Road Trip“ und „Porsche 360+“ an den Start ­gebracht. Kaufen und nutzen kann sie jeder – auch ohne ­eigenen Porsche. Damit öffnen wir uns erstmals neuen ­Zielgruppen und neuen Nutzungsgewohnheiten. Gleiches gilt für „Porsche Host“, ein Pilotprogramm gemeinsam mit dem Sharing-Partner Turo in den USA.

Die Digitalisierung begreifen wir als Chance, neue Geschäfts­­felder zu erschließen. Wir entwickeln Porsche-­typische ­Mobilitätskonzepte und nutzen neue Technologien. Innova­tive Start-ups unterstützen uns dabei. So zum Beispiel das junge Berliner Unternehmen XAIN, mit dem wir als erster Automobilhersteller weltweit erfolgreich die Blockchain im Fahrzeug einsetzen. 2018 haben wir uns zudem an dem ­israelischen Start-up Anagog beteiligt, an Rimac Automobil in Kroatien und an Miles in den USA.

Eingestiegen sind wir auch in eine neue Rennserie: Im April wurde unsere Bewerbung um einen Platz als Hersteller in der Formel-E-Meisterschaft akzeptiert. Das heißt: Nahezu zeitgleich mit der Weltpremiere des Taycan wird Porsche Ende 2019 erstmals in dieser rein elektrisch fahrenden Rennserie antreten. Parallel dazu engagieren wir uns auch weiterhin in der GT-Klasse und für den Kundensport. Denn der Motorsport bleibt für Porsche das Wichtigste, unser Treiber für Innovation, für Effizienz und Nachhaltigkeit. Die Rennstrecke ist unser Laboratorium – hier sind wir zu Hause.

Ihr Vorstand

der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Verbrauchsangaben

911 Carrera GTS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,4 – 8,3 l/100 km; CCO2-Emission 212 – 188 g/km
911 Carrera S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,9 l/100 km; CO2-Emission 205 g/km
911 Carrera 4S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 9,0 l/100 km; CO2-Emission 206 g/km
911 GT2 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 11,8 l/100 km; CO2-Emission 269 g/km
911 GT3 RS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 12,8 l/100 km; CO2-Emission  291 g/km
718 Boxster T: Kraftstoffverbrauch kombiniert 7,9 – 8,2 l/100 km; CO2-Emission 181 – 187 g/km
718 Cayman T: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 – 7,9 l/100 km; CO2-Emission 186 – 180 g/km
Macan: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,1 l/100 km; CO2-Emission 185 g/km
Macan S: Kraftstoffverbrauch kombiniert 8,9 l/100 km; CO2-Emission 204 g/km
Panamera GTS: Kraftstoffverbrauch kombiniert 10,3 l/100 km; CO2-Emission 235 g/km